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Der Befehl wird nun gegeben, die nächſtgelegenen Häuſer zu nehmen, und die hierzu beorderten Officiere und Mannſchaften gehen mit eben ſo viel Schnelligkeit als Todesverachtung an dieſes gefähr⸗ liche Geſchäft. Hauptmann Bötticher von der 8. Compagnie ſäubert mit großer Umſicht und Bravour die oberen Stockwerke. In eines der beſetzten Häuſer dringen die Mannſchaften, durch das Feuer der Feinde ſchreitend. Die Kellerräume ſind häufig der Ort, wohin ſich die Gegner flüchten. Der Seconde⸗Lieutenant von Lavallade ſteigt mit ſeinen Leuten in eines dieſer Gewölbe. Undurchdringliche Finſter⸗ niß— dennoch vernimmt das Ohr deutlich die Anweſenheit von Menſchen, die ſich verbergen wollen.„Wer da?“ ſchallt der Ruf, keine Antwort erfolgt. Aus vorgefundenem Stroh wird eine Fackel gefertigt, welche mit düſterrother Flamme den dumpfigen Raum er⸗ leuchtet, Haufen von Werg findet man ebenfalls, und auch dieſe Stoffe werden entzündet, nunmehr entdeckt man die in der Ecke des Gewölbes zuſammengekauerten Feinde, deren ſtarre, trotzige Geſichter der ſchwelende Brand beleuchtet. Nur wenige Schritte ſind die erſten der eingedrungenen Preußen vom Tode entfernt geweſen, den der verborgene Feind aus dem Winkel des Kellers ihnen ins Herz ſenden kann.„Gewehr weg!“ tönt das Commando. In der Wuth der Verzweiflung feuert einer der Gefundenen auf die Preußen, ein zweiter Schuß und der Verwegene wälzt ſich in ſeinem Blute. Da raſſeln die Waffen der Uebrigen nieder auf den Erdboden, und bald führen die preußiſchen Männer die Gefangenen aus dem Gewölbe.
Die erſten Worte, welche der aus dem Keller hervorkommende Lieutenant und ſeine Mannſchaft vernahmen, war der Befehl zum Zurückgehen nach dem Bivouac. Er wurde ertheilt von dem Oberſt⸗ lieutenant von Drigalsky. Es ſind dies leider die letzten Worte, der letzte Befehl geweſen, den die Mannſchaft aus ſeinem Munde hörte. Oberſtlieutenant von Drigalsky führte, nachdem das 2. Bataillon zurückbeordert war, das Füſilier⸗Bataillon des 31. In⸗ fanterie⸗Regiments gegen den noch immer um die Brücke kämpfen⸗ den Feind. Der Oberſtlieutenant hatte ſeit zwei Tagen erſt das Commando des Regiments nach dem Tode des früheren Comman⸗ deurs, Oberſt von Freihold, übernommen. Einſt hatte er die Füſi⸗ liere befehligt, heute ſollte er, als Führer des Regiments, ſeinen ehemaligen Untergebenen wieder perſönlich vorangehen in den Kampf und— in den Tod. Es iſt ein ſeltſames, unerklärliches Gefühl, welches ſich eines Menſchen ſo oft bemeiſtert, der nicht allzu fern von der Schwelle des Grabes ſteht, es iſt jenes Drängen, der Wunſch, die Stelle einnehmen zu dürfen, deren Behauptung ihm ſchnell den Tod bringen wird. So auch Drigalsky. Sein innigſter Wunſch war, einſt an der Spitze des 31. Regimentes ſtehen, dieſe Männer führen zu können, welche heute ſeinem Rufe folgten, für ſeinen König fechtend fallen zu dürfen. Dieſe drei Wünſche wurden ihm erfüllt. Wenige Stunden vor dem Treffen von Podol brachte ihn Freiholds Tod an die Spitze des Regiments, im Praſſeln der Gewehrſalven, unter dem Kriegsgeſchrei von Freund und Feind, über Leichen, durch Dampf und pfeifende Kugeln führte er die Seinen gegen Oeſterreichs Scharen, und da ſauſt das tödtliche Blei herüber aus den Reihen der Gegner, ein— zwei kleine bleierne Ballen fahren durch den Kopf, ſchleudern den Führer in den Sand, den alle liebten, der allen ein Freund, ein Vorbild geweſen— noch einige kurze Bewegungen, ein Ausſtrecken der Hand— dann verſcheidet Oberſtlieutenant von Drigalsky auf dem Felde der Ehre, wie er's gewünſcht.
Zu gleicher Zeit faſt ſtürzt Hauptmann Pierer verwundet nieder, ein Schuß hat ihn außer Gefecht geſetzt, und während Dri⸗ galsky ſeine Seele verhaucht, während Pierer ächzend in den Sand ſinkt, ſtöhnt Prittwitz unter den Meſſern und Sägen der Aerzte, welche ihm die zerſchmetterten Glieder amputiren.
Da keiner der Gegner vor der Brücke weichen will und das Zündnadelgewehr der Preußen furchtbar in den feindlichen Reihen wüthet, wagt eine Schar todesmuthiger Männer einen Angriff mit der blanken Waffe. Dieſe kühnen, tapferen Leute ſind vom 18. öſter⸗ reichiſchen Jägerbataillon. Generalmajor Poſchacher, der während des Kampfes an jeder bedrohten Stelle war, dem eine Kugel die Schulter geſtreift, eine zweite die Feldmütze vom Kopfe geriſſen hatte, führte das Bataillon ſelbſt den vordringenden Preußen, dem Füſilier⸗ bataillon ves 71. Regimentes entgegen. Hier trat einer jener Momente
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des Gefechtes an die Kämpfer heran, in welchem beide Theile, von der Furchtbarkeit des Geſchehenen überwältigt, einander unſchlüſſig gegenüberſtehen. Die Sieger, weil ſie eine Wirkung erſchauen, die ihnen ſelbſt nicht möglich ſchien, die Beſiegten, weil das Entſetzen und die Gewißheit, ſolcher Verheerung keinen Halt gebieten zu können, die Kraft des Tapferſten lähmen muß.
