Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
286
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Hahaha! Die verdutzten Blicke, mit welchen Karl ſein äuße⸗ res Ich muſterte, ſteigerten die allgemeine Heiterkeit noch.Minde⸗ ſtens mußt Du Dir die Aermel um einen guten Fuß abſchneiden laſſen, hatte ihm einer den freundlichen Rath ertheilt.

J ja, daran habe ick ooch ſchon gedacht, ſtimmte er bei. In⸗ des kam ihm mit noch einem Blick auf ſein unvortheilhaftes Exterieur ein anderer und zweckentſprechenderer Gedanke,ick wer mir lieber det nächſte Mal, wenn wieder ne Schlacht is,'n kleenern ausſuchen, der is ſo ſchon ſo dreckig.

Es iſt wahrſcheinlich, daß Karl Lehmann fünf Tage ſpäter bei

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Königgrätz dieſen ihm gekommenen geſcheidten Einfall ins Werk geſetzt hat, die Gelegenheit dazu war auf dem dortigen Schlachtfelde wenigſtens für ihn im reichſten Maße vorhanden. Gewiß aber iſt, daß das Metall zu einem vortrefflichen Soldaten in dem kleinen Burſchen ſteckt, vorausgeſetzt, daß er ſich daran gewöhnen will und kann, Stiefeln zu tragen, denn den ganzen Feldzug über hat er be⸗ harrlich darauf beſtanden, kein ſolches Kleidungsſtück anzulegen, und iſt er auch noch bei dem Siegeseinzug in Berlin barfuß, wie ein ächter Berliner Straßenjunge, im Gefolge ſeines Bataillons in die preußiſche Hauptſtadt eingezogen.

Kus allen deutſchen Gauen.

XIII. Das oberbairiſche Malerparadies.

Da, wo das Innthal ſich erweitert, um allmählich ſich in der großen Ebene von Oberbaiern zu verlieren, zwiſchen dem Gebirgs⸗ ſtock des Wendelſtein und den die Waſſermaſſen des Innſtroms vom lieblichen Chiemſee ſcheidenden Vorbergen liegen verſchiedene Dörfer und Flecken, theils im ſumpfigen, üppigen Moorgrund der Innauen, theils an die ſchroffen Felswände der erſten Vorberge kühn angebaut, welche mit ihrer Umgebung mehr oder weniger alle maleriſche, wie poetiſche Reize in Hülle und Fülle bieten. Das unmittelbare Zu⸗ ſammenſtoßen der Hochebene mit den kühn anſteigenden nackten Fels⸗ gebirgen gibt der Landſchaft ein eigenthümliches, ebenſo großartiges wie liebliches Gepräge, und die Dörfer mit ihren friedlichen Kirchen, mit den flachen, von mächtigen Steinen beſchwerten Holzdächern, ver⸗ ſchnörkelten Gallerien und üppigen Hopfen⸗ und Weingeländen haben etwas ſo freundlich Einladendes, winken und blinken dem vorüber⸗ reiſenden Norddeutſchen ſo anmuthig entgegen, daß er, wenn es Zeit und Umſtände erlauben, ganz gewiß Raſt macht, ſich am Zauber der Natur und der ländlichen Stille zu erfriſchen und die Welt mit ihren Sorgen für einige kurze Tage zu vergeſſen.

Auf ungefähr halbem Wege der Roſenheim⸗Kufſteiner Eiſen⸗

bahn liegt die Station Brannenburg, lieb und werth jedem, der

ſie kennt. Denn es knüpfen ſich tauſenderlei große und kleine, meiſt angenehme Erinnerungen an dieſen Namen. Er kann es nicht über ſich gewinnen, vorbeizufahren. Er muß ausſteigen, dem lieben Fleckchen Erde einen Beſuch abzuſtatten, und wenn es nur bis zum nächſten Bahnzuge wäre. Er wird gern und freudig den ſchlechten, ſteinigen Weg dahinſtolpern, bis er um die Kirchhofsmauer biegend das alte ſtattliche, ihm wohlbekannte Wirthshaus mit dem winkenden grünen Kranz und dem aus Holz geſchnitzten, richtiger verſchnitzten, bunt bemalten St. Florian über der gaſtlich offenſtehenden Thür er⸗ blickt. Heitere Bilder glücklich hier verlebter Tage leuchten ihm durch den Sinn. Er eilt ins Haus. Mit herzlichem Willkomm tritt ihm der Wirthin Töchterlein, das goldblonde Walperl entgegen, kaum größer, aber deſto hübſcher geworden, der dicke gemüthliche Hausherr ſitzt im Flur bei ſeiner Maß Bier, wie ehedem; eine Kell⸗ nerin kommt eben mit friſch gefüllten Krügen daher für die durſtigen Bauern. Sie iſt verjährtes Eigenthum des Hauſes, ſeit Urzeiten ſchenkt ſie Bier in dieſen Räumen; ſie iſt immer geſchäftig, immer munter und kann es nicht laſſen, immer dicker und runder zu werden.

