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Sobald man einen Autographen bekommt, muß man ſich vor allen Dingen von der Aechtheit deſſelben überzeugen. Hierzu gehört aber nicht allein ein außergewöhnlicher Scharfſinn, ſondern auch ſo umfaſſende geſchichtliche Kenntniſſe, daß man dazu eines ganz außerordentlichen Studiums bedarf.— Vor allen Dingen muß man ſich eine Vergleichungshandſchrift verſchaffen, was man früher nur in den öffentlichen Muſeen konnte, was jetzt jedoch, durch das Erſcheinen eines umfaſſenden Werkes, in dem nach den verſchiedenen Standeskategorien die Handſchriften faſt ſämmtlicher Weltberühmt⸗ heiten lithographirt ſind, leicht geworden iſt. Sobald dies geſchehen, muß man nach dem gegebenen Modelle die Aehnlichkeit oder den Unterſchied des Styls unterſuchen, ſowie die Orthographie und die Interpunction. Das Datum und der Inhalt der Handſchrift führt dann zu einer höchſt ſchwierigen und gar oft täuſchenden Unter⸗ ſuchung; denn man muß ſich überzeugen, ob der Verfaſſer der Hand⸗ ſchrift auch zu jener Zeit einen ſolchen Brief ſchreiben oder einen derartigen Stoff behandeln konnte; und wenn es ſich um mehrere Jahrhunderte handelt, wird der Leſer begreifen, welche geſchichtliche Detailskenntniß dazu gehört, um ſolch ein Urtheil zu zu fällen. Der Federzug beim Unterſchreiben des Namens,— das Siegel— die Art der Verſieglung— ja ſogar die Art und Weiſe, einen Brief zu falten, ſind von Bedeutung und haben ſchon oft das feinſte und beſtdurchdachte Falſum enthüllt. Die Form und Qua⸗ lität des Papiers und die Farbe der Tinte ſpielen eine große Rolle in dieſer Unterſuchung— und endlich eine Unzahl von Kleinigkeiten, von denen der Leſer gar keinen Begriff hat, und die man erſt durch jahrelange Praxis erlernen kann.
Handſchriften⸗ und Urkundenverfälſchung mag es wohl zu allen Zeiten gegeben haben, jedoch die Verfälſchung von Autographen kann nur von der Zeit her datiren, wo man anfing, den Autographen einen Geldwerth beizulegen. Eine der intereſſanteſten Fälſchungen dieſer Art iſt die im Jahre 1856 entdeckte ſogenannte Schillerfäl⸗ ſchung, deren Urheber, der Architekt Georg Victor von Gerſtenbergk in Weimar ſeinen Betrug mit zwei Jahr Arbeitshaus büßen mußte. Dieſer Menſch hatte mit einer ſeltenen Begabtheit die Schillerſche Handſchrift nachgeahmt, hatte gewußt, ſich eine große Quantität von altem, vergilbten Papier zu verſchaffen und eine eigenthümliche Tinte componirt, welche ganz den Anſchein einer längſtvergangenen Epoche trug. Dem Unterſuchungsrichter lagen 416 Piecen vor, die ſämmt⸗ lich gefälſcht waren, wovon 179 Seiten der Königlichen Bibliothek in Berlin angehörten, die ſie für den Preis von 160 Friedrichsd'or von Gerſtenbergk erſtanden hatte. Am meiſten jedoch hatte Frau von Gleichen, Schillers Tochter, von dieſem Betruge zu leiden gehabt. Sie hatte dem Fälſcher für 1419 Thaler angebliche Manuſcripte ihres Vaters abgekauft, und obgleich ſie im Beſitze vieler ächten Hand⸗ ſchriften des großen Dichters war, ließ ſie ſich doch am allererſten täuſchen. Aber noch weiter trieb es dieſer Menſch;— nicht allein, daß er die Handſchrift Schillers trefflich nachahmte, ſondern er verſuchte auch ſein Dichtertalent zu fälſchen und verkaufte ganze Bruchſtücke von unbekannten Schillerſchen Arbeiten. Ein Idyll:„die Gräfinnen“ in ſchwäbiſchem Dialekte und in Hexametern, machte beſonders Auf⸗ ſehen, da es wirklich mit vielem Geſchick angelegt, der Dialekt richtig und das Ganze mit Talent bearbeitet war. Deſto ſchwächer jedoch waren der Schwank:„Herr und Diener“, die Prologe in Tiefurt und in Eitersburg— und man kann kaum begreifen, daß die Frech⸗ heit, ſolche Sudeleien einem Schiller zuzuſchieben, in Deutſchland mit Erfolg gekrönt werden konnte.
