Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
359
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troh, das ſind die Umgebungen, in denen die ernſte Scene ſich abſpielt. Ein plumper Schemel mit dem irdenen Napfe trägt die koſtbaren Inſtrumente, welche die Hand unterſtützen ſollen bei dem ſchweren Geſchäfte. Nachdem der Retter Puls und Augen des Blutenden un⸗ terſucht hat, ſenkt ſich ſeine Hand auf die von dem Verbande umhüllte Wunde. Ein leichter, eigner, beſonderer Druck, der dem großen Arzte eigenthümlich iſt, überzeugt ihn, wo die Stelle ſich befindet, an welcher die Inſtrumente angeſetzt werden müſſen. Die Finger ſeiner Hand ſcheinen Augen zu haben, die den umhüllenden Verband durchſchauen; dann, ohne ſich von dem Verwundeten hinwegzuwenden, greift ſeine Rechte zur Verbandſcheere, die ihm der nächſtſtehende Aſſiſtenzarzt reicht. Nur wenig Augenblicke noch, und der Verband wirdzerſchnitten ſein, im nächſten Moment wird der an der rechten Seite des Bleſſirten befindliche Arzt das mit der betäubenden Eſſenz getränkte Tuch auf ein leichtes Zeichen Langenbecks vor das Antlitz des Verwundeten bringen. Die Sinne ſchwinden, der Kopf des Leidenden ſinkt wieder zurück, eine wohlthätige Ohnmacht umfängt ihn die Operation beginnt.

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Der Meiſter hat mit einem Blicke erkannt, wo das verderbliche Geſchoß ſeinen Platz im Gebeine gefunden hat, und mit eiſenfeſter Hand führt er die Zange in die Wunde, gewiß eine jener feinen Zangen, eine amerikaniſche, welche mit ihren ſcharfen Haken ſicher die Kugel im Fleiſche umklammern und die den früher angewendeten Löffel faſt ganz verdrängt haben. Aller Blicke ſind auf den Meiſter gerichtet. Tiefes Schweigen herrſcht, während er ſein Inſtrument handhabt. Noch eine kurze Bewegung und da von dem Haken erfaßt, wird die Kugel aus dem blutigen Kanale gezogen, den ſie ſich in ihrem verderblichen Laufe mit Blitzesſchnelle gewühlt hat. Als der Ver⸗ wundete aus ſeiner Betäubung erwacht, iſt ſchon der zweite Verband angelegt, und bald nimmt ein weiches Lager den Erlöſten auf, deſſen dankbarer Blick die Geſtalt des Befreiers ſucht, der wenig Minuten ſpäter ſchon wieder vor einem zweiten Hilfeſuchenden ſteht, um aufs neue gegen die Gewalten zu kämpfen, welche mit ihren rohen Krallen nach dem Leben muthiger und kraftvoller Streiter greifen.

G. Hiltl.

Sine Iriedensſtäfte im Schwarzwalde.

Von Max Reichard.

Auf einem hohen Bergrücken, der auf der einen Seite die Quellen der Donau ernährt, und auf der andern ſeine Waſſer dem Rheine zuſendet, liegt Königsfeld, die Gemeine der böhmiſchen Brüder im badiſchen Lande. Dorthin, lieber Leſer, wollen wir heute unſere Schritte lenken. Wir wandern durch das geſegnete Kinzingthal; lachende Orte, Offenburg, Gengenbach, Haslach, Hausach, grüßen uns im Vorübergehn. Immer romantiſcher wird die Landſchaft, immer höher erheben ſich zu beiden Seiten die waldigen Berge: da iſt Hornberg, von ſeiner Ruine beherrſcht, auf deren Thurm wir ſteigen, um einen Blick auf eine entzückende Fernſicht zu werfen; dann kommt Triberg mit ſeinen rothen Dächern, über welchen auf hohem Felſen ein weißes Kreuz den Pfad bezeichnet, auf dem man zu den weltbekanntenTriberger Waſſerfällen gelangt.

Vor uns her fährt der ſchwere Eilwagen langſam die Chauſſee hinauf: wir erſteigen jetzt dieSommerau; immer ſteiler wird der Berg, an dem ſich ſchlangengleich die prächtig gebaute Straße hinzieht. Unten grünen die Wieſen von zahlloſen Bächen durchzogen; die Dörfer, mit üppigen Rebgeländen geſchmückt, liegen im Schatten der Fruchtbäume, von geſegneten Feldern umgeben; während des Steigens aber fällt es uns auf, daß die Gegend einen immer ödern Charakter annimmt, die Ernten ſtehen in dünnen Halmen, die Weideplätze ſehen dürftig aus, und als wir endlich den hohen Berg erklommen haben, liegt vor uns eine weite Bergebene, auf welcher Haidekraut, Ginſter und Farren blühen, und nur kleine Wachholder⸗ und Föhrenwäldchen die Einförmigkeit der Landſchaft unterbrechen. Zerſtreute Bauern⸗ gehöfte, von Kirſchbäumen und Haidekornäckern umgeben, zeugen davon, daß auch in dieſer Einöde ſich die Menſchen eine Heimat ge⸗ ſucht haben. In dieſe Haide hinein, zwiſchen den Städtchen Sanct⸗ Georgen und Villingen, erbauten zu Anfang unſeres Jahrhunderts etliche Nachkommen der böhmiſchen Exulanten das Dorf Königs⸗ feld. In den Wäldern geborgen, blühte dieſe Gemeine raſch heran, alseine ſpäte, aber liebliche Blume, entſproſſen aus der Aſche des treuen Zeugen, Johannes Hus, wie einer ihrer Schriftſteller ſich ausdrückt.

