Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
283
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So dielen der Junge mit ſeiner koſtbaren Laſt auch glücklich

entſchlüpft ſein mochte, ſchließlich war er von vier oder fünf aus den

Gliedern geſprungenen Grenadieren doch erfaßt worden.

Gib! Willſt Du loslaſſen?

Nee! ich darf nich, ſträubte ſich der Bedrohte unter den ihn gepackt haltenden Fäuſten.Laßt mir! Ich bin von die ſiebente Compagnie, und die kommt zuerſt, vor die habe ich das Waſſer geholt.

Du kannſt mehr holen! Die Kochgeſchirre waren dem Bur⸗ ſchen trotz ſeines beharrlichen Widerſtandes aus den Händen gewunden, dabei aber freilich die Hälfte der erſehnten Erquickung verſchüttet worden.Ha! das ſchmeckt mir, mir auch! Alle Hagel! kein Tropfen mehr darin. Lauf, Karl, hole noch mehr. Wo iſt denn das Waſſer?

Dort in dem einzelnen Gehöft, da oben an dem Abhang zieht der Brunnen noch, greinte der Burſch.

Was habt Ihr mit dem Jungen? Warum habt Ihr ihn angehalten? Er gehört zu uns, wir haben ihn von Berlin mitge⸗ nommen. Die ſiebente Compagnie war heran und machte wider die unrechtmäßigen Aneigner ihr Eigenthumsrecht auf den Jungen und, was augenblicklich weit weſentlicher, noch auf das allerdings leider ſchon bis zum letzten Tropfen ausgetrunkene Waſſer geltend.

Wird denn die Unordnung da gleich ein Ende nehmen! wetterte ein Hauptmann von ſeinem Gaule herab auf die Uebelthäter ein.Jeder in Reih und Glied! Scharf aufgetreten! Vorwärts!

Der Commandeur des Bataillons, Obriſtlieutenant von Gaudy, ſprengte die Marſchſäule deſſelben hinunter.Vorwärts, Grena⸗ diere! tönte ſein Zuruf.Hört Ihr denn nicht? Die einzelnen fernen Kanonenſchüſſe waren in der That in den letzten Minuten zu einem fort und fort hallenden Donner angeſchwollen.Die erſte Gardediviſion befindet ſich da drüben bereits im Gefecht begriffen, und es gilt, derſelben Luft zu ſchaffen. Sollen unſere Kameraden etwa nicht mehr auf uns zählen dürfen?

Durſt, Hitze und Ermüdung ſchienen keinen Eindruck auf die Leute mehr auszuüben.Vorwärts! donnerte es aus den Gliedern, im Laufſchritt faſt ging es aus dem Dorfe die nächſte Anhöhe empor.

Quer über Feld ſah man Karl Lehmann über Bruſt und Rücken mit Kochgeſchirren behängt und dazu noch ein halbes Dutzend derſelben in den Händen wieder zu dem einzelnen Gehöft am Abhang hinauf und dann dem Bataillon nachtraben.So recht! Brav, Junge! wurde er bei dem Anlangen bei ſeiner Compagnie von den Mannſchaften derſelben begrüßt. Der Schweiß, welcher dem armen Burſchen von der Stirn rieſelte, hätte zur Noth ein Kochgeſchirr ganz allein füllen mögen. Beim Ausmarſch des Bataillons aus Berlin hatte er ſich als jugendlicher Freiwilliger bei demſelben eingefunden und war ſeitdem im Anſchluß an die ſiebente Compagnie, bei welcher ihm zuerſt Aufnahme und Unterhalt gewährt worden, dieſer gefolgt, indem er ſich auf dem Marſche und im Quartier den Mannſchaften wie den Officieren in jeder denkbaren Weiſe nützlich zu machen ſuchte.

Weißt Du, Karl, es iſt noch nicht genug. Schnell, laufe noch mal zurück und bringe noch mehr, lautete die Aufforderung.

Nee, der Brunnen gibt ooch keen Waſſer mehr, erwiderte der

Junge, indem er in dem Bemühen, mit dem eilig fortſchreitenden⸗

Bataillon gleichen Schritt zu halten, munter nebenher trottete.Da loofe ick lieber gleich voraus in det nächſte Dorf und warte denn da. Nich, der Kirchthurm dort über den nächſten Berg is es ſchon?

Ja, ganz recht. Na, dann lauf, und hörſt Du, laß Dich nicht wieder von denen von der fünften und ſechſten Compagnie abfangen! Der Junge befand ſich ſchon zu weit entfernt, um dieſe Mahnung noch verſtehen zu können.

Nach noch etwa zehn oder fünfzehn Minuten Berg auf, Berg ab ſah man das Dorf Alt⸗Rognitz auf einer langhingeſtreckten Anhöhe vor ſich liegen. Nach rechts ſtieg hart hinter demſelben ein auf ſeinem Gipfel mit Wald gekrönter Berg empor, nach links zog ſich von einer ſchluchtähnlichen Thalſenkung ebenfalls ein ſteiler und theil⸗ weiſe mit Wald bewachſener Abhang hinan.

