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rückwarf nach Emmerich, trat das Dach des alten Hauſes auf dem Werder wieder zwiſchen den Bäumen hervor.„Heda, mein Freund!“ ſagte Wartenberg zu dem Poſtillon,„Ihr kennt doch die Gegend hier herum. Wißt Ihr, weſſen Haus das dort unten zwiſchen den Tannen und Föhren gelegene iſt?“—„Ei wohl, Euer Gnaden!“ antwortete der Roſſelenker lachend.„Mit dem Eigenthümer des alten Kaſtens kommt niemand gern in Berührung. Dort wohnt Meiſter Zwoller, der Scharfrichter, und ſein Sohn, der Henker von Weſel.“ Der Freiherr that einen leiſen Schrei, ſein Antlitz wechſelte die Farbe, und tief aufſeufzend lehnte er ſich in die Kiſſen des Wagens zurück.
In Köln an der Spree And df dem alten Leipziger Thore zu erlin.
Der Stadttheil von Berlin, welcher Neu⸗Köln genannt wird und in welchem ſich heutzutage ein reges, gewerbliches Leben zeigt, war in der letzten Hälfte des 17. Jahrhunderts noch eine ſehr öde, faſt unangebaute Gegend. Urſprünglich nur ein ſchmaler, zwiſchen zwei Ausflüſſen der Spree gelegener Werder, hatte ihn der große Kurfürſt bei der von Memhardt begonnenen Befeſtigung Berlins mit in den Rayon der neuen Werke ziehen laſſen, und die Bebauung dieſes wüſten Stadttheiles ſollte nun beginnen. Doch nahte das Project nur langſam der Vollendung. Wenige Häuſer und Gärten zeigten ſich neben den vom Kurfürſten angelegten Salzmagazinen, die Fluten der Spree wälzten ſich ziemlich trübe zwiſchen der neuen Böſchung des Ufers und durch die Brücken, welche Neu⸗Köln mit Alt⸗Köln und dem Köpnicker Thore verbanden. Dieſes Thor ſtand rechts von der Brücke, und heute iſt noch an jener Stelle ein Haus zu ſehen, über deſſen Thüre ein Simſon, welcher die Thorflügel trägt, in Stein gehauen, prangt.
3 Daß die Gegend alſo eine ſehr einſame war, bedarf keiner Er⸗ wähnung weiter. Im Jahre 1688, wo unſere Erzählung begann, hatten ſich jedoch ſchon verſchiedene beſſere Gebäude hier erhoben. Sie zeigten alle nach der Straße kleine Vorgärten, und man konnte an die Hintergebäude mittelſt eines Kahnes gelangen, wenn man, von Berlin oder Alt⸗Köln kommend, nicht die Brücke paſſiren wollte. Eines dieſer beſſeren Häuſer war, gegen das Ende der Straße, auf der Spitze des Werders erbaut, und die gegen den Spreefluß hinaus⸗ gehenden Fenſter ſeiner Hinterfronte ſahen über das Waſſer hinweg auf die Häuſer der Stralower Straße, auf die Brücke, welche den nördlichen Feſtungsgraben mit dem Stralowerthore verband und auf die vor demſelben liegenden Gärten und Wieſen. Der Eingang zu dieſem Hauſe war durch den ziemlich geſchmackvoll angelegten Vor⸗ garten faſt verdeckt, man mußte wenigſtens erſt durch einen dichten Laubgang, von beſchnittenen Hecken gebildet, wandern, um an das Thor zu gelangen, über deſſen quadratförmiger Steinfaſſung ſich ein Blechſchild zeigte, auf welchem zwei Männer mit Perrücken, langen Talaren und großen Büchern in den Händen, abgebildet waren, unter dieſen Figuren ſtand das Wort:„Druckerey“.— Hier war alſo eine Stätte, von welcher Licht ausging und den Bewohnern Berlins ſowohl, wie den weiter Entfernten in dem Kurfürſtenthum Brandenburg ſtrahlte. Der Beſitzer dieſes Etabliſſements war Herr Aahen cnn ah der mit ſeinem Sohne Henning das Geſchäft mit großem Glücke betrieb, obwohl es i it ni Concurrenten fehlte. 6 thn ſchen an ſener Zeitnicht an Die Uhren auf der Petri⸗ und Kloſterkirche hatten bereits die ſiebente Abendſtunde geſchlagen, die Gehilfen und Hausleute des Herrn Ringwald waren ſchon über die Brücke in die Stadt gegangen, und der alte Buchdruckereibeſitzer ſchickte ſich an, ſein Haus zu ver⸗ laſſen, um ebenfalls im Rathskeller von Alt⸗Köln den Abendkrug voll guten Duckſteiner Bieres zu leeren. Als der Hausherr, ſeinen runden Hut auf die weißen Locken gedrückt, das mächtige ſpaniſche Rohr mit verſilbertem Knopfe ergriffen hatte, wendete er ſich nach der Thüre, die auf den Flur führte, öffnete dieſelbe und rief zwei Mal mit ſonorer Stimme:„Chriſtine, Chriſtine!“—„Ich komme gleich, Oheim!“ ſo ſchallte es als Antwort von der Treppe herab, bald darauf erſchien Ln e Perſon, welcher jene Stimme angehörte, in der geöffneten
Es war ein junges Mädchen von achtzehn Jahren mit ſehr heiterem, faſt verſchmitztem Antlitze, zierlich gewachſen, mit allerliebſten Händen und Füßen— eine derjenigen Erſcheinungen, von denen
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man zu ſagen pflegt, ſie ſeien die gute Stunde, oder der Frohſinn in Perſon.
