Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
259
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ſagte, die Hand an den Degen legend:Monſieur von Danckelmann, wir wiſſen aus der Erziehung, die wir genoſſen, denn wir ſind aufge⸗ wachſen unter der Obhut trefflicher Maitres, wie ſie den Leuten vom rechten, echten Adel gehalten werden, wie man ſich in den Räumen eines fürſtlichen Schloſſes zu gebehrden hat wir verſtehen das beſſer, lals mancher, der ſich eindrängte in dieſe Räume, ohne ein Recht zu beſitzen wir ſtören nicht durch Geplauder bei einem wichtigen Vorgange, aber vielleicht gibt es Leute hier im Schloſſe, die durch ihre plumpe Geſten, durch ein Benehmen ſtören, das gut für die

fe für einen Mann ſich eignet, der die Anmaßung beſitzt, eine

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Arm des Freiherrn nehmend.

Schreibſtube eines holländiſchen Mynheers oder Reisverkäufers, nicht

Figur im kurfürſtlichen Schloſſe ſpielen zu wollen. Danckelmann ſtieß ein heiſeres Lachen aus, ohne ſeine Geſichtszüge nur einen Augenblick zu verändern. Verſchonen Sie mich mit Ihren Exaltations, Herr Graf von Schlippenbach, ſagte er.Ich bin nur beſorgt für die Aufrechthaltung der Ordnung während der Feſtlichkeit. Ihre Art und Weiſe geht mich übrigens gar nichts an. Sie ſehen, ich bin ſehr loyal gegen alle Leute. Kommen nicht die Herren und Damen ſcharenweis über die Treppe in den Audienzſaal? Er wies auf die Eintretenden, welche von unten herauf ſtiegen.Aber wo iſt der Ceremonienmeiſter? der Marſchall? rief Wittgenſtein vortretend.Es iſt unerhört, daß heute, an einem ſo wichtigen Tage, dieſe Herren nicht in Function ſind. (Es iſt dem geſammten Hofe nicht angezeigt worden, daß Sie, Herr Kammerrath, ein Anit ausüben, welchesKein Wort weiter, Herr Graf, rief Danckelmann, einen Schritt vortretend, mit rauher Stimme,kein Wort, wenn Sie nicht als ein Tadler Seiner kurfürſt⸗ lichen Durchlaucht erſcheinen wollen. Ich rathe Ihnen nicht, die Mißbilligung auszuſprechen. Er hob unwillkürlich, wie drohend, die Hand empor.Sie drohen uns, Herr Kammerrath! riefen mehrere Stimmen, und einige der Aufgeregten traten gegen Danckel⸗ mann vor, der, wohl fühlend, daß er zu weit gegangen, ſeinen Arm ſinken ließ.Beſcheiden Sie ſich, meine Herren, ſagte er ruhig. Es iſt Befehl Seiner Kurfürſtlichen Gnaden, welcher mir die An⸗ ordnungen überträgt. Ich vertrete heut die Marſchälle und Cere⸗ monienmeiſter. Aber ohne Sorgen, Meſſieurs! es wird nicht lange dauern.Habe ich Ihnen zu viel geſagt? murmelte Wittgenſtein. Er nimmt bereits ſeine Stellung ein. Die Verſammlung machte heftige Bewegungen des Unwillens.Beruhigen ſich die Herren vom ſalten Adel nur, fuhr Danckelmann mit einem Anfluge von Hohn fort. Ich trete von dieſen wichtigen Aemtern zurück, um mich mit andern Dingen zu beſchäftigen, vielleicht gelingt es mir, darin glücklicher zu ſein.Uebermüthiger Landrichters Sohn, ſagte Schlippenbach leiſe,Du ſollſt uns kennen lernen!Ein hochmüthiger Empor⸗ kömmling, knirſchte Wittgenſtein.Aber es ſteht keiner ſo feſt, daß er nicht falle. Sehen Sie nur, mit welcher Nichtachtung für ſalles, was um ihn her vorgeht, der Menſch ſeine Befehle ertheilt. Wer wird ihn ſtürzen? Gerade als der erzürnte Hofherr dieſe Worte ſprach, entſtand ein lautes Geflüſter im Saale, welches bald in offene Ausrufe des Erſtaunens überging, zugleich bahnte ſich ein Mann den Weg durch das Gedränge, die Erſcheinung des wunderſchönen Cavaliers erregte allgemeine Bewunderung, und da er den meiſten der Anweſenden bekannt war, umdrängte ihn bald eine große Zahl der jüngeren Herren, ohne ſich an des finſtern Kammerraths Gegenwart zu kehren, der außerdem gerade mit Frau von Wintzigerrode in tiefem Ge⸗ ſpräch begriffen war und ſich um niemand kümmerte. Willkommen, Freiherr von Kolbe.Endlich wieder in Berlin. Sie werden dem Gnädigen ein ſehr agreables Menſchenkind ſein, ſo tönten die Grüße und Anreden durcheinander, mit denen der Freiherr bedacht wurde.Ich hoffe, Meſſieurs, ſagte Kolbe, nach ellen Seiten hin Händedrücke austheilend,dem gnädigſten Herrn nicht unwillkommen zu ſein, geſchieht es doch auf Veranlaſſung des höchſtſeligen Kurfürſten, daß ich an den Berliner Hof komme. Eilen Sie nur gleich mit uns in den Saal, ſagte Dequéde, den Wir müſſen vorne an der kleinen Gallerie alle poſtirt ſein, denn ſonſt nehmen die Deputationen uns den Platz fort. Alle umringten den Freiherrn, und ſo wendete ſich die ganze Maſſe gegen den Audienzſaal, durch deſſen geöffnete Thüre man bereits viele Trabanten, Diener und auch Mitglieder der Deputationen bemerkte, aber dicht vor dem Eingange ſtockte der Zug, denn Danckel⸗ mann hatte ſich mitten in die Thüre geſtellt. Erſtaunt und betroffen