Plötzlich fielen aus dem Dorfe Schüſſe, und gleich darauf be⸗ merkte man den Jungen die Schlucht links hinabgleiten und, weiter abwärts aus dem Grunde derſelben wieder auftauchend, quer über Feld dem Bataillon zuflüchten. Drei oder vier öſterreichiſche Jäger waren auf einen Moment augenſcheinlich in der Verfolgung deſſelben oben auf der Höhe hinter den Hecken und Zäunen der vorderſten Gehöfte ſichtbar geworden. Gleich darauf zeigte ſich auch ein Trupp

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öſterreichiſcher Jäger und Infanteriſten vor dem Ausgang der Dorf⸗ gaſſe, jedoch nur um bei dem anſcheinend völlig unverhofften Anblick des preußiſchen Bataillons ſich ſchleunigſt wieder zurückzuziehen. Nach allem mochte die feindliche Spitze gleicherweiſe eben erſt dort oben eingetroffen ſein, und es galt, die Beſtürzung und Ueberraſchung des Gegners zu benützen, um ſich, bevor derſelbe von ſeiner erſten Verwirrung zurückzukommen vermochte, in den Beſitz des Dorfes zu ſetzen.

Mit ausgeſchwärmten Schützen ging es die Höhe hinan. Kaum zehn oder zwölf Schüſſe empfingen dieſelben, und mit deren Eintreffen vor den vorderſten Hecken oben flüchteten die hinter denſelben ver⸗ ſteckten feindlichen Plänkler in die Schlucht hinunter oder rechts um das Dorf herum.Vorwärts! Marſch, marſch! Erſt gegen den jenſeitigen Ausgang des weithingeſtreckten und zwiſchen ſeinen einzelnen Gehöften von breiten Strecken Feld und kleinen V aldparcellen unter⸗ brochenen Orts erneuerte ſich der Widerſtand. Schuß um Schuß blitzte hinter den Bäumen hervor und aus dem hohen Getreide.

Auch hinterwärts aus all den feſt verſchloſſenen Gehöften und von links und rechts krachte es plötzlich.Bataillon halt! Der Soutien deſſelben mußte herangezogen werden. Irgend eine Ueber⸗ ſicht oder ein Erkennen der ſo blitzſchnell veränderten Lage blieb völlig unmöglich.

Noch unter dem Eindringen der im Rückhalt verbliebenen Ab⸗ theilung des Bataillons in das Dorf war Karl Lehmann im athem⸗ loſen Lauf bei ſeiner Compagnie wieder eingetroffen.Alle Höfe ſtecken voll Oeſterreicher, berichtete er.Sie haben mir vorhin ſchon zum Gefangenen gehabt; allein wie das Bataillon vorrückte, habe ick mir noch glücklich zu ſalviren gewußt. Die Mittheilung des Jungen beſaß jetzt freilich keinen Werth mehr, ja bei der Verwirrung des Moments und dem Krachen und Knattern des beiderſeitigen Gewehr⸗ feuers blieb es zweifelhaft, ob dieſelbe überhaupt nur von irgend wem gehört oder beachtet ſein mochte.

Der Oberſtlieutenant iſt gefallen! hallte es von dem vor⸗ derſten Gefechtsabſchnitt.Zurück! Nein, vorwärts! Zur Attaque, Gewehr rechts! Fällt's Gewehr! Marſch, marſch! Der Hauptmann der nächſten Compagnie hatte die Führung über⸗ nommen. Der dumpfe Schall der öſterreichiſchen Sturmtrommeln wirbelte entgegengeſetzt aus allen Richtungen.

Ihr werdet doch die Leichen eurer Officiere nicht dem Feinde überlaſſen wollen!

Hurrah! Die ſtürmenden Oeſterreicher waren durch einen Gegenſturm zurückgewieſen worden. Das zur höchſten Potenz ge⸗ ſteigerte preußiſche Schnellfeuer beſchleunigte die Eile ihres Rückzugs. Auch die feindlichen Flankenangriffe hatten kein günſtigeres Ergebniß geliefert. In dem noch im preußiſchen Beſitz gebliebenen Theil des Dorfes wurde von kleinen, raſch zuſammengeſchloſſenen Trupps ein Gehöft nach dem andern erbrochen.

Die glücklich geborgenen Leichen des Oberſtlieutenants von Gaudy und des unmittelbar nach ihm gefallenen Hauptmanns von Witzleben waren von einigen Soldaten zurückgetragen worden. So glücklich die Preußen jedoch auch den feindlichen Gewaltangriff zurück⸗ gewieſen hatten, ſo wenig vermochten ſie des ſichern Feuers der hinter den dichten Baumſtämmen und in dem hohen Getreide, wie ſonſt hinter allen Deckungsgegenſtänden verſteckten feindlichen Schützen Herr zu werden. Ihre Verluſte ſteigerten ſich in dem ungleichen Kampfe mit jedem Augenblick. Das eine preußiſche Bataillon be⸗ fand ſich einer ganzen öſterreichiſchen Brigade von ſieben Bataillonen gegenüber und bereits mit vier derſelben, dem 16. öſterreichiſchen Jägerbataillon und dem Regiment Parma⸗Infanterie, im Gefecht begriffen.

Die Uebermacht des Feindes wirkte immer entſchiedener. Vor⸗ und rückwärts wogte das erbitterte Gefecht. Bereits war die Mehr⸗ zahl der Officiere des preußiſchen Bataillons getödtet oder verwundet worden. Nach links behauptete der Hauptmann von der Golz mit einem um ſeine Compagnie zuſammengeſchloſſenen Haufen noch glück⸗ lich den von ihm feſtgehaltenen Theil des Dorfes und drang von dort ſogar noch wiederholt bis weit ins Freie vor. Augenblicklich drohte die Gefahr jedoch mehr nach rechts, von wo der Feind unter dem Schutz des hohen Getreides und der vorgelegenen Gebüſchpartieen mit dichten Schützenſchwärmen die ſchwachen ihnen dort nur entgegen⸗ ſtehenden preußiſchen Abtheilungen mehr und mehr zu umfaſſen ſuchte. Auch in der Dorfgaſſe drangen die Oeſterreicher wi