Der Leſer würde erſtaunen, wenn wir ihm die ganzen Acten dieſes Monſtreproceſſes vorlegen könnten, über den Aufwand von Wiſſenſchaft und Kenntniß, über den die Sachverſtändigen disponir⸗ ten, um dieſe Falſa zu entdecken und dennoch war der ſchla⸗ gendſte aller Beweiſe der, welcher am handgreiflichſten da lag. Ger⸗ ſtenbergk hatte, wie geſagt, ſich eine große Quantität von altem Pa⸗ pier zu verſchaffen gewußt und darauf ſeine Fälſchungen fabricirt. Nun war doch wohl nicht anzunehmen, daß Schiller beim Beginn ſeiner dichteriſchen Laufbahn ſich mit einer ſolchen Menge Papier ver⸗ ſehen hatte, daß er„die Räuber“ ſowohl als ſeine geſchichtlichen Vor⸗ träge auf derſelben Qualität ſchreiben konnte, oder daß er gar bei ſeinen vielfachen Wohnungsveränderungen ſich ſtets aus Mannheim von ſeinem alten Papiere 17 Jahre lang nachſchicken ließ!
Auch in der allerneuſten Zeit ſchwebt die Frage einer Auto⸗ graphenfälſchung in der wiſſenſchaftlichen und literariſchen Welt.
III. Jahrgang.
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Der Graf von Hunolſtein gab vor einigen Jahren einen Band ge⸗ ſammelter Briefe der Königin Marie Antoinette, der unglücklichen Gemahlin des Königs Ludwig XVI. heraus, und wenige Zeit ſpäter publicirte Herr Feuillet de Conches, Ceremonienmeiſter des Kaiſers Napoleon III., ein leidenſchaftlicher Autographenſammler, ein zweites Buch voller unbekannter Briefe dieſer Königin. Dieſe beiden Werke machten ſehr viel Aufſehen, da die darin enthaltenen Schriftſtücke die hohe Frau nicht allein von vielen Verläumdungen freiſprachen, ſondern ſie auch als ein Modell der Mütter, Gattinnen und Köni⸗ ginnen darſtellten. Unſer ſo hochberühmte Hiſtoriker, der Profeſ⸗ ſor von Sybel, gleichfalls eine bedeutende Autorität in der Autogra⸗ phenkunde, trat zuerſt gegen die Aechtheit dieſer Briefe auf, und nach vielfachen Repliken und Forſchungen iſt man bis jetzt ſo ziemlich im Klaren, daß Graf Hunolſtein betrogen worden iſt, für 83,000 Fran⸗ ken verfälſchte Briefe gekauft, und bona fide die Leſerwelt getäuſcht hat. Die Aechtheit der Documente des zweiten Buches wird von Herrn Feuillet de Conches immer noch vertheidigt, obgleich der Bonner Profeſſor, von den bedeutendſten deutſchen Autoritäten unter⸗ ſtützt, wenigſtens drei Viertel des Werkes gänzlich ins Reich der Phantaſie verſetzt!
