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daß er der erſte war,der unbekümmert um jedes Hinderniß einen ununterbrochenen Briefcours errichtete und ſo aus excluſiven Ein⸗ richtungen ſolche von allgemeinem Nutzen ſchuf.
Ueber das Recht der deutſchen Kaiſer, jene Belehnung ohne Zu⸗ ſtimmung der Stände zu ertheilen, und über die Frage, inwieweit dadurch die Fürſten in ihren Hoheitsrechten beeinträchtigt waren, ſind viel Bedenken laut geworden. Mohl nennt es in ſeinem Werke „Staatsrecht des Königreichs Württemberg“ eine Uſurpation, daß ſich der Kaiſer das Poſtrecht ſelbſt aneignete. Jedermann zweifelte an dem Beſtehen und dem Ertrage der Anſtalt. Als aber die Kaufleute ſahen, daß ſie ihre Briefe für wenig Geld ſicher und ſchnell nach Brabant, Frankreich und Italien befördern konnten, ſtrömte den neuen Poſten eine Menge Briefe zu, die einen ungemein hohen Gewinn einbrachten. Einige renitente Fürſten, durch deren Gebiet die neuen Poſten gingen, wurden dadurch gewonnen, daß ihnen die freie Beförderung ihrer Schriften verſprochen wurde. Ulrich, Herzog von Württemberg errichtete in ſeinem Lande ſelbſt für die Reichspoſt 4 Stationen in Canſtatt, Ebersbach, Enz⸗Weihingen und Knitt⸗ lingen, jedoch unter ſeiner Landeshoheit. Die Taxisſchen Beamten wurden von allen ſtädtiſchen Laſten und perſönlichen Leiſtungen be⸗ freit, nur ſtellte der Herzog die Bedingung, daß der Poſtmeiſter in Canſtatt ein württembergiſcher Unterthan und lutheriſcher Confeſſion ſein müſſe. Andere Fürſten proteſtirten gegen die Uebergriffe der Taxisſchen Poſten lebhaft, und letztere geſtützt auf die kaiſerliche Autorität, ſuchten ihre vermeintlichen Rechte mit Energie feſtzuhalten. In Kurbrandenburg waren, wie ſchon angedeutet, ſchon ſehr früh(vor 1555) regelmäßige Botenverbindungen geſchaffen worden.
Eine Botenpoſt beſtand von Cüſtrin über Trebbin nach Zinna und Annaburg. 1599 wurden zwei Courſe von Cüſtrin nach Onolzbach und von da nach Wolfenbüttel eingerichtet. Die Boten nahmen den Weg von Cüſtrin über Lietzen, Beeskow(Ruhetag), Lübben, Schlieben, Torgau(Ruhetag), Eilenburg, Leipzig(Ruhetag), Weißenfels, Er⸗ kersberg, Weimar, Saalfeld(Ruhetag), Gräfenthal, Judenbach, Co⸗ burg, Potelsdorf, Beyersdorf(Ruhetag), Katelsburg nach Onolzbach. Der Weg wurde auf 68 Meilen geſchätzt und in 24 Tagen zurück⸗ gelegt. Von Onolzbach bis Wolffenbüttel(52 Meilen), brauchte ein Bote nur 15 Tage, und hatte nur 2 Ruhetage. 1589 wurde eine Poſt von Culmbach über Halle bis Celle mit 4 Stationen(Poſt⸗ lager) zum Pferdewechſel in Hof, Schlaiz, Roda und Naumburg her⸗ geſtellt. Kurfürſt Johann Sigismund ließ 24 Boten beſtellen, und zwar drei ſogenannte ſilberne und 21 Kanzleiboten. Jene drei er⸗ hielten die Benennung von den ſilbernen Büchſen, in welchen ſie die kurfürſtlichen Briefe bei ſich führten, die Kanzleiboten hatten die übrigen Briefe in zinnernen Büchſen zu befördern. Dieſe Büchſen galten als Inſignien der kurfürſtlichen Boten.
