Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
278
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näher gekommen, und wir haben Noth, die Eiferſucht des ohnehin mit Hunden nicht ſehr verträglichen Caro durch eine Verwarnung zu dämpfen; zugleich aber bietet ſich die beſte Gelegenheit, das Aeußere der beiden Racen zu vergleichen. Lieber Caro denken wir du ſtehſt weit gegen deinen engliſchen Vetter zurück; ſein Aeußeres zeigt eine wahre Eleganz gegen deine Unſcheinbarkeit. Bald kommſt du uns vor wie ein Philiſter, edlerem Burſchen gegenüber. Deine ganze Geſtaltung mit den kurzen, an den Ellenbogen etwas abſtehen⸗ den Läufen, dein plumper Leib mit dem eingebogenen Rücken und der dicken, krummen Ruthe, dein dicker kurzer Hals und dein großer Kopf ſammt der Rammsnaſe, dem fleiſchigen Behange und den kleinen Augen ja, Beſter, wir müſſen geſtehen, das alles ſticht gewaltig zu deinem Nachtheile gegen den Ausländer ab. Wenn du nicht morgen ein Uebriges thuſt, dann fürcht' ich für deinen Ruhm. Aber vielleicht biſt du unter deinesgleichen, was die Nachtigall unter den Vögeln: dein unſcheinbarer Körper umhüllt vielleicht eine um ſo trefflichere Seele. Deinen tiefen Baßlaut haben wir zwar vorhin ſchon gehört, und er zeugt ebenſo von Ernſt und Kraft, als dein ganzes Weſen von Charakterſtärke und daß du dieſe bei aller rührenden Anhänglichkeit an deinem Herrn in hohem Grade beſitzeſt, das darf ich dir ſchon im voraus bezeugen.

Nach einer tüchtigen Nachtruhe ſind wir gekräftigt und bald zu neuem Jagdgange vorbereitet. Der alte Haſenheger wartet ſchon mit ſtillvergnügtem Geſichte im Hofe. Er hat bereits vor Tag die Hühnerverhört, d. i. eine und die andere durch Ruf und Herum⸗ ſtreichen ihren Aufenthalt verrathende Kette ausgekundſchaftet und ſich mit Caro in folgende Unterhaltung eingelaſſen, bei welcher er eine Art Morgentoilette an ſeinem Pflegebefohlenen vornimmt, die zeigt, daß ſelbſt in der Garderobe des reinlichſten Hundes ſich zeit⸗ weis zudringliche Schmarotzer einfinden.Alter ſo iſt Caro gemeint Erwähnung),du mußt morgen in die Taufe von Waſſer und Grünſeife, und dann mach' ich dir ein Lager von Aeſcherig und Wallnußblättern zurecht. Heut aber zeig den engliſchen Wind⸗ beuteln einmal, was unſereins kann. Im Ried liegt eine von zwanzig Stück.(Unter dieſer heimlichen Mittheilung will Haſen⸗ heger eine Kette Hühner verſtanden haben.)

Auch werden wir heute an dem flügellahmen Gickel(damit meint er den Hahn), den der hochbeinige engliſche Hausnarr geſtern nicht erwiſchen konnte, unſer Meiſterſtück machen. Aber guck mal an, da ſetzt ſich uns ja grauer Mehlihau an den Schnauzbart, den uns die Langſchwänze und Dächſe garſtig gekämmt haben ei, und die Fänge werden uns lang und wackelig. Na, laſſ gut ſein, tragen ſie alle beid' nit umſonſt.

So endete die vertrauliche Anſprache, die bekundete, wie Ha⸗ ſenheger und Hund ſo zu ſagen in einer Perſon verwachſen ſind. Einer ergänzt den andern und beide das kann mir der geehrte Leſer glauben verſtehen ſich einander.

