Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
343
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Prinz Karl war ganz meiner Meinung, daß wir eine Schlacht nur in den von uns gewählten Stellungen annehmen dürften, beſonders ſo lange wir nicht mit dem 8. Armeecorps vereinigt wären. So ging's bei Dermbach! Wie geſagt, wir ſtanden kampfbereit bei Kaltenſundheim, und als Wrangel ſich vom Uebelberge zurückzog und General Hartmann ihn beſetzen ließ, ließ ich ihn die Stellung afgeben und ſich zum Gros concentriren! Wie Sie wiſſen, zog General von Falckenſtein ab und nahm die Schlacht nicht an. Nun ſihen Sie ich bin feſt überzeugt, daß von vielen ihm dies zum Porwurf gemacht wird, und dennoch war dieſer Abzug wirklich en ſtrategiſches Meiſterwerk, wenigſtens warf er alle unſere Pläne über den Haufen, da wir am 5. erſt ihn erſpähen ließen, und als wir die Ueberzeugung bekamen, daß er auf Fulda marſchirte, war es zu ſpät, ihn daran zu verhindern.

Dürfte ich mir die Frage erlauben, Excellenz, ſagte ich, warum Sie nicht gleich dem General von Falckenſtein folgten und ihn verhinderten, ſeinen Marſch auf Fulda auszuführen?

Aus dem Grundo, weil ich meine Artillerie nicht ſo leicht durch

die Defilés von Neithardshauſen bringen konnte..... und dann konnte ich nicht wiſſen, daß er General Manteuffel erwartet und dieſer nicht zur rechten Zeit eingetroffen war. Ich mußte meinen

Plan ändern, zumal da durch die Kataſtrophe des Fürſten von Taxis bei Hünefeld meine Fühlung mit dem achten Bundescorps unter⸗ brochen war. Nun...

Excellenz verſprachen mir einige Details über dieſe unbegreif⸗ liche Kataſtrophe.

Ich möchte nicht gern darüber ſprechen, erwiderte der Gene⸗ tal,beſonders, da das Kriegsgericht die Sache zur Unterſuchung hat; aber Sie ſollen wiſſen, was überhaupt die Reſervecavallerie ehne Infanterie dort zu thun hatte. Zur Zeit der Concentration war dieſes Corps noch nicht bereit, und als es endlich kampffähig war, warf ich es in größter Eile dorthin, um die Verbindung mit dem achten Armeecorps anzubahnen, mit dem Befehl, ſich ſtets zurück⸗ zuziehen, wenn man auf Feinde ſtoße, bis genügende Infanterie⸗ heckung da ſei. Da es mir aber in meiner Stellung, der ganzen preußiſchen Main⸗Armee gegenüber, nicht erlaubt war, von meiner ſchon ſo ſchwachen Infanterie zu detachiren, ſo hatte ich dem Fürſten Taxis vorgeſchrieben, augenblicklich vom Commandanten des achten Bundescorps, welches keinen Feind gegenüber hatte, einige Bataillons als Soutien zu fordern. Es iſtofficiell beſtätigt, daß Fürſt Taxis dieſer Vorſchrift pünktlich nachkam, daß er zwei ſeiner Officiere zu der Reichsarmee, die vier Stunden entfernt von ihm unbeläſtigt ſtand, abſandte, und daß die erbetene Infanterie ihm poſitiv refüſirt wurde. Ja freilich, nun war es ein Fehler von mir, dem Fürſten jeine Infanterie mitgegeben zu haben; aber wahrhaftig, man hätte ein Prophet ſein müſſen, um von einer cooperirenden Armee, die unter dem Oberbefehl unſeres Feldmarſchalls ſtand, ſo etwas vor⸗ auszuſehen. Was die Kataſtrophe ſelbſt anbetrifft, ſo iſt ſie, wie Sie richtig ſagen, unbegreiflich. Poſitiv beſtätigt iſt nur, daß bei dem plötzlichen Kehrt ein Paar Dutzend Stimmen das WortVer⸗ rath erſchallen ließen, und daß dieſer Ruf das ganze Corps des⸗ organiſirt hat. Nun kam dazu, daß es um die Zeit der Heuernte uf den Bergen war und daß die fliehenden Reiter die Feuer der Bauern für preußiſche Wachtfeuer hielten, ſich mitten in die preußiſche Armee durch Verrath hineingeführt glaubten und ſich dem paniſchſten Schrecken hingaben.... Ja, ja, Herr Doctor, das iſt ein arges Wort! Wiſſen Sie, in der erſten Zeit ſchämte ich mich für mein Land, denn dieſe Tendenz, überall Verrath zu ſehen, ſchien mir eine moraliſche Decadenz zu ſein und wäre mir einer jener Buben, die doch nach und nach kam ich zu dem Gedanken, der, ſo barock er Ihnen auch erſcheinen mag, vielleicht der richtige iſt, nämlich, daß dieſe Leute eigentlich gar nicht wiſſen, was das heißt, ſein Vaterland zu ver⸗ rathen daß ſie wie Kinder ſind, die mit einer Höllenmaſchine ſpie⸗