Die Boten ſtanden unter einem beſonderen Botenmeiſter. Waren die Boten in Berlin anweſend, ſo mußten ſie täglich im Botenhauſe aufwarten, um nach der Reihenfolge ſogleich abreiſen zu können, wenn Depeſchen oder eine Anzahl zu befördernder Briefe vorhanden waren.
Jeder Bote erhielt jährlich einen Rock mit ſilbernem Amtsſchilde, wöchentlich eine Beſoldung von vier(die ſilbernen Boten) und einem Gulden. Außerdem erhielten die Boten ein Zehrungsgeld für die Zeit der Reiſe und ein Wartegeld für Stilllager unterweges. Für eine Reiſe nach Straßburg, Cöln am Rhein, Düſſeldorf, Cleve, Emmerich wurden zehn Thaler, für Reiſen nach München oder Stuttgart neun Tha⸗ ler, nach Königsberg, Wien, Heidelberg, Speyer und Mainz acht Thaler Reiſegelder gezahlt. Nachläſſigkeiten der Boten wurden zweimal mit Geldſtrafen geſühnt, die den Amtsgenoſſen zum Vertrinken zufielen, der dritte derartige Fall wurde mit Entlaſſung beſtraft.— Im Archiv des königlichen Generalpoſtamtes zu Berlin iſt die Botenordnung des Kurfürſten Johann Sigismund d. d. 20. Juni 1614 noch vorhanden.
Zur Zeit des großen Kurfürſten hatten die brandenburgiſchen Poſten ſchon eine bedeutende Ausdehnung gewonnen. Friedrich Wilhelm erließ unterm 12. November 1660 eine neue Botenordnung, aus welcher erſichtlich iſt, daß ſechs Boten genügen, weil„nunmehr bey der vor wenig Jahren angefangenen ordinari Poſt viel Sachen mitbeſtellen kann.“ Das Perſonengeld wurde von Poſtamt zu Poſt⸗ amt mit einem Ortsthaler pro Meile entrichtet. Jeder Paſſagier durfte ein kleines Wäſchefelleiſen frei mit ſich führen. Von der Ein⸗ nahme erhielt der Poſtillon den dritten Theil für Unterhaltung der Pferde. Es beſtand ein großer Cours von Berlin nach Cleve über Spandau, Brandenburg, Barby, Halberſtadt, Braunſchweig, Han⸗
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nover, Minden, Bielefeld, Lippſtadt, Hamm und Weſel. wurden alle 3 bis 4 Meilen gewechſelt.
Ein anderer Poſtcours ging von Königsberg i. Pr. über Lieb⸗ ſtadt, Hohenſtein und Neidenburg, ein dritter von Cleve nach Utrecht (Amſterdam). Die Poſt brachte ſchon verhältnißmäßig reiche Ein⸗ nahmen.
In jener Botenordnung iſt auch der Penſionirung dienſtun⸗ fähiger Boten gedacht.„Welcher Botte ein Jahr ettliche Zweintzig oder mehr Jahr gelauffen vnd ſeine ſachen jedeßmahls mit allem Vleiß verrichtet, vnd etwa in Vngelegenheit geriette vnd ſchaden an füßen bekeme, oder ſonſten altershalben ſeinen dienſt nicht mehr be⸗ ſtellen vnd lauffen könnte, Deme ſoll Zeit ſeines lebens, Jährlichen ein halber Winſpel Rocken zu ſeinem vnterhalt, oder nach geſtalten ſachen ein mehrers gegeben, Oder in ein Hospitall genommen werden.“
Dieſe Einnahmen erweckten den Verſuch des Grafen Taxis, dieſe Poſten in ſeine Gewalt zu bringen. Er fand bei dem Kaiſer geneigtes Ohr. 8
Es lag dagegen im politiſchen und finanziellen Intereſſe Bran⸗ denburgs, die Entwicklung dieſes Inſtitutes nach Kräften zu fördern, und der große Monarch verſtand dieſes Intereſſe gar gut und ver⸗ focht ſein Recht gegenüber wiederholten Anſprüchen des Turn⸗ und Taxisſchen Hauſes. Das letztere hatte theils direct, theils durch Vorſchiebung anderer das kurbrandenburgiſche Poſtweſen zu hindern geſucht.
