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Iſt die Luft draußen mild, ſo wird vor der Hütte, unter dem „Schopfen“, einem Vordach, zu Abend geſpeiſt, dort rauſcht der Brunnen und ſtehen behagliche Bänke. Das Getränke bei dieſer Unterhaltung iſt meiſt lauteres Quellwaſſer.
Indeſſen gibt auch der eine oder andere manchmal ſeinen Brannt⸗ wein herum und dann wird„tabakelt“(in Geſellſchaft geraucht), ein Genuß, neben welchem ſich unſere Leute gerne der Gedanken an andere Freuden entſchlagen. Das Geſpräch erſtreckt ſich auf manche Vorfälle bei der Arbeit oder auf die Jagd, von welcher mancher der
Geſellen ein heimlicher Liebhaber iſt. Das Stroh ſeiner Schlafſtelle in
der Stube könnte davon zeugen— dort ruhen die Büchſen, bis ſie hervorgeholt werden, wenn der laue Sommerabend zum„Anſtand“ lockt. Im angrenzenden Salzburg, wo ein großer Theil der Be⸗ völkerung dem Intereſſe an Gegenſtänden von mehr allgemeiner Be⸗ deutung zugänglicher iſt, habe ich öfter gehört, wie Holzknechte ſich über Politik und Gemeindeangelegenheiten unterhielten— in Baiern bleiben ſie bei ihrem Leiſten. Iſt die Stimmung recht heiter ge⸗ worden, ſo ertönt wohl auch die anſpruchsloſe Muſik der Mundhar⸗ monika und dazu Almenlieder und Jauchzer. Während aber die
älteren bereits gähnen und ſich rüſten, auf die„Grat“ zur Ruhe zu
gehen, während ſie ſchon ihr Stroh aufbetten oder auch ihr„Raſch“ (das lange Gras, wie es in den Schlagen wächſt) und den Wetter⸗ mantel herablangen, der ihnen als Zudecke dienen ſoll, ſinnen die jüngeren Knechte auf Abenteuer. Der Künſtler hat ſchalkhafter Weiſe die Darſtellung dieſer beliebteſten ihrer Erholungen zum hervorra⸗ gendſten Tableau unſerer Bilderreihe gewählt. Jeder weiß ſeine Almenhütte, deren Inwohnerin längſt auf Beſuch wartet. Da ſchnitzt er Spähne zum Feueranmachen, zackt ſie am Rande ſchön aus und
nimmt einen ganzen„Buſchen“ oder„Burden“ davon mit, um ihn ſeinem Mädchen als Geſchenk zu Füßen zu legen.
Die Almerinnen ſchauen ſtolz auf ihren Spähnereichthum, weil, je größer der Spahn⸗ haufen, deſto größer die Anzahl ihrer Verehrer iſt, welche ihnen die ſauber zugeſchnittenen Hölzer bringen. Aus Erkenntlichkeit wird für den Beſuch ein Schmarren gekocht. Unter ſcherzhaften Reden und Singen vergeht die halbe Nacht, und oft ſteht die lichte Sonne ſchon wieder auf dem öſtlichen Gebirge, wenn ſie ſich trennen, um an ihre
Arbeiten zu gehen.
So verrinnt die Woche, und es kommt der Samſtag heran, an welchem jeder ſich der Rückkehr ins Thal und zu den Seinen freut. Gleich nach dem Eſſen wird der Rückſack gepackt und dann geht's hinab, der Ruhe und dem— Wirthshaus zu. Was einer findet, Beeren, ſchöne Schwämme, ſeltene Alpenblumen, nimmt er aus der Höhe mit hinab, und faſt alle tragen einen„Buſchen“ Holzſpähne bei ſich, die ſie unten verſchenken. An ſolchen Abenden wird die „Methbank“(wie einſt die Germanen ſagten) ſelten verlaſſen, ohne
daß das Gegentheil jener Schäferſcenen auf der Alm ſtattgefunden
hätte— Büſchel von Haaren bedecken nicht ſelten die Wahlſtatt. Doch es ergeht dieſen, wie den Helden Wallhalls— wenn die Zeit um iſt, ſitzen die Gefallenen wieder beim friedlichen Alkrug und trinken
mit den Feinden, welche nie aufgehört haben, ihre Freunde zu ſein.
