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Am Jamilientiſche.
Ein merkwürdiges Huhn.
Während meines Aufenthaltes in Canton hatte ich die Gewohnheit, täg⸗ lich einige Stunden in den verſchiedenen Straßen umherzuwandern, theils um Merkwürdigkeiten aufzuſtöbern, theils um meiner Vorliebe für das Stu⸗ dium von Volkscharakteren zu genügen. Eines Tages gelangte ich an eine Art Marktplatz, wo ſich allerlei Schau⸗ und Spielbuden befanden, von welchen letzteren die Chineſen ganz beſondere Freunde ſind. Unter den Schau⸗ buden bemerkte ich auch eine, wo gegen Erlegung von einem Kaſch, eine jener durchlöcherten Scheidemünzen von ½ Pfennig Werth, ein Huhn mit einem Hühner⸗ und einem Entenfuße gezeigt wurde. Ich ſah mir das merkwürdige Thier näher an und fand im erſten Augenblicke an dem Naturſpiel nament⸗ lich das am auffallendſten, daß der Entenfuß ſogar gelb war, während der Hühnerfuß ſeine natürliche graublaue Farbe trug. Ich hatte damals ſchon die Chineſen als die ärgſten Betrüger der Welt kennen gelernt und glaubte deshalb auch bald, daß ein Betrug vorliege, aber ich kam davon zurück, als man mich das übrigens ganz gezähmte Huhn ruhig in die Hand nehmen und unter⸗ ſuchen ließ. Ich fand durchaus nichts Verdächtiges, das Gelbe des Enten⸗ fußes ging auf der halben Höhe des Beines allmählich in die blaue Farbe über und dieſer Uebergang erſchien ganz natürlich. Ich wunderte mich über dieſe Merkwürdigkeit, indeſſen wuchs mein Staunen noch bedeutend, als der Budeneigenthümer mir in dem an der chineſiſchen Küſte gangbaren Pitsſchen⸗ (chineſiſche Verſtimmelung von business) oder Geſchäftsengliſch auseinander⸗ ſetzte, daß der Entenfuß nicht etwa angeboren, ſondern künſtlich und auf chirurgiſchem Wege angeſetzt ſei. Ich konnte mir zwar die Möglichkeit einer ſolchen Operation nicht gut vorſtellen, entdeckte jedoch bei einer nochmaligen Unterſuchung, daß es wirklich ſo ausſah. Der Chineſe ſchien noch Zweifel in meinem Geſichte zu leſen, und um ſie gänzlich zu verſcheuchen, holte er jetzt unter dem Tiſch noch einen Hahn hervor, der ebenfalls einen Enten⸗ und einen natürlichen Fuß hatte. Erſterer wa« in der Mitte des Beines mit einer Bandage umwickelt, weil, wie der Chineſe ſagte, er noch nicht ganz ange⸗ heilt ſei.
Eine ſolche Merkwürdigkeit, mit der ich die ganze mediciniſche Welt Europas überraſchen konnte, durfte ich mir unter keiner Bedingung entgehen laſſen, und da in China alles käuflich iſt, fragte ich nach dem Preiſe.
„Zwei Dollars,“ lautete die Antwort. Ich hatte wenigſtens auf 20 ge⸗ rechnet und freute mich innerlich über die beſcheidene Forderung des Verkaufes.
Aber ich bedurfte auch des Hahns, ohne den Hahn hätten mir alle Aerzte geſagt, das Huhn ſei mit dem Entenſuß geboren, ohne daß ich das Gegen⸗ theil beweiſen konnte.
„Gut, ich nehme das Huhn, aber was koſtet der Hahn?“—„Der Hahn iſt nicht verkäuflich.“
„Weshalb nicht?“ 3
„Der angeſetzte Fuß iſt noch nicht geheilt.“
Kein Zaudern, nicht einmal die Verdoppelung des Angebots half. Das machte mir die Sache wieder verdächtig. Das Huhn bekam ich für zwei, den Hahn ſollte ich nicht einmal für vier Dollars haben, nur weil der Fuß noch nicht ganz geheilt ſei. Die Sache mußte einen Haken haben.
Unſer Schiffsarzt war mit mir in Canton, und um mich nicht möglicher⸗ weiſe zu blamiren, beſchloß ich, ihn zu Rathe zu ziehen. Ich ſagte dem Chi⸗ neſen, ich würde das Huhn bei meiner Rückkunft mitnehmen und eilte ſporn⸗ ſtreichs nach Hauſe.
„Herr Doctor, ich habe eine wunderbare Entdeckung gemacht, hier wer⸗ den Hühnern Entenbeine anoperirt. Wenn Sie dahinterkommen, wie es ge⸗ ſchieht, ſind Sie in Europa ein gemachter Mann.“
Der Doctor lächelte ungläubig, wollte ſich jedoch durch Augenſchein überzeugen und begleitete mich.