„Ihr geht, Oheim?“ ſagte das hübſche Mädchen.„So iſt es, Tina. Ich erwarte heute Abend noch im Rathskeller den Altſchöffen Kuhne, wegen des Druckes der Verordnungen.“—,Dann bleibt Ihr lange aus, Oheim?“ lachte das Mädchen.„Es heißt immer ſo, wenn Ihr lange ausbleiben wollt. Verordnungen, oder Verkün⸗ digungen oder Reden, die gedruckt werden.“—„Still, Naſeweis! Es iſt heute ernſthaft— ſehr ernſthaft. Na— ja nur um der Verordnungen willen kommen wir allerdings nicht zuſammen, aber es geht Großes vor ſich, Du weißt es auch. Man wird heute viel Neuigkeiten hören, vielleicht ſchwere, ſchlimme. Der gnädige Herr Kurfürſt Friederikus Wilhelmus, den wir mit Recht den Großen nennen, ſoll in Potsdam am Sterben ſein— neues Regiment ſteht uns bevor— Gott lenke alles zum Beſten.“—„Ich hab wahrlich um den gnädigſten Kurfürſten Trauer genug im Herzen!“ ſagte Chriſtine, ihren hübſchen Mund ein wenig verziehend.„Aber, daß es nach ſeinem Hinſcheiden gar ſo ſchlimm werden ſollte, das vermag ich nicht zu glauben. Ich bin zwar in den hohen, gelahrten Dingen, darinnen von Völkerregiment die Rede iſt, nicht im geringſten erfahren, und ich kenne die großen Herren außer der Mark ja nur von der Chronika unſerer Zeit her, die zu Frankfurt am Main gedruckt und mit Kupfern verziert iſt, aber ich denke mir, unſer Karprinz wird ein trefflicher Herr werden. Hat er Euch, Oheim, nicht ſelbſt gar leutſelig ange— redet, als Ihr ihn mit den Bürgern bei ſeiner Hochzeitsfahrt begrüßt habt? und iſt nicht ſeine Gemahlin die hochberühmte Sophie Char⸗ lotte, ein Muſter aller weiblichen Tugend und zugleich ein Wunder an Gelehrſamkeit? nein— gebet Acht: die Künſte, die Gelehrtheit— alles das wird blühen und damit zugleich die ehrſamen Buchdrucker.“
„Na— will's wünſchen!“ ſagte der Alte.„Ich werd's nicht lange mehr durchmachen, das neue Regiment. Henning kann ſehen, wie er mit all den Leuten auskommt. Hoffentlich gut. Ich denke, er wird mit ſeiner Baſe ſchon die Wirthſchaft und die Buchdruckerei, das Haus und den Garten unter Obhut halten, wenn ſie mich ein Mal zum Thore hinaustragen. Wie?— hm?“ Er kniff bei dieſen Worten in die friſche Wange der hübſchen Chriſtine. Chriſtine ſenkte den Blick zu Boden, zupfte ihre Schürze zurecht und ſeufzte leiſe, dabei ſchüttelte ſie das Haupt.
„Du biſt immer ſchnippiſch und übellaunig, wenn ich auf den Henning zu ſprechen komme!“ ſagte der Alte, ärgerlich mit dem Rohrſtock den Boden ſtampfend.„Weshalb denn? iſt es nicht ein guter Junge? wie? was haſt Du an ihm auszuſetzen? ich habe Dir ſchon oft geſagt, daß es mein größter Wunſch iſt, Euch beide noch vor meinem Ende in die Marienkirche geleiten und Eure Ehe dort ein⸗ ſegnen laſſen zu können. Als ich nach dem Tode Deiner Eltern Dich ins Haus nahm, Tina— damals lebte meine gute, treue Dore noch— dachte ich, wenn ich Dein nettes Geſicht, von der dicken Kin⸗ dermütze eingefaßt, anſah: das wird ein Mal für Henning eine ganze, wackere Frau— aber es iſt wahrlich, als ſollte man nicht die Lieblingswünſche erfüllt ſehen, denn Du, Tina, ſcheinſt für Henning gar nichts— nichts, das Geringſte hier— unter„Deines Mieders Harniſch“, wie die Dichter ſagen, ſchlagen zu fühlen!“
„Halt, Oheim!“ rief ſchnell das Mädchen,„da irrt Ihr Euch. Das habe ich nie ausgeſprochen. Ich bin eine ſehr gute Freundin von Henning, aber——“.
„Nun aber? heraus damit! Steckt Dir vielleicht ein anderer im Kopfe— da ſollte ja— nein, nein. Wenn's wäre, es wäre mir nicht eben lieb, aber meines Bruders Kind ſollte nicht zu dem heiligen Eheſtande gezwungen werden, wenn Du den Henning nicht liebſt— ich will Dich nicht mit Gewalt unter die Haube bringen, nur thut mir's leid. Ich dachte, es ſollte Euch beiden einſt wohl ſein hier im Hauſe zu Neu⸗Köln an der Spree.“
Der Alte war an das Fenſter getreten und trommelte mit den Fingern die Scheiben. Chriſtine trat leiſe zu ihm, legte ihre runden Arme auf ſeine Schultern, wobei ſie ſich freilich auf die Spitzen heben mußte, Ringwald drehte das Haupt herum und ſah ihr wehmüthig lächelnd in die klaren Augen.
„Ihr müßt nicht alſo reden, Oheim!“ begann Chriſtine.„Wer hat Euch denn geſagt, daß ich den Henning durchaus nicht will? frage ich noch ein Mal; aber es muß auch klar werden zwiſchen uns beiden. Henning iſt ein hübſcher, ganz geſcheidter Junge, aber O ſ X‿ — frei heraus, Ihr ſeid zu nachſichtig gegen ihn.“„Tina 7
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