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muntere Knabe ſchloß ſich eng an mich an, und da auch ſein Vater mich wohl leiden mochte, war ich in meinen Freiſtunden faſt immer um ihn. Ein großer Neufundländer Hund war der dritte in unſerm Bunde. Er war mit dem Knaben aufgewachſen, ſein treuer Spiel⸗ kamerad und wich faſt nie von ſeiner Seite.
„Anfangs hatten wir eine ſo gute Reiſe, wie ich ſie nie wieder erlebt habe, ſtets das prachtvollſte Wetter und günſtigen Wind. Wir brauchten nie die Bramſegel zu bergen, geſchweige denn ein Reff einzuſtecken. Nach ſechs Wochen hatten wir bereits die Höhe des Caps erreicht, und faſt ſchien es, als ob der Capitän Recht haben ſollte.
„Eines Mittags jedoch, es war grade wieder Freitag, änderte ſich plötzlich das Wetter. Der klare Himmel bezog ſich mit einem gleichmäßigen Grau, durch welches die Sonnenſcheibe bleich und ſtrahlenlos blickte, und in Südweſt kam eine drohende dunkle Bank mit meſſerſcharfen Rändern langſam am Horizonte auf, von der ſich einzelne ſchwarze Flocken ablöſten und mit Blitzesſchnelle über die graue Wolkendecke jagten.
„Die See wurde unruhig und brach hohl und dumpf rauſchend zuſammen; die Captauben flatterten ängſtlich und in dichten Scharen über unſeren Köpfen, und die Sturmvögel kreiſchten, daß es durch Mark und Bein ging.
„Jeder von uns ſah, daß ſchlecht Wetter im Anzuge war, und der Capitän ließ auch, obwohl es noch gar nicht ſchwer wehte, alle Leinwand bis auf die Sturmſegel fortnehmen.
„Nun war ja ein Sturm nichts ſo Beſonderes; unſereiner macht hunderte durch, ohne ſich viel darum zu kümmern, und namentlich wir, mit einem neuen, feſten Schiff unter den Füßen und freiem Waſſer unter Lee, brauchten uns nicht daran zu kehren— aber an jenem Tage war es ſo anders, und jeder fühlte, daß etwas Schlimmes in der Luft lag. Die Bank zog ſehr langſam herauf, aber während ſie wie eine ſtarre Mauer dazuſtehen ſchien, zuckte und bebte es in ihren weißgrauen Rändern, und ein Schein, wie ſchwaches Wetterleuchten, flammte hinter ihnen auf. Dabei hörten wir plötzlich ein ſeltſames Geräuſch. Es war nicht das Rauſchen der See und auch nicht der Wind im Takelwerk, nein, hoch oben in den Lüften tobte es ſo un⸗ heimlich, anfänglich in weiter Ferne, wie grollender Donner, und dann näher und näher, wie das Getöſe einer Schlacht. O wie ſchaurig das war! Niemand von uns hatte je etwas Aehnliches erlebt. Und nun kam die Nacht dazu, ſo dunkel und ſo ſchwarz. Die See brach brüllend zuſammen, und ihre Kämme ſchäumten in grünlichem Lichte. Allmählich wuchs auch der Wind, und das Schiff ächzte und ſtöhnte unter ſeinem Drucke, als ob es Leben hätte.
„Ich hatte Freiwache, aber an Schlaf war nicht zu denken. Es trieb mich mit Gewalt nach oben und dort fand ich auch ſchon die ganze Mannſchaft. Aber heute hörte man kein Läſtern und Fluchen. Schweigend hielten ſie ſich an der Verſchanzung feſt und blickten in die Nacht hinaus. Eine innere Angſt ſprach aus ihren Geſichtern, und ſie waren todtenbleich. Ich glaube, es packte ſie plötzlich, daß es wieder Freitag war, und das Toſen in der Luft rüttelte an ihren un⸗
gläubigen Herzen.
„Mir ſelbſt lag es ſchwer auf der Seele wie die Ahnung eines entſetzlichen Unglücks. Der Capitän war einen Augenblick in die Cajüte gegangen, um nach der Karte zu ſehen; ich folgte ihm, denn mich ergriff auf einmal eine ſchreckliche Angſt wegen des Knaben, den ich nicht auf dem Deck ſah. Doch dieſer lag ſchlummernd auf ſeinem Bette, treu bewacht von dem Hunde, der aufmerkſam die klugen Augen auf ihn gerichtet hielt. Die friedlichen Athemzüge des Kindes be⸗ ſchwichtigten meine Angſt, ſchon wollte ich die Kammer wieder ver⸗ laſſen— da ertönte an Deck plötzlich ein gellender Schrei. Der Capitän ſtürzte an mir vorbei nach oben; der Knabe erwachte und verlangte nach ſeinem Vater. Ich brachte ihn hinauf, aber mein Blut erſtarrte in den Adern, als ich das Deck betrat. Es war nicht mehr Nacht, ſondern heller Tag. Der gelbe Schein über den Rän⸗ dern der Bank flammte wie eine Feuersbrunſt und erleuchtete Schiff und See.„Das Getöſe in den Lüften war furchtbar, als ob hundert Gewitter ihre Donner entlüden, und aus der ſchwarzen Bank zuckten und ſprühten dunkelrothe Blitze. Dabei heulte der Sturm im Takel⸗ werk und die See ziſchte brauſend auf.
