Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
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nahm, fleißig gehandhabt, bald fanden ſich die Burſchen von beiden Parteien ein, eine allgemeine Prügelei begann und daran knüpfte ſich dann einScandal pro patria! Neben dieſem wüſten, blutigen Treiben machte ſich ein faſt kindiſcher Pennalismus breit. So ward Fedors und mein Eintritt in die damals in Halle blühende Lands⸗ mannſchaftPomerania durch einen ſolennenFuchsritt gefeiert. Vir und die andern neu einſpringendencraſſen Füchſe ſaßen in hnger Reihe hinter einander rittlings auf Stühlen, die Lehnen in der Hand; die Fuchsmajors malten uns mit Kohle und Kienruß die pildeſten Bärte. Unter Vortritt einiger Bierfiedler und Abbrüllen des Fuchsliedes:Was kommt dort von der Höh'? galoppirten wir craſſen Füchſe auf unſeren hölzernen Pferden polternd durch den Commersſaal. Dann hatten wir craſſen Füchſe die Genugthuung, dieBrandfüchſe in ihr zweites Semeſter ſpringen zu ſehen. Die alten Burſchen, mit brennenden Fidibuſſen und glimmenden Spähnen bewaffnet, bildeten eine lange Gaſſe. Durch dieſe mußten die Brand⸗ füchſe laufen, während die alten Burſchen jubelten:Huſſa Brand⸗ ſuchs und ſich bemühten, den gehetzten Füchſen Haupthaar und Bart und Kleidungsſtücke zu verbrennen... damit amüſirte ſich der deutſche Student anno 21, um zu vergeſſen, daß er vor 4 Jahren den leuch⸗ jenden Traum des Wartburgsfeſtes geträumt hatte!

Fedor ſtürzte ſich mit der Leidenſchaftlichkeit ſeines heißen Blutes und ſchäumenden Herzens der Luſt des ungebundenen Studenten⸗ jebens wild in die Arme, und wenn er mir in ſeiner ſorglos luſtigen Weiſe ſang:

Pflück die Freuden, wo ſie blühn, Morgen iſt nicht heut',

Keine Stunde laß entfliehn, Flüchtig iſt die Zeit!

folgte ich ihm nur zu willig zum Vergnügen. Vor groben Verir⸗ uungen bewahrte mich noch das Bild meiner Mutter, das ich treu

im Herzen trug.

Und dann trat neben dies reine Bild noch ein anderes, mich zu ſchützen. Es war das lächelnde, roſige Bild eines jungen Mäd⸗ hens... ich liebte, wie das Herz nur ein Mal lieben kann.

Es war kurz vor Pfingſten. Die Pomerania feierte ihren Ab⸗ ſchiedscommers vor den Ferien in der Löbauer Haide, berüchtigt durch tie vielen blutigen Studentenduelle, die ſchon ſeit Jahrhunderten von

lalliſchen Studenten unter den Haidebäumen ausgefochten ſind. In ier Haidekneipe gab es damals das beſte Merſeburger Bier, unter dem

NamenHaidecker beliebt. Der Haidewirth war aus Merſeburg übergeſiedelt und erhielt von ſeinem Bier bald den Spitznamen: der Haidecker..

Wir lagen im Grünen bei angeſtochenem Fäßchen und ſangen ſie alten, übermüthigen Studentenlieder.

Da kam ein Student aus der Haidekneipe der Haideckerei zurück; er glühte über das ganze Geſicht und rief uns ſchon von peitem aufgeregt zu: Jungens, ich habe eine Wunderſchöne ge⸗

fehen!Etwa gar die Waldfrau?

Nein, aber das Waldfräulein. Ihre Mutter iſt die Schweſter

jes Haideckers, und beide Frauen ſind zum Beſuch aus Merſeburg

zekommen, um Pfingſten hier draußen in der Haide zu verleben. Ich vollte mir in der Küche einen Eierkuchen beſtellen, da ſah ich ſie bei der Haideckerin am Herdfeuer ſtehn... ich vergaß den Kuchen ganz darüber. Das Bildniß war bezaubernd ſchön, wie keines Ihr noch habt geſehn aber ſpröde, Jungens, wie Ihr in Halle auch noch kine ſahet. Als ich das Waldfräulein eine Weile ziemlich dumm angeſtarrt hatte, fiel mir ein, daß es die höchſte Zeit ſei, mich als ge⸗ tildeter Student zu zeigen ich legte meinen Arm um ihre Taille

und wollte ſie küſſen ſie aber entwiſchte mir behende und ſprang

in die Stube. Ich wollte natürlich nach aber wie der Wind hatte ſie den Riegel vorgeſchoben und lachte durchs Schlüſſelloch:Die Großmutter ſpricht, ein Manneskuß ſticht. So viel ich auch bat und bettelte ſie kam nicht wieder zum Vorſchein!

Die ſpröde Schöne müſſen wir ſehn auf zur Haideckerei wie heißt das Merſeburger Hexchen? brauſte es bunt durcheinander. Magdalena die Haideckerin nennt ſie aber Magda!

Kommt, Jungens, laßt uns der ſchönen Magda ein Ständchen bringen, dann muß ſie ſich uns zeigen! rief Fedor. Ja, ein Ständchen ein Ständchen Vivant omnes virgines Faciles formosae... III. Jahrgang.

