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III. Jahrgang. Ansgegeben am 12. Jannar 1867. Der Jahrgang lünſt vom October 1866 bis dahin 1867.
1867 N 15.
Das Geheimniß des Jürſtenhauſes.
Novelle von Georg Hiltl.
(Fortſetzung.)
Barbara Zwoller erhob ſich.„Genug,“ begann die Alte.„Soll der Aſchenhaufen der Hexe dort Euch entzweien? Katharina Ricker, höre mich. Ich habe, gleich meinem Gatten, die Liebe zwiſchen Dir und meinem David nicht geſtört, ich dachte wohl, daß es einſt großen Lärmen geben würde, wenn die Heirath ſtattfinden ſollte— ich ſehe den Stand nicht ſchöner an, als er iſt. David ſpricht aber vernünftig. Du willſt nicht von ihm laſſen, wohlan denn, ſo höre. Ihr ſollt ſcheiden von einander auf die Dauer von zwei Jahren; David geht übers Meer, nach England, dort wird er unerkannt von Allen ſeine Zeit mit dem Studiren der Krankheiten und der Heilung der Thiere hin⸗ bringen. Sie haben in England ein verbrieftes Recht, wonach der Henker für beſondere Dienſte ehrlich geſprochen werden kann, David iſt fleißig, ſein Kopf iſt offen und ſein Auge klar. Er wird dieſes
Recht in Anſpruch nehmen, wird ſich ehrlich machen können; wenn Du ihm treu bleibſt, und er dann zurückkehrt, Dich übers Meer zu
holen als ſeine Gattin, willſt Du ihm folgen?“—„Ich will es,“ ſagte Katharina nach kurzem Sinnen.„So gebt Euch die Hände und ſcheidet,“ rief die Alte. David reichte ſeine Hand, welche Katharina ergriff.„Lebe wohl, Katharina, wir finden uns wieder.“ Ein Wind⸗ ſtoß bewegte die Läden des Hauſes, zog durch den Saal, ließ das Licht der Kerzen flackern und fuhr durch den Rauchfang. In dem Schranke bewegten ſich die Schwerter der Nachrichter und klirrten leiſe.„Verlaß uns jetzt, Katharina Ricker,“ ſagte die Alte,„und komm nicht wieder über dieſe Schwelle. David wird Dich holen als ſein Eheweib, an dem Tage, wo er ohne den Makel ſeines Vaters aus dem fernen England wieder in die Heimat kehrt. Kenne mich nicht, wenn ich Dir begegne.“ Sie ergriff das Haupt Katharinas und drückte einen Kuß auf die Stirne der Schiffertochter.„Lebt wohl indes, Mutter,“ ſtammelte das Mädchen.„Ich muß hinüber— oh— weshalb wollte ich die Hexe dort hören? es wäre beſſer geweſen, Ihr hättet ſie nicht den Zauberkram treiben laſſen. Mein Herz iſt beängſtigt, mein Kopf iſt ſchwer. Ich muß hinaus auf den Rhein.“ Sie winkte mit der Hand einen Gruß. David aber hatte ſeinen Hut in die dunklen
Locken gedrückt und nahm ihren Arm.„Ich geleite Dich bis an den Hügel, der auf den Fluß hinaus ſiehet, dort ſage ich Dir Lebewohl.“
Sie verließen beide das Haus und wandelten, ohne zu ſprechen, den Weg entlang. Das Wetter war ruhiger geworden, der Mond kämpfte mit den Wolken, die ſchnell an ihm vorüberzogen, und die Wellen des nahen Stromes rauſchten ſanfter. Oben auf dem Rücken des Hügels ſtanden Katharina und David ſtill.„Hier ſcheiden wir,“ flüſterte der junge Mann,„hier ſehe ich Dich zum letzten Male, bevor
ich der Heimat den Rücken kehre; Katharina, ich liebe Dich, ich hoffe,
Dich zu verdienen zwei Jahre!— dann um dieſelbe Stunde ſoll hier ein Feuer flammen. Merke die Zeit, wenn Du es flackern ſiehſt, dann iſt es ein Zeichen, daß ich zurückgekehrt bin, Dich zu holen.“ „Du wirſt mich finden, David, nach zwei Jahren. Ich werde Dir folgen. Lebe wohl!“ Ein langer, inniger Kuß beſiegelte das Ver⸗ ſprechen, dann entwand ſich Katharina der Umarmung und die Hände vor das Geſicht ſchlagend, eilte ſie den Hügel hinab, an das Ufer, wo die Brandung gegen den Schilf rauſchte; noch ein Mal blickte ſie zurück. Hoch oben ſah ſie die Geſtalt Davids vom ſchwachen Mondes⸗ lichte beſchienen. Er hob die Hand, warf einen Gruß in die Luft und rief mit klagender Stimme:„Katharina! Katharina!“ Dann verſchwand er von der Spitze des Hügels.
Katharina ging mit ſtarken Schritten nach dem Ufer, ſie hatte nur noch einen kurzen Weg bis zu der Bucht, welche ihren Kahn barg. Hinter ihr ſtieg das Land empor und ſenkte ſich dann wieder, um in die breite Landſtraße auszulaufen, auf der man von Werder nach Cleve gelangte. Ein tiefer Einſchnitt verbarg dieſe Straße den Blicken derjenigen, welche auf dem niedriger gelegenen Uferrande wandelten. Katharina näherte ſich dem kleinen Thale, als ſie einen Hilferuf zu vernehmen glaubte. Sie ſtand ſtill und horchte.— Sie täuſchte ſich nicht, es tönte ein Rufen aus der Schlucht nach dem Ufer hinüber, zugleich ſchien es ihr, als vernehme ſie Schnauben und ängſtliches Wiehern von Pferden. Das Mädchen beſchleunigte ihre Schritte, um in die Schlucht zu kommen, wo ein ſeltſames Schauſpiel ſich ihren


