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recht herzlich verleidet. Am liebſten höre ich mich Frau von Bis⸗ marck nennen, das erinnert mich ſo freundlich an eine ſtille, frohe Zeit, wo Otto und ich als beſcheidene Landedelleute an der Elbe auf unſerem alten Schönhauſen Muße hatten, einander und unſeren Dorfleuten zu leben,— jetzt gehört mein Mann der ganzen Welt an!“
„Liebes Kind, die Zeiten von Schönhauſen kehren uns, ſo Gott will, noch einſt wieder, wenn wir alt ſind und die Welt uns nicht mehr gebrauchen kann!“ und Graf Bismarck nickt ſeiner Frau mit einem herzlichen Lächeln zu.
„Wenn Du die Bedingung ſtellſt, dann iſt's mit Herrn und Frau von Bismarck auf Schönhauſen für immer vorbei— Du wirſt nie alt, ſo lange noch eine Faſer an Dir lebt, und auch die wird die Welt noch gebrauchen!—— Doch Sie wollten von der Kochkunſt im Felde erzählen!“
„Ich wollte nur bemerken, gnädige Gräfin, daß unſer redliches, gaſtroſophiſches Streben im allgemeinen weit höher ging, als Eier und Speck in die Pfanne zu ſchlagen. Es iſt wirklich erſtaunlich, welch ein enormes Kochgenie die Officiere zu Zeiten entwickelten und welche Ungeheuerlichkeiten von unmöglichen Beefſteaks, ragouts fins und halb oder ganz verbrannten Enten und Gänſen ſie im Schweiße ihres Angeſichts zu Stande brachten, als legten ſie alle Abende Hen⸗ riette Davidis oder den gaſtroſophiſchen Baron von Vaerſt andächtig unter ihre Kopfkiſſen— nein, unter ihre Torniſter, denn Kopf⸗ kiſſen gab's hin und wieder nur mal für Sonntagskinder!“
„Auf Kopfkiſſen“ fällt der Miniſterpräſident ein—„hätte ich nun ſchon ganz gerne verzichtet, wenn's nur immer eine leidlich reine Streu gegeben hätte. Das Stroh war aber bei dem rieſigen Häckſelappetite unſerer Pferde ein zu koſtbarer und geſuchter Artikel, als daß er für unſere Bequemlichkeit verwendet werden konnte. Die verwetterten böhmiſchen Matratzen, in der Mitte hoch, an den Seiten abſchüſſig und oben und unten zu kurz, machen mir noch jetzt Kreuz⸗ ſchmerzen, ſo oft ich daran denke. Ein Mal habe ich ſogar auf offenem Markte campirt. Ich komme nach der Schlacht von König⸗ grätz in finſterer Nacht mutterſeelenallein in ein abſcheuliches böh⸗ miſches Neſt mit einem unausſprechlichen Namen. Den König hatte ich, auf ein hartes Sopha gebettet, verlaſſen. Alle Häuſer ſind dunkel und verſchloſſen. Ich klopfe an ein halbes Dutzend Thüren, zerklopfe ein Dutzend Fenſter— keine Seele meldet ſich. Da tappe ich durch einen Thorweg auf einen ungepflaſterten Hof— plötzlich hört der Boden unter meinen Füßen auf, und ich ruhe ziemlich ſanft auf einem Düngerhaufen. Mit der Weichheit meines Lagers hätte ich nun ſchon zufrieden ſein können— aber an die Odeurs wollte ſich meine Naſe durchaus nicht ſo ſchnell gewöhnen. Ich rapple mich alſo wieder auf, komme auf die Straße und endlich auf den Markt⸗ platz. Da ſteht ſo etwas von Säulenhalle— ob's ioniſche oder doriſche oder böhmiſche⸗Säulen waren, kann ich nicht verrathen, doch glaube ich das letztere. Ahl denke ich, Glückspilz, hier haſt Du doch wenigſtens ein Dach über dem Kopfe— und ſtrecke mich auf die bloßen Steine nieder. Da fühle ich nur zu deutlich, daß hier den Tag über ſchleppfüßiges Hornvieh geſtanden hat— aber ich rücke und rühre mich nicht, ſo ſehr hatte ich die Luſt zu einer neuen Odyſſee verloren. Ich war todtmüde und ſchlief bald wie ein Murmelthier. Und doch war dies noch nicht das ſchlechteſte Nachtlager, das ich in Böhmen fand,— mit Grauſen und Hüftweh denke ich an eine Nacht in einer Kinderbettſtelle zurück!“
„Kinderbettſtelle?— Preußens Miniſterpräſident in einer Kinderbettſtelle—— wie ſtellten Sie das an, lieber Graf?“
„O, das war leider ſehr einfach, meine Gnädige— ich klappte mich zuſammen wie ein Taſchenmeſſer!“
Solche Plaudereien, meiſtens an kleine Abenteuer und Anecdoten des jüngſt beendeten Krieges anknüpfend, da faſt ſämmtliche Herren der Geſellſchaft als Johanniterritter oder Officiere die Schlachtfelder geſehen hatten, flatterten heiter um die reiche Tafel.
Beim Deſſert erſchienen die Töchterchen des Hauſes. Dieſe engliſche Sitte iſt neben der engliſchen Umgangsſprache in den Häuſern der preußiſchen Ariſtokratie heimiſch geworden, ſeit Prinzeß Royal Victoria von England Preußens Kronprinzeſſin iſt.
Kaffee, Liqueur und Cigarren werden im Salon gereicht.
