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helm IV. von Preußen, mußte ſie jedoch wieder nach Frankfurt zurüuck⸗ tragen. Von ſeiner Mäßigung und Einſicht zeigen ſeine nächſten Schritte, daß er bald darauf das ihm abermals übertragene Präſidium ablehnte und, als die Bewegungspartei das Uebergewicht zu erhalten drohte, mit der früheren Majorität gänzlich austrat. Ein Jahr ſpäter präſidirte er dem Volkshauſe des Unionsparlaments zu Erfurt, und als die„Neue Aera“ in Preußen begann, von 1859— 61 dem Abgeordnetenhauſe, in welcher Stellung er auch der feierlichen Krönung Wilhelms I. am 18. October 1861 zu Königsberg i. Pr. beiwohnte. Unter dem damaligen altliberalen Miniſterium Schwerin⸗Auerswald, deſſen Hauptträger zu ſeinen intimſten politiſchen und perſönlichen Freunden gehörten, that Simſon einen großen Sprung, indem er vom Profeſſor und Tribunalsrath zu Königsberg i. Pr. zum Vicepräſidenten des Appellationsgerichts zu Frankfurt a. O. avancirte, welches Amt er noch heute bekleidet. Mit dem Sturze jenes Miniſteriums, mit der Herrſchaft der Fortſchrittspartei im Abgeordnetenhauſe, in welches Simſon auch ſpäter gewählt wurde, trat er in den Hintergrund und beſchied ſich nebſt dem kleinen Häuflein ſeiner Geſinnungsgenoſſen zu einer meiſt paſſiven Rolle, welche er nur dann und wann ablegte, um bei wichtigen Debatten den Ruf ſeiner glänzenden Rednergabe wieder aufzufriſchen.
So iſt Simſons Perſon und Name ſeit 19 Jahren in die be⸗ deutendſten Phaſen deutſcher und preußiſcher Geſchichte verwebt, und neben ſeiner feſtſtehenden Begabung und Befähigung zu dem Amte eines Vorſitzenden, hat er es unzweifelhaft jenen Erinnerungen, der Erinnerung an den poetiſchen Traum, welchen die deutſche Nation 1848 in der Paulskirche geträumt, zu verdanken, daß er auch diesmal als erſter Präſident des Reichstags vom Norddeutſchen Bunde aus der Wahlurne ſtieg.
Simſon iſt etwas welk und grau geworden, jedoch noch immer eine ſehr ſtattliche, ja imponirende Perſönlichkeit, zum Präſidiren und Repräſentiren wie geboren. Auf der übermittelgroßen zum Embon— point neigenden Geſtalt mit der breiten Bruſt ſitzt ein großer ſtarker Kopf, aus dem ein Paar große dunkle Augen hinter und zuweilen über die Brille ſcharf, durchdringend und klug in die Verſammlung ſchauen. Wenn dieſe Perſönlichkeit noch leiſe an die altteſtamentliche Abſtammung erinnert, ſo zeigt ſein Weſen hiervon keine Spur, denn es iſt ganz elegante Würde und olympiſche Salbung. Alle ſeine Manieren ſind leicht und doch gewählt und würdevoll, ſeine Rede fließend und wohllautend, ganz dialektfrei und deutlich, klar und präciſe. Er hat jede Miene in der Gewalt; mögen in ſeiner Bruſt auch Ehrgeiz und Leidenſchaftlichkeit wohnen, auf dem glatten unbe⸗ wölkten Geſicht iſt davon nichts zu leſen, es zeigt ſtets dieſelbe objec⸗ tive Ruhe und Gemüthsfreiheit; ſeine Haltung iſt immer gemeſſen und doch wohlwollend, kühl und doch verbindlich, höflich und doch ſelbſtbewußt. Nur ſelten ſteht er auf, meiſt ſitzt er bequem, doch mit allem Anſtand in ſeinem Lehnſtuhl, das Kinn auf den Arm geſtützt und dem Redner mit Ohren und Augen aufmerkſam folgend. Er faßt Fragen und Meinungsverwickelungen flugs und haarſcharf auf, entwirrt ſie, corrigirt ſie und legt ſie dann der Verſammlung in der bündigſten und faßlichſten Form vor.