Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
291
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die meiſten tummelten ſich um dieſe Zeit in der Gegend des Schloſſes und in der Georgenſtraße umher. Er wendete ſich, über die Brücke gekommen, nach rechts. Er ſtand einen Augenblick ſtill und ſchien die Gegend zu betrachten, als verſuche er, ſich zu orientiren, dann verdoppelte er ſeine Schritte und ging auf die einzeln ſtehenden Ge⸗ bände zu, welche der Stelle, auf der er ſich befand, gegenüber lagen. Es waren dies die große Niederlage, welche ſich da erhob, wo heute die Banacademie ihren Platz hat, der Stall der Kurfürſtin und noch verſchiedene kleinere Gebäude, die ſich alle da befanden, wo jetzt die Werderſche Kirche ihre Mauern erhebt. Hier ſchien der Pater in vollkommen bekannter Gegend zu ſein, denn er ging mit feſtem Schritte auf eines der Gebäude zu und regte den Thürklopfer. Die Schläge ertönten in gewiſſen Pauſen. Es währte eine Zeit lang, bevor man im Innern des Hauſes Schritte hörte, dann ward ein Riegel fort gezogen, und ein Mann, der eine Leuchte in der Hand trug, erſchien auf der Schwelle.Seid gegrüßt, ſagte der Pater.Tretet ſchnell ein, entgegnete der Mann, den Ankommenden in den Flur ziehend. Beide ſtiegen die Treppe hinauf und gelangten in ein Zimmer, wel ches mit großer Sorgfalt, wenn auch einfach, ausgeſtattet war.Ich komme, um Eure Dienſte aufs neue in Anſpruch zu nehmen, ſagte der Pater.Wollte der Himmel, ich wäre Euch nicht weiter in den Sinn gekommen, ſagte der Mann ängſtlich,was ſoll daraus werden?Ihr habt es nun ein Mal begonnen, führt es weiter, mein Freund, bedenkt, daß Ihr gefährdet ſeid. Wer einen Schritt in dem Dienſte der Gewaltigen thut, der kann nicht zurück treten.Bedenkt Ihr aber, daß ich der Leibdiener des gnädigen

