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„Nun gut,“ ſprach Boie,„ich halte ihn nicht für ſo ſchwarz, wie Ihr, aber wenn Ihr nicht wollt, ſei ſein Name geſtrichen!“
„Nun denn, was meint ihr zu Gleim?“ fragte Boie weiter.
„Gegen Gleim,“ ſagte Hölty,„hat gewiß keiner im Bunde etwas einzuwenden, er iſt ja der allerfrüheſte Gönner und Freund unſerer Genoſſenſchaft, und unter uns iſt wohl keiner, der ihm nicht perſön⸗ lich nahe ſtünde und zur Dankbarkeit verpflichtet wäre.“
„Gegen Gleim iſt nichts zu ſagen,“ meinte Voß,„nur ſoll er uns keine Liebes⸗ und Trinklieder ſchicken. Gleim⸗Anakreon wird nach wenigen Jahrhunderten vergeſſen ſein, denn da iſt er Nachahmer der Franzoſen. Gleim⸗Tyrtäus ſteht auf eigenen deutſchen Füßen und wird unſterblich ſein.“
„Sollte nicht Jacobi eine Einladung erhalten?“ fragte Miller.
„Der Himmel behüte uns vor ſolchen dichteriſchen Stutzern,“ volterte Voß.
„Ich möchte Schönborn vorſchlagen,“ ſagte Hahn,„er iſt Klop⸗ ſocks Freund und Empfohlener.“
„In Schönborns Liedern, namentlich ſeinen Heldengeſängen, nermiſſe ich den chriſtlichen Geiſt,“ erwiderte Miller.
„Was verſtehſt Du darunter?“ fuhr Voß heraus.„Unſere Reli⸗ lion verbietet uns doch nicht, dem Wütherich, der uns das Blut aus⸗ zugt, den Schädel zu ſpalten, wenn hierdurch ein Volk gerettet wird? Freiheit iſt das erſte Gut der Schöpfung, und ſie zu vertreten in jeder Form chriſtlich.“
„Ich ſtimme Voß bei,“ ſagte Friedrich Leopold.
„Mir iſt der ganze Mann zu freigeiſteriſch!“ warf Miller ein.
„Da ſchlägt Dich der Theolog und künftige wohlbeſtellte Paſtor tichtig in den Nacken,“ ſagte Voß.
„Darin muß ich Miller Recht geben,“ ſagte Friedrich Leopold.
„Meinetwegen,“ erwiderte Voß,„ein Freigeiſt iſt geſtraft genug, taß er die Süßigkeit, mit Gott vertraut zu werden, nie geſchmeckt hat. Vir brauchen ihn nicht noch dadurch zu ſtrafen, daß wir ihn vom Almanach excommuniciren. So arg kann's übrigens nicht ſein, Klop⸗ ſtock wird einen Freigeiſt nicht empfehlen.“
Das ſchlug durch, Schönborn wurde den Auserwählten zuge⸗ hählt. Ebenſo ging's, als Boie Leiſewitz vorſchlug; er war von Klopſtock empfohlen. Auch über Gerſtenberg, der mehreren perſönlich bekannt und von Klopſtock warm empfohlen war, einigten ſich die Stimmen ohne Discuſſion.