Dieſe Ehrenwerthen ſind nun inzwiſchen mit uns auf das Feld ſpaziert, und Caro ſucht bereits in bedächtigem Trabe einen Kartoffel⸗ acker nach dem andern auf der Windſeite ab, wobei ſein Herr ihm aber beſtändig mindeſtens halbwegs folgen muß. Welch ein Unter⸗ ſchied zwiſchen dieſer Suche und der der engliſchen Hunde! Hier alles ernſte Ruhe, Bedächtigkeit und Ueberlegung. Caro macht keinen Schritt zu viel. Und wie Recht hat der Erfahrene! Denn ſein Lechzen mit langvorgeſtreckter Zunge zeigt uns bald, wie übergebührlich gut es die Septemberſonne mit dem immer ſchwerfälliger Trabenden meint. Doch ſein zweites Ich Haſenheger weiß die Suche bald nach der Gegend zu bringen, wo die Hühner nach ſeinem untrüglichen Verhören feſtliegen müſſen. Und in der Thatl jetzt windet ſich Caro, die Vorſicht ſelber, durch das Labyrinth der Geläufe hindurch, welches die Kette bei der Morgenäſung auf den Stoppeln gebildet. Sicher rückt er Schritt vor Schritt mit tief am Boden ſtreifender Naſe vor, und plötzlich hält er inne, wendet vorſichtig den Kopf halb zurück nach dem Herrn mit einem ernſten, ſprechenden Blick, deſſen Deutung Haſenheger in halblautem Tone verdollmetſcht:Wir haben ſie! Dem Hunde behutſam nahe geſchritten, bemerken wir nun an ihm eine Klugheit und Sicherheit, deren nur ein deutſcher Hühnerhund fähig iſt: der Geduldige hat vor der Hand nur das warme Geläufe ange⸗ zeigt, ſein untrüglicher Sinn weiß aber genau die Stelle, wo die Kette liegt, und das Thier führt die Jäger nun allmählich bis auf etwa zehn Schritte an dieſelbe heran. Zwei erlegte Hühner bringt unſer

278 Meiſter erſt auf das halblauteApport! und nachdem er zuvor auf

du haſt Hänschen(Caro überbrummt dieſe delicate

dasEinfallen der einzelnen ſich zerſtreuenden Stücke wie der beſte Jagdpage Acht hatte. die Ruhe und Sicherheit des Hundes pflanzt ſich unwillkürlich auf den Jäger über, und unter deſſen ſicherer Führung gipfeln ſich auch alle guten Eigenſchaften des Hundes. In einer Kleeflur macht der all⸗ wiſſende Caro ein Huhn nach dem andern aus, und eines dem andern knüpft Haſenheger mit dem Halſe an denHühnergalgen, bis ein Dutzend daran hängt. Auch den flügellahmenGickel von geſtern, um welchen die ganze Kette verſammelt angetroffen wird, ſowie ein zweites flügellahm geſchoſſenes Huhn verfolgt die ſichere Naſe Caros durch mehrere Kartoffel⸗ und Erbſenäcker hindurch, bis er die vor ihm herausflatternden fängt und bringt.

Bei einem Frühſtück am Waldesſaume hält Haſenheger dem Freund Caro eine Lobrede ob ſeines heutigen Siegs über ſeinen engliſchen Nebenbuhler.Ja, und wenn's erſt gilt fährt der Lobredner forteine alte Waldhexe(Schnepfe) hübſch hoch übers Holz zum Schuß zu bringen; wenn's heißt, einem angebrannten Langſchwanzfährtengerecht undlaut nachgehen und den Gauner hinter einem alten Stumpf hervorlangen, den Balg ausklopfen und auf den Anſchuß bringen, ohne ſich ihn von Holzſchleichern nehmen zu laſſen; und wenn's drauf ankommt, Nachts den Dachs ſuchen und ſo fein unter die Haube kriegen(damit meint Haſenheger den in der Röhre des Baues liegenden Dachsſack, in welchem ſich die Dächſe bei der Flucht vor dem Hunde nach ihrer Burg fangen): dann ſind wir da, und dreimal wir, dieweil ſo ein Irrwiſch im Leeren herumtanzt.