Das Huhn ſpazierte mit ſeinem Entenfuße noch immer auf dem Tiſche umher, aber der Hahn war bei Seite gebracht. Die Unterſuchung begann aufs neue.
„Es iſt mir zwar unbegreiflich,“ ſprach der Doctor nach einer Weile, „aber man kann deutlich ſehen, wo die Haut des Entenfußes am Hühnerbein angewachſen iſt.“ Ich überzeugte mich auch davon, aber noch immer regten ſich Zweifel; weshalb wollte der Chineſe den Hahn nicht verkaufen? Ich be⸗ ſchloß noch einen Verſuch und bot ſechs Dollars.
Der Chineſe ſchien zu ſchwanken. Schon holte ich mein Portemonnaie hervor, um durch den Klang des Silbers die letzten Skrupel des Chineſen zu beſeitigen, als der Doctor, der inzwiſchen nochmals das Huhn aufgenommen hatte, mir zurief:„Halt, kaufen Sie nicht, es iſt Betrug, hier iſt die Naht, die Haut eines Entenfußes iſt nur wie ein Handſchuh über das Hühnerbein ge⸗ zogen.“ Alſo doch! Es war wirklich ſo, aber in einer ſo außerordentlich ge⸗ ſchickten Weiſe gemacht, wie ſelten etwas. Ein ganz feiner Streifen, ſo fein, daß er uns beiden lange Zeit entgehen konnte, zeigte, wo die zum Ueberziehen aufgeſchnittene Haut des Handſchuh zuſammenſtieß, der mit irgend einem Stoff um das Bein geleimt ſein mußte. Die obere Kante war dünn ausge⸗ ſchabt und durch eine Art Harz und die künſtliche Nachahmung der blanken Schuppen an Hühnerbeinen ſo glatt und eng anſchließend umgelegt, daß jeder ſie für angewachſen halten mußte.
Die Chineſe ſah ſich nun entlarvt. Unſere Anweſenheit hatte eine Menge Volks herangelockt, und wenn ihm ſchon deswegen die Aufdeckung des Be⸗ trugs unangenehm ſein mochte, ſo war es ihm gewiß noch empfindlicher, von „Barbaren“ durchſchaut zu ſein. Er packte mit ingrimmiger Miene ſein Huhn fort und begleitete unſer Fortgehen mit einer Flut chineſiſcher Schimpfreden, aus denen wir zu verſchiedenen Malen den beliebten Schmeichelnamen der Europäer in China, Fan Kwei, fremder Teufel, heraushörten.
Ich war froh, meine acht Dollars gerettet zu haben, und nahm mir vor, bei chineſiſchen Naturmerkwürdigkeiten künftig ſehr auf der Hut zu ſein. 4 R. Werner.
Aus dem weiten Rußland. I. Eine Tſchuwaſchenhochzeit.)
Weit hinten im öſtlichen Rußland, im Gouvernement Kaſan, rauſcht ſchäumend und toſend die Wolga. Ihre Fluten wirbeln alljährlich mächtige Sandbänke auf, es entſtehen haushohe und werſtelange Inſeln, um im nächſten Jahre wieder zu verſchwinden und meilenweit dann ſich aufs neue aufzu⸗ bauen. Einzelne dieſer Inſeln haben auch Dauer; ſie grünen und bedecken ſich mit Bäumen, die nach 20— 30 Jahren vier Fuß im Durchmeſſer halten und aus denen das Landvolk ſich allerlei Hausgeräthe verfertigt. Dieſe Bäume, die ſogenannten Rheinweiden, mit ihrem langen verworrenen Wurzel⸗ werk und ihren mannsdicken Aeſten, werden oft durch die Frühjahrsfluten fortgeriſſen und weiter geſchwemmt, um ſich an einer andern Uferſtelle wieder abzulagern. Oft bilden ſie dann einen Damm, auf dem ſich die rieſtgen Eis⸗ ſchollen thürmen, krachend und tobend einander überſtürzen und endlich, zu⸗ ſammenbrechend, von der ſchmutziggelben Flut weiter und weiter getragen werden, bis die wärmere Sonne des Südens ſie ſchmilzt oder das caspiſche Meer ſie verſchlingt.
Die Ufer des Stromes ſind hier hoch, bisweilen mehrere hundert Fuß. In romantiſcher Wildheit ſtürzen ſie bald in jähen Abhängen hernieder, bald mildert die Cultur ihren rauhen Charakter. Man erblickt terraſſirte Anlagen mit Landhäuſern und Gärten. Eine liebliche Landſchaft öffnet ſich dem Blicke, und ein reizendes Dörfchen ſchaut hier und dort aus dem erfriſchenden Grün, wie ein Myrthenblümchen aus einem Brautkranze.