lend wohl wiſſen, daß das Ding Höllenmaſchine heißt, aber es als

ein Spielzeug betrachten, und nichts von ſeiner alles zermalmenden Macht ahnen. Nein, ich kann nicht an die Schlechtigkeit dieſes Volkes glauben feile Lügner haben es verführt, aber die Zeit wird kommen, wo es ſich ſelbſt ſchämen wird. Dieſe ſelben Küraſſiere, die dort ſo ſchmählich flohen, ſind zu mir gekommen, haben mich fle⸗ hentlich wie Kinder gebeten, ſie wieder zu Ehren zu bringen, haben

ſich darauf berufen, daß ſie zu meiner früheren Diviſion gehört

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hätten, haben mir zugeſchworen, ſie wären damals verrückt ge⸗ weſen, an Verrath geglaubt zu haben. Die armen Leute thaten mir in ihrer bitteren Reue weh, ich ſagte ihnen, daß ich ſie bei der nächſten Gelegenheit ins Feuer ſchicken würde, aber daß ich ſie ſelbſt führen würde, um ſie nicht aus den Augen zu laſſen. Da hätten Sie die Freude ſehen ſollen. Es war ein Gejubel ohne Ende.... und erſt, als ich ihnen Wort hielt und bei Roßbrunn an ihrer Spitze an⸗ griff, das war ein Elan! wahrhaftig, ich war ſtolz darauf! nur ſchade, daß wir nur leichte preußiſche Cavallerie uns gegenüber hatten! Doch ich bin durch dieſe Epiſode ganz von meiner Erzählung abgekommen. Nach dem Abmarſch des General Falckenſtein auf Fulda und nachdem ich die Ueberzeugung gewonnen, daß er das Rhöngebirge zu überſchreiten gedächte, befahl der Oberfeldherr Prinz Carl dem Befehlshaber des 8. Armeecorps, ſich mit ihm im Thale der fränkiſchen Saale zu vereinigen, um dort, wie es mein Plan war, die Preußen nach den ſchwierigen Gebirgsübergängen kampfbereit zu empfangen, und wenn die vollſtändige Vereinigung vielleicht nicht möglich ſei, doch einige Corps zu ſenden, damit der Feind, der in⸗ zwiſchen durch verſchiedene norddeutſche Contingente verſtärkt war, geworfen werden konnte. Wir marſchirten langſam, man wirft uns vor, zu langſam, indem man die forcirten Märſche der Diviſion Goeben als Maßſtab des Marſchirens aufſtellt und will erſtens nicht begreifen, daß Baiern keine Weſtfalen ſind, und daß wir, wie ich Ihnen ſchon vorhin geſagt, eine Anzahl von Recruten hatten, die ſolchen anhaltenden Strapazen nicht gewachſen waren. Ich mußte mit einer kampffähigen Armee den Preußen entgegentreten, das war ein Haupterforderniß... und dann wollte ich dem achten Armeecorps auch etwas mehr Zeit laſſen, dem gegebenen Befehle nachzukommen. Doch das war eine unnütze Vorſicht Se. Hoheit Prinz Alexander von Heſſen antwortete dem Feldmarſchall, daß er nach den Reſultaten der Schlacht bei Königgrätz ſich berechtigt hielte, ſeinem Befehle nicht zu gehorchen und vor allen Dingen Frankfurt zu decken. Dies Verfahren war nicht allein Inſubordination, ſondern es war auch ich will es gelinde unklug nennen, denn es liegt auf der Hand, daß durch eine impoſante Armee, dem über das Rhöngebirge marſchi⸗ renden General von Falckenſtein gegenüber, Frankfurt beſſer im Saalthale gedeckt war, als ſpäter bei Aſchaffenburg durch eine bei⸗ nahe halb ſo ſchwache Armee. Kurz, wir fanden uns allein an der Saale und mußten allein den Angriff Falckenſteins ertragen. Dieſer von ſo verſchiedenen Seiten ſchon beleuchtete 10. Juli, den man gewöhnlich das Gefecht bei Kiſſingen nennt, glaube ich, wird nie richtig verſtanden werden. Man wird ſtets und von beiden Seiten daran zu kritiſiren finden, mit Recht oder mit Unrecht, was thut's? aber ich glaube, daß Jedermann ſich berechtigt glauben wird, hier den Maßſtab ſeiner prätendirten ſtrategiſchen Kenntniß anzulegen.

