Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
275
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ſtoßen, außerdem iſt mir der Freiherr nicht ganz ohne Nutzen.

willigte der Kurprinz in den Vorſchlag des Kaiſers. Er trat die Länder ab, und dafür ward nach dem Tode Friedrich Wilhelms jenes unheilvolle Teſtament zerriſſen. Die Geſchwiſter des neuen Herr⸗ ſchers wurden nicht Souveräne, das brandenburgiſche Land blieb ein Ganzes, und Friedrich durfte ſeine Pläne aufs neue ausarbeiten, die Pläne zur Gewinnung des königlichen Diadems. Er ſtieß hierbei a een großen Widerſacher. Es war Danckelmann. Der ſtarre Rakh und Freund wollte nichts von der Erhöhung wiſſen darum ward der Kurfürſt auch ernſt und finſter, als jetzt, in dem wichtigen Augenblicke, Danckelmann aufs neue gegen die Pläne Friedrichs ſprach als er die Gefahren enthüllte, welche unbekannte, thätige Feinde, liſtige Werkzeuge heraufbeſchworen im Dunkel, wie der Ver⸗ ſucher in der Wüſte, die Herrlichkeiten dem Kurfürſten zeigend, die ſein hiden werden ſollten, wenn er vor dem glänzenden Bilde niederknieen wollte.

Danckelmann beobachtete den Kurfürſten ſcharf. Er kannte ſeinen ehemaligen Zögling zu genau, als daß er ſich einen Augenblick hätte täuſchen können. Im Innern Friedrichs ging ein Kampf vor, deſſen Ringen ſich auf dem zuckenden Antlitze abmalte.

Endlich erhob der Kurfürſt ſich von dem Seſſel.Ich bin einig mit Dir, ſagte er.Es iſt wohl nicht möglich, daß mein Herr Vater dieſes Schriftſtückes Inhalt in die Feder dictirte. Aber den⸗ noch frage ich mich: wie kam es in die Schränke des Archivs? Darauf, gnädigſter Herr, ſagte Danckelmann,muß ich vor⸗ läufig die beſtimmte Antwort ſchuldig bleiben. Aber ich ſpreche meine Vermuthung aus. Er zog ſeine Stirne in Falten und erhob die Stimme:Seit einiger Zeit, ſchon vor dem Ende des nun in Gott ruhenden Herrn, wird der Hof von Berlin eine Stätte, auf welche ſich Abenteurer, Chevaliers, oder wie ſie ſich alle nennen, Ritter mit Degen und unbekannten Namen niederlaſſen, wie Raubvögel auf ihre Beute. Jeder ausländiſche Glückspilz will hier ſein Sort machen, und ſo kommt es denn, daß wir einen Zuſammenfluß von Menſchen aller Art bei uns ſehen, der gefährlich zu werden droht. Ihre Neigung zur Pracht, zu den Künſten, mein gnädigſter Herr, der große Geiſtesreichthum Ihrer erlauchten Gemahlin blenden jene lackirten Herrchen, und ſie eilen zu uns. Wer weiß denn, welche Agenten, welche thätigen und frechen Helfer die Leute unter der Maske von Cavalieren herſenden, deren Ziel es iſt, den jungen Hof in Verwir⸗ rung oder Ungelegenheit zu bringen. Unter dem Gewande eines jener neu eingezogenen Chevaliers aus Frankreich oder vom Rheine her birgt ſich ſehr leicht ein gewandter Gauner. Hier ſind ihm ohne Zweifel Genoſſen ſicher außerdem öffnet Gold alle Thüren, und zwiſchen ein Convolut von Papieren ſchiebt man leicht noch ein ſolches, wie dort auf dem Tiſche liegt.