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über das neue, durch den Verhaßten bereitete Hinderniß, wich die Menge auseinander, ſo daß Danckelmann und der Freiherr von Kolbe⸗Wartenberg ſich Aug' in Auge gegenüberſtanden. Mit finſtern Blicken maß der Kammerrath den Freiherrn, der dieſe Muſterung vollkommen ruhig aushielt.Mit wem habe ich die Ehre? ſagte Danckelmann endlich,Sie ſcheinen, entgegnete Kolbe,esz leicht zu vergeſſen, wenn Sie mit bevorzugten Perſönlichkeiten zuſam⸗ mengetroffen ſind, Herr Kammerrath.Waren Sie mein Herr, ein Bevorzugter? ſagte Danckelmann, leicht ſeine Stirne berührend.Ich erinnere mich Ihrer in der That nicht mehr. Nun denn, mein Name iſt Johann Caſimir von Kolbe⸗Wartenberg. Sie werden ſich wohl jenes Abends erinnern, an welchem mich der höchſtſelige Herr in Ihrer Gegenwart aufforderte, nach Berlin zu kommen. Dieſem Befehle komme ich nach.Die Zeit iſt ſchlecht gewählt, Herr von Kolbe.Das muß ſich herausſtellen, Herr Kam⸗ merrath, vorläufig zeigen ſich Leute an dem neuen Hofe, welche Ver⸗ dienſte zu haben glauben.Ich zweifle nicht daran, daß ſolche Leute Aufnahme finden werden, aber man wird verſichtig ſein, denn oft genug hält man das für Verdienſt, was doch nur geſchickt ausgeführte Coups eines Glücksritters ſind.Mein Herr, rief Kolbe, die Hand an den Degen legend.Ruhig Herr Freiherr. Sie ſind noch gar nicht einmal berechtigt, in den Audienzſaal zu treten und fangen ſchon einen Scandal an. Darf ich bitten, mir Ihre Beſtallung zu zeigen? Wer nicht durch ſein Geſchlecht und ſeinen Namen berechtigt i*ſt, in den Audienzſaal zu gelangen, hat ein kurfürſtliches Einladungs⸗ ſchreiben erhalten. Wo haben Sie dieſe Schrift?