—„Die Hindeutung des Frei⸗ herrn von Vincke auf die Geſchäftsordnung und deren in Vorſchlag gebrachte Aenderungen ſcheinen mir eher ein Argument für meine Meinung zu enthalten,“ ſpricht er und zieht dann nicht nur das Haus, ſondern auch den oppoſitionsluſtigen Herrn von Vincke ſelber zu ſich herüber.—„Der Abgeordnete überſieht vielleicht, daß ein definitiver Beſchluß hierüber heute nicht gefaßt werden kann,“ bemerkt er dem Dr. Braun aus Wiesbaden, was dieſer ſofort zugeben muß.—„Es liegen drei Anträge vor, meine Herren, von denen nicht leicht zu ſagen iſt, welcher der weitgehendſte iſt: mir ſcheint es, der auf Schlußberathung zu ſein.“—— Mit dieſer Wendung erreicht der Präſident dreierlei: zunächſt deutet er die unbeſtimmte Faſſung der drei Anträge an, dann gibt er ſein Gutachten über die Reihenfolge ab, in welcher dieſelben zur Abſtimmung zu bringen wären, und end⸗ lich fordert er die Prüfung und Entſcheidung des Hauſes darüber.— Kein Hin⸗ und Herreden vermag ihn in der Klarheit ſeiner Auffaſſung zu beirren, kein Einwurf, keine Gegenbemerkung in Verlegenheit zu ſetzen; jeder Verſuch einer Ungehörigkeit und eines Uebergriffs ſcheitert an dem Bollwerk ſeiner Ruhe, Ueberſicht und Geiſtesgegenwart, der in jedem Augenblicke das rechte Wort, die zurechtweiſende Unterbrechung zu Gebote ſtehen. Wiewohl er im ganzen eine milde Praxis übt und die Redner, ſo lange ſie ſich in den paxlamentariſchen Schranken halten,
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Geſinnung offen zur Schau.
ſcharf gegen einander anrennen läßt, duldet er doch keine langweiligen Abſchweifungen, keine nebenſächlichen Expectorationen, keine gehäſſigen Ausfälle, nachläſſigung der ihm gebührenden Achtung und Rückſicht.—„Der Herr Abgeordnete hat nicht um das Wort gebeten!“ unterbricht er den ihm ohne weiteres Antwortenden, und der Vorlaute verſtummt und ſinkt auf ſeinen Seſſel zurück. Niemand weiß ſo gut, was par⸗ lamentariſch erlaubt und geboten iſt, obgleich er das Wort, parla⸗ mentariſch“ nie gebraucht. Er beherrſcht die Form und Amtsetiquette
in ſouveräner Weiſe, und die Paragraphen der Geſchäftsordnung ſind
in ihm zu Fleiſch und Blut geworden.
Deshalb muß man dem Reichstage zu dieſer Wahl Glück wünſchen. 5
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Mit Simſon, dem Präſidenten, der als ſolcher freilich keiner 9
Fraction angehört, bilden Graf Schwerin und Freiherr von Vincke ein langjähriges, engverbundenes Triumvirat innerhalb der altlibe⸗ ralen Partei, zu deren ausgeſprochenen Führern die beiden letzteren noch heute wie auf dem erſten Vereinigten Landtag von 1847 gehören. Beide, von altem ritterlichen Geſchlecht und reich begütert, haben ſich auch in Weſen, Charakter und Bedeutung ſeitdem nicht im geringſten
verändert, und ſtehen noch heute wie damals als polare Gegenſätze
da, aber nicht ſich gegenüber, ſondern dicht beieinander.