Und Haſenheger hat im ganzen Recht. Doch vergißt er in ſeinem verzeihlichen warmen Gefühle die Mängel, welche auch unſer Caro mit allen ſeinen deutſchen Brüdern trägt. Einige der erlegten Hühner ſind beim Apportirengedrückt worden, eine Hauptuntugend unſeres deutſchen Hühnerhundes, die er aber nur hauptſächlich von den Hatzen auf Fuchs und Dachs annimmt. Ebenſo geſtehen wir uns, daß ſeine Suche auf weiten ſandigen Feldern und bei heißem Wetter nicht ſonderlich und mit der des engliſchen Hühner⸗ hundes gar nicht vergleichbar iſt; ja unſer Vortrefflicher ſucht nicht ſelten in der Mittagshitze einen Waſſergraben u. dgl. auf und vergißt dann bei der Abkühlung eine gute Weile Herrn und Jagd; auch er⸗ zählen ſich böſe Zungen, daß er manchmal müde und zum Weiterſuchen nicht mehr fähig geworden und einmal ſogar Haſenheger ſchilt es abſcheuliche Verläumdung! in dieſem Zuſtande von ſeinem Alter Ego(Stellvertreter Haſenheger) halbwegs nach Hauſe getragen werden mußte.

Mitten in dieſem dem Ohre Haſenhegers wohlverborgen gehal⸗ tenen, wenn auch noch ſo unparteiiſchen Urtheile hat aber Caro Ge⸗ legenheit, eine ſeiner glänzendſten Eigenthümlichkeiten zu entfalten. Die Jagdgeſellſchaft ſchlendert ſorglos dem Heimwege zu. Das pfiffig⸗ vergnügte Geſicht Haſenhegers, das ſich verſtohlen bisweilen dem Waldſaume zuwendet, verräth dem Aufmerkſamen, daß dort Caro unbemerkt zurückgeblieben. Der wachſame Hund hat die von ſeinem nachläſſigen Herrn liegengelaſſene Tabakspfeife, ſowie die Jagdtaſche, am Aſte eines Waldbaumes hängend, bemerkt, und kann in ſeiner Gewiſſenhaftigkeit unmöglich dieſe Gegenſtände ſo ohne weiteres ver⸗ laſſen. Die Taſche hauptſächlich macht dem Hunde Sorge. Er kann ſie trotz wiederholten Verſuchen nicht vom Aſte losbringen. Da nimmt das kluge Thier das Sichere für das Unſichere, faßt den Meerſchaum und bringt ihn ſeinem Herrn. Aber auf dieſe That der Ueberlegung folgt ſogleich die zweite: Caro ſpringt zurück und nun erwacht in ſeinem Herrn das Gedächtniß, untee deſſen Regung er unwillkürlich ſeine jagdtaſcheloſe linke Seite betaſtet. Caros Lautgeben ruft die Geſellſchaft ſofort an Ort und Stelle, und die Jagdtaſche wird unter allgemeinem Jubel und einem Bravo auf Caro vom Aſte genommen.

Ich könnte bei Erwähnung dieſer aus dem Leben gegriffenen Anekdote die Hand aufs Herz legen und meinen geehrten Leſern und Leſerinnen noch manche ähnliche That aus meiner eignen Erfahrung heraus mittheilen; doch ich begnüge mich für diesmal mit der Schil⸗ derung nur zweier, aber um ſo ſprechenderer Züge.

Mein Vater hatte eine Hühnerhündin ächt deutſcher Race, welche wir Brüder manchmal heimlich mit ins Feld nahmen. So vor⸗ trefflichBella unſerm Vater auf jedes Federwild arbeitete, und ſo

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