In dieſer Gegend, am rechten Ufer der Wolga, wohnt ein Volk, das erſt vor 60— 70 Jahren auf Befehl der ruſſiſchen Regierung den chriſtlichen Glauben hat annehmen müſſen, aber noch den ganzen Typus des alten Heiden⸗ thums in ſich trägt und die früheren Sitten und Gebräuche treu bewahrt hat.
Es ſind dies die Tſchuwaſchen, ein gutmüthiges, liebenswürdiges Völk⸗ chen, ohne Falſch und faſt in kindlicher Unſchuld dahinlebend. Die Männer ſind von mittelgroßer, ſchlanker, aber kräftiger Statur. Die Frauen eher unter⸗ ſetzt, von angenehmem Aeußern, ja nicht ſelten ſchön.
Unter dieſem Volke brachte ich einen Sommer zu, als mich ein hart⸗ näckiges kaltes Fieber zwang, meinen damaligen Wohnort Kaſan zu verlaſſen und die trockene Luft einer höher gelegenen Gegend aufzuſuchen. Während meines dortigen Aufenthaltes erlebte ich ein Feſt, eine Tſchuwaſchenhochzeit, deſſen originelle Einzelnheiten mein lebhafteſtes Intereſſe in Anſpruch nahmen und die ich den Leſern hier wiedergebe.
Der Bräutigam hat ſich ſeine Zukünftige erwählt und macht ihr ſeinen Antrag. Nach langen, ſchüchternen und verſchämten Weigerungen erklärt ſie ſich mit dem Antrage einverſtanden; es wird alles zu ihrer Vereinigung Nothwendige vorbereitet und beſprochen, und es bleibt nur noch übrig, die Einwilligung der Brauteltern einzuholen; doch das iſt ein ſehr ſchwieriger Punkt.
Der Bräutigam wirft ſich in ſeine Staatskleider. Der beſte Armäck, ein langſchößiger Rock von ſelbſtgewebtem, naturellfarbigen Beiderwand wird angezogen, das bis in den Nacken hängende lange Haar rund herum glatt geſchnitten, auf das ſorgfältigſte gekämmt und auch wohl verſtohlen mit einem Stückchen Butter pomadiſirt. Selbſtgeflochtene Sandalen von Lindenbaſt werden mit langen Lederriemen über grauwollene Tuche, welche die Stelle der Strümpfe erſetzen, bis an das Knie hinauf kreuzweiſe feſtgeſchlungen. Nachdem dann noch der Hut bedächtig aufgeſetzt iſt, tritt der junge Mann vor die Schwiegereltern und wirbt in aller Form um die Braut.
Alsdann beginnt ein ſcharfes Examen über ſeine Exiſtenzmittel und den Grad ſeiner Wohlhabenheit, ob er Pferde beſitzt und wie viel, ob er ein Haus
*) Einer unſerer geſchätzteſten Mitarbeiter ſchickt uns obigen Beitrag, der den Anfang einer Reihe von Schilderungen aus dem Innern Rußlands bildet, mit folgenden Zeilen:„Vor etwa einem Vierteljahre erhielt ich einen Brief aus dem Innern von Rußland. Er kam von einem Manne, der in meinem Heimatsdorſe mein unzertrennlicher Jugendgeſpiele geweſen war. Er war der Sohn einer total verarmten Handwerkerfamilie, deſſen Schweſter bei meinen Eltern diente und der ſich in unſerm Hauſe ſatt aß. Als ich von Hauſe fort ging, kam er auf einem benachbarten Dorfe bei einem Stellmacher in die Lehre. Seitdem— 26 Jahre lang— hatte ich nichts von ihm gehört. Jetzt ſchrieb er mir ganz in derſelben Weiſe, wie er früher in unſerer Jugend zu mir geſprochen— ſeine Briefe thaten mir wohl, und wir ſtehen ſeitdem in Correſpondenz. Er iſt Mühlenbeſitzer in Rußland und wohlhabend, und hat alles, was er beſitzt, ſich ſelbſt zu danken. Er zeichnet, bildet ſeinen Geiſt, und ſeine Briefe machen mir eine wahre Freude. Er hatte im Innern von Ruß⸗ land durch das Daheim von mir erfahren und darauf hin an mich ge⸗ ſchrieben. Ich fragte ihn, ob er mir nicht etwas ſchicken wolle über Sitten, Gebräuche ꝛc. Rußlands, weil ich fand, daß er lebhafte Beobachtungsgabe, friſche, lebendige Darſtelhang und Gemüth habe. Ich machte ihm den Vor⸗ ſchlag, ſeine Arbeiten druckfähig zu machen und das Honorar für Arme unſeres gemeinſamen Geburtsortes zu verwenden, den wir beide noch mit größter Liebe im Herzen tragen. Nachſtehenden Artikel hat er mir geſandt. Sollte er Ihne ſo können Sie derartiges mehr bekommen. Er iſt i and und kennt die Zuſtände genau.“ Wir öffnen
zmann die Spalten des Daheim. D. R.
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