Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
855-856
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8⁵⁵ Sesel

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Sichel 856

samum orientale u. ihr Same. 1580 bei Sebiz Feldbau 497 Sessam n. u. Sessensamen, 1485 im Hortus sanitatis cap. 388 sesamß Kraut. Aus gr. Jat. sésamum n. dem Namen der Pflanze, gr. CécoHov n. dem Namen der Schotenfrucht der Sesampflanze, während diese selbst gr. cncdunf., lat. sésama, sésima f. heißt, aufgenommen aus arab. simsim«Same der Sesampflanzey.

Sesel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Bergfenchel, seseli. 1546 bei Bock 331 b Sesel, aus gr.-lat. seselis, gr. cécec f., céce«i n.

Sessel, m.(J, Pl. wieSg.): Ruhestuhl. Mhd.

sezzel m., ahd. sezzal m.; dazu asãchs.-ags. setl n., engl. settle, got. Sitls m.«Sitz, Stuhly. Abl. von sitzen(s. d.). Entsprechend glbd. lat. sella f. (aus*sedla), lakon. 6Md f., gall. sedlon«Sitzo, arm. ett«Platz, Stelley.

seßhaft, adj.: angesessen, mhd. seghaff. Von mhd. ahd. sez n. m.«Sitz, Wohnsitzo, im Ahd. auch Stuhl, Thron»; dazu ags.-anord. set n. Zu sitzen(s. d.). Noch älternhd. S 6f(1597 bei Gilhusius Gramm. 103).

Sessiön, f.(Pl.-en): Sitzung. 1558 b. Slei- danus(übers. v. Stamler) 64b, aus glbd. lat. ses- sio f., von lat. sedére«sitzeny.

Sester, m.(s, Pl. wie Sg.): ¼0 Malter in Baden(15 1), ehedem auch im Elsaß u. in der Schweiz als Flüssigkeitsmaß 7, 45 l. S. Sechter.

setzen, v.: sitzen machen. Mhd. setzen(Prät. sazte, Saste, Part. gesaæt, gesetzet), auch schrift- lich, mündlich ausdrücken», ahd. sezzan(Prät. sazla, Part. gasazzit, gisezæit); dazu asächs. settian, mnd.-mndl. setten, undl. zetten, afrs. setta, ags. settan, engl. set, anord. setja, schwed. sätta, dän. sätte. Bewirkungswort von sitzen (§. d.). 4BL. Setzer, m.: Schriftsetzer(s. d.), 1556 bei Frey Gartengesellsch. 139 u. 1558 bei Lindener Katziporus Kap. 64, anders mhd. setzer m.«Aufsteller, Taxators, ahd. sezzari m. Stifter, Ordner». Setzling, m.: zum Verpflanzen be- stimmtes junges Gewäüchs(mhd. 1220 sezelinoc); junger Setzkarpfen(sächs. Urkunde von 1525 in DW.). ZUS. Setzschiffer, m.: Schiffer, der ein fremdes Schiff führt. 1757 bei Egger Kriegslex. Setzwirt, m.: wer einen fremden Ackerhof bewirtschaftet. Bei Storm. Setzzeit, f.:(weidm.) Zeit, in der das Wild Junge be- kommt. 1763 bei Heppe.

Seuche, f.(Pl.-n): um sich greifende an- steckende Krankheit. Mhd. siuche f. m., md. sache f. m., ahd. siuhi f.; dazu mnd. sulte, nnd. süke f.«Seuche», got. siukei f.«Krankheit, Siechtum». Von siech(s. d.). Alternhd. Neben- form im 16. u. 17. Jh. Seucht f., mhd. siuchede f.,

mnd. Sulcede, sulcte f., davon seuchtig, adj.: krankhaft aufgeregt, leidenschaftlich tätig, bei Luther 1. Tim. 6, 4.

seufzen, v.: tief aufatmend den Atem aus- stoßen. Bei Luther süfftzen, seufftzen, 1429 im Liber ord. rer. 24° entseaofczen, mhd. siufzen, md. sãfzen, durch Einfluß der Intensivbildungen auf-zen aus älterm glbd. mhd. siuften(alem. mit Nasal sumften, sünfzen), md. säften, ahd. sùftön, vereinzelt bei Notker siuftön, dazu mnd. suften, suchten, nndl. zuchten. Gleichen Stam- mes wie ags. séofian«seufzen, beseufzen», ahd. süfan«schlürfen»(s. saufen). 4BL. Seufzer, m., 1601 bei Albertinus Kriegsl. Weckuhr 49 b Seufftzer, an Stelle des älternhd. Seufz m. (Weckherlin 1, 230, 5 F., 1537 pei Dasypodius Seüfftz, 1605 b. Hulsius Seufftze m., Pl. Seufzen b. P. Gerhard G. 275), mhd. siufte, siuseze, md. säüfeze, süfz m., dafür ahd. suftöd, bei Notker auch siuftöd m. Seufzerv.

Sexta, f.(Pl.-en): die é te Klasse der höhern Schulen. Von lat. sexta«die sechstey zu sextus csechster). 4B L. Sextäner, m. Sextant, m.(Den, Pl.-en): einen Sechstelkreis, d. i. 60 Grade umfassendes astronomisches Meßwerk- zeug, von Tycho de Brahe(†⁵ 1601) eingeführt. 1716 bei Wolff, aus lat. seætans m., von lat. sextus(s. o.).

sexuâl, sexuéll(öst. nur so), adj.: ge- schlechtlich. Letzt. aus glbd. frz. sexuel, erst. aus lat. sexuãlis adj., 1813 bei Campe.

Sezessiön, f.: Auswandrung, Absondrung. Nach glbd. frz. sécession f., lat. Secessio f. Seit 1892 in München Schlagwort für eine moderne Malerschule, früher für eine politische Partei. Der Ausdruck geht auf die Auswandrung der römischen Plebejer auf den heiligen Berg zu- rück(Livius 2, 32). Vgl. Ladendorf. Büch- mann ²⁴ 464.

sezieren, v.: durch Schneiden zergliedernd zerlegen. 1714 bei Wächtler, aus lat. secdre «schneiden, zerschneiden». S. Sektion.

Shawl, s. Schal.

sich, Reflexivpronomen der 3. Pers. im Dat., Akk. Sg. u. Pl. Mhd. sich Dat. Akk., ahd. sikh Akk.; dazu mud. sik, sek, nndl. zich, anord. u. got. Akk. sik(Dat. got. sis, anord. Seν). Entspr. lat. 86 Akk., sibi Dat., gr. 8 Akk., abg. se Akk., sebe Dat.«sich», gleichen Stammes wie das Pos- sessivum sein(s. d. ³).

Sichel, f.(Plur.-n): halbmondförmiges Schneidewerkzeug mit innrer Schneide. Mhd. sichel, ahd.,(entl.) and. sihhila f.; dazu mnd. sekele f., nndl. 2ilclrel m. ags. sicol m., engl. sickle,