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Pompadour 450
blazina f.«Kissenꝰ, apreuß. balsinis«Kissen. 4B L. polstern, v., im 18. Jh., noch nicht 1741 bei Frisch.
poltern, v.: Getöse, wie durch schallendes Aufschlagen, Fallen, Klopfen, Rollen machen; heftig, die Worte gleichsam herauskollernd, schelten. Bei Luther p., bei Duez u. Krämer noch polderen, bei Duez auch bolderen. Im 17. Jh. auch puldern; 1482 im voc. theut. 2 4 b polteren, e 1b boldern, am frühesten 1420 u. 1425 buldern; dazu ndl. bulderen. Daneben mit Angleichung des d bollern, pollren im 15. Ih. Könnte lautnachahmend sein, aber auch zu glbd. lit. bildéti gehören. 48L. Polt(e)rer, m.: leicht aufbrausender Mensch. Bei Luther. ZUS. Polterabend, m.: Abend vor der Hochzeit. 1534 bei Franck Weltb. 152; dafür pulternacht 1517 bei Trochus D 2 b. Poltergeist, m.: polterndes Nachtgespenst. Bei Luther W. 8, 532 u. 1540 bei Alberus dict. BB 3a. Dazu ndl. baldergeest m. Polter- kammer, f.: Kammer für allerhand Gerümpel (Gepolter, Polter). 1757 b. Egger Kriegs-Lex.
Poltrön, m.(-s, Pl.-S): Maulheld, eig. Feigling. 1602 b. Albertinus Hauspoliz. 1, 149². Aus glbd. frz. poltron m., ital. poltrõne von poltro æträg, feigey, unsichrer Herkunft.
poly- aus gr. roxuc«viel», in zahlreichen Zss. Polyandrie, f.: Vielmännerei; Klasse der vielmännigen Pflanzen. Zgs. mit einer Abl. von gr. àvip m.«Mann⸗. 1813 b. Campe. Polyéder, n.(s, Pl. wie Sg.), von gr. roX⁴˙- edpoc «vieleckig», eig.«-sitzig» von édpa f. Sitzy. 1716 bei Wolf Polyedrum. Polygamie, f.: Vielweiberei, zgs. mit gr.-ouia f. von Tauetv cheiraten». 1703 b. Wächtler. Polyglötte, f. (Pl.-n): Buch in vielen Sprachen. Zgs. mit gr. IAGTTd f.«LZunge, Sprache. Bei Campe 1813 Polyglottenbibel. Von Schubart Originalien 260 für entbehrlich erklärt. Polygön, n.(-S, Pl. -e): Vieleck. Von gr. oXUuwoc«vielwinklig», zgs. mit Twvio f.«Winkel». 1716 b. Wolff Polg- gonum. Polyhistor, m.(*, Pl.-en): Vielwisser. Das gr. oku-icrop m., zgs. mit icrowp«Wisser, Kenner». 1703 bei Wächtler. Polynésien, Australien mit seinen Inseln. Eig.«Vielinsel- landy, zgs. mit gr. vicoc f.«Insely. 1813 bei Campe. Polytéchniker, m.: Besucher eines Polytechnikums. Polytéchnikum, n.(-, Pl.-ken): technische Hochschule. polytéch- nisch, adj. Alle erst gebildet, nachdem 1795 in Paris die école- polytechnique gegründet war, gebildet nach gr. rokuorexvoc, zgs. mit réxvn f. Kunsts». Polytheismus, m.(Gen. wie Nom.):
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
Vielgötterei. Gebildet von gr. roxvu-Oeoc«viel Götter habend», zgs. mit Geöc m. eGottv. 1801 bei Campe. Ebd. Polytheist, m.(-en, Pl.-en): wer an viele Götter glaubt.
Polyp, m.(en, Pl.-en): Gattung niedrer Tiere;(medizinisch) ein fleischartiger Aus- wuchs;(stud.) Polizist(aus der Gaunersprache, wo 1818[(Kluge 334] Polipee«Polizei»; auch im Berner Mattenenglisch, Zfd W. 2, 56). Aus gr. Jat. polspus m., gr. noxbrouc m.«Vielfuß, zgs. aus moxbc viely u. robc m.«Fuß». Von Aristoteles wurde so der Tintenfisch benannt. 1561 bei Maaler polp.
1Pomäde, f.(Pl.-n): wohlriechende Haar- u. Hautsalbe. Im 17. Jh.(1678 bei Krämer) aus glbd. frz. pommade f. u. dies aus ital. po- mãäta, pomãda f. von ital. pömo m. Apfel⸗ (lat. pömum n. Baumfrucht»), weil anfangs das Fleisch von Apfeln Hauptbestandteil jener Salbe war. ZUS. Pomãädenhengst, m.: Stutzer. 1822 stud.(Zfd W. 2, 46).
²2Pomäde, f.:(stud.) Gemächlichkeit. RA. das ist mir Pomãde«gleichgültig⸗, 1781 bei Kindleben. P. steht für pomäle Adj.«gemäch- lich, sacht, langsam, phlegmatisch», in den Ma. weit verbreitet, bayr. öst. pomãli, bomäãli, ober- pfälz. po male 1581, auch bomehle. Aus slav.- tschech. po mãälu«allmählichy. 4BL. pomädig.
PomeränzZze, f.(Pl.-/): Frucht von citrus aurantium, Orange. 1469 im mrhein. voc. ex quo pomerantze, 1466 pomorancz, 1440 pomerant aus mlat. pomerancia f., üblicher pomerancium n., pomerantium, am frühsten pomorancium, zgs. aus lat. pomum n. Apfel» u. ital. aräncia f. Orange»(s. d.).
1Pommer, m.(-n, Pl.-n): Bewohner Pommerns; kurzer langköpfiger u.-haariger Haushund; 1798 bei Nemnich; aus Pommern stammend.
*Pommer, m.: Art Schalmei od. Hoboe. Bei Goethe 26, 34, 1582 bei Rauwolff Reise 173, früher bei Ayrer proc. 2. 10. Aus glbd. älter- nhd. bomhart, spätmhd. bum-, pumhart m. «Schalmeis, auch«Geschütz, Kanone», von glbd. ital.-mlat. bombarda, eins mit Bombarde.
Pomp, m.(-Lels, ohne Pl.): feierliches groß- artiges Gepränge. Im 15. Jh. pomp u. bis ins 18. auch pompe f., aus gr.-lat. pompa f. cöffent- licher feierlicher Aufzug», dann«Gepränge, Prunky, gr. ounn f.«Sendung unter Geleite, feierlicher Aufzug» von gr. ne8neiv«senden».
Pompadour(spr.-där), m.(‧J, Pl.-e u.-s): Strickbeutel, kleine in der Hand zu tragende Zeugtasche. 1834 bei Petri. Benannt nach
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