Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
907-908
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907 Speidel

Spekulant 908

«spitziger Pflock», anord. spikr m., schwed. spik m.«Nagel», entl. dän. spiger. Wohl verw. mit Speiche(s. d.) u. mit lat. Spica f.«Ahre», spieulum m. Spitze, Stachel, Wurfspieß, Pfeil, spina f.«Dorm, falls germ. K aus gn entstanden.

Speidel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Keil zum Holz- spalten. 1518 b. Keisersberg Sünden d. Munds 5d. Alem.-schwäb. u. bayr. Speiddel, frk. Spetel (daher bei Rückert 2, 270 Spedel). Verw. mit mhd. Spidel, md. Spedel m.«Splitter, Spanꝰ, afrs. spido«keilförmiges Wundmal⸗ u. mit Speil.

speien, v.(Prät. spie, Part. gespieen): aus und mit dem Munde auswerfen; sich erbrechen; mit Heftigkeit von sich geben, auswerfen. Mhd. spi(w)en, woneben Spuowen u.(alem.) spiewen, md. Spa(w)en, Spigen, ahd. spiean, spiuwan, splan, im 16. Jh. Speuaen, noch öst.-bayr. Spei- ben; dazu asächs. Sprwan, mnd. spi(g)en, mndl. spuaven, spugen, nndl. Spunben, afrs. Spla, ags. spiaan u.(Schwach) spteoian, spéowian(auch Spi- gettan), engl. Speꝛv, Spue, anord. spja(schwach), schwed.-dän. Spyf, got. speiwwan. Verw. mit glbd. lat. Spaére, gr. wröeiv, lit. Sp' äuti, abg. pljuti und plivati. Das Prät. lautet ahd. ε), spé, mhd. Spei, spé(Pl. Spilzwe]n, vereinzelt spiren), seit dem 16. Jh. spie, bei Rollenhagen Froschm. Speig, Spieg, ags. Spdννι(Pl. Spiwon), got. gaspai; das Part. ahd. gispiwan und ver- einzelt gespirn, mhd. gespisen, gespien; mit Ubertritt in eine andre Klasse vereinzelt mhd. Prät. spou, Pl. spueven, wie mndl. Spau, Pl. spou- Wwen, Part. mhd. gespueen, mndl. ghespouzwen; daneben finden sich seit dem 12. Jh. schwache Formen: Prät. mhd. Spttwete, spiäe)te, md. Gaü- (we)te, spigete, Part. gespiet, mnd. Prät. spiede, bei Luther speiete, Part. gespeiet. Vgl. Speichel, Speuzen, spucken.

Speierling, m.(-I, Pl.-e): Frucht desSper- berbaums(pirus sorbus); Frucht des Elsebeer- baums(pirus torminalis). In 1. Bed. 1546 bei Bock 2, 292 Speierling, hervorgegangen aus Spierling. S. Sperberbaum.

Speigatt, n.(-Lels, Pl.-en und-s):(see- männisch) Loch(Gatt, s. Gasse) in den Schiffs- seiten, gleichsam zum Ausspeien des Wassers. 1794 bei Jacobsson.

Speik, m.(*s): Lavendel, dann in den bayr.- öst. Alpen für andre wohlriechende Alpen- pflanzen, s. Spielce.

Speil, m.(-els, Pl.-e): Span, Keil. 1618 bei Schönsleder; dazu mnd.'nnd. spile f.(auch hess. spile f.)«Steckholz, dünner zugespitzter Stab», osnabrückisch auch«Bohnenstange, Prü- gel», ndl. 1598 Spij! f.«Querstange,-holz, dän.

Sspile dünnes u. schmales Holzstück». Wohl

eins mit Speidel(s. d.). 4.L. speilen, v.: einen dünnen Holzstab hinein- od. durchstecken, Ende des 16. Jh. bei Schweinichen 1, 26. Davon Speiler, m.: dünnes Stäbchen zum Schließen u. Aufhängen der Würste usw., 1731 b. Zincke öcon. Lex.

Speise, f.(Pl.-n): Leibesnahrung; zum Essen Bestimmtes u. Zubereitetes. Mhd. spise f.(auch Lebensunterhalt), ahd. spisa f.(nur bei Otfrid 3, 15, 8); dazu mnd.-mndl. spise, nndl. spijs f. Aus klösterlich-mlat. Spésa, Spensa(813) f. Nahrungy, urspr.«die an Arme verteiltey, von lat. e;pensa f. Ausgabe, Aufwand», dem (mit Ergänzung von pecunia f.«Geld») subst. F. von expensus, dem Part. Perf. Pass. von ec- pendére«gegeneinander aufwägen, ausgeben, bezahlen». In der Bed.«zubereitetes gemischtes Metall zum Glockenguß» schon mhd. spise, im 12. Jh. spisa f.(s. Glockenspeise), im Bergbau Metallverbindungen mit Arsen u. Antimon (1562 bei Mathesius Sar. 41 b), bei den Maurern Mörtel(1533 im Fierabras D 35), im 15. Jh. oft im Dekameron z. B. 66, 17 speyse f. als Uber- setzung des ital. spese«Unkosten»(s. Spesen). 4BL. speisen, v.:(intr.) Speise verzehren; (tr.) als Speise verzehren; mit Speise zum Ver- zehren versehen. Mhd.-mnd. Spisen, im Mnd. auch«Metall mit Metall mischeny. Speisung, f., mhd. spisunge f.(auch«Proviante). ZUS. Speisekammer, f., mhd. spisekamer f. neben Spisegadem n.

Spektäkel, bayr. nur m.(-5, Pl. wie Sg.), öst. nur n.: lärmvolles Schauspiel; ürgerliches Aufsehen erregender Vorfall, Schande; Lärm. In 1. Bed. 1531 b. S. Franck Chron. 5 u. bei Hedio Josephus Vorr. 4° Spectackeln., ebenso in 2. Bed. 1710 bei Nehring, in 3. Bed. 1772 beim j. Goethe 1, 319 der Pl. Spektakels. In der ältern Sprache bis Ende des 18. Jh. Ntr., aus lat. Spectãculumè n. (Schau)spiel», von lat. Spectäre«(an)schauen).

Spektrum, n.(*, Pl. bayr. nur-tren, öst. nur-tra): Erscheinung; Farbenbild der durch ein Prisma zerstreuten Lichtstrahlen. Das lat. spectrum n.«Erscheinung? zu Spicere«sehen?. Dazu spekträl, bes. in Spektrãlanalyse, f.: die von Kirchhoff u. Bunsen erfundne Methode, aus dem Spektrum der Flammen auf die in ihnen vorhandnen chemisch. Grundstoffe zuschließen.

Spekulänt, m.(en, Pl.-en): mit Wagnis aufGewinn rechnender Unternehmer. Im 18. Jh. aus lat. speculans(Gen.-ntis), Part. Präs. von lat. Speculãri«spähen, beobachten». Speku- latiôn, f.(Pl.-en): tiefes forschendes Nach-