Selbſt ein Schullehrer! unterbrach ich, auf den allbekannten Proceß anſpielend, in welchem ein Elementarlehrer die ganze Taktik des bairiſchen Generalſtabes bei Kiſſingen einem eben ſo prätentiöſen als bitteren Tadel unterwarf.

Der General ſchlug ein heiteres Lachen auf.

Laſſen Sie nur mein Schulmeiſterlein von Kiſſingen in Frieden, rief erder Mann verſteht's! der iſt ein verkanntes, un⸗ bekanntes Genie! Ich hoffe, daß kein Badegaſt im nächſten Sommer Kiſſingen verlaſſen wird, ohne das Schulmeiſterle ſich zeigen gelaſſen zu haben! Nein, das iſt mein Liebling! auf den laſſe ich nichts kommen! In dieſen ganzen traurigen, ja faſt tragiſchen Ereigniſſen durfte doch die Komik nicht fehlen und die hat jenergelahrte Herr glücklicherweiſe hineingebracht! doch das Urkomiſchſte an der ganzen Sache hat das Publicum gar nicht errathen.

Und was iſt das, Excellenz?

Daß er Recht hatte! Ja, ja! Sie ſehen mich erſtaunt an mein Schulmeiſter von Kiſſingen hatte vollkommen Recht! Da wo er ſagte, hätte eine Batterie ſtehen müſſen, und wenn die gut gezielt, hätte es vielen Ihrer Landsleute das Leben gekoſtet. Ich be⸗ greife gar nicht, daß General von Goeben es nicht gelitten hat, daß wir dort einige Kanonen aufpflanzten nämlich, wenn es uns möglich geweſen wäre, ſolche herbeizuſchaffen er hätte doch dem Schulmeiſter von Kiſſingen den Gefallen thun können!

Der General wurde wieder ernſt und fuhr fort:Es ſind im Gefechte von Kiſſingen Fehler, beſonders Detailfehler vorge⸗ kommen das iſt unleugbar; aber wer am wenigſten an dieſen Fehlern Schuld war, war ſicherlich ich. Solche Fehler ſind in den