„Somit wären wir zu Stande,“ ſchloß nun Boie,„wenn nur ucht Voß uns ſo viele hinausgebiſſen hätte! Er kann das Zanken nicht laſſen, er zankt ſich mit ſeinen beſten Freunden und wird wohl vletzt uns alle noch von ſich wegbeißen und allein bleiben wollen.“
„Ich habe wenige Freunde,“ entgegnete Voß, milder, als er gwohnt war, ſprechend,„aber ich müßte mein Weſen verlieren, ehe ih mit einem Freunde brechen könnte. Freundſchaft iſt heilig! Gott Pbot ſie, als er zwei ähnliche Seelen erſchuf. Wehe dem, der ſie ucht zur Ewigkeit mitbringt. Aber die Freundſchaft darf nicht zu alem ja ſagen, wo es heilige Güter gilt; ſie muß auch zürnen können. Lie zürnende Freundſchaft iſt eine ſehr heftige Liebe, und wer mir bi jeder Sache gleichgültig bleibt, der ſei mein Freund nicht. Man het mir geſagt, daß es in der Liebe faſt eben ſo wäre: die ſich am ferrigſten liebten, zankten am erſten mit einander.“
„Nun ja,“ ſagte Boie,„laß es nur ſein, es war ſo ſchlimm nicht gemeint; ein Polterer biſt Du, und zuweilen ein unbequemer, aber inmer ein gutmüthiger und liebenswürdiger.“
„Ich möchte wiſſen, wen Voß eigentlich als vollkommnen Dichter gelten ließe,“ lachte Gotter,„er ſollte uns einmal eine Definition von inem Dichter geben.“
„Weißt Du, Boie,“ ſagte Voß,„als ich neulich Abend bei Dir ver, und Du die Stolberge erwarteteſt. Du bateſt mich, ich möchte diſen Abend in eurem Kreiſe zubringen. Aber ich fühlte Begeiſterung und wollte ein Lied ſchreiben; da trat Hahn hinzu, und wir entſchloſſen
¹uns, Hölty abzuholen, zu Dorf zu gehen und Verſe zu machen. Ich
ſgte es Dir, Du nahmſt uns lächelnd beim Arm, ſchobſt uns zur Wür hinaus und gabſt uns Deinen Segen. Und ſo wanderten wir drei bei Mondſchein nach Wehnde, und da dichteten wir um die Wette. Gefällt euch die Methode? Begeiſterung, Freunde zur Seite, Mondſchein, freie Natur, da quellen die Lieder von ſelbſt. Ich denke, ſie ſoll in unſeren Lebensbeſchreibungen noch mal erzählt werden. Oder ein anderes Beiſpiel: Dieſen Frühling hab' ich Kleiſt's Ange⸗
denken einen ſchönen Nachmittag gewidmet. Ich ging mit Hölty(denn
III. Jahrgang.
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die übrigen hatten noch Collegia) um 3 Uhr nach einem nahen Dorfe, Kleiſts Frühling in der Taſche. Wir aßen erſt im Wirthshauſe eine Schaale dicke Milch und wollten uns nun im Garten unter einen blühenden Baum hinlegen. Aber der Garten war nur klein und mit weißer Leinwand bedeckt. Was machen wir, lieber Hölty?— Wir wollen oben in der Stube leſen.— Nein, das thue ich nicht.— Was
denn? Komm nur!— Er folgte mir, ich führte ihn nach dem Pfarrhauſe. Die Hunde begrüßten uns, und ſogleich gukte etwas 5 9 gleich g.
aus dem Fenſter, das ein Kopfzeug aufhatte und einem Mädchen von etlichen zwanzig Jahren ähnlich ſah. Ich ging darauf zu, Hölty blieb ſtehen. Sind der Herr Paſtor zu Hauſe? fragte ich das Etwas und ſah dabei ſo demüthig und zugleich ſo freundlich aus, als ob ich ſie um einen Kuß bitten wollte. Nein, verſetzte das Etwas, mein Bruder iſt ausgegangen. Ich hätte nur eine kleine Bitte an ihn, ſprach ich weiter, die Sie mir auch gewähren können. Wir wollten ein wenig leſen; wollten Sie uns nicht Ihren Garten dazu erlauben? — O ja, ganz gern, dort iſt er.