Manche von ihnen begleiten die Stämme, an welche ſie auf den
wolkigen Gipfeln ihre Axt gelegt haben, als Flößer bis hinaus in das
laute Treiben der Welt. Das iſt wieder ein ganz eigenes Leben auf
den Balken, die den grünen Strom hinabſchwimmen, mit deſſen Schilderung man wohl den Raum mehrerer Nummern dieſer Zeit⸗ ſchrift füllen könnte.
Dieſe letzte Epiſode des Lebens des Holz⸗ knechtes mit den Säulen ſeines Bergwaldes deutet der Künſtler noch in der unterſten Abtheilung ſeiner Zeichnung an. Schon ſchäumen die milchweißen Wehren des quellenreichen Thalkirchen und über die Kiesinſeln des Stromes winkt den Reiſenden der zweithürmige Dom Münchens. Bald ſehen wir die Flößer wieder, ihr Beil auf dem Rücken, dieſelbe Strecke langſam zu Fuß zurückwandern, die ſie, von den hereinſchlagenden Wellen angenäßt, mit ihrem Fahrzeug auf dem unbändigen Alpenwaſſer durchflogen haben.
Es iſt einleuchtend, daß Menſchen, welche faſt das ganze Jahr
über in ſolcher Luft, bei ſolcher Arbeit, unter ſolchen Gefahren leben,
— Zeuge der Gefahren, die zahlloſen„Marterln,“ welche die Geſchichte von einem verunglückten Holzknecht darſtellen,— geſund und muthig werden müſſen.
Und es iſt in der That ein derbes, wackres, treuherziges Geſchlecht. Ich bin oft ſtundenlang mit einer der braunen Geſtalten durch die
Bergwälder gegangen und in die ſteilen Schläge hinaufgeklettert und habe ſtets gefunden, daß der Schweiß ihres mühſeligen Daſeins am ächten Menſchen nichts verkümmert hat. Ihre Unerſchrockenheit und Tapferkeit ſind unbeſchreiblich. Beim„Tabakeln“ kommen Heldengedichte zum Vorſchein, welchen nur der formende, geſtaltende Dichter fehlte. Sie ſind die wahren„travailleurs des Alpes“ und aus ihrem Treiben möchte ein Roman zuſammengeſchmiedet werden, von deſſen Wirkſamkeit ſich um ſo mehr erwarten ließe, je mehr der Poet den Gegenſtand blos abſchriebe, und je weniger er von den Ge⸗ bilden ſeines eigenen Vorſtellungsvermögens hineinmengte. Solche Naturſcenen und Lebensbilder bedürfen keiner excentriſchen Aus⸗ ſchmückung, um eine im einzelnen faſt ungeahnte Welt voll Herrlich⸗ keit und Kraft darzuſtellen. 1
Die Jäger nenne ich vor allem, welche voll des Lobes der harten Männer ſind. Wenn es gilt, Gemſen auf unzugänglichen Steigen zu treiben, hinabgeſtürztes Wild aus Schluchten zu holen, da denken ſie zuerſt an ihre Verbündeten, die Holzknechte. Es war bei der praſſelnden Flamme einer„Stube,“ als einer von ihnen, der Meiſter⸗ knecht, einem aufmerkſamen Zuhörerkreis eine kleine Geſchichte von Adlern erzählte, in die einer ſeiner Arbeitsgenoſſen verflochten war, und die ich zum Schluſſe auch dem Leſer mittheilen will.
