Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
279
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ſicher und feſt ſie daſſelbe ihrem Herrn ſtets ſtand, ſo ganz das Gegentheil ließ ſie uns widerfahren. Zwar ſuchte ſie eine Weile

a die Hühner auf, ſprengte ſie aber jedesmal heraus und lief bald nach XW Haus.

Offenbar fühlte ſie ſich unter dem Knabencommando entehrt und machte ihrem Herzen durch ſolch jagdwidriges Benehmen Luft. Ein Gegenſtück widerfuhr mir einſt mit dem Sohne Bellas, dem ausgezeichnetſten Hühnerhunde, den ich je beſeſſen. Als ich eines

Tages bei der unvergeßlichſten Bravour dieſes Hundes( er um⸗

kreiſte nämlich die Hühner, wenn ſie nichthalten wollten und durch

Laufen von einem zum andern Acker Jäger und Hund ermüdeten, bis ſie ſich endlichdrückten) ſechszehnmal hinter einander fehlte: da ſetzte ſich der Hund vor mich und heulte mich jämmerlich an. So

Ein wonniger Morgen! Die Thale dampfen, die Höhen glühen; höher hinein in den blauen Himmel als ſonſt ragen die Spitzen des Corcovado, der Gavia und der prachtvollen Serra da Eſtrella! Ein friſcher Landwind weht über der mächtig weiten Bucht von Rio de

Janeiro dahin und weckt die nautiſche Welt zum muthigen Treiben.

Ddie Ankerſpille klimpert ihre Abſchiedsmelodie, Segel wölben ſich auf Segel, eine ſtattliche Reihe wackerer Drachen ſchießt fertig zum See⸗ tanze hinaus aus dem Felſenthor von Santa Cruz; vorauf tändelt

coquett eine franzöſiſche Corvette, bald ſind alle die mächtigen Hydrarchusarten verſchwunden im weiten Meer. Eine momentane NRuhe tritt ein auf der Bucht, über welcher ſtattliche Fregattvögel ihre luftigen Kreiſe dahingleiten. Dann aber beginnen die Kanonen der zahlreichen auf der Rhede ankernden Kriegsſchiffe ihre ſonoren Höflichkeitsgeſpräche. Commodores beſuchen ſich; Admirale ſtatten

ſich Etikettenviſitten ab, während kleine, ſchmucke Schiffsboote, ver⸗

ſehen mit den flatternden Flaggen ihrer Nationen, geſchäftig und wichtig wie Adjutanten umhertraben auf dem bewegten grünen Waſſer⸗ plan und die kommenden Schouts⸗by⸗Nagt anmelden. Endlich er⸗ ſchallen denn königliche Kanonenſalute, und von allen Schiffen blickt man nach einer großen, im vollſten Flaggenſchmucke prangenden Fre⸗ gatte hinüber, von deren Gaffel die mächtige franzöſiſche Tricolore impoſant herabwallt.

Das iſt die Belle poule. Der Prinz von Joinville iſt in Rio de Janeiro, der Sohn des greiſen Louis Philippe, damals Königs von Frankreich; die Tuilerien werben beim Hof von St. Chriſtovao; das Haus Orleans will ſich mit dem Hauſe Braganza⸗Oeſterreich verſchwägern; der Prinz von Joinville verlobt ſich mit der jugend⸗ lichen braſilianiſchen Prinzeſſin Donna Francisca. Später kam dann das ſchöne Linienſchiff la reine Blanche mit ſtattlicher Be⸗

Prinz von Joinville und Donna Francisca nach menſchlichem Er⸗ meſſen das glücklichſte, beneidenswertheſte Menſchenpaar, das man ſehen konnte, ſegelten nach Frankreich, wo die reizende Amerikanerin

der Seine ward. Braſilien aber ſteuerte ſeine Prinzeſſin mit einem

V prächtigen Urwaldsgebiet im Norden der eben ſo wilden, wie roman⸗ tiſch⸗ſchönen und eine große Zukunft verſprechenden Provinz Santa

Catharina aus, ohne daß jemand damals ahnte, wie jene tiefen

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Aus dem Jeben deutſcher Nuswanderer in

Von Dr. Robert Avé⸗Lallemant.

gleitung nach Rio de Janeiro; die Ehe ward geſchloſſen, und der

bald das Lieblingskind und die Freude des alten Königspaars an

im Innerſten meiner Ungeſchicklichkeit getroffen, ließ ich die Jagd, um ſie nach gehöriger Ruhe und Sammlung zuBrunos und meiner eigenen Befriedigung an demſelben Tage noch fortzuſetzen.

So iſt der ächte deutſche Hühnerhund, der kurzbehaarte ſowohl, wie der langhaarige. Seine vielen überwiegend guten Eigenſchaften laſſen ſich noch erhöhen durch Verbindung mit ſeinen engliſchen Vettern, wodurch nicht ſelten ſehr vielſeitige Jagdthiere erzogen werden. Sie tragen dann die Kennzeichen beider Racen, wie der ſprechende Kopf unſeres Bildes zeigt.

Manch deutſches Jägergemüth trägt gewiß ähnliche Charakter⸗ züge eines ſeiner Lieblinge im treuen Rahmen der Erinnerung an fröhlich verlebte Jagden.

Braſilien.

hergeſtellt und der Verſtorbene dort verehrt, als ob er im Leben ein Gott gewefen wäre. So ſchwankte die ſchwarze Fregatte mit ihrem Prinzen von Joinville, den ſie auch als Bräutigam auf demſelben Ocean wiegte, langſam und trauernd den Geſtaden Frankreichs zu und ward dort mit der Kaiſerleiche königlich empfangen.