„Doch das war es nicht, was jenen gellenden Angſtſchrei der Mannſchaft erpreßte und uns alle in jähem Schrecken gebannt hielt—
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nein, dort, dort in der Bank war es, das bleiche Geſpenſt, das uns das Blut aus den Herzen trieb. Dort kam es her über das Waſſer, wie von Dämonen getrieben; in geiſterhaftem Lichte glühten Segel und Rumpf, auf den Spitzen der Maſten und Raaen hüpften die bläulichen Flammen der Elmsfeuer— nein, das war kein Schiff, das war der fliegende Holländer, der auf uns zuſtürmte, um Rache zu nehmen für das Segeln am Charfreitag, für das Fluchen und Läſtern der gottloſen Mannſchaft, für den Unglauben und Spott des Capitäns.
„Immer näher kam das Geiſterſchiff, immer höher und rieſiger wuchſen ſeine Formen. Wie auch der Sturm brüllte und die See ſich thürmte, ſie vermochten ihm nichts anzuhaben; mit vollen Segeln zog es daher, ohne daß die Maſten brachen, ſein dunkler Rumpf glitt über die ſchäumenden Wogen, ohne daß es ſchwankte. Jetzt flog es an uns vorüber, ganz nahe— wir ſahen alles genau. Das Deck war leer, kein Menſch auf ihm, aber oben auf dem Halbdeck, da ſtand eine Geſtalt. Deutlich konnten wir die Züge unterſcheiden, das Haar flatterte im Sturme, und drohend war der Arm gegen uns erhoben. Das war er, der fliegende Holländer, der alte van Straten, der am Charfreitag geſegelt war, der geſchworen, das Cap zu umſegeln, ſollten auch Himmel und Hölle gegen ihn ſein, und der dafür in Ewigkeit kreuzen muß. Wehe dem Schiffe, dem er erſcheint, es iſt unrettbar dem Untergange geweiht! Ich konnte den furchtbaren Anblick nicht länger ertragen; ich fiel auf die Knie und betete. Ich wußte, daß wir verloren waren; ich betete auch nicht für mich, aber für den un⸗ ſchuldigen Knaben— da ertönte plötzlich ein Krachen, als ob der Erdball ſich ſpaltete, Millionen Blitze flammten am Himmel auf— dann war es auf einmal Nacht. Das Geiſterſchiff war verſchwunden, das Getöſe in der Luft hatte aufgehört, der Sturm ſchwieg, und es herrſchte einen Augenblick Todtenſtille, aber jetzt brannten die Elms⸗ feuer auf unſeren Raaen und Maſten— das waren die Todtenfackeln. Und wie ſie ſo ſchaurig tanzten und flackerten, da ſchlug der Donner einer brechenden Sturzſee an unſer Ohr— das war das Grab⸗ geläute! Langſam wälzte ſie ſich heran; ihr ſchäumender Kamm glühte wie ein Feuermeer— jetzt hatte er das Schiff erreicht, brül⸗ lend rollte er darüber hin und begrub es unter ſeinem kochen⸗ den Giſcht.
„Als ich wieder zur Beſinnung kam,“ fuhr der Erzähler nach einer Pauſe fort, während der er ſich die Schweißtropfen von der Stirn wiſchte,„glaubte ich einen ſchweren Traum geträumt zu haben. Es war lichter Tag, die Sonne ſchien hell und klar vom Himmel herab, und das Schiff wiegte ſich leiſe auf den Wogen.
„Als ich jedoch den erſten Blick um mich warf, da wußte ich auch daß alles, alles furchtbare Wahrheit geweſen war. Ich befand mich noch auf dem„Freitag“, aber wie ſah er aus? Die Maſten waren gebrochen, Boote und Verſchanzung fortgeſchlagen, das ſchöne Schiff ein totales Wrack. Mich hatte die Sturzſee durch die Thür des Halbdecks geſchleudert, dadurch war ich gerettet. Ich hatte ſechs bis acht Stunden ohne Beſinnung gelegen, war jedoch ſonſt ohne ernſt⸗ lichen Schaden davongekommen.
„Von der⸗übrigen Beſatzung war niemand da, die See hatte alle mitgenommen in ihre dunkle Tiefe. Ich war allein übrig geblieben, allein gerettet, aber freilich nur, um eines langſameren und qualvolleren Todes zu ſterben. Das Schiff befand ſich in ſinkendem Zuſtande, im Raum hörte ich bereits das eindringende Waſſer hin und her⸗ rauſchen; nur noch wenige Stunden konnte es ſich flott halten, dann wurde auch ich mit ihm im Meere begraben.
„Verzweiflung ergriff meine Seele; ich hatte keine Kraft mehr, zu beten, wie in voriger Nacht; ſchon wollte ich durch einen Sprung über Bord meinen Leiden ein Ende machen, da fühlte ich mich plötzlich von hinten berührt. Erſchreckt ſah ich mich um,— es war der Hund, der ſeine klugen Augen bittend auf mich gerichtet hielt. Eine freudige Ahnung durchzog mein Herz, und die Verzweiflung ver⸗ ſchwand. Ein leiſes Wimmern an der andern Seite des Halbdecks ließ ſich hören. Der Hund lief ſchleunigſt dorthin, und als ich ihm nacheilte, fand ich meine Ahnung beſtätigt. Dort lag mein armer Wilhelm, der Sohn des Capitäns, mit blutendem Haupte und ſo eben aus feiner Betäubung erwacht. Wie er dorthin gekommen, wußte er nicht; als er zu ſich kam, ſaß ſein treuer Hund neben ihm und leckte zärtlich ſein Geſicht. Wahrſcheinlich war dieſer auch ſein Retter
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