Es iſt ein höchſt überraſchender Anblick, der ſich uns darbietet, wenn wir, aus dem Gehölz hervortretend, plötzlich das wohlgebaute Dorf erblicken, da wo wir nur tiefe Waldeinſamkeit vermuthet hätten. Die Wohnhäuſer, beinahe ſtädtiſch gebaut, ſind auf der Wetterſeite

mit grauen Schindeln überkleidet, was ihnen ſein überaus trauliches

Ausſehen verleiht.

Mitten im Ort liegt ein viereckiger Platz, von grünenden An⸗ lagen umgeben; um ihn her ſind dieGemeinehäuſer gebaut*). Das ſtattlichſte unter ihnen iſt derSaal; die anſehnlichſten Ge⸗

*) Seit dem Jahre 1858, wo wir Königsfeld zuletzt beſucht haben, hat ſich dieſe Gemeine vergrößert, und die räumlichen Verhältniſſe ſind be⸗ deutender, als ſie zu jener Zeit waren.

bäude daneben ſind Anſtalten zur Erziehung der Jugend; das größte unter ihnen iſt dasSchweſternhaus, von einer bedeutenden Anzahl von Jungfrauen bewohnt, die ſich zum Theil mit einer Schar von Zöglingen beſchäftigen, die aus allen Weltgegenden zuſammen⸗ gekommen, hier erzogen werden; im andern Anſtaltshauſe wohnt mit ihren Lehrern und Pflegern eine große Anzahl von Knaben, die unter der Leitung derBrüder ihre Bildung und Erziehung erhalten.

Wir treten in das Gaſthaus ein; es wird hierGemeinelogis genannt; die Wirthin, mit einer eigenthümlich geformten Haube ge⸗ ſchmückt, empfängt uns aufs freundlichſte; obgleich die Stube mit Gäſten überfüllt iſt, hört man kein unſchönes Wort, und ſieht kein Drängen in der Wirthſchaft; alles geht ſtill und ruhig vor ſich. Es iſt der ſiebzehnte Auguſt, und die meiſten Gäſte ſind herbeigekommen, um einer Feier beizuwohnen, die um zehn Uhr Vormittags die Ge⸗ meine in ihr Gotteshaus ruft.Wir gehen auf den Saal, heißt es allerwärts; an einem andern Ort hieße das:Wir gehen zur Kirche. Wir ſehen allenthalben weißgekleidete Frauen und Mädchen, alle tragen dieſelben Häubchen, in ovaler Form oben auf dem Scheitel. Es iſt der Kopfſchmuck, den vor hundert Jahren die Gräfin Zinzen⸗ dorf trug, und den ſeit jener Zeit die weiblichen Gemeineglieder bei⸗ behalten haben in unveränderter Form. Beſonders hübſch ſehen die vielen Anſtaltsmädchen in ihren weißen Kleidern und glänzend rothen Schleifen am Häubchen aus; bei den erwachſenen Jungfrauen iſt dies Band roſenroth, bei den Frauen hellblau, und weiß bei den Wittwen. Wir treten in denSaal ein, auf den Stufen ſchon liegen Tannenzweige, und der ganze Fußboden iſt damit reichlich be⸗ ſtreut; die Fenſter und Geſimſe ſind mit Kränzen von duftendem Haidekraut umgeben, und überall prangen die ſchönſten Blumen. Der Saal, in dem wir uns befinden, hat allerdings wenig Aehnlichkeit mit einer von unſern Kirchen: es iſt ein großer Raum, weiß getäfelt, mit weißen Vorhängen an den hohen, hellen Fenſtern; ein niedriges Katheder und ein kleiner Tiſch vertreten die Stelle von Kanzel und Altar, ringsum herrſchen Emporen; auf der einen Seite ertönt die Orgel. Der Saal hat zwei Thüren, zu der einen treten die Männer ein, zur andern die Frauen, um zu ihren Sitzen zu gelangen. Auf den vorderſten Reihen ſitzen die Kinder, hinter ihnen die confirmirte Jugend, und zuletzt die Erwachſenen, die Ledigen von den Verheira⸗ theten getrennt. Nun tritt der Prediger, hierLiturg genannt, herein; ohne eine andern Eingang ſtimmt er einen Liedervers an, in den mit der Orgel die ganze Verſammlung einfällt. Nach dem Er⸗ öffnungsgebet lieſt er die bekannten Worte Chriſti:Laſſet die Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht, denn ſolcher iſt das Himmelreich, und erklärt ſodann die Bedeutung desKinderchor⸗ tages. Alſo nannten die Gemeineglieder das heutige Feſt; es war der Tag, welcher der Jugend gleichſam zum gemeinſamen Namensfeſte diente, auf den ſie ſich ſeit Wochen freute, zu deſſen Verherrlichung