Die vom 18. Jägerbataillon wollten, als die Feinde tobend, feuernd und das Bajonett gebrauchend, von allen Seiten heran⸗ drängten, einen jener Angriffe ausführen, die es in Italien von den Franzoſen gelernt hatte, deren erfolgreiche Wirkung die Oeſterreicher zu ihrem Schaden an ſich ſelbſt wahrgenommen hatten, und die einen großen Theil der Angreifenden dem ſichern Tode entgegenführen. Der Entſchluß des 18. Jägerbataillons war alſo gewiß ein heroiſcher, ein ächt ſoldatiſcher. Man wollte, ſich in den Feind ſtürzend, dieſen ſprengen und dadurch den Nachdringenden Bahn brechen, zugleich auch den Beweis liefern, daß ein entſchloſſenes Drauflosgehen die Wirkung des Zündnadelgewehrs paralyſiren müſſe. Durch den Dampf und das Blitzen der Gewehrſalven ſtürmten daher dieſe wackeren Männer auf die in der Mitte des Kampffeldes avanciren⸗ den 71. Füſiliere. Dreihundert Schritte vor dem Feinde machten ſie Halt. Eine Salve donnern ſie aus ihren Läufen, dann ſchallt das Hurrah durch die Luft, und ohne ſich um die rings tobende Schlacht zu kümmern, ſtürzen ſie mit Kolben und Bajonett gegen die Füſiliere.
Ruhig, feſt, die Waffe zum Feuern bereit, erwarten die Preußen den Angriff. Diſtanz abſchätzen— das iſt die große Sache, ohne welche auch das Zündnadelgewehr keinen Erfolg haben wird— und das haben die Preußen nun eben ſo gründlich ſtudirt und geübt. Ruhe und Beſonnenheit, geiſtige Faſſung, dabei das Zündnadelgewehr in der Hand— das zeichnet die preußiſchen Soldaten eben ſo vor⸗ theilhaft aus.— Man ließ die Jäger auf fünfzig Schritt heran⸗ kommen, noch hatte ſich kein Mann geregt im Gliede der Füſiliere von Nr. 71. Plötzlich tönt es„Feuer“, und da ſchmettert die Salve zwiſchen die Anſtürmenden, kaum eine halbe Minute können ſie ſtutzen, „Feuer“ zum zweiten Male, und ehe ſie noch zum neuen Anlauf ſich
ermannt haben, ſchwirren die Kugeln ſchon wieder in die gelichteten V
Reihen. Welch ein Moment!] Zitternd vor der faſt übernatürlichen Macht der Feuerröhre ſtehen die Uebriggebliebenen der Jäger da. Iſt das Bataillon in die Erde geſunken? Haben die Kugeln des Feindes die Körper in die Luft geriſſen? Nein— als der Dampf ſich verzieht, ſehen die vor Schrecken ſtarr Gewordenen das grauen⸗ hafte Bild der Vernichtung, welches ſich zu ihren Füßen entfaltet. Die todten Kameraden liegen übereinander, zwiſchen ihnen wälzen und dehnen ſich ächzend die Verwundeten, ſie klammern ſich an die Ueberbleibenden, ſie umfaſſen im raſenden Schmerze deren Knie und winden ſich im Blute— die ganze Schar iſt vernichtet durch zwei Lagen des ſchrecklichen Gewehres; nur 60 Mann noch— ſechzig, die nicht aus Furcht vor dem Tode, die aus Verzweiflung die Waffen ſtrecken, weil ſie ſich ſagen bei dieſem entſetzlichen Anblick: der Kampf gegen dieſe Gewalten iſt nutzlos— ſolchen Waffen in ſolchen Händen widerſtehen auch diejenigen nicht, deren Namen mit Ruhm genannt werden auf den blutigen Schlachtfeldern Italiens.— Und dieſer An⸗ griff der 18er Jäger iſt der letzte im Nachtgefechte von Podol. Die Preußen, gleichſam, um zu zeigen, daß ſie auch mit der blanken Waffe keinen Vergleich mit dem kühnen und kraftvollen Gegner zu ſcheuen hatten, gingen zum Bajonettangriff über, während von der Eiſenbahnbrücke her die Oeſterreicher zurückgeworfen wurden, drängten die von der Dorfſtraße anſtürmenden Preußen ihre Gegner über die Iſerbrücke, welche die Soldaten der Brigade Poſchacher vergeblich in Brand zu ſtecken ſuchten.
Allgemein war die Verwirrung, der Kampf ward Mann gegen Mann geführt, und die perſönliche Tapferkeit, nicht der Vortheil der ſchnellfeuernden Hinterladungswaffe, entſchied hier. So tapfer und unverzagt die Oeſterreicher kämpften, ſiegte dennoch die hart⸗ näckige Bravour der preußiſchen Krieger, die mit furchtbarer Ge⸗ walt und donnerndem Hurrah den Feind über die Brücke drängten.
Wir brechen hier ab. Was uns am meiſten an Hiltls Werke gefällt, iſt die Achtung und Gerechtigkeit, die er auch dem Gegner zollt, und wofür die Schilderung der todesmuthigen Aufopferung des 18. Oeſterreichiſchen Jägerbataillons ein ſo ſchönes Beiſpiel iſt.
Die Redaction.
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