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Sense, f.(Pl.-n): das schneidende Mähe- werkzeug. Mhd. segens(e), verkürzt sense, seinse f., ahd. segansa, seginsa, segesna f.; noch bayr. segen, Segené, schweiz.-schwäb. Säges f.; dazu and. segisna, mnd. seis(en)e, Sésse, clev. 1477 seyssen, mndl. zeissene, nndl. zeissen f.; dafür mit 5-Ableitung ags. sibe m.(aus sighe), engl. scythe, sithe, anord. sigd; m. u. sigd f.«Sensey, mnd. segede, sigde f.«Sichel», nnd. seged f. und sichte f.«Sense». Gleichen Stammes wie Sage (§. d.). Genau entspricht lat. sacéna f. die Haue des Pontifex».
sensibel, adj.; empfindlich, feinfühlig. Im 18. Jh. aus frz. sensihle von lat. sensihilis«mit Empfindung begabt von sensus m. Sinno. sensitiv, adj.: sehr empfindlich. Aus frz. sen-
sitif von kirchlat. sensitivus zu Sensus m.«Sinm.
Sensitive, f.(Pl.-n): die Pfanze mimosa pu- dica od. sensitiva, verdeutscht Fühlheraut, deren Blätter sich bei der Berührung zusammen- ziehen. Aus glbd. frz. sensitive f., dem F. zum vorigen. Sensualität, f.: Sinnlichkeit, Emp- findungsvermögen. 1782 bei Wieland Horaz. Brief. 1, 92, 1727 bei Sperander Sensualité. Das glbd. frz. sensualité f. von kirchlat. sensualitas zu lat. sensus m. Sinn?.
1Sente, f.(Pl.-n): dünne biegsame Latte. Seemännisch, 1794 b. Jacobsson. Jetzt auch die Schnittlinie, die eine schräg durch den Schiffs- körper gelegte Ebene mit der äußern Schiffs- form bildet. Auch ndl. sent, entl. dän. senter. Angeblich aus malaiisch senta.
2Sente, f.(Plur.-n): unter einem Sennen stehende Kuhherde, in Glarus 24— 30 Stück stark. Bei Schiller Tell 4, 3, schweiz. 1541 bei Frisius 636 2 Sänten f., 1561 b. Maaler Sennten n., gekürzt aus schweiz. Sennete f.(1579 bei Cale- pinus 1097 b Senneten f.). Von Senne f.
Senténz, f.(Pl.-en): Denk, Lehr-, Sitten-,
Rechtsspruch. Mhd. im 13. Jh. sententie f., im 15. Jh. sententz m.(im Gedanken an Spruch m.) und erst im 18. Jh. F.(1717 bei Nehring), mnd. sentencie f. Aus lat. sententia f.« Meinung, Wil- lensmeinung, Aus-, Denkspruch», von lat. sentire cempfinden, fühlen, denken, urteilen». Dazu sentenziös, bayr. sententiös, adj.: spruch- reich. Das frz. sententieuæ von sententiõòsus. sen- timentäl, adj.: gefühlvoll, empfindsam; von überschwänglicher od. gemachter Empfindung erfüllt(Arnim Hollins Liebeleben 38 Ndr.). In der 1. Bed. im 18. Jh. b. Goethe 42, 2, 180 neben sentimentalisch(Schiller 10,425, Goethe 1,346). Entl. aus engl. sentimental, wo es 1753 b. Gran- dison auftaucht. Vgl. Büchmann Gefl. Worte ²⁴
327. Sentimént, n.: Denkart, Empfindung, im 18. Jh. als Modewort aufgenommen aus glbd. frz. sentiment m.(1796 bei Goethe 9, 468, der j. Goethe 1, 162). Dazu Sentimentalität, f.: Empfindsamkeit. Bei Brentano 8, 171. separäãt, adj.: für sich gesondert. Im 17. Jh. aus lat. séparãtus cabgesondert, getrennt, be- sonder), Part. Perf. Pass. von Séparäre«abson- dern, trennen⸗; davon Separatiön, f.: Tren- nung(1801 bei Campe); Verkopplung. Das fra. séparation f. von lat. sẽparãtio f.«Trennungy. Separatist, m.(-en, Pl.-en): Glaubenssonder- ling, früh im 18. Jh. aus separatist«in denäußern Zeremonien sich von der engl. Kirche Abson- dernder». Separieren, v.: absondern, spätmhd. 1479 seperieren, von glbd. lat. séparãre(s. o.).
Sepp, Mannsname, Kurzform zu Joseph.
Septémber, m.(*, Pl. wie Sg.): der neunte Monat im Jahre. Mhd. semptember m., aus lat. September m. cder siebente Monat vom März an nach dem ältesten römischen Kalenderꝰ, zu lat. septem sieben»(s. d.). Deutsch Herbstmonat (G. d.), zu Karls des Gr. Zeiten witumänöth m. «Holzmonaty, in dem Brennholz(ahd. ꝛwit, s. Wiede) gefällt wird.— Septennät, n.(—els, Pl.-e): Zeitraum von 7 Jahren. Von glhd. frz. septennat m. zu lat. septennis«siebenjährig, 29s. aus septem(s. o.) u. einer Abl. von annus m. «Jahr». 1875 anläßlich der Festlegung der Hee- resstärke aufgenommen.
Sequéster, m.(—so, Pl. wie Sg.): die gericht- liche Beschlagnahme bis zur gerichtlichen Ent- scheidung. 1557 b. Sleidanus, übers. v. Stamler 217 b in S. legen, aus lat. sequestrum, sequestren. «Niederlegung einer streitigen Sache bei einer Mittelsperson(lat. sequester m.) zur Verwah- rungꝰ, eig. N. u. M. des lat. Adj. sequester«vermit- telnd». sequestrieren, v.: wegen Streitigkeit gerichtlich mit Beschlag belegen, 1509 bei Brant Layensp. K6, aus spätlat. sequestrarecstreitiges Gut bei jener Mittelsperson niederlegen».
Seräil(spr.-rai), n.(s, Pl. s, bayr. auch-e): Kaiserpalast in der Türkei; Palast mit Harem in den Morgenländern. 1694 bei Nehring 822 Serrail, aus glbd. frz. sérail m., von pers. serãiν «Wohnung, Palastꝰ.
Seraph, m.(-*s, Pl.-e u.-phim, bayr. auch Phinen): höhrer Geist in Gottes Nühe. Mhd. séraph m., Pl. mhd. u. spätahd. seraphin. Aus hebr. Pl. seräfim cgeflügelte Wesens⸗, aufge- nommen im kirchl. Latein der Pl. seraphim, seraphin. 4B L. seräphisch, adj.: engelgleich, höchst erhaben, 1603 bei Rollenhagen indian. Reisen 170.