Herrn Kurfürſten bin, daß ich ſchon ein Mal mich verleiten ließ, das

bewußte Document in den Schrank des kurfürſtlichen Archives zu practiciren. Ich habe heut noch gehört, welch ein ſeltſames, be fremdliches Ding dieſes Papier geweſen iſt, und daß die Verwirrung, die es dort oben im Schloſſe erzeugen wird, eine große ſein muß. Es handelt ſich um Glauben um Recht und Kirche bei uns, und ich habe meine Hand in ſolch Treiben geſteckt.Ihr ſeid uns verpflichtet, Biedekap, entgegnete der Pater ruhig,Ihr habt eine treffliche, hohe Stelle erhalten durch den Herrn Grafen Metternich, meint Ihr, er hätte Euch dieſen Dienſt, um den tauſende Euch be⸗ neiden, verſchafft, damit Ihr den Undankbaren ſpielen ſollt? Nimmer mehr. Ihr müßt uns Dienſte erweiſen und was ſchadets Euch? ein Papier in den Schrank ſtecken nichts weiter jetztNun? was ſoll's jetzt? fragte Biedekap unwillig.Ich bedarf Eurer Führung. Ich muß den ſeltſamen Mann ſprechen, der für einen Erleuchteten beim Volke gilt, den alten Küſter. Ihr ſagtet, daß er Euch wohl bekannt ſei. Führt mich zu ihm, wir wollen wir müſſen ihn haben. Ich werde auf jeden Fall ſeine Dienſte in An ſpruch nehmen.Was wollt Ihr von Haino Flöricke? ich nannte ihn nur ſo im Vorbeigehen ich kenne ihn nur oberflächlich, laßt den Alten ungeſchoren, Herr. Er kann Euch nichts nützen. Das iſt meine Sache, liebſter Meiſter Biedekap. Bringt mich zu ihm, ich will mit ihm bekannt werden. Biedekap ſeufzte und erhob ſich; während er ſeinen Mantel umſchlug, nahm der Pater aus ſeiner Taſche eine ſchwere Börſe und ließ ſie auf den Tiſch fallen; durch die weiten Maſchen blitzten Goldſtücke hervor. Biedekap wendete ſich beim Klange des Metalls haſtig um, ſeine Augen funkelten, wie die Goldgulden in dem Beutel, er zitterte leicht, mit den Händen machte er eine krampfhafte Bewe gung, dann trat er einen Schritt zurück und ſchaute fragend den Pater an.Er iſt habſüchtig, murmelte leiſe Pater Wolff,wir werden alles mit ihm machen können. Nach einer kleinen Pauſe ergriff er die Börſe und ſagte zu Biedekap:Es iſt Euer. Der erſte Lohn für einen kleinen Dienſt, für eine geöffnete Schrankthür nun denkt: welch eine Auszeichnung Eurer für große Thaten wartet. Mein? rief Biedekap leidenſchaftlich und ſeine Hände auf die Börſe legend.Mein? oh das iſt fürſtlich bezahlt, wenn ich flüchten muß, dann bleibt mir in der Fremde mein Schatz. Flüchten? lachte der Pater,weshalb? wer ſollte Euch ein Haar krümmen?Wer? ich fürchte niemand als einen: Danckelmann. Wehe, wehe wenn der finſtre Herr das Treibe ausſpürt, wel ches jetzt hier um ihn her beginnen ſoll Wehe uns allen! Vielleicht ſchreit Danckelmann am eheſten Wehe, ſagte Wolff ſcharf, ich habe ihn auf meine Liſte geſetzt er muß fallen. Vielleicht ſeid Ihr der Beſtimmte, der ihn ſtürzen, vernichten kann. 1 ein armer Diener? den mächtigen Miniſter? ſagte Biedekap, das

Ich? halles beſſer

Geld mit ſeinen zitternden Händen in einer Truhe ordnend Kleine Leute ſind oft die wichtigſten, und die Ameiſe trägt Berge zuſammen, ſagte Wolſſ.Wir werden Euch hoch ſteigen laſſen. Aber eilt eilt wir müſſen zu dem Küſter ich muß jede Stunde nützen, meine Tage in Berlin ſind genau zugemeſſen. Biedekap zog ſeinen Mantel über, löſchte das Licht und reichte dem Pater die Hand, dann ſtiegen beide die Treppe hinunter und traten wieder auf die Gaſſe.

Iu Sanct Nicolai.

Während ſie ſo dahinſchreiten, eilen wir ihnen eine kurze Strecke voraus und befinden uns bald auf dem Kirchhofe der Nicolai kirche zu Berlin. Hier dicht an dem Eingange, den ein Thor der Maueyr bildete, ſtand ein kleines, einſtöckiges Haus mit niedrigen Fenſtern und einem Vorbau, unter deſſen Wölbung einige Stufen zur Thüre führten

Ein Flur theilte das kleine Häuschen in zwei Hälften. dieſer Hälften beſtand aus einer großen Stube und einem kleinen Gemache oder Alkoven, an welches ſich die Hinterzimmer anſchloſſen, die nur eine Ausſicht auf die Mauer des Kirchhofes geſtatteten.

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An jenem Abende ſaßen in dem rechter Hand vom Flure ge legenen Zimmer, an einem Tiſche, zwei ſehr hübſche junge Mädchen. Die eine von ihnen iſt uns bereits bekannt, es iſt die Nichte des alten Buchdruckers Ringwald, die andere wollen wir ſogleich dem Leſer als die Tochter Haino Flörickes vorſtellen. Haino Flöricke war der Küſter der Nicolaikirche. Er hatte ſeit langer, langer Zeit dieſem Poſten vorgeſtanden. Leute von geſetztem Alter erinnerten ſich, wie Flöricke bei ihrer Communion, bei ihrer Trauung, bei den Taufen ihrer Kinder und dann wieder bei Begräbniſſen die Dienſte⸗ verrichtet und dabei nicht um ein Haar breit anders ausgeſehen habe, als heute.