— Wir verneigten uns und gingen in den Garten, ſetzten uns da in eine Laube, die aus Apfelbaum und Hollunder geflochten war, und Hölty las den Frühling vor, indes ich in einer nachläſſigen Stellung eine Pfeife Tabak rauchte. Rund um uns her war alles Frühling. Die Nachtigall ſang, die Tauben girrten, die Hühner lockten; von ferne ließ ſich eine Schar Knaben auf Weidenflöten hören, und die Apfelblüthen regneten ſo auf uns herab, daß Hölty ſie von dem Buche wegblaſen mußte. Wie wir fertig waren, lagerten wir uns noch eine Stunde unter einem blühen⸗ den Baume und beobachteten die kleinen Würmer, die im fetten Graſe herumſchwärmten. Hierauf bedankten wir uns gegen das Etwas mit dem Kopfzeuge, aßen ein Butterbrot in der Schenke und gingen nun im Wehen der Abendkühle wieder nach Göttingen. Nun Bruderherz, da haſt Du die getreuliche Abconterfeyung einer ſolchen Säuglings⸗ ſtunde, wie Du ſie zu benennen beliebſt. Meinſt Du nicht, daß in ſolcher geſegneten Zeit tauſend junge Liedeskeime neugeboren wer⸗ den oder aus dem von Seligkeit befruchteten Herzensboden hervor⸗ brechen.“
„Na, Kinder,“ unterbrach jetzt Boie, indem er nach ſeiner Uhr ſah,„ich denke, Voß hat nun genug definirt, wie er dichte, und Gotter muß zufrieden ſein. Die Zeit mahnt, daß wir an unſer letztes Stück Arbeit gehen, ehe Bürger kommt, was in einer halben Stunde ſich zutragen kann. Ich muß Euch den Stand der Sache mittheilen, damit Ihr wißt, woran wir ſind, ehe er ſein großes Erzeugniß, die Lenore, dem Bunde zur Beurtheilung vorlegt.“
„Ich ſandte ihm vor einiger Zeit ſeine„Nachtfeier der Venus“, mit der Bitte, ſie zur Aufnahme in unſern Almanach ein wenig zu feilen. Darauf ſandte er ſie ungeändert zurück mit folgendem Briefe: Mit dem Umſchmelzen, wenigſtens wenn es von einigem Belange ſein ſoll, will's ſo recht nicht mehr gehen. Der Ton dieſes Stückes iſt mir ſchon ſo fremd geworden, tönt mir ſchon ſo weit hinten in der Ferne und ſo dunkel, daß ich kaum noch darüber urtheilen und ent⸗ ſcheiden kann.— Der, den Herder auferweckt hat, der ſchon ſo lange auch in meiner Seele auftönte, hat nun dieſelbe ganz erfüllt, und— ich muß entweder durchaus nichts von mir ſelbſt wiſſen, oder ich bin in meinem Elemente. O Boie, Boie, welche Wonne! als ich fand, daß ein Mann, wie Herder, eben das von der Lyrik eines Volkes und mithin der Natur deutlicher und beſtimmter lehrte, was ich dunkel davon ſchon längſt gedacht und empfunden hatte. Ich denke, Lenore ſoll Herders Lehre einigermaßen entſprechen.“
„Er iſt durch Herder„Blätter von deutſcher Art und Kunſt“, die ich ihm geſandt hatte, und durch die dort aufgeſtellten Anſichten über Volkspoeſie und alte Volkslieder, ganz an ſeiner bisherigen Art irre geworden. Dazu iſt nun Goethes Götz von Berlichingen und Percys Relies of ancient english poetry gekommen, ich ihm auf ſein heißes Verlangen von der hieſigen Bibliothek verſchaffte, die be⸗ kanntlich mit neuerer Literatur einzig in ihrer Art ausgeſtattet iſt. Seitdem hält er die Romanzen- und Balladenpoeſie für die einzig probehaltige, und zwar dürfe man den Stoff dazu nicht aus dem Alterthum, wie er ſchon bisher gethan, noch aus fremden Literaturen entlehnen, ſondern aus dem eigenſten Volksleben müſſe man ſchöpfen. Seitdem ſtöbert er allenthalben Volkslieder auf, von alten Weibern und Dienſtmädchen läßt er ſich vorſingen, und ſeine Lenore iſt aus ſolcher höchſt volksthümlichen Quelle gefloſſen, wie er ſchreibt, ent⸗ weder, entſinne ich mich recht, aus einem plattdeutſchen Gaſſenhauer oder aus einem Dienſtmädchenliede, das er in einer Spinnſtube auf⸗


