Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
235
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und da finden wir unſere Freunde uns ebenbürtig, ja mehr, als ebenbürtig!

Ja! ſagte Voß,vom Adel habt Ihr nur das wahrhaft Edle, den äußerlichen Schnickſchnack verachtet Ihr als wackere, deutſche Männer.

Als ob wir darin von Euch verſchieden wärkn, ſagte Graf Chriſtian;iſt doch nicht einer unter uns, der an äußerlichem Schnick⸗ ſchnack ſein Wohlgefallen hätte. Im Geiſte ſind wir eins!

Wollte Gott, es wäre ſo! entgegnete Voß;ja, bei Euch trifft's zu, aber da iſt der Cramer, dem iſt's bei uns zu bürgerlich;

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er hat ſich faſt ganz vom Verein zurückgezogen, er iſt zu vornehm und was iſt er denn? Nicht werth, Euch die Schuhriemen zu löſen, nun ja eines Kanzlers Sohn, ein feiner Herr, aber ſonſt, außer daß er mehr Geld hat, ein Adamskind, wie wir alle!

Ah, er iſt nicht ſo ſchlimm, im Grunde meint er's ehrlich! warf Graf Chriſtian ein,er liebt nur etwas den feinen Ton, und Ihr anderen habt ihn erſt auf die Sprünge gebracht; was neckt Ihr ihn immer mit ſeinem vornehmen Stande und ſeinen feinen Manieren!

(Fortſetzung folgt.)

Der tolle Jochim.

(Mit Abbildung.)

....Aber um Gotteswillen, Menſch! welch eine Kataſtrophe hat Dich zu ſolch einem verzweifelten Entſchluß gebracht? rief der Baron, indem er wie eine Granate in das Beſuchzimmer ſeines Freundes, des Aſſeſſors, eindrang.

Kataſtrophe?.. Entſchluß?.. ich verſtehe nicht, erwiderte jener verwundert.

Nun dann Gott ſei Dank, iſt es nicht wahr!.. die Haare ſtanden mir zu Berge, ich habe eine Furcht ohne Gleichen ausge ſtanden man hat in dieſem Jahre ſo viele Beiſpiele von Geiſteszerrüttung gehabt, daß...

Vielen Dank!... daß Du mich für wahnſinnig hieltſt, aber aus welchem Grunde?... dürfte ich mir doch wohl erlauben, Dich beſcheiden zu fragen

Der Baron ränuſperte ſich, ſah ſeinen Freund mit jovialem Geſichte an und ſagte dann:Ja, verrückt oder einer der wenigen vernünftigen, jungen Juriſten, welche die preußiſche Monarchie auf⸗ zuweiſen hat.

Der Aſſeſſor wandte ſich um und demaskirte ſo dem Blick des Barons zwei junge Leute, welche dieſer bei ſeinem Hereinſtürzen gar nicht bemerkt hatte. Er ſtellte vor:Meine Freunde, die Herren Referendaren....

Doch der Baron unterbrach ihn durch ein ſchallendes Gelächter. Famoſes Schickſal? rief er,ein reizendes Epigramm der launiſchen Göttin! Iſt mir aber ſchon oft ſo gegangen; wahrhaftig all mein Witz wird ſich noch in meinem Hirne verſteinern; denn jedesmal, wenn ich ihn gegen einen Stand loslaſſen will, tritt mir, wie hier der Stand in corpore entgegen!.. wenn ich Abgeordneter wäre, hahaha!... doch frugſt Du nicht, warum ich Dich für verrückt oder für hypervernünftig hielt? Ja, Du haſt mir eine Heidenangſt gemacht. Das Gerücht fama die tauſendzüngige Göttin hat die Alarmfackel unter Deine Freunde geſchleudert; mit ſcheuen Mienen flüſtert man ſich ins Ohr, daß...

Nun was.. zum Kukuk Du ſpannſt mich auf die Folter.

Daß Du heute.... Bemerken Sie, meine Herren, ich betone das Wortheute, und wir ſchreiben den 20. December daß Du alſo heute abreiſen willſt.

Nun, ja; ich reiſe heute ab was iſt denn da Merkwürdiges?

Nach Pommern abreiſen willſt.

Verſteht ſich nund und was?

Er geſteht! der Unglückſelige geſteht! rief der Baron mit hochtragiſchem Pathos!er will abreiſen vier Tage vor Weihnachten abreiſen nach Pommern! Aber Menſch, weißt Du denn, wo Pommern liegt? was Pommern iſt? wie Pommern ausſieht? Bietet Dir Dein zukünftiges Leben denn gar keine Aus⸗ ſicht auf Glück, daß Du Dich ſo muthwilliger Weiſe ins Verderben ſtürzen willſt? Was willſt Du dort? Was haſt Du dort zu ſuchen? Biſt Du ein Maikäfer, der ſeine hat? Nimm Dich in Acht! warte allen Ecken von den Kindern ſingen hören,daß Pommerland abge⸗ brannt iſt, Nach Pommern.. Menſch.. nach Pommern!