„Den Werth einer guten Cigarre lernt man wirklich erſt ſchätzen, wenn ſie die letzte ihres Stammes und wenig Ausſicht auf Erſatz iſt,“— ſagt Graf Bismarck und gibt ſich mit Behagen dem Genuß ſeiner vorzüglichen Havanna hin.—„Bei Königgrätz hatte
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ich nur noch eine einzige Cigarre in der Taſche, und die hütete ich während der ganzen Schlacht, wie ein Geizhals ſeinen Schatz. Ich gönnte ſie mir nämlich augenblicklich ſelber noch nicht. Mit blühen⸗ den Farben malte ich mir die wonnige Stunde aus, in der ich ſie nach der Schlacht in Siegesruhe rauchen wollte. Aber ich hatte mich ſchon wieder verrechnet— mit dem einen Rechenfehler iſt es alſo doch ein mißlich Ding!“
„Und wer machte Ihnen einen Strich durch die Rechnung?“
„Ein armer Dragoner. Hilflos lag er da, beide Arme waren ihm zerſchmettert, und er wimmerte nach einer Erquickung. Ich ſuchte in allen Taſchen nach— ich fand nur Gold— und das nutzte ihm nichts... doch halt, ich hatte ja noch eine koſtbare Cigarre! Die rauchte ich ihm an und ſteckte ſie ihm zwiſchen die Zähne... das dankbare Lächeln des Unglücklichen hätten Sie ſehen ſollen... ſo köſtlich hat mir noch keine Cigarre geſchmeckt, als dieſe, die ich— nicht rauchte!“
Der Graf iſt an das Fenſter getreten und ſchaut in den mond⸗ hellen Abend hinaus—„Ah! dort liegt Mönchgut ja ſo klar vor uns, wie am hellen Tage! Dieſe vom Meer faſt bis auf die Gräten zerfetzte Halbinſel iſt doch ein wunderlich Stücklein Erde. Ich kann lebhaft nachfühlen, daß die lieben närriſchen Mönchguter in ihrer ſchlichten Urſprünglichkeit und Abgeſchloſſenheit von aller Welt die glücklichſten Geſchöpfe ſind. Das, was wir Kinder der Welt Glück nennen, kennen ſie kaum dem Namen nach— ſie entbehren es alſo auch nicht. Ein Boot— eine Hütte— Weib und Kind.... und ſie haben alles! Wenn der Neid nicht ein gar zu garſtig Ding wäre, ich könnte dieſe Naturkinder um ihr Leben ohne Sturm und Kampf, ohne Ehrgeiz und ohne ſchlafloſe Nächte beneiden.... Ich habe da von nreignen, patriarchaliſchen Sitten auf Mönchgut gehört — was hat das mit der„blauen Schürze“ für eine Bewandniß?“
„Dieſe originelle Volksſitte iſt nun auch faſt verſchollen,“ entgegnete ich,„ſie, wie alles echt Volksthümliche, verkriecht ſich vor dem Lächeln der ſpottſüchtigen Welt immer tiefer, bis man ſie zuletzt gar nicht mehr wieder finden kann. Ich wanderte noch in dieſen Tagen durch Mönch⸗ gut und fragte auch nach der blauen Schürze. Die Leute ſahen mich groß an und dachten, ich wollte ſie zum Beſten haben. Endlich traf ich eine uralte Frau— die hatte einſt ſelber ihre blaue Schürze vor die Hausthür gehängt. Sie erzählte mir auch davon. Die Mönch⸗ guter heirathen nur untereinander; man findet darum einzelne Namen auf der ganzen Halbinſel immer wiederkehrend. Wenn nun ein Mönchguter Mädchen der alten Zeit ein kleines Heirathsgut hatte, eine Hütte oder auch nur ein Heringsboot, ſo war ſie dadurch be⸗ rechtigt, ſich ſelber einen Mann zu wählen. Wollte ſie die„Frijagd“ — ihre Jagd auf einen Freier beginnen, ſo hängte ſie ihre blaue Schürze vor die Hausthür und ſtellte ſich ſelber hinter die Thür. Die heirathsluſtigen Burſchen gingen dann in ihrem beſten Putze im langen Zuge— einer nach dem andern— an der blauen Schürze vorüber... bis der Rechte kam,— da lief die Freijägerin geſchwind hinaus, ſchlang ihre Arme um ſeinen Hals— und nach drei Wochen war Hochzeit!“
„Das iſt wenigſtens ein eben ſo einfacher, als ehrlicher Proceß, um das Mädchen glücklich an den Mann zu bringen!“
„Und doch nicht immer glücklich, Excellenz,— da habe ich von meinen Streifereien durch Mönchgut kürzlich ein kleines plattdeutſches Gedicht„Dei Frijagd“ heimgebracht, das....“*
„Plattdeutſch?— o das liebe ich ſehr. Das iſt noch ein Nachklang aus meiner Jugend, in der ich häufig auf dem väterlichen Gute Kniephof bei Naugard in Pommern zum Beſuche war. Auch meine Frau cultivirt das Plattdeutſche mit Vorliebe und lieſt es prächtig vor. So verdanken wir Reuters naturwüchſigen plattdeutſchen Ge⸗ ſchichten auch hier auf Rügen, da ich mich häufig ſchonen muß, manche frohe Stunde. Augenblicklich leſen wir„Ut mine Stromtid“ mit vielem Vergnügen. Und nun Ihre Frijagd!“
„Hier iſt ſie:
Min blage Schört hängt vör dei Dör, Dat hätt min Mutte dahn, Mi is dat Hart ſo weich un ſchwer, Un möt geputzt hier ſtahn.
Ick ſchul woll dörch dei Döreuritz, Min Mutte ſteiht bi mi, Vehl Burſchen in ehrn Sündagsblitz Gahn an dei Schört vörbi.


