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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.
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III. Jahrgang.
Jusgegeben am 26. Janunr 1867. Der Jahrgung lüuſt vom October 1866 bis dahin 1867.
1867 N᷑. 17.
Das Geheimniß des Jürſtenhauſes. Novelle von Georg Hiltl. (Fortſetzung.)
Die Feinde und die Verbündeten.
Zwei Tage nach den ſo eben erzählten Ereigniſſen war eine große Bewegung um das Schloß zu Berlin. Die Caroſſen und Sänften, die langen Züge von Deputationen aus der Stadt, ſchwarz⸗ gekleidete Männer mit Stäben, auf welchen der Berliniſche Bär ſich ſpreizte, in den Händen und breite Halskrauſe über den lang⸗ ſchößigen bis oben heran zugeknöpften Röcken, dazwiſchen truppweiſe Officiere in ihren beſten Uniformen,— dies alles drängte durch die Portale in die Schloßhöfe. Man ſah zierliche, vergoldete Wagen in
Muſchelform, auf deren Tritten phantaſtiſch gekleidete Pagen ſtanden,
einige glänzend ausſtaffirte Läufer eilten den Fuhrwerken voraus, während im Gegenſatze zu dieſer Pracht von der Georgenſtraße her einige zehn oder zwölf Hoflakaien auf Stelzen einherſchritten, weil der Sand an jener Seite des Schloßplatzes ſie hinderte, ohne be⸗ ſchmutzt zu werden, mit ihren weißſeidenen Strümpfen ſich dem Palaſte u nahen.
Alle dieſe heranziehenden und fahrenden Gäſte trugen um die Arme, an den Stäben oder Hüten Trauerflore, die Pferde waren nit ähnlichen Fähnchen verſehen, und die Bandeliere der Officiere lberzog ein ſchwarzes Taffetfutteral.
Friedrich Wilhelm, der große Kurfürſt, war zu Potsdam nach längerem Leiden entſchlafen. Heut hatte der neue Herrſcher, Kurfürſt Friedrich III., die erſte große Audienz im Schloſſe zu Berlin, wo ihm iie Stadt, die Gewerke und die Perſonen ſeines Hofes die Beileids⸗ jezeugungen darbrachten. Aengſtlichen Schrittes eilte ſo mancher in das Schloß. Ein Blick, ein Wort des neuen Gebieters konnte ſeute entſcheidend werden für die Zukunft. Scheu betrachtete dieſer lder jener die ehemaligen Günſtlinge, nicht wiſſend, ob er ihnen wie
herr durch das Schloßportal.
Unter der Zahl dieſer Leute, welche wegen ihres nächſten Schick⸗ ſales in Ungewißheit ſchwebten, befand ſich auch Freiherr Kolbe von Wartenberg. Er hatte gleich nach ſeiner Ankunft in Berlin die kurz vorher geſchloſſenen Verbindungen, welche durch ſeine Abreiſe unter⸗ brochen worden waren, wieder angeknüpft, und auf ſeine ſchöne Per⸗ ſönlichkeit, auf die elegante Haltung, endlich auf das von dem ſeligen Herrn Kurfürſten ihm bezeigte Wohlwollen pochend, beſchloß er, kühn zur Audienz des neuen Herrn zu gehen. Es mußte ſich bald zeigen, ob ihm ein guter Empfang bereitet, ob ihm durch ein ſtrenges Wort das Verbleiben am Hofe unmöglich gemacht werde.
In ſeinem Miethswagen, einem alten ſchwerfälligen Kaſten mit lackirten Schlägen und verſchoſſener Malerei geziert, rollte der Frei⸗ Noch ehe er daſſelbe paſſirte, mußte er eine Zeit lang zwiſchen der gaffenden Menge halten bleiben, da der Wagenzug ſtockte. So verweilte das Fuhrwerk zwiſchen den Volks⸗ maſſen, welche vom Dome bis zu dem Portale Spalier bildeten. Der Freiherr hörte von hier aus eine Menge verſchiedener Bemer⸗ kungen, meiſtentheils ſehr beißende Witze und ſarkaſtiſche Redensarten, in denen die Berliner von jeher Meiſter geweſen ſind. Wenn ſich ein Hofherr, von zwei oder mehreren Dienern geleitet, mühſam den Weg durch die Gaffer bahnte, ſchallte von allen Seiten eine Kritik ſeines Anzuges, ſeiner Haltung.
Zuweilen wurden in dieſe Betrachtungen auch einzelne Züge aus dem Privatleben des Mannes verflochten und mit gehörigem Ueberguß von boshaftem Scherze benetzt. In den Wagen des Frei⸗ herrn blickten einige Unverſchämte hinein, was ſie durch Emporheben eines ihrer Freunde bewerkſtelligten. Da Freiherr von Kolbe ein
ganz unbekannter Mann außerhalb des Hofes war, ſchrie man ihm
feüher eine Huldigung darbringen, eine freundliche Miene machen ſollte, denn nur wenig Stunden weiter— und die einſt bevorzugten
Per ſonen waren vielleicht die ganz in den Hintergrund gerückten, und
der gute Freund erſchien den neuen Creaturen in unvortheilhaftem
lichte, weil er mit den Verdrängten geliebäugelt hatte.
zus er möge doch ſeinen Namen nennen! Man klopfte mit einem Stocke gegen die Scheiben des Wagenfenſters, welche aus dickem, grünem Glaſe beſtanden und die Perſon des im Wagen Sitzenden nicht deutlich genug erkennen ließen und bat höhniſch um Nennung ſeiner Würde, empfahl ſich auch ſeinem Wohlwollen— und ſo gingen die ſchlechten Späße, jedes Mal von dem Beifallsjubel der Menge
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