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Rondell 604
Kinderwagen mit Rollen statt der Räder(1768 im Brem. Wb.).
rolzen, v. sichbiszur Ausgelassenheitscher- zend balgen(Maler Müller 1, 230). Bayr., els., frk., hess. Zu rollen«mutwillig herumlaufen?.
Romän, m.(-ſels, Pl.-e): Geschichtsdich- tung in Prosa. 1711 bei Rädlein in der Bed. Helden- und Liebesgeschichte», 1691 b. Stieler «Gedichtgeschicht, epos, historic eguestris, fa- halaris, vulgo Roman)y, 1668 b. Rist Alleredelste Zeitverkürz. 176 der Pl. Romans aus dem Franæz. und Ital. in die teutsche Sprache übergesetzet. Im 17. Jh. übernommen aus frz. roman m. «romanische, d. h. aus dem Volkslatein hervor- gegangne Sprachey», dann«die in einer solchen geschriebne erzühlende Dichtung», bes.«in Prosa erzühlte erdichtete Liebes- od. abenteuer- liche Geschichte». Daneben im 17. Jh. Romaine f.(Etiner med. Maulaffe Vorr. 6 b), Romagn (Bödiker 363). Der Pl. lautet im 17. u. 18. Jh. Romanen(noch bei Schiller u. Goethe). Vgl. noch ZfdW. 2, 274. ZUS. romäãnhaft, adj., 1777 b. Adelung, romanenhaft b. Lessing 4, 121.
romänisch, adj.:(eig.) römisch. Von der Sprache: die vom Latein abstammenden mo- dernen Sprachen; von der Kunst: die der go- tischen vorangehende Stilepoche der mittel- alterlichen Kunst. S. romantisch.
Romanist, m.(-en, Pl.-en): Römling, Anhänger des römischen Papsttums(b. Luther 3, 92a, H. Sachs vier Dialoge 61, 6); Lehrer od. Anhänger des römischen Rechts; Erforscher der romanischen Sprachen.
romäntisch, adj.: dem Geist u. Geschmack des mittelalterlichen Rittertums gemäß; aben- teuerlich und die Einbildungskraft erregend. 1698 b. Heidegger Mythoscopia Romantica 116 in der Bed.«xomanhaft, in Romanen vorkom- mend, dann 1740 bei Breitinger Fortsetz. der krit. Dichtkunst 283 poetisch, phantastisch» (von einer Landschaft 1777 bei Adelung, in der Zss. wildromantisch 1795 bei Neubeck die Gesundbrunnen 50), endlich«im Geiste des katholisch-ritterlichen Mittelalters» nach Wie- land(Oberon 1, 1) u. Schiller(Jungfr. v. Orl., Titel) b. den Romanlikern(vgl. Goethe 41, 1, 254). Vgl. noch Zfd W. 2, 276; 10,238. Dafür anfangs
romanisch im Sinne von«phantastischy», 1663
bei Schottel 1186. Aus glbd. frz. romantigue, engl. romantic, mlat. romanticus(15. Jh.), von afrz. romanz, in den Cas. obl. romant«Dich- tung in romanischer Sprache?, nfra. roman (s. Romdan), vom mlat Adv. romanice«römisch,
romanisch». Romäntik, f.: die romantische:
Richtung in Kunst u. Lebensauffassung, 1804 bei J. Paul Vorschule der Asth. 2, 127. Davon Romäntiker, m., im 19. Jh.
Romänze, f.(Pl.-n): erzühlendes Lied, bes. von ritterlicher Farbe. In diesem Sinne 1756 von Gleim mit erzühlenden Liedern, bei welchen er sich zunächst den Franzosen de Monerif(† 1770) zum Muster nahm, bei uns eingeführt aus frz. romance f.«lyrisch-episches (spanisches) Gedicht, dann«eine Artdes Liebes- liedes», afrz. romanz, span. romance m., ital. romanzo m., prov. romans lyrisch-episches Ge- dichtin rom. Sprachey, vom mlat. Adv. romanice crömisch, romanisch». Danach schon 1678 bei Krämer der Pl. Romantzen«Heldengedichtey, also von großen epischen Dichtungen, wie 1700 b. Reinh. v. Freientahl Spazierw. 134 Romanzen in der Bed.«Romane». Vgl. noch Zfd W. 4, 9. Romanzéro, m.(-*s, Pl.-s): Romanzensamm- lung. Nach glbd. span. omancero im 19. Jh.
Römer, m.(-s, Pl. wie Sg.): Angehöriger der Stadt Rom od. des römisch. Staates; grünes bauchiges Weinglas; das Rathaus in Frankfurt a. M.(Goethe 26, 25). In 1. Bd. mhd. Römcre, Ræœmere, ahd. Römäri u. Rhmäri m., von mhd. Noõm(e), ahd. asächs. Rhma, Röma, got. Räma, lat. Röma«Romꝰ». In der 2. Bed.«Weinglas, 1546 kölnisch romer, 1616 bei Schönsl. römerle, 1575 im Garg. 123 Römercken, nach Weigand viell., weil urspr. aus vifrum romarium gefertigt, d. h. Bruchstücken altrömischen Glases, die in Deutschland zum Schmelzen benutzt wurden; dazu ndl. roemer, engl. rummer. Nach Heyne zu ndl. roemen prunkeny, also«Prunkglas». Das Frankfurter Rathaus, dessen Kaisersaal seit 1558 bei den Krönungsfesten der römischen Kaiser als Speisesaal benutzt wurde, heißt schon im 16. Jh. bei Münster Cosmogr. im Stadtplan Römer römisch, adj.: Rom angehörend, von Rom herrührend usw., nrhd. rœmisch, ræmesch, ræmsch, ahd. rõmisk u. rümisk. Römling, m., bei Klopstock 2, 46.
Ronde, f.(Pl.-/): Rundgangs-, Besichti- gungswache. 1617 b. Wallhausen Corp. mil. 108; dazu ndl. 1598 ronde. Aus fra. ronde f.«Runde, Rundwache», dem subst. F. des frz. Adj. rond crund»(s. rund u. Runde).
Rondéll(öst.), Rundéll(bayr.), n.(s, Pl. -e): Rundwerk, Rundgemäuer, Rundschanze; rundes Gartenbeet. In 1. Bed. im 16. Jh. Pundel (Fronsperger Kriegsb. 3, 100) u. 1664 b. Duez Rondel n.; im 15. Jh. rundel n.«Kreis, Ring» u. rondel«runder Schild, mhd. rundel n.«run- des Wappenschild am Helm», 1575 im Garg.


