Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
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geweſen, doch das Wie blieb ihm ein Räthſel. Als die Sturzſee und die Fluten ſchlugen über den Stumpfen der gebrochenen Maſten heranrollte, hielt er ſeinen Vater umklammert, dann waren ihm die zuſammen. Der fliegende Holländer hatte ſein Opfer erhalten. Sinne geſchwunden.Mir aber, ſchloß der alte Stamann ſeine Erzählung,war Mir gab jedoch dieſe wunderbare Rettung mein volles Gottver⸗ in jener furchtbaren Nacht mein braunes Haar weiß gebleicht. trauen wieder. Als ich den Knaben verbunden auf ſein Bett gelegtUnd der kleine Wilhelm? hatte und das Deck betrat, da überraſchte es mich nicht, als ich einIch brachte ihn nach Holland zu ſeinen Verwandten. Als ich Schiff mit vollen Segeln auf uns zukommen ſah. Ich wußte, daß Capitän wurde, da habe ich ihn zu einem tüchtigen Seemann heran⸗ mein Gebet in der Nacht erhört, und daß uns Hilfe nahe war. Ein gebildet. Jetzt führt er ſein eigenes Schiff, das er zum Andenken an

Der fliegende Holländer.

Originalzeichnung nach dem Oelgemälde von W. Boſch in Düſſeldorf.

Boot holte uns ab, ein heimkehrender Oſtindienfahrer nahm uns auf ſeinen treuen Hund Pluto getauft hat. Er fährt ſehr glücklich und das menſchenfrenndlichſte auf. hat wohl ſchon zwanzig Mal ohne Unfall das Cap paſſirt. Aber er

Als wir an Bord des fremden Schiffes waren und noch einen iſt auch kein Freigeiſt, wie ſein unglücklicher Vater, und ſegelt nie an Blick nach demFreitag warfen, da öffnete ſich die Tiefe unter ihm, einem Freitage.

Kus dem ſteieriſchen Wildſchützenleben.

In einem jener langgeſtreckten Thäler, welche ſich ſüdöſtlich von Herumſchlendern auf den Bergen, deſertirte und in Folge deſſen von Auſſee zwiſchen Enns und Muhr in die niedrigere Tauernkette hin⸗ allen Seiten in ſeinen Schlupfwinkeln verfolgt wurde, geſtaltete ſich einziehen, war Johann Wildengruber als der gefährlichſte aller Wild⸗ für ihn der Aufenthalt in den hohen Einöden zur Nothwendigkeit, ſchützen bekannt. Man hieß ihn allgemein nur den Schützenhans. weil ihn überall der Kerker erwartete und ihm, wenn er dieſen nicht Es war ein Burſche von ungefähr vierundzwanzig Jahren, deſſen wollte, nichts anderes übrig blieb, als ſeinen Unterhalt mit der Büchſe Vater einen ziemlich anſehnlichen Hof beſaß. Zuerſt hatte er dem zu ſuchen. Freilich ging es ihm dabei herzlich ſchlecht; bei Nacht verbotenen Waidwerk aus bloßer Luſt ſich hingegeben; als er aber, mußte er meiſt im Freien unter einem überhängenden Stein oder ſpäter zum Militär abgeſtellt, aus Heimweh nach dem liebgewordenen! unter den Legföhren ſchlafen, und für das Wildpret gab man ihm

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