Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
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opfern... doch die Fahne... nein, ſein und das Leben aller kann gutmüthigen Ausdruck an, und mit ruhiger Stimme und im verbind⸗

ein Führer ſchon rückſichtslos für das Wohl aller dahingeben, doch lichſten Tone antwortet er:

Schande dem Corps, das ſeine Fahne als Siegestrophäe in denMeinen Degen?... Bitte, Herr Kamerad, ſagen Sie Ihrem

Händen der Feinde läßt. General, es thäte mir außerordentlich leid, aber meinen Degen ge⸗ Dieſes Hinwegbringen der Fahne hat, wie geſagt, Officieren brauche ich ſelbſt.

und Soldaten alles verſtänd⸗ lich gemacht. Der Oberſt braucht jetzt nicht mehr zu reden, braucht ihnen keine Er⸗ mahnungen zu geben, ja ſogar Befehle ſind unnöthig, denn ſie wiſſen alles, haben alles begriffen ſie begreifen, daß hier der Ort ſei, von dem die Geſchichte einſt ſagen wird: Hier ſtand das erſte Bataillon vom 2. Schleſiſchen Grenadier⸗ Regiment Nro. 11.

Das Quarré iſt for⸗ mirt, eine lange Reihe von blinkenden Bajonetten ſtreckt ſich den Feinden von allen Seiten entgegen; ſchweigend und Schuß im Lauf ſtehen die Soldaten vor ihren Offi⸗ cieren, die ſich in die Mitte

des Quarrés zurückgezogen und um den Oberſtlieutenant, welcher zu Pferde geblieben iſt, geſchart haben. Alle dieſe Vorbereitungen, die wir erzählten, haben, wie der Leſer ſich wohl denken kann, nur einige Augenblicke in Anſpruch genommen.

Unbeweglich ſteht das Quarré und erwartet den Angriff....

Da erhebt ſich plötzlich eine leichte Staubwolke in der Richtung des Wal⸗ des, und man ſieht einen hannover⸗ ſchen Officier mit verhängten Zügeln heranſprengen. Er ſchwingt ſeinen Säbel, und man erkennt gleich, daß ein weißes Tuch an deſſen Spitze befeſtigt iſt. Die Officiere im

Quarré ſehen zu dem Oberſt de Barres hinauf; auch mancher Sol⸗ dat, der ſchon im voraus weiß, was jener Officier mit dem weißen Tuche am Säbel will, wendet gleich den Kopf, um einen Blick auf das Ge⸗ ſicht des Führers zu werfen. Die⸗ ſer lächelt kalt.

Der Hanno⸗ veraner parirt ſein Pferd vor der Front.

Herr Kamerad, ruft er,vermeiden Sie unnützes Blutver⸗ gießen. Ihre Leute haben ſich tapfer und brav geſchlagen. Ergeben Sie ſich! Im Namen meines Generals bitte ich um Ihren Degen!

Jetzt furcht ſich ſchon manche Stirn der ſchleſiſchen Grenadiere. Was wird der Oberſt antworten, um dieſe inſolente Forderung zu erwidern? Dieſer hat ruhig zugehört, ſein Geſicht nimmt einen,!

Oberſt de Barres und der Parlamentär.

beginnen! ruft Oberſt de Barres. Kaum hatte man einige Minuten mit banger Angſt dem, was da kommen ſollte, entgegengeſehen, als auch ſchon die Prophezeiung

Ein lautes, ſchallendes Gelächter ertönt jetzt im gan⸗ zen Quarré; die Antwort des Oberſtlieutenants, der vor⸗ gezogen hatte, einen Witz zu ma hen, als eine pathetiſche Phraſe loszulaſſen, hat die Leute aufs höchſte enthuſias⸗ mirt; ſie ſehen den Hanno⸗ veraner an mit ſo viel Stolz, als wenn jeder von ihnen dieſe Antwort gegeben hätte, und ihre Blicke ſcheinen zu ſagen:Kommt nur heran, wir werden's Euch zeigen.

Der Parlamentär grüßt, wirft das Pferd herum, zieht das Tuch von ſeinem Säbel und ſprengt von dannen.

Und nun, Jungen, auf⸗ gepaßt! jetzt wird der Tanz

des Oberſtlieutenants ſich zu erfüllen begann, dumpfes Geräuſch,

Kanonier Rudloff vertheidigt ſeim Geſchütz.

nen Säbels blitzt....

immer näher!....

welches von Augenblick zu Augenblick vernehmlicher wurde Waffen⸗

geklirr Com⸗ mandorufe... und...

Da ſind ſie! murmeln die Eilfer.

Nuhe!... Ruhe! comman⸗ dirt der Oberſtlieu⸗ tenant.

Es ſcheint, als wenn die Erde ſich bewege Der faſt regelmä⸗ ßige Hufſchlag von hunderten von Pferden, die ſich mit Windeseile nähern, bringt wunderbar mäch⸗ tige Schwingungen in der Atmoſphäre hervor.

Unbeweglich ſteht das Quarré, als wenn es aus Statuen beſtehe.. Und immer näher brauſt die Staub⸗ wolke, aus der man hier und da einen Kopf hervor⸗ tauchen ſieht, und der matte Strahl eines geſchwunge⸗

Und immer näher kommen ſie kaum noch vierhundert Schritt ſind ſie entfernt.... jetzt noch dreihundert... Plötzlich, als ſie ſich höchſtens auf Diſtanz von zweihundert Schritt befinden, ertönt aus der Mitte des Quarrés eine ruhige, feſte Stimme, deren durchdringender Klang ſelbſt von den Hannoveranern 1