Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
347
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ſrkehrt.

bringe doch den Cavalier, agerhalten. gt doch nicht zum Beiſpit gefährlich iep beohachtet verſtehe Euch Rammerdiener er viel daran licht zu ſehen, weil ihre Aches ſie ge⸗ d der Drucker en, wenn die r auserwählte ine drauf an, aus Eurer große Verän⸗ as Verdienſt, mit tauſenden ahr Uufen, ß denn Euer

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Bettler,ich bin ein alter, verſtümmelter Soldat habt Erbarmen. Biedekap hatte zwei Männer bemerkt, welche hinter dem Vorbau des Rectoratshauſes hervorkommend, mit haſtigen, aber ziemlich geräuſch⸗ loſen Schritten ſich der Gruppe näherten. Einer der Männer gab mit der Hand dem Kammerdiener einen Wink. Ringwald ließ einige Geldſtücke in den Hut des Bettlers fallen.O rief der Al⸗ moſenempfänger,ich bin auf mehr vorbereitet geweſen ich habe noch nichts erhalten heute gebt noch etwas.Hat man ſchon einen ſolchen dreiſten Schlingel geſehen? rief Ringwald zornig. Dieſes Bettelvolk macht noch hier Bedingungen will er gleich fort, oder ich hole die Scharwache. Er hob bei dieſen Worten ſeinen Stock empor.Ihr ſchlagt einen alten, verſtümmelten Soldaten! heulte der Bettler.Wehe über Euch Hilfe! Hilfe! Ring⸗ wald konnte vor Zorn und Erſtaunen kein Wort hervorbringen. Endlich rief auch er:Wächter! aber in dieſem Augenblicke ſprangen zwei Kerle aus dem Schatten der Spitalmauer auf ihn und Biedekap los, ſie ſchwangen große Knittel und ſchrieen:Macht die Unbarm⸗ herzigen nieder! das Geld heraus, oder ſchlagt ſie todt. Ringwald fühlte ſich an der Bruſt gepackt und ſah ſich von den Strolchen um⸗ ringt, denn der Bettler hatte ihn ſofort am Arme ergriffen. Obgleich ſchon im Greiſenalter ſtehend, war der Buchdrucker dennoch rüſtig genug, um ſeinen Angreifern zu entſchlüpfen, er führte zugleich mit ſeinem Rohrſtocke einen ſo ſtarken Hieb nach dem erſten der Banditen, daß deſſen Schädel unter dieſer Begrüßung krachte und der Getroffene einen lauten Schrei ausſtieß, Ringwald ſah, wie Biedekap mit dem Rufe Hilf Himmel! die Flucht ergriff, dann aber fühlte er ſeinen Arm feſtgehalten und ſah beim zweifelhaften Lichte der Nacht über ſeinem Haupt mehrere Meſſer blitzen.Stoßt ihm die Kehle durch, brüllte der nächſtſtehende Kerl.Schnell es wird ſchon lebendig. Der alte Mann zuckte und ſträubte ſich vergebens, ſeine Angreifer hielten ihn feſt, ſie ſuchten ihn gegen die Wand des nächſten Hauſes zu preſſen. Nehmt meine Taſchenuhr meine Börſe laßt mich los, ſtöhnte Ringwald;Hilfe! ſchrie er dann. Schon öffneten ſich die Thüren der kleinen Häuſer, und eine Frauenſtimme rief:Räuber. Der eine von den dreien wurde unruhig.Wir werden noch abgefaßt wenn es lange dauert, flüſterte er ſeinen Genoſſen zu.Noch einen Augenblick halt feſt, antwortete dieſer,da kommt er ſchon.