Der Kurfürſt biß ſich in die Lippe.Ich weiß, worauf Du anſpielſt, ſagte er mit bitterm Lächeln,Dir gefällt es nicht, daß ich den Freiherrn Kolb von Wartenberg zur Audienz gelaſſen habe. Sie haben es getroffen, gnädiger Herr, ſagte Danckelmann kalt und ohne ſeine Miene zu ändern.Du biſt zu ſchroff, Eber⸗ hard. Ich kann einem Manne nicht die Thüre weiſen, den mein Vater an den Hof rief. Ich bin weit entfernt, dem Neuling einen großen Platz einzuräumen, aber ich mag ihn nicht vor den Kopf Du weißt, daß ich nach dem Leichenbegängniſſe meines ſeligen Vaters und nach der Huldigung eine Reiſe in meine Provinzen antreten will und muß. Zunächſt gehen wir nach dem Rheine, aus guten Grün⸗ den. Ich beſuche Cleve, mein Herzogthum, und dabei iſt Kolbe nicht ohne Nutzen. Er kennt die ganze Strecke von Emmerich bis Kempen hinauf, er weiß die Ruhepunkte für die Reiſe gut auszuwählen und ſun viel Geſchmack und Talent zur Ausführung der Feierlichkeiten

aben.

Immer die Neigung zum Prunke, ich habe vergeblich dagegen geeifert, ſchmollte Danckelmann.

Die Pracht iſt nothwendig, mein Freund, ſagte der Kurfürſt, ich will hoch ſteigen, ich muß mein Land heben, und daß ich mich glänzend zeige neben den Gewaltigen iſt eine wichtige, eine bedeutende Sache, ein mächtiger Hebel für die Laſt, welche ich aus dem Wege räumen will, um mich auf die Spitze des Berges zu begeben. Mit Hilfe des Freiherrn von Kolbe? rief Danckelmann erbittert. Du ſchweifſt aus, entgegnete der Kurfürſt.Gut, gut, ich beſcheide mich, meinetwegen denn.Kehren wir zu ernſteren Dingen zurück, Eberhard Was geſchieht mit dieſem Schriftſtück?

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wollen wir die ganze Sache ignoriren?Sie ſehen nur einen Theil der Gefahr, gnädiger Herr. Derjenige, welcher dieſes Schrift⸗ ſtück abfaßte, aufſetzte und in die Archivſchränke niederlegte, der hat auch die Abſicht, daß es bekannt werde in den weiteſten Kreiſen, und dann? dann? wie, wenn der kaiſerliche Hof, der Kaiſer ſelbſt, der Vollſtrecker des Teſtamentes Ihres in Gott ruhenden Vaters iſt, dieſes Teſtament in einer Abſchrift beſäße, wenn er an die Erfüllung des darin Ausgeſprochenen ernſtlich mahnte und uns, die wir den Beſitz läugneten, einer Unterſchlagung des wichtigen Documentes beſchuldigte? Der Kurfürſt ging erregt auf und nieder.Du haſt Recht, Du haſt Recht, ſagte er.Die Verwicklungen wären ungeheuer. Aber wenn er auf Erfüllung beſteht, ſo müßte er doch auch die Salbung, die Krönung bewilligen, und ſollte er das thun? Der Kurfürſt ſprach die letzten Worte zögernd; aber Danckelmann fuhr auf:Gnädiger Herr, rief er mit ſtarker Stimme,weichen Sie der Verſuchung aus! Ich erkenne mit Schrecken, daß dieſe ſchändliche Schrift auf Ihren Sinn gewirkt, daß Sie ich will es nicht ausſprechen Der Kurfürſt legte ſeine Hand ſanft auf den Mund des Rathes.Thu es auch ja nicht, Eberhard, ſagte er mit Ruhe und ſetzte dann in edlem Tone hinzu:Du würdeſt mir ein ſchmählich Unrecht thun. Nein hier nimm meine fürſtliche Hand, faſſe ſie, drücke ſie ſo. Ich ſtrebe nach dem Hohen, nach dem Glanze, nach der Krone ich werde ſie erringen trotz aller Ränke und Hinderniſſe, ſei es durch Liſt, durch Gewalt, wenn es ſein muß, ich werde Dich in dieſem Stücke nicht anhören, denn hier ſcheiden ſich unſre Wege, unſre Gedanken, aber ſo gewiß Du meine Hand faſſeſt an der Stelle, wo Du in meiner ſchweren Krankheit ſie nahmſt, um noch einmal den ſchon endenden Pulsſchlag zu fühlen, ſo gewiß, ich ſchwöre es Dir, werde ich nie um den Preis, der mir in jenem Documente gezeigt wird, nie durch die Verleugnung meines Glaubens, das Diadem, das Scepter die Krone eines Königs er⸗ kaufen. Sie werden es mir ſchwer nachen, aber ich dringe durch: Per aspera ad astra!