Die Begleiter und Genoſſen des Freiherrn ſtießen ein Gemur⸗ mel des Unwillens aus, während Kolbe ſelbſt mit einem Anfluge von Verlegenheit zurücktrat. Auf ein ſolches Begegnen war er nicht gefaßt geweſen, es verhieß ihm Unheil, denn gerade jetzt, wo er in eine neue, größere Lebensſtellung treten wollte, ſtieß man ihn von der Thüre des Herrſchers. Er faßte ſich ſchnell und ſagte:Ich glaubte, daß die Berufung des höchſtſeligen Kurfürſten genügend ſei und konnte nicht ahnen, daß ſchon zwei Tage nach ſeinem Verſcheiden die Befehle jenes großen Fürſten null und nichtig für die Beamten des neuen Hofes ſein würden. Ich beſcheide mich und trete zurück. Das iſt zu viel, rief Herr von Marwitz,das kann der Wille des Kurfürſten nicht ſein. Danckelmann blieb regungslos in der Thüre ſtehen, die Damen drängten ſich ängſtlich zurück, alles gerieth in die höchſte Aufregung, als plötzlich der Ruf erſchallte:Die kurfürſtlichen Durchlauchten! Zu gleicher Zeit ſprangen die Flügelthüren des Nebenſaales, aus welchem Danckelmann getreten war, auf, und ein Zug von Trabanten erſchien; langſam und feierlich durchſchritt er den Saal, und es bildeten die einzelnen Leute ſofort Spalier, einen Weg für die hinter ihnen Kommenden freilaſſend. Nun folgten ſechs Poſauniſten, ſie blieſen einen Marſch, der mehr einem Choral, als einem feſtlichen Muſikſtücke glich. Dieſen Spielleuten folgten zwölf Pagen, dann kamen die ſämmtlichen Geſchwiſter des Kurfürſten, hinter ihnen die höchſten Hofchargen, als dieſe aus dem Saale getreten waren, kam Kurfürſt Friedrich der Dritte, welcher ſeine Gattin, die hochberühmte, geiſtvolle Sophie Charlotte führte. Beide gingen unter einem Baldachin von ſchwarzem Sammet, den vier Kammer⸗ herren trugen. Hinter dem kurfürſtlichen Paare kamen wieder zwölf Pagen, dann die Vertreter der fremden Mächte am Hofe von Berlin, endlich eine Menge Hofherren und Damen, paarweiſe rebeneinade⸗ ſchreitend, zuletzt Trabanten.

Als die kurfürſtlichen Herrſchaften in die von den Trabanten gebildete Gaſſe zwiſchen die Verſammelten traten, erſchallte ein Ge⸗ räuſch, als werde eine Schleuſe geöffnet und laſſe das Waſſer aus⸗ ſtrömen, alſo rauſchten die Kleider der Anweſenden bei der tiefen Verbeugung, welche alle machten. Die ganze zahlreiche Verſammlung bot einen ſeltſamen Anblick dar, denn nur dunkle ſchwarze Kleidungen waren ſichtbar, gegen welche die weiße Tracht der Damen ſich grell abſetzte. Nur die Uniformen der Soldaten und Officiere brachten einigen Wechſel in dieſe Einförmigkeit. Gleich hinter dem Baldachine, noch vor den Geſandten, ſchritten einige Männer, auf welche die Brandenburger mit großem Stolze blickten. Da ſchaute munter, mit der Friſche der Jugend auf dem Greiſenantlitze und trotz ſeiner Silberlocken den Nacken kraftvoll emportragend, ein Mann um ſich, der in den Stunden der Gefahr den Kriegern wie eine Standarte voraufgegangen war: es war der alte Derfflinger. Neben ihm ſchritten die Kriegsmänner Schöning, Barfuß, Schomberg, der wackere