Vergeblich hatte Ringwald ſich loszumachen geſucht ſchon ergab er ſich in ſein Schickſal, als plötzlich von dem Waſſergraben her ein Mann herbeigelaufen kam, mit lauter Stimme die Worte: Wehe Euch, Schurken! rief, einen kurzen Degen über ſeinem Haupte ſchwang und ſofort gegen die Räuber ſeine Waffe kehrte, wobei es nur eigenthümlich war, daß er die flache Klinge gebrauchte. Die Strolche ließen von Ringwald ab, der ohnmächtig ſo ſtark war ihm die Kehle zuſammengeſchnürt worden zu Boden geſunken war, und wendeten ſich gegen den Hilfebringenden, ſie brüllten einige Rufe, und dann klirrten Degen und Knüppel gegeneinander, doch währte der Kampf nur eine ganz kurze Zeit, dann hatte der Retter die drei Strolche in die Flucht geſchlagen. Ringwald kam gerade zu ſich, als die Feinde vor den Hieben ſeines Retters flüchteten. Dieſer trat ſogleich an ihn heran.Erholt Euch, alter Herr, ſagte er zu Ringwald.Es war hohe Zeit, daß ich kam. Sonſt hätten die Schurken Euch den Garaus gemacht.Dank tauſend Dank, ſtammelte der Gerettete, ſeinen Helfer betrachtend. Es war ein ſtattlicher Mann in dunkler Cavalierstracht. Er hob den Buch⸗ drucker empor und faßte ihn unter ſeinen linken Arm, dann führte er ihn weiter. Während deſſen waren eine Menge Menſchen aus den Häuſern gekommen, die Wächter fanden ſich, wie gewöhnlich zu ſpät ein, die verſchiedenſten Rathſchläge wurden gehört, die ſonderbarſten Anſichten ließen ſich vernehmen.

Der Cavalier, in welchem der Leſer ohne Zweifel ſchon den Pater Wolff wieder erkannt hat, ging mit ſeinem Schützling Arm in Arm den Quai entlang, welcher am Ende der Grünſtraße ſich aus⸗ dehnend bis zur Brücke hinlief, die nach Neu⸗Köln führte, in welchem Stadttheile, wie wir wiſſen, Ringwalds Wohnhaus lag.

Nachdem der alte Buchdrucker ſich ein wenig vom erſten Schrecken erholt hatte, betrachtete er genauer ſeinen Retter und Begleiter, er faßte den ihn ſtützenden Arm des Paters und ſagte mit einer vor Erregung zitternden Stimme:Ihr ſeid mein guter Engel geweſen, Herr. Mein Dank wird nicht gering ſein, obſchon Euer ganzes Weſen mir den Mann verräth, dem ich nur ſchwach erkenntlich ſein kann. Wollte Gott, Ihr wäret ein armer Menſch, damit ich, ſo gerin⸗

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könnte.