So bin ich zufrieden, rief Danckelmann, erfreut die Hand des Gebieters küſſend.Es komme, was da wolle. Sie werden ein Schirm ſein für das freie Denken, ein Schutz der Verlaſſenen, ob der Kurhut oder die Königskrone Ihr Haupt bedeckt, und dieſer Schild wird erben auf Ihre Nachkommen bis in die ſpäteſten Geſchlechter. Jetzt erſt jetzt will und kann ich Ihnen die ganze Gefahr mit⸗ theilen, welche uns, wenn wir dieſes Schriftſtück betrachten, die Ver⸗ öffentlichung deſſelben für möglich halten, droht. Der Jeſuitenpater Wolff iſt in Berlin.

Friedrich fuhr ſo entſetzt zurück, als hätte er auf eine Schlange getreten.Der Gefährlichſte von allen, der geiſtreiche, liſtige Prie⸗ ſter? oh, dann unterliegt es keinem Zweifel, er hat die Schrift abgefaßt, vielleicht an den Ort befördert, wo ſie mir in die Hände fallen mußte. Eberhard, nun häuft ſich das Gewölk, und ich höre ſchon den Donner grollen. Sicherlich entſteht dadurch ein dichtes Netz, deſſen Maſchen ſich um uns weben. Aber iſt es gewiß, daß Wolff hier iſt?Ich habe ihn ſelbſt geſehen, als er mit Freytag vor der Bibliothek ſprach. Ich ſtand am Fenſter im Hauſe der Her⸗ zogin.Ah, deshalb auch die mir unerklärliche Bewegung, die ich beim Anblick des Geſandten empfand. Ich habe etwas Prophetiſches in mir.Ich ſah es Ihnen an, durchlauchtiger Herr. Aber jetzt iſt kein Zaudern, kein Zagen am Platze. Wer kann außer Ihnen noch Kenntniß von dem Documente haben?Nur Friedrich von Sey⸗ del, der Kammergerichtsrath.Das iſt ein ſicherer Mann. Er wird ſchweigen. Ueber dieſem Documente muß das tiefſte, ſchwerſte Geheimniß ruhen, bis wir feſter ſtehen.Vernichten wir es lieber, ſagte der Kurfürſt.Dagegen bin ich, erwiederte Danckel⸗ mann,wenn es in einer Abſchrift vorhanden iſt, wenn der Kaiſer Kenntniß davon hat, ſo wird er ſich darauf berufen. Ihre Weige⸗ rung würde nichts nützen, denn Leopold der Erſte zoͤge den Fall zur Entſcheidung vor das Reichskammergericht, und wenn wir dann nicht vermögen, das Document vorzulegen? wollten auch wir eine Schrift fälſchen? nein, verwahren Sie es ſicher, gnädigſter Herr, und warten wir der Dinge, die da kommen tiefes Schweigen vor allem, und beobachten wir das Treiben des Paters.Er iſt noch hier? Sicherlich, er weiß ſich wohl zu verbergen. Dieſer Mann kann alle Geſtalten annehmen.Es iſt ein außerordentlicher Mann. Ich ſtimme dem bei. Pater Wolff iſt ein Licht ſeines Ordens, eine Größe. Er handelt in ſeinem Sinne, wie ein Mann handeln muß,