Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
321
Einzelbild herunterladen

L

) den Rang 9,(von A

nd die N die klein ſs ſo oft

ſſſgfnnſſſiſſe e

6

dtages an Fleetwing Dceans in Ahnlich m lerxemi II 4 pork ſprah u III. Jahrgang. Ptleute von.. A n Das Geheimniß des Jürſtenhauſes. 1 cc lepperyacht, kampfein rch 3 V engliſchen .5 6 V Im Stelzenkruge. Die Georgenvorſtadt der kurfürſtlichen Reſidenz Berlin war im Lahre 168s faſt einer ländlichen Gegend zu vergleichen. Wenn man Naus dem Georgenthore trat, welches die damalige Georgenſtraße jetzt Königsſtraße) begrenzte, dann ſah man zwiſchen großen Gärten und Wieſen ſich Weinberge erheben. An der Stelle, wo die Heerſtraßen nach Prenzlau, Landsberg und Bernau ſich kreuzten, ſtand die St. Georgskirche oder Kapelle mit ihrem Hoſpitale, dahinter lief das Land in kleinen, mit Wein bepflanzten Hügeln hin, und über dieſe Höhen ragte der düſtere Bau des Berliniſchen Hochgerichtes empor. Die Gegend war nur in der nächſten Umgebung der Fortificationen * mit Häuſern beſetzt, und einzelne beſcheidene Anfänge von Straßen vebt lliefen durch dieſe Anlagen. Rechts von dem Thore bog ein ſchmaler Weg ab, der zwiſchen Gärten und Heckenzäunen bis in ein kleines Gehölz führte. Hinter dieſem Gehölze ſtanden noch einzelne Häuſer, von f. einander getrennt durch Anpflanzungen oder ſchmale, von Gräben ht. umzogene Wieſenſtreifen. Dieſe Stelle war die entlegenſte, menſchen⸗ leerſte in der ganzen Gegend. Man vermochte nur ſelten einen Spaziergänger zu erblicken, der ſich aus den belebteren Theilen hieher verirrte. Heutzutage zieht ſich die belebte Landsberger⸗ V ſtraße über dieſe Gegend hin, ein mächtiger Verkehr vereinigt ſeine LELeute hier, große ſtattliche Gebäude reihen ſich an einander, und Ge⸗ wirre von Straßen kreuzen ſich, mit haſtig eilenden Menſchen, Fuhr⸗ werken und Reitern gefüllt. Zur Zeit unſerer Erzählung aber war dieſe Gegend wie geſagt, einſam. Die letzte bewohnte Stelle lag Dun geegen den ſogenanntenStelzenkrug zu. Es war dies ein uraltes un.-, Wirthshaus, urſprünglich für die Invaliden, deſſen Umgebung unter Am der Jurisdiction der regierenden Kurfürſtin ſtand. Dieſes letzte der Häuſer glich einer kleinen Feſtung. Es hatte 7 in früheren Zeiten zu den von George Wilhelm erbauten Zollhäuschen ggeehört und war der Verbrennung entgangen, die der Miniſter Schwar⸗ zenberg bei Annäherung des Feindes über die Berliner Vorſtädte ver⸗ hängt hatte. Mit ſeiner Hinterfronke ging es auf einen breiten

ſ

Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.

Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 18 Sgr. zu beziehen. Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.

Ausgegeben am 23. Februur 1867. Der Jahrgang läuſt vom October 1866 bis dahin 18617.

Novelle von Georg Hiltl. (Fortſetzung.)

2*

1867 ₰ℛ. 21.

Wieſengraben, der längs der Heerſtraße nach Landsberg hinlief. Die ſchmale Vorderfront ſah nach dem Georgenthore, aber der vor dem Hauſe befindliche Raum war von einer hohen Hecke eingefaßt, die durch ein ſtarkes Balkenthor verſperrt wurde.

An einem, von dem abnehmenden Monde nur ſchwacherleuchteten Abende, ſchritten drei Männer den einſamen Feldweg entlang, der ſich vom Thore aus durch die Wieſen bis zu dem Zollhäuschen ſchlängelte. Sie ſprachen nur halblaut mit einander, aber der Ton menſchlicher Rede war in dieſer einſamen Gegend etwas ſo Unge⸗ wohntes, daß die ſehr aufmerkſamen Hunde in den einzeln liegenden Gehöften ein lautes Bellen hören ließen. Der Abend war ſehr ſchön und voll linder Mailuft. Die Blüthen auf den Heckenſträuchern, in den Wieſen und an den Bäumen entfalteten ſich bereits, die ſchönen Läufe einer Nachtigall rollten in dem kleinen Gehölze, und ein er⸗ friſchender Hauch wehte von der Landſtraße her, die ſich wie ein weißer Streifen in den Büſchen und zwiſchen den Weinbergen verlor.

Die Männer ſchienen von dem angenehmen Eindrucke dieſes Maiabends ſehr heiter geſtimmt, denn einer von ihnen ſummte ein franzöſiſches Lied.Nicht zu laut, mein beſter Freiherr, beſchwich⸗ tigte der neben ihm Schreitende den Sänger.Man kann nicht wiſſen, wer uns belauſcht.Meinen Sie? lachte der Gewarnte. Ich weiß nicht, mir kommt es ſo vor, als wollten die Berliner, ſelbſt die vom Hofe gar nichts von Politik, Intriguen und dergleichen wiſſen.Es kommt Ihnen ſo vor mag ſein, aber Sie irren. Es gibt hier Leute, die ſich lediglich mit ſolchen Dingen beſchäftigen. Ich halte, ſetzte er leiſe hinzu,ſelbſt die Frau Kurfürſtin für ge⸗ fährlich. Sie mag ſich gern mit den Arrangements von Staatsdingen abgeben. Der Freiherr wurde nachdenklich.Wenn ſich die Frauen einmiſchen, dann haben wir ſchweres Spiel.Oder auch leichtes, ſagte der andere.Sie werden nicht ſchwer für unſere Zwecke zu gewinnen ſein. Allerdings iſt die Kurfürſtin eine gefährliche Gegnerin. Sie ſchritten wieder ſchweigend vorwärts. Eine ſeltſame Promenade, ſagte der Freiherr leiſe, indem er auf das Waſſer der Wieſengräben blickte, welches durch die Stämme