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Nein, nein, kein Latein, das verſteht ſie nicht... aber auch kein derbes Studentenlieb, wenn ſie ſo ſpröde iſt... ein Volkslied ſoll uns das Täubchen kirren! lachte unſer Senior.

Bravol angenommen! und wir alle brachen mit vollen Krügen nach der Haideckerei auf und ſangen vor den Fenſtern im brauſenden Chor:

Kein Feuer, keine Kohle kann brennen ſo heiß, Wie heimliche Liebe, von der niemand nichts weiß! und die folgenden Verſe dann trat der Senior vor und brachte auf Waldfräulein Schön⸗Magda, zum Dank für ihr Erſcheinen in der Löbauer Haide, ein donnerndes Hoch aus... und an der Hand des alten Haideckers erſchien in der Thür ein Mägdlein, ſchön und friſch wie der Maientag, der durch die Bäume auf ſie hernieder lachte! Ihr kindliches Geſicht glühte bis unter das wellige goldblonde Haar hinauf in ſchämiger Verlegenheit, und dabei blitzte ihr großes blaues Auge doch vor Entzücken über das erſte Huldigungsſtändchen ihres jungen Lebens. Der alte Haidecker bedankte ſich im Namen ſeiner Nichte für die große Ehre, und die Burſchen brachten immer neue motivirte Vivats auf das Waldfräulein aus. Dieſer Beiname blieb der holden Magda. Nur ich ſagte ihr nichts Schönes und konnte auch in die andern Hochs nicht mit einſtimmen... mir glühte und klopfte und wuchs das Herz, wie noch nie, daß mir die Bruſt ſchier zu eng wurde. Das Waſſer ſtieg mir in die Augen, und durch dieſen Thränenblitz unendlichen Glücks ſchaute ich ſie an ſie ganz allein... es gab ja für mich nichts mehr auf der Welt, als dies ſüße Kind... ich hörte kaum, daß die begeiſterten Burſchen ihr zu Ehren immer neue Lieder ſangen, bis Fedor ſeinen Arm um meinen Nacken ſchlang und mir ſcherzend ins Ohr ſagte:Conſtank, ſchau dem Waldfräulein nicht zu tief in die Zauberaugen, die laſſen Dich ſonſt nicht wieder los!

Da preßte ich den Freund feſt an mich und ſenkte meinen Kopf an ſeine Bruſt und flüſterte:O möchten ſie mich immer gefangen halten wollen... ich liebe Magda, mehr als Dich, Bruder mehr als meine Mutter mehr als alles auf der Welt!

Armer Narr, ſagte er,Du ſprichſt ja ordentlich elegiſch wie der ſelige Klopſtock! Im übrigen gratulire ich Dir von Herzen, daß Du, mein blöder Schäfer, auch einmal zu der Lebensweisheit aufthauſt:

Zum Lieben, zum Lieben auf Erden

Die Mägdlein geboren werden wie es im Burſchenliede heißt. Ich fürchte nur, die ganze Pomerania wird Dein Nebenbuhler ſein, mich darfſt Du natürlich nicht aus⸗ nehmen, denn ſie iſt ſehr hübſch! Aber nun ſteh nicht länger da, wie der Ritter von der traurigen Geſtalt geh und mach Deiner Dulcinea von Toboſo Dein Compliment! Lachend ging er davon. Zum erſten Mal kam mir mein verführeriſch ſchöner, luſtiger Freund doch etwas leichtfertig vor.

Auf dem Raſen vor der Haideckerei wurde getanzt. Der Hai⸗ decker ſpielte die Violine dazu. Sogar Magdas Mutter und die Haideckerin wurden mit zugezogen. Die übrigen Burſchen tanzten unter einander. Ich tanzte nicht mit, ich hatte nicht das Herz, Magda aufzufordern. Ich lehnte an einem Baum und ließ ſie nicht aus den Augen. Sie glühte vor Tanzluſt und lachte, daß die weißen Zähne durch die knospenden Lippen blitzten. Sie war freundlich zu allen, aber in einer Weiſe, daß ſie keine Zudringlichkeit aufkommen ließ. In mir fing es an zu bohren das war ſchon die Eiferſucht gegen alle, die mit ihr tanzten. Sie ſah bisweilen wohl fragend zu mir herüber, als könne ſie nicht begreifen, daß ich allein ihr meine Huldigungen weigerte. Ich konnte ihr aber unmöglich mein erſtes Wort vor all dieſen luſtigen Burſchen ſagen. Als ſie in der Dämmerung ins Haus zurückging, ließ ſie ihre leuchtenden Augen noch einmal auf mir ruhen, dann ſchüttelte ſie das lockige Köpfchen, wie über ein Räthſel und war verſchwunden.

Die Burſchen kehrten zu ihren Bierfäſſern zurück und ſangen und zechten dem Waldfräulein zu Ehren bis tief in die Nacht ich war heimlich in den Wald geflohen ich mußte mein zum Springen volles Herz leicht jubeln... leicht weinen!

Am andern Morgen zog die Pomerania zu Roß und Wagen mit flatternden, weiß⸗blauen Fahnen ſingend zur Stadt hinaus nach Thüringen zu, um auf der Rudelsburg bei Köſen nach alter Sitte

mit befreundeten Verbindungen aus Jena und Leipzig um Pfingſten Ich blieb unter einem Vorwande in Halle

das Maienfeſt zu feiern. .

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