Graf Maximilian von Schwerin⸗Putzar, als Student mit Solger, Arndt und Schleiermacher befreundet und ein Schwiegerſohn des letzteren, war bis 1846 Landrath des Anclamer Kreiſes und Di⸗ rector des vorpommerſchen Landſchaftsdepartements, ſaß 1847 im
Vereinigten Landtag, war in den Märztagen Cultusminiſter, unter
der neuen Aera Miniſter des Innern, 1848 Mitglied der Berliner Nationalverſammlung und des Frankfurter Parlaments, bis 1855 regelmäßiger Präſident der zweiten Kammer und gehörte auch bis in die letzte Zeit dem Abgeordnetenhauſe an.
Graf Schwerin ſitzt auf einem linken Eckplatz des rechten Cen⸗ trums und iſt eine ſo überaus ſchlichte Erſcheinung, daß er ſich in nichts von einem einfachen pommerſchen Landmann unterſcheidet. Dieſelbe Schlichtheit, faſt Nüchternheit, prägt ſich auch in Haltung und Weſen aus. Eine unterſetzte handfeſte Geſtalt, den Kopf meiſt auf die Bruſt geneigt, ſitzt er da, die blauen Augen blicken treu und verſtändig, die wettergebräunten Wangen künden Geſundheit; und doch liegt in dieſem ſtillen, ſanften Geſicht eine gewiſſe Reſignation und Schwermuth. Er ſpricht nicht ſelten, aber nie zum Ueberfluß und ſtets mühelos und prunklos. Verſtändige Nüchternheit und kühle Beſonnenheit iſt ſein eigentliches Temperament und kommt auch in ſeiner Rede unverhohlen zum Vorſchein. Er ſpricht nie ſchroff, be⸗ wegt oder pathetiſch, ſondern in kurzen Sätzen, mit wenig erhobener Stimme, kann aber ſcharf und geradezu grob werden. Die Reinheit und Biederkeit ſeines Charakters, der Adel ſeiner Geſinnung, ſeine Wahrheitsliebe und Gerechtigkeit, Unparteilichkeit und Unbefangen⸗ heit werden von Freunden gerühmt und können von Gegnern nicht in Abrede geſtellt werden.
Des Grafen„ſehr edler und ehrenwerther Freund“, Freiherr Georg von Vincke, iſt um ſieben Jahre jünger, nämlich 1811 ge⸗ boren, und bekanntlich ſeit zwanzig Jahren das berühmteſte Parla⸗ mentsmitglied, welches Preußen und ganz Deutſchland aufzuweiſen hat, ein Ruhm, der ihm bis zur Stunde treu geblieben iſt. Schon auf den weſtfäliſchen Provinziallandtagen, wo er 1843 und 1845 als Abgeordneter des Adels der Grafſchaft Mark erſchien, ragte un⸗ ter allen der Landrath von Hagen vor. Schon hier hatte er ſich ſtolz auf ſeine Vorfahren berufen und dabei ſich ritterlich des Volkes angenommen, indem er die Einheit des Staates pries und zugleich die theure Erde ſeiner Heimat mit dem Accent des Griechen nannte, der unter Barbaren lebt. Dennoch war er in weiteren Kreiſen ſo gut wie unbekannt, bis er 1847 die Rednertribüne des erſten Ver⸗ einigten Landtages betrat, und mit dieſem Augenblicke durch ſpru⸗ delnde Beredtſamkeit, ſchneidende Dialectik, köſtlichen Witz und über⸗ müthige Laune die Augen des ganzen Landes auf ſich zog. In Berlin
war kein Abgeordneter beliebter, denn er, ſein Name in aller Munde,
und das öffentliche Intereſſe nährte ſich von zahlreichen Anecdoten, die über ihn herumgetragen wurden.„Vinckenſchlag“ nannte der Berliner Witz ſeine erquickliche Redeweiſe. Dieſe Beliebtheit iſt um ſo merkwürdiger, als Vincke nichts that, um ſie ſich zu erwerben; er ging unbekümmert, ja rückſichtslos ſeinen Weg und trug ariſtokratiſche
am wenigſten aber einen Eingriff in ſeine Rechte, eine Ver⸗
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