Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
349
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nmerdienen derſchaffen. bog dann ſſe, welche Nachfragen ſi, das Für Zeit fort⸗ Ringwalds Thüre des der Hecken⸗ es vorüber⸗ lchten Pater thte Mantel, h hatte.

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Ztillleben, Heſchichts⸗ e Unruhe

politiſcher Tagesfragen. Genau ſo bei Ranke. Er hat im Intereſſe ſeiner Wiſſenſchaft wiederholt halb Europa durchwandert, mit den Archiven hat er zugleich die Volkscharaktere Italiens, der Niederlande, Englands, Frankreichs ſtudirt. Er iſt ein ebenſo gern geſehener Gaſt am Hofe der Tuilerien, von St. James und im Haag, als in den Schlöſſern zu Berlin und Potsdam. Mehr wie einmal hat er, der Hiſto⸗ riograph des preußiſchen Staates, brennende Fragen der auswärtigen Politik zu begutachten gehabt.

Titel, Adel und Orden fehlen nicht, und doch iſt ſein Aeußeres mit nichten das eines Hofmannes. Klein, etwas verwachſen, in ſeiner Geſtalt an Schleiermacher erinnernd, zeigt er nur darin höfiſche Bil⸗ dung, daß er auch im Leben der objective Hiſtoriker,ohne Haß oder Liebe mit äußerſter Vorſicht und Zurückhaltung ſich aus⸗ ſpricht, und durch ſeine Vorliebe für die eleganten Formen der fran⸗ zöſiſchen Sprache. Mag er auch innerlich nicht unberührt bleiben von des Lebens Höhen, wo der Sänger und der Geſchichtsſchreiber mit dem König gehen, ſein Element bleibt doch die Werkſtatt der Forſchung, aus der eine Wiedergeburtunſerer deutſchen Geſchichtswiſſenſchaft erwachſen iſt.

Es gab eine Zeit, da verſammelte Ranke in den großen Sälen der Berliner Hochſchule hunderte von Hörern und wußte ſie trotz ſeiner

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wunderlich⸗haſtigen, oft abrupten und ſchwer verſtändlichen Vortragsart zu feſſeln. Fehlte auch das Pathos und das ſchwere Geſchütz feuriger und anfeuernder Begeiſterung im Vortrag wie in ſeinen Schriften, an deren Stelle trat das allerſubtilſte, der Sache ſelbſt entquollene, mit aller Feinheit abgewogene und gezeichnete Geſchichtsbild. Man war überzeugt, nicht blos überredet, nicht fortgeriſſen, aber um ſo gründlicher belehrt. Hier ſaß ein hiſtoriſches Orakel auf dem Drei⸗ fuß, und ſeine Offenbarungen klangen wie der redende Geſchichtsgeiſt ſelbſt. Jetzt freilich ſteht ſein Auditorium leerer. Das Gros der akademiſchen Jugend will draſtiſchere Speiſe. Doch die Hauptfäden von Rankes Wirken gingen und gehen von ſeinem hiſtoriſchen Seminar aus. Er hat es ſeit 1833 ununterbrochen bis heute geleitet. Das iſt die Pflanzſtätte ſeiner zahlreichen Schüler und Jünger, von denen eine nicht kleine Zahl die erſten Lehrſtühle der Geſchichte auf unſern Hochſchulen ziert. Waitz und M. Duncker, Dönniges und Köpke, A. Schmidt und S. Hirſch, W. Gieſebrecht und v. Sybel, Roſcher und C. W. Nitzſch, Ph. Jaffé und Floto, O. Abel und Kampſchulte, Cornelius und Maurenbrecher, Wattenbach und Abel, Büdinger und Töche u. a. ſind Zöglinge von Rankeshiſtoriſchen Uebungen. Hier weihte der Meiſter in die Methode der Forſchung und Kritik

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