Umſonſt! Ein Corſe iſt unverſöhnlich, und Napoleon war im Leben ein Corſe; er blieb es auch im Tode. Ehern und zermalmend rollte das Schickſalsrad des Jahres 1848 durch die Welt und ver⸗ nichtete Fürſten und Throne. Eine franzöſiſche Wahlcomödie ward zum bittern Ernſt, und der doux entêété von Arenenberg zeigte dem ganzen Weltkreis, daß es vom Lächerlichen bis zum Erhabenen wirk⸗ lich nur ein Schritt iſt.

Wieder lag die Belle poule auf der Rhede von Rio de Janeiro vor Anker, gleich in den erſten Zeiten der neuen franzöſiſchen Republik. Ein Freundſchaftsbeſuch führte mich an Bord des großen ſchwarzen Schiffes. Die ganze Fregatte, auf welcher zur Zeit der chambre ardente kaum ein Menſch zu nieſen wagte, war ein Rauſchen, Athmen, Summen und Rufen auf dem Verdeck, in der Batterie, in allen Räumen. Ueber zwölfhundert Menſchen waren an Bord; das Schiff brachte Truppen nach dem indiſchen Ocean, und war dazu eines großen Theils ſeiner Kanonen beraubt, armé en flute, wie die Franzoſen das nennen. Das kleine Menſchenmeer in der vollen Springflut des friſcheſten Lebens machte mich faſt befangen, als ich die Belle poule betrat; jeder einzelne erſchien mir wie eine bedeu⸗ tungsloſe, flüchtig bewegte Welle, die auftaucht, ſich erhebt, eine Se⸗ cunde ſchwankend ſtehen bleibt und dann wieder zurückſinkt in das allgemeine Chaos. Ein heitres Frühſtück, zu dem ich eingeladen war, ging zu Ende. Mit einem Glas Champagner in der Hand wünſchte ich den maritimen Republicanern eine glückliche Reiſe, und da erſt, im letzten Augenblick, ſiel es mir ein, nach dem Raume der ehemaligen chambre ardente zu fragen, an welche wir noch gar nicht gedacht hatten.Oh, la chambre ardente rief ein Matroſe la voilà! Und nun zeigten ſie mir einen Theil des Raumes, der die Leiche des kleinen Corporals beherbergt hatte, jetzt aber von den allertrivialſten Nothwendigkeiten der preßhaften Gelegenheit eines Truppentransportes eingenommen war.

Nach wenig Stunden rauſchte das große ſchwarze Seephantom hinaus auf das Meer. Der Prinz von Joinville, die reizende Donna

re, faßt den Waldeinſamkeiten dermaleinſt zahlreichen deutſchen Einwanderern zum Francisca, der greiſe Louis Philipp und der Schatten Napoleons ieſe That der Aſyl dienen würden, und ſich ein kleines Neudeutſchland unter dem zogen an meiner Seele vorüber. rück und Schutz eines franzöſiſchen Prinzen und einer braſilianiſchen Prinzeſſin Und nun ſtehen wir unmittelbar vor den anmuthigen Colonien iſen Regung aus der Wildniß herausgeſtalten ſollte. deutſcher Auswanderer in den braſilianiſchen Urwäldern. Der mit et. Caros Auf dem Ocean ſegelte eine ſchwarze Fregatte. Der bon roi ſeiner Gemahlin Donna Francisca vorläufig von der Bühne der ſou⸗ elle, und die Henri in den Tuilerien hatte eine geheime Furcht vor den Manen veränen Politik abgetretene Prinz von Joinville kam jetzt auf die Bravo al des ſchrecklichen Gefangenen von St. Helena bekommen und wollte Idee, die Urwaldungen ſeiner Gattin zu verwerthen. Unter dem Napoleon und deſſen ganze Fraction mit ſich und dem ganzen Orleanis⸗ beſten Namen bildete ſich in Hamburg eine Coloniſationsgeſellſchaft, fffenen mus ausſöhnen. Die Belle poule mit ihrem Prinzen ward abge⸗ welcher prinzliches Land überlaſſen ward. zan fing an, zu coloni⸗ gegr ſn ſchickt, um die Aſche deſſelben Mannes feierlich nach Frankreich zurück⸗ ſiren, ſo gut wie das in dem damals auf dem Felde der Auswande⸗ gſe ung zubringen, der von ganz Europa gerichtet worden war. Die Cere⸗ rung übelberüchtigten Braſilien gehen wollte, und als nun gar ſüd⸗ a Erjan monieen bei der Ausgrabung der Leiche und bei deren Einſchiffung, lich von der beabſichtigten und ins Werk geſetzten Colonie Donna it der S woelche ſich wie Beſchwörungsformeln und Zauberſprüche ausnahmen, Francisca ſich am ſtattlichen Itajahy noch eine Colonie aufthat, die um den zürnenden Schatten des furchtbaren Corſen zu verſöhnen, den geſegneten Namen Blumenau führte und mit Recht führte, Racc, velhe wurden damals von allen Zeitungen gemeldet. In der bedeckten denn ihr Gründer hieß und heißt Blumenau, da ſchien eine neue, un⸗ 4. Se 1s Batterie der Belle poule ward eine ſogenannte chambre ardente] endlich glückliche Aera ſich dem deutſchen Auswandererleben in Bra⸗ ziete, un