Die jungen Leute lachten aus ganzem Herzen über die Diatribe

des Barons. 1Ich kenne Pommern nicht, ſagte endlich meine beiden Freunde hier ſind Pommern und.. .Da haben wir die Beſcheerung! unterbrach der Baron wäre es nun nicht beſſer geweſen, ich hätte geſchwiegen.. Aber

Mutter im Pommerland bis April, dann wirſt Du's an

der Aſſeſſor,aber

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meine Herren, richten Sie ſelbſt! ich kann doch in kein Trappiſten⸗ kloſter gehen ich muß doch trotz des Schickſals, das mich verfolgt, ſprechen etwas ſagen! nehmen Sie es mir nicht übel, meine Herren!

Die beiden Referendaren verſicherten immer noch lachend dem Baron, daß ſie ihm nicht den geringſten Groll nachtrügen, weil er ihr Vaterland perſifflirt habe.

Aber dies wäre höchſtens Deiner Anſicht nach der Grund meines Verrücktſeins, meinte der Aſſeſſorund nun die Antitheſe? warum könnte ich auch eben ſo gut hypervernünftig ſein, wie Du ſagſt?

Erſtens, weil die Extreme ſich berühren, und dann... ich bitte um einige Augenblicke Aufmerkſamkeit, meine Herren dann iſt es meine unerſchütterliche Meinung, daß unter unſeren jetzigen politiſchen und ſocialen Verhältniſſen der juriſtiſche Stand am beſten eine frühzeitige Heirath verträgt!

Der Baron hatte vielleicht auf eine Unterbrechung oder auf ein fortgeſetztes Lachen ſeiner Zuhörer gerechnet; denn er hielt einen

Augenblick inne; doch er täuſchte ſich ein gewiſſes Etwas war wie ein Schatten über die Geſichter der drei jungen Leute gefahren;

das Lachen war mit einem Male verſtummt, und an ſeine Stelle war jenes conventionelle Lächeln getreten, welches wohl Jedermann kennt, und das das deutlichſte Zeichen iſt, daß man nichts ſehnlicher wünſche, als die Converſation auf einen andern Gegenſtand geleitet zu ſehen. Der Baron bemerkte dieſes alles in einer halben Secunde, jedoch er dachte nicht im geringſten daran, dem ſtummen Begehren ſeines Freundes und deſſen Gäſte zu willfahren.

Denn, fuhr er fortwenn jemand vier Tage vor Weihnachten eine Reiſe nach einem Lande unternimmt, wo ihm auf jeden zehn Schritten der Unfall paſſiren kann, vor Langerweile zu verſteinern, ſo muß dies einen Grund haben das ſieht wohl jeder ein; ſich in unbekannte Gegenden zur Zeit des Weihnachtsfeſtes zu begeben, iſt aber nach allgemeiner Logik noch niemandem eingefallen, der nicht die kühne Idee hatte, ſich zu dieſer Zeit ſeinem künftigen Schwiegerpapa vorzuſtellen, und, wenn er gefällt, am heiligen Abende unter dem Tannenbaume ſich ein hübſches Bräutchenaufbauen zu laſſen; dies iſt meine Meinung, die beiden Herren ſchweigen, ergo iſt es auch ihre Meinung! Nun ſprich! Herr Aſſeſſor warum willſt Du nach Pommerland?

Es wäre niemandem entgangen, der zufälliger Weiſe ſich in dieſem Zimmer befunden hätte, daß dem Aſſeſſor dieſe Frage höchſt unwillkommen war, und daß beſonders die Gegenwart der beiden Referendare dazu beitrug, ſeine Verlegenheit hervorzurufen. Endlich, nachdem er einen ſcheuen Blick auf einen der beiden jungen Leute ge⸗ worfen hatte, ſagte er:Du ſcheinſt Dich bei all Deinem Scharffinn dennoch zu täuſchen; ich folge nur der gütigen Einladung des Vaters meines Freundes(er wies auf den jungen Mann, den er vorhin angeſehen), der nicht gern die Weihnachtsfeiertage auf ſeinem Gute allein verleben möchte, da ſein Sohn und ſein Neffe hier mein anderer Freund die Hauptſtadt nicht verlaſſen können!

Ich muß geſtehen, erwiderte der Baron nach einigen Augen blicken Nachdenkensdaß Du mich beſchämſt das iſt hübe von Dir, Aſſeſſor ein ſchöner Zug, wahrhaftig werth 1. Herrn Juſtizminiſter zu Ohren zu kommen! Hm.. ja, jal ſo täuſch man ſich!. ſehr ſchön von Dir, Aſſeſſor! unſer undankbares La) hat nicht, wie Frankreich, Tugent.. J 4

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