Sobald dem Autographenſammler nun kein Zweifel mehr übrig bleibt, daß er eine ächte Handſchrift vor ſich hat, ſieht er, zu welcher Kategorie das ihm vorgelegte Schriftſtück gehört. Dieſe von den Autographenſammlern entworfenen Kategorien umfaſſen jegliches Schriftſtück, von dem Manuſcripte eines Werkes an bis zu der ein⸗ fachen Unterſchrift eines Briefes. Nach dem— und jetzt fängt die wirklich geſchäftliche Seite an— ſchlägt der Samnler in einem Cataloge nach, ob die betreffende Celebrität viel oder wenig in ihrem Leben geſchrieben hat, und wie hoch der Werth der Handſchrift bei einer ſtattgefundenen Autographenauction in Paris oder London bezahlt wor⸗ den iſt. Danach— und nach den Zeitumſtänden, nach den zufällig in der Tagesliteratur begünſtigten Epochen wird der Preis beſtimmt!— Hätte Gerſtenbergk mit ſeinen Fälſchungen die Zeit des Schillerfeſtes erwartet, ſo wäre er ein reicher Mann geworden, anſtatt nur einige tauſend Thaler zu verdienen.
Nachdem der Sammler einen Autographen gekauft, ordnet er ihn in ſeine Cartons, die gewöhnlich nach Zeitabſchnitten oder nach den Ständen claſſificirt ſind, gibt ihnen einen Preis, welcher das Doppelte, Dreifache, ja Zehnfache des Einkaufpreiſes oft bedeutend überſteigt, zeigt in den periodiſch erſcheinenden Katalogen an, daß er im Beſitz eines Autographen von der und der Perſönlichkeit, aus der und der Epoche ſei, bemerkt ſo lakoniſch wie möglich den Inhalt... und er⸗ wartet Offerten zum Verkaufen oder zum Austauſchen, ſei es von Privaten, die an ſolchen Sammlungen Geſchmack und Luſt finden, oder von öffentlichen Bibliotheken, welchen gerade eine ſolche Pièce fehlt.
Dieſes iſt die ganze Technik des Handels, und um dem Leſer einen Begriff zu geben, welche Preiſe Autographen erlangen können, wollen wir einige der Reichthümer citiren, welche wir in der Samm⸗ lung des Herrn Schulz durchblätterten.
Vor allen Dingen feſſelte uns ein ganzer Band von der Hand des Meiſterſängers Hans Sachs— das ſechſte Buch ſeiner Sprüche und Comödien enthaltend, und während der Jahre 1547— 1550 von ihm geſchrieben.— Auf der erſten Seite des Werkes ſchrieb der geniale Schuhmacher folgende Worte:
„Das Sechst puech mit Spruechen vnd Comedien hab ich mit hilff gottes volendet im 1550 jar, vnd meines Alters im 55 jar vnd in dem 9 monat, got sey die Ere.“
Es iſt ein gar merkwürdiges Buch! Die Buchſtaben ſcheinen dem Nürnberger Dichter nicht leicht aus den Fingern gefloſſen zu ſein, denn ſie ſehen alle aus, als wenn ſie mit dem Pinſel hinge⸗ worfen oder mit vieler Mühe hervorgebracht wären, und doch haben ſie den Charakter ſeltener Feſtigkeit, beſonders bei der Unterſchrift des Dichters, die ſich faſt unter jedem Gedichte befindet.— Auf unſere Anfrage, wie viel ein ſolcher Band wohl werth ſein möge, erhielten wir vom Beſitzer die Antwort, daß er es ſelbſt noch nicht recht beurtheilen könne, auf jeden Fall aber nur Offerten über 600 Thlr. annehmen würde.
Die dritte Gefängnißbibel Trencks wurde wie ein Heiligthum aus einem Maroquinkaſten geholt, und— man fühlt eine unwider⸗ ſtehliche Herzensbeklommenheit, wenn man das Buch in den Händen hält, in welchem der Gefangene mit gefeſſelten Händen— mit ſeinem Blute die Geſchichte ſeiner unſäglichen Leiden in Bild und Wort
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