Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
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wenn der Kranke irgend danach iſt, er ſich für alle Fälle die Stütze noch auf einen anderen Helfer vorbehält. Vollkommen unterſchieds⸗ los iſt ſein ärztliches Verhalten zu den Leidenden in Beziehung auf ihre äußerliche Lebensſtellung. Wir haben ihn denſelben gefunden gegenüber Excellenzen aus der norddeutſchen Metropole und armen Dienſtboten vom Schwarzwald, denſelben gegen Univerſitätsprofeſ⸗ ſoren und ſimple Schulmeiſter. Als

8 M I beſonders characte⸗ K K riſtiſch möchten wir A 7 noch hervorhebenRRNRN die ſichtliche Freude, 9 die ihm bei aller Mühſeligkeit ſein

ärztliches Wirken ſelbſt bereitet, und die freundliche, nach unſerer Erfahrung nicht ſehr gewöhn⸗ liche Bereitwillig⸗ keit, ſeinen Patien⸗ ten und deren An⸗ gehörigen, wieLaien überhaupt, ſo viel? als möglich, und ſo weit es frommt, Kenntniß und Ver⸗ ſtändniß für ſein Operiren zu geben, wovon uns in fol⸗ gendem noch Bei⸗ ſpiele vorkommen werden.

Zunächſt laſſen wir aber dem Bilde des Mannes ein Bild ſeiner Ar⸗ beitsſtätte fol⸗ gen. So wenig das Tübin ger Kranken⸗ haus, wie irgend ein dortiger Bau, in der äußeren Er⸗ ſcheinung etwas von Eleganz zeigt, ſo wenig findet ſich davon in ſeinem Inneren. Da iſt nichts von architek⸗ toniſcher Zier, nichts von haupt⸗ ſtädtiſchem Com⸗ fort; aber es herr⸗ ſchen da Sauber⸗ keit, Helligkeit, aus⸗ reichende Räum⸗ lichkeit, und ohne beſondere Ventilationsmittel, nach unſerer laien⸗ haften Wahrnehmung, bei ſehr günſtiger freier Lage hinlängliche Luftreinheit. Wir durchſchreiten einen lichten Corridor, an deſſen Fenſterbretten eine Auswahl von feinen Stöcken gelehnt, und die mit Hüten, Plaids und Studentenmappen belegt ſind. Die aka⸗ demiſche Uhr ſchlägt eben zwölf. Aus einem Seitenzimmer hören wir noch die Stimme eines Vortragenden, zwiſchenein die Schmerzens⸗ laute eines aus Chloroformbetäubung Erwachenden, und durch die ſich eben öffnende Thür ſehen wir in einen Hörſaal, deſſen auf beiden Seiten amphitheatraliſch aufſteigende Bänke ſich jetzt mit Geräuſch leeren. Ein Operirter wird an uns vorüber geleitet, wir aber ſuchen dem nachfolgenden Gedränge der jungen Kliniker zuvorzukommen, und treten am Ende des Corridors in ein kleines Vorzimmer, das wir von Leuten jeden Standes und Alters beſetzt finden, deren ſtille Leidenszüge auch ohne die häufige Zugabe einer gebückten Haltung oder eines verbundenen Körpergliedes deutlich genug ſagen, daß ſie

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wartende Hilfeſuchende ſind. Die Aſſiſtenzärzte haben von dem einen und anderen einen Krankheitsbericht entgegengenommen, und über⸗ geben ihn dem Profeſſor Bruns, der mit den Zeichen eben vollendeter, anſtrengender blutiger Arbeit eintritt, doch ohne den Ausdruck der Erſchöpfung, vielmehr noch Zeit findet, mit großer Freundlichkeit im V Vorübergehen hier eine Frage zu thun, dort eine Weiſung zu geben und einen Rath zu ertheilen, den einen näher ans Licht zu ziehen, um ihm das kranke Auge zu be⸗ ſehen, dem anderen den von der Um⸗ hüllung raſch be⸗ freiten Arm zu be⸗ taſten. Aber die Muſterung iſt für jetzt flüchtig, wir folgen ihm in das anſtoßende Zimmer. Die Wände deſſel⸗ ben ſind dicht beſetzt mit Schränken, aus denen eine Legion von kleinen und großen Gläſern mit Präparaten aller Art uns anblickt. Das übrige Ameu⸗ blement beſteht aus einem kleineren Tiſche, an welchem ein Photograph hinter einem Schirm eifrig zeich⸗ net, ſei es, daß er irgend eine Fleiſch⸗ maſſe oder ein Kno⸗ chengebilde copirt, das vor ihm auf dem Tiſche liegt, ſei es, daß das Vor⸗ bild ſeiner Zeich⸗ nung, ein wunder oder ein eben ge⸗ heilter Menſchen⸗ leib lebendig neben ihm ſteht. Auf einem größeren Tiſche feſſelt unter allerlei N Papieren, Büchern, Abbildungen, Pro⸗ ben von Inſtrumen⸗ ten, die der Mecha⸗ nikus eben eingelie⸗ fert hat, Mikroſko⸗ pen und dgl. unſer Auge vor allem eine Glasglocke, die ein Wachs⸗ bild bedeckt. Das Bild ſtellt den unteren Theil eines menſchlichen Kopfes, von der Unterlippe abwärts, dar, die über das Kinn herabge⸗ zogene Zunge und dahinter das Innere des Kehlkopfes. Dies naturge⸗ treue, vortrefflich ausgeführte Wachsbild iſt, ſo zu ſagen das ABCbuch für alle, die hier als Dilettanten ſich über Laryngoſcopie unterrichten wollen, aus dem der hier waltende Lehrmeiſter die Illuſtrationen ſeines Unterrichtes mit unermüdlicher Geduld entnimmt. Aber noch ehe wir Gelegenheit finden, dieſe Einzelnheiten in Augenſchein zu nehmen, wird unſere Aufmerkſamkeit gleich beim Eintritt von einem gegen das übrige Zimmer durch eine Tuchwand einerſeits, und einen beweglichen Vorhang andererſeits abgetrennten Eckraum von etwa 40 Quadratfuß Fläche in der Breite eines Fenſters, das von innen mit einem Laden geſchloſſen iſt, in Anſpruch genommen. Von dieſem eigentlichenlaryngoſkopiſchen Cabinet des Prof. Bruns geben wir hier eine anſchauliche Abbildung, die wir mit wenigen

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