meine Mittel ſein mögen, Euch in etwas die muthige That vergelten Wolff ſchlang ſeinen Arm um die Schulter des Alten. Zunächſt, alter Herr, ſagte er,möchte ich erfahren, wen ich befreit? Ihr ſeht in mir den Doctor der Rechte Gottfried Seeberger aus Breslau, der hierher kam, um eines Proceſſes halber, der vor dem Frankfurter Schöppenſtuhle erledigt werden ſoll.Mein Name iſt Joachim Ringwald, Buchdrucker zu Neu⸗Köln an der Spree. Alle tauſend, eine Firma, die ich wohl kenne. Bei Euch erſcheinen die ſchönen Fibeln, die ſeltſamen, großen Bilder vom Sternen⸗Ei und den Kometen mit den dazu gehörigen Erklärungen, auch habt Ihr viele gute Gedichte, Poeſien gedruckt.Ich bin derſelbe, ſagte der Alte mit einem gewiſſen Stolze.Aber bald wird es mit dem Herausgeben und Drucken nicht mehr ſo gut ſtehen die Ne⸗ benbuhler tauchen überall auf, die neue Zeit bringt auch neue Leute. Wird ſich beſſer machen, als Ihr denkt, alter Herr, verſetzte der Pater,herzlich erfreut, Euch kennen gelernt zu haben nur wollte ich, es wäre bei beſſerer Gelegenheit geſchehen. War es denn nur ein Raubanfall?Ich wüßte nicht, wer mir ſonſt übel wollte aber Ihr, Herr Doctor, Ihr werdet dieſes erſte Zuſammen⸗ treffen nicht unſer letztes ſein laſſen, Ihr kommt mit mir nicht wahr? wir ſtechen heute Nacht noch eine Flaſche aus. Mein Sohn, meine Nichte werden glücklich ſein, Euch zu ſehen wie ſollt' ich Euch danken? Der Pater ſchwieg einige Secunden, dann ſagte er: Herr Ringwald, für heut Nacht müßt Ihr mich beurlauben, mein Geſchäft fordert noch Arbeit, aber ich komme zu Euch ſicherlich. Den Dank, den Ihr mir zu ſchulden glaubt, werdet Ihr leichter ab⸗ tragen können, als Ihr glaubt. Es iſt ein glücklicher Zufall, der uns zuſammenführte vielleicht auch für Euch. Ihr ſollt mir ſtatt allen Dankes einen Gegendienſt erweiſen.Nennt ihn nennt ihn, rief Ringwald mit Eifer.Ihr ſollt nicht umſonſt bitten. Was könnte ich dem Retter meines Lebens abſchlagen?Ich halte Euch beim Worte, ſagte ernſt der Pater.Ihr werdet mir den Dienſt leiſten?Gewiß. Mein Wort darauf.Gut denn. Ich komme morgen um die Dämmerungsſtunde zu Euch haltet Euch im Hauſe. Sprecht mit niemandem von dem, was ich Euch geſagt. Hört Ihr?Ich gebe meine Hand darauf hier. Aber wir ſind an meinem Hauſe. Ringwald zog die Glocke. Der Hauswärter kam.Ich bin angefallen worden hier der Herr hat mich gerettet, rief der Alte. Dieſe Worte hatte Henning vernommen, der in die Thüre des Hauſes getreten war, den Vater zu empfangen. Tina! Tina! rief er,dem Vater iſt ein Unglück widerfahren. Eilig kam Chriſtine die Treppe hinab, ſie trug ein Licht und lief Henning nach, der ſchon bei Wolff und dem Vater angekommen war. Das Licht fiel auf die Züge des Paters, die jungen Leute fuhren be⸗ troffen zurück.Es iſt der Fremde vom Rackemannſchen Garten, murmelte Henning.Es iſt der Beſucher des alten Küſters, der Freund Biedekaps, flüſterte Chriſtine.Bleibt kommt hinein, rief Ringwald dem Pater zu, aber ſchnell hatte dieſer ſich losgemacht, und indem er ſeinen Hut über die Augen zog, ſtieß er nur noch die Worte aus:Auf Wiederſehen! dann verſchwand er hinter den Hecken, welche das Haus begrenzten.

Was war das für ein Mann? fragte Chriſtine. Ihr ihn? rief Henning.

Er hat mich aus den Händen dreier Strolche gerettet, deren Meſſer ſchon über meinem Haupte funkelten, ſagte der Alte.Ich bin ihm zu ewigem Danke verpflichtet.Jener Mann? fragte Henning.Derſelbe. Es iſt der Doctor Seeberger, kommt hinein, Ihr ſollt alles erfahren. Er ging mit den Kindern in das Haus.

Wolff ſchlug eiligſt den Weg nach der Spitze von Neu⸗Köln ein.

Wir müſſen jetzt eine kurze Zeit zurückgehen und ſehen, was geſchah, nachdem der alte Buchdrucker den Rathskeller verlaſſen hatte. Die Gäſte an dem Tiſche hatten ihre ziemlich lärmende Unterhaltung fortgeſetzt, die Geſpräche und der Austauſch der Meinungen beſchäf⸗ tigte ſie ſo ſehr, daß auf den einzelnen wenig Rückſicht genommen wurde. Oelven ſuchte deshalb eine günſtige Gelegenheit zu ergreifen, ſich ſobald als möglich aus dem Keller zu entfernen. Es trieb ihn, dem Kammerdiener und Ringwald zu folgen. Weshalb neſtelte ſich Biedekap ſo feſt an den Alten, den er ſonſt nur ganz oberflächlich begrüßte? Der Kammerdiener war dem Secretär durch jene nächt⸗ liche Scene in der Kirche ſchon längſt verdächtig geworden, er hätte gar zu gerne dieſem zweideutigen Manne die Stirn geboten, aber

Kennt

verdarb er ſich dadurch nicht etwa einen guten und großen Fang? er

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