Ein Forſtwart am See unten, berichtete er, nahm öfter zwei rieſige Adler wahr, welche hoch über die Flut an den Wänden hin⸗ zogen. Manchmal flogen ſie gegen den Schwarzkopf, manchmal gegen den Seekogel hinüber, und es verging längere Zeit, bis es augenſcheinlich war, daß ſie ihren Horſt an den„Rauhen Wänden“ beim Seekogel hatten. Der Forſtwart nahm ſich einen Gehilfen, der den Muth hatte, ſich an einem Seil ſoweit herabzulaſſen, bis ein weiteres Vordringen gegen den Horſt hinunter unmöglich ſchien. Dort legte er ein Tellereiſen, in welchem ſich ein weißer Hahn befand, der mit Waſſer und Futter verſehen wurde. Nach wenigen Tagen verſtummte ſein Krähen, der Jagdgehilfe ließ ſich wieder hinab und ſah den Adler im Eiſen, dem der eine Fuß zerquetſcht war— dem Hahn hatte er mit einem Griff ſeiner Krallen den halben Leib weg⸗ geriſſen. Mit gewaltiger Mühe ward der verwundete Vogel herauf⸗ gebracht. Es blieb nichts übrig, als ihn zu erſtechen.
Nach wenigen Tagen legte der Gehilfe ein neues Eiſen, um auch das Weibchen zu fangen. Das Thier ſtak ebenfalls mit dem Fuße im Eiſen, doch war derſelbe nicht gebrochen. Während der Mann mit ihm am Seile heraufgezogen wurde, zerriß es ihm ſeine dicke Joppe und ſeine Weſte, daß ihm das Blut den Leib hinabtroff. Es maß ſieben Schuh zwei Zoll mit ausgeſpannten Flügeln.
Das Junge aus dem Horſt zu holen, dazu wollte ſich niemand verſtehen. Ein Felsblock ſprang gerade über dem Loch, in welchem es ſich befinden mußte, an die zwei Klafter weit in die über dem Abgrund fließende, durchdunkelte Luft hinaus. Wie ſollte man unter dieſem durch nach dem Neſte kommen, und lief das Seil bei Verſuchen, ſich einwärts anzunähern, nicht Gefahr, an den ſchneidigen Kanten des vorſtehenden Blockes durchſägt zu werden? Aber Klaſei, ein Holz⸗ knecht, wagte es. Man ſchlang oben ein dickes Seil um die äußerſte Fichte am Abgrund, und er ſchwebte mit ſeinem Griesbeil bewaffnet hinab. Immer ſchwächer drang ſein Ruf:„Nachlaſſen!“ aus dem Schlund herauf, ſo oft eine Legföhre ihm den Weg ſperrte. Endlich hing er über dem Abgrund, gerade dem Loch gegenüber. Er ritt auf einem Kreuzholz, war mit Riemen ans Seil feſtgeſchnallt und fürchtete nichts. Er hackte ſich mit dem vorgeſtrecktem Griesbeil an der Wand feſt, zog ſich damit zum Horſte hinüber und nahm den Adler. Ein Jubelgeſchrei verkündete denen oben das Gelingen. In ſeiner Freude zerſtörte er die ganze Barrikade des Horſtes: die Legföhrenſtämme und Prügel. Was an getödteten Thieren drinnen lag, warf er in den Abgrund. Glücklich gelangte er mit dem Jungen hinauf, bei deſſen Anblick die eingeſperrte Alte ein klägliches Kreiſchen ausſtieß. Man brachte beide in einen Stall; einige Tage nachher wurde die Mutter von ihrem Sprößling aufgefreſſen.
Klaſei aber erreichte auf einem andern Wege den Abgrund, in welchen er die aus dem Adlerhorſt genommenen Thiere geworfen hatte. Er fand ſie mit leichter Mühe wieder. Es waren die Ueber⸗ reſte eines weißen Berghaſen, ein Bromhendel(Auerhenne) und ein Schildhahnl(Birkhahn). Der Geſtank der Adlerhöhle, der ihm noch in der Naſe lag, hinderte ihn nicht, ſie auf der„Stube“ mit größtem Behagen zu verſpeiſen. Noé.