Flöricke war nicht allein eine Reſpectsperſon ſeines Alters wegen, er ſtand auch in dem Rufe, mehr als Brot eſſen zu können, wie man zu ſagen pflegt, allein dieſe Kunſt war nicht eine ſogenannte ſchwarze. Es ſollte ihm, ſo hieß es, die Gabe verliehen worden ſein, in die Zukunft blicken zu können, die verborgenſten Dinge zu enthüllen, Zeichen aus alten Buͤchern zu deuten und die Worte der Offenbarung des heiligen Johannes auslegen zu können. Den Tod des großen Kurfürſten hatte er vorausgeſagt, die Schlachten mit⸗ den Schweden verkündete er dem erſtaunten Volke, noch ehe ein Menſch daran gedacht hatte, und er weiſſagte das Wachsthum der Stadt Berlin ſtets auf das genaueſte. Seine Hand ſollte heilen können, ſein Blich vermochte oft genug den Lauf einer Krankheit zu erſpähen. So kam es denn, daß der Kirchhof der Nicolaikirche zu gewiſſen Zeiten ſo ge⸗ füllt war, als es ehedem eine Kapelle mit wunderthätigem Heiligen bilde geweſen ſein mochte, zu welcher die Gläubigen in Scharen zogen. Da Flöricke ſogar einſt zum Kurfürſten gerufen worden war, außerdem im Rufe eines gottesfürchtigen Mannes ſtand, vermochte ihm niemand etwas anzuhaben, und der Neid konnte ſeinen Ruf nicht erſchüttern. Zu jeder Zeit Tag und Nacht erſchienen Fragende bei ihm, die man dann in das Zimmer führte, welches Flöriche meiſt bewohnte und das er nur verließ, um ſeinen Kirchen geſchäften nachzukommen, wenn er ſich zum Schlafe auf ſein Lager ſtreckte oder wenn er ſeine Mahlzeit einnahm. Das junge Mädchen, ſeine Tochter, hieß Maria. Sie war ein Kind aus zweiter Ehe des Küſters. Die Mutter war bald nach ihrer Geburt geſtorben, und ſo führte ſie des Alten kleine Wirthſchaft. Beide Mädchen waren an dem bezeichneten Abende in ſehr heftigem Wortwechſel begriffen. Ich kann und werde nicht zugeben, daß Du ihn fortwährend ſchmähſt, ſagte Maria weinend.Er iſt nicht ſo ſchlimm, als Du ihn dar ſtellſt.Oh, entgegnete Chriſtine ſpitz.Ich habe ja gar nicht gewußt, daß der lüderliche Oelven ſich in meiner Freundin Maria⸗ Herz ſo feſt eingeniſtet hatte wenn ich das hätte ahnen können, ich würde mir nie erlaubt haben, über ihn ſo bittere Dinge zu ſagen.

Schweig, Chriſtine, ich bitte Dich. Ins Herz einniſten, ſagſt Du? ich habe ihn ja nur geſprochen geſehen.Oh, das iſt genug geweſen, um Dich ganz unſinnig in dieſen Menſchen verliebt zu machen er kann ſolche zierliche Worte ſagen, wie die verwünſchten Franzoſen, er iſt ja ein Gereiſter, ein feiner, trefflicher Kopf, der meinem Henning den ganzen Kram verpfuſchen wird, denn er weiß bis er gar nichts weiß.Aber, liebſte Chriſtine, ſagte Maria kleinlaut, da ſie nicht vermochte, gegen den Strom von

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