Der Kurfürſt ließ bei der Wahl Kaiſer Leopolds(1658) unum⸗ wunden zu Protocoll erklären:„Er geſtünde in ſeinen Landen das Poſtregal niemandem zu, er hätte ſeine eigenen Poſten. Wenn etwas wegen des Poſtweſens in die Wahlcapitulation geſetzt werden ſollte, ſo müßte es ſo gefaßt ſein, daß es ihm nicht zum Nachtheil gereichte, denn er wiederhole, daß er in ſeinen Landen niemandem die Dispo⸗ ſition über die Poſten zugeſtehe.“ Am 20. December 1659 forderte der Kaiſer auf die Beſchwerden des Grafen Taxis den Kurfürſten von Brandenburg wiederholt auf, ſeine Poſten aufzuheben und die Reichspoſten in ſeinen Staaten zuzulaſſen. Hierauf ertheilte der Kurfürſt am 26. April 1660 eine Antwort, die von dem Geheimen Staatsrath von Jena verfaßt ſein ſoll, in ihrem Inhalt aber ganz den energiſchen Geiſt des großen Kurfürſten athmet. Er verwahrte ſich kräftig gegen jeden Eingriff in ſeine Hoheitsrechte und insbeſondre gegen die Anmaßungen der Grafen Taxis.—
Der Kaiſer überſendete das kurfürſtliche Schreiben dem Grafen Lamoral von Taxis. Dieſer legte hierauf dem Kaiſer ein ſehr weit ausgedehntes Promemoria vor, worin er in ſehr ſchwacher Weiſe die Anführungen ſeines Gegners zu widerlegen ſuchte. Auch andre Federn fanden ſich, die für das vermeintliche Privilegium des Grafen Taxis ſchrieben. So erſchien ein Werk, betitelt:
„Glorwürdigſter Adler, das iſt gründliche Vorſtell⸗ und Unterſcheidung der Kaiſerlichen Reſervaten und Hoheiten von der Reichs⸗ Landes⸗ Fürſtlichen Obrigkeit, abſonderlich aber von dem Ihro Kaiſerlichen Majeſtät reſervirten Poſtregal von Caeſer Turrianus.“
Die Pferde
Der Kaiſer überſendete demnächſt die Taxisſche Gegenſchrift an
den Kurfürſten. Letzterer replicirte unterm 5. Januar 1661, daß er nur mit dem Kaiſer zu thun haben, mit dem Grafen von Taxis ſich aber gar nicht einlaſſen wolle. Er behalte ſich gegen den⸗ ſelben wegen ſeiner„unförmlichen Schrift“ das weitere vor. „Unterdeſſen erſuche ich Ew. Kaiſerl. Majeſtät gantz unter⸗ thänig, Sie wollen Allergnädigſt geruhen, die hinlängliche Ver⸗ ordnung zu machen, damit hinführo dergleichen höchſt ſtrafbahre injurioſe ſchriften nicht angenommen, vndt der Graff Taxis ſich in ſeine ſchranken zu halten mit ernſt angewieſen werde. Darauf verweiſt Ew. Kayſerl. Majeſtät dasjenige, was Dero Allerhöchſten Kayſerl. Ampte gemäß, auch ſonſt recht vndt billig iſt.“ 1 Der große Kurfürſt hatte das Feld gewonnen. Die Be⸗ rechtigung in ſeinem Lande eigne Poſten zu unterhalten, wurde dem Kurfürſten vom Kaiſer 1666 ausdrücklich zugeſtanden. Andre Fürſten folgten mit größerem oder geringerem Erfolge dem gegebenen Beiſpiel. Schon 1597 hatte Herzog Friedrich von Württemberg
unter ein Mandat Rudolfs II. zu Gunſten der Reichspoſten geſchrieben:
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