Wir kennen dieſes lächelnde, rothglänzende Vollmondgeſicht recht wohl, auch uns hat ſie an heißen Sommertagen ſchon oft mit einem kühlen friſchen Trunk erquickt, hat uns durch ihren Geſang, der eine beſſere Vergangenheit gehabt zu haben ſcheint, manche Stunde unend⸗ licher Regentage verkürzt. Und die Vergangenheit wird nun zur Gegenwart. Und wenn wir gegeſſen und getrunken haben, wenn wir am Abend die luſtigen Weiſen der Bauern und die hellen Jodler

der Dirndln gehört und müde von der Reiſe und vom Herumſteigen

unſere Lagerſtatt aufgeſucht haben, da iſt uns ſo wohl, ſo heimiſch zu Muth, denn es iſt ja alles wie vor Jahren, die Küche gut, der Keller friſch und wie ehedem wiegen uns die weichen melodiſchen Klänge der glücklichen Bergbewohner trotz der harten Matratze bald in ſüßen Schlaf!.

Es iſt ein liebliches Stückchen Erde, das Brannenburg. Hart angebaut an die waldigen Vorberge des Wendelſtein, bietet es nach allen Seiten hin die genußreichſten, mannigfaltigſten Naturſchönheiten. Der Blick nach Norden iſt weit, unbegränzt. Weite Flächen roth⸗ braunen Mooſes wechſeln auf das anmuthigſte mit friſchen grünen Auen und üppigen Laubwäldern. Hier und da glitzert dazwiſchen ein ſilberner Streif vom ſonnenbeleuchteten Inn, lacht uns freundlich eine grün oder roth angeſtrichene Kirchthurmſpitze entgegen. Unend⸗ lich weit hinaus verliert ſich das Auge in der blauen luftigen Ferne.

Einen ſonderbar überraſchenden Contraſt gibt der Blick nach Süden. Groß und einfach, faſt drohend erhebt ſich dort das nackte zackige Kaiſergebirge, gleichſam Wache haltend am Eingang in das Reich ſeiner gigantiſchen Brüder. Friedlich fließt der Inn daher, von theils felſigen, theils bewachſenen Vorbergen begleitet, der Ebene zu. Lachende Wieſen und Aecker, rauſchende Wälder und feuchter, ſchilfiger Moorboden durchziehen das weit ſich öffnende Thal. Die Glocken der weidenden Kühe klingen von nah und fern in einem melodiſchen Geſumme zuſammen, der jauchzende Juheruf ſchallt weit durch das Thal und hallt allmählich verwehend von den himmelan⸗ ſteigenden Felswänden wider. Die ganze Schöpfung athmet Freud und Friede!

Einer beſondern Eigenſchaft unſeres Dörfchens ſei noch Erwäh⸗ nung gethan.

Es bietet während der Sommermonate ein reges, munteres Treiben in ſeinem Wirthshaus. Schon ſeit langer Zeit iſt es(ähn⸗ lich wie die Ramſau und in früheren Tagen Frauen⸗Chiemſee) der Sammelplatz eines luſtigen Malervolkes, welches alljährlich da zu⸗ ſammenſtrömt aus allen Ecken und Enden Deutſchlands, um ſich theils mit den nothwendigen Studien für den kommenden Winter zu bereichern, theils den Staub des dumpfigen Stadtlebens einmal von ſich zu ſchütteln, an der reinen, reichen Natur ſich neu zu klären, an der herrlichen Gebirgsluft zu erfriſchen. Jeder findet hier, was er ſucht: die ſchönſten Studienplätze der verſchiedenſten Art in nächſter Nähe, reinen Frieden der Natur überall und das zu⸗ ſammen hat den Ort zu dem gemacht, was er iſt, zur rechten, echten Malerherberge. Ueberall, wohin wir uns wenden, ſchimmern uns die weißen Schirme der Landſchafter entgegen, in deren ſchattiger Schwüle die armſeligen Copiſten der unerreichbaren Natur im Schweiße ihres Angeſichtes ſich abmühen, wenn ſie nicht den nahen kühleren Schatten des leiſe rauſchenden Buchendaches vorgezogen haben, in träumeriſchem Selbſtvergeſſen die geſchäftig ſummenden Bienen, das Spiel der ſchillernden Schmetterlinge und die ewig wechſelnden Ge⸗ bilde des murmelnd plätſchernden, kryſtallhellen Bergbaches mit halbem Sinn verfolgend, behaglich im duftigen Graſe liegen, den blauen Dampf der Cigarre in die blauen Lüfte blaſen undmit den Augen zu ſtudiren meinen.

Die Abende dagegen ſind ausſchließlich dem Vergnügen und den heiteren Muſen geweiht, und die wenigen Münchner Familien, welche hier ihre Sommerfriſche halten, ganz beſonders aber deren muntere Töchter, nehmen gern an den Spielen und Erluſtigungen der Künſtler Theil.

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hineſen als d auc bald, dal nich das übrig ſuchen ließ. fußes ging au über und dieſe dieſe Merkwürd Budeneigenthür cineſſche Lerſt ſette, daß der cirurgiſchem A ſolchen Operatit Unterſuchung, in meinem Geſ unter dem Tiſ einen natürlich Bandage umte heilt ſei.

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