Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
435-436
Einzelbild herunterladen

435 Pläner

Platin 436

Pläner, m.(-S): Abteilung der Kreide- schicht. Gekürzt aus Plänerstein u. dies aus Plauenerstein, nach Plauen einem Dorfe bei Dresden. Vgl. O. Richter Sitz. Ber. d. Natur- wiss. Ges. Isis zu Dresden 1882, 13.

Planét, m.(-en, Pl.-en): Wandelstern. Mhd.-md.-mnd. plãnéte m., aus gr.-lat. planõta, gr. nkavürnc, eig.«irrend, umherschweifend, von Xuvdcgai irren, umherschweifen». Starke Biegung bei Klopstock Od. 185.

planieren, v.: ebnen, glätten. 1669 im Neuen teutsch-frz. Wb. 259 a. Mit ndl. planeeren aus frz. Planer ebnen» von lat. pläãnus eben.

Planimetrie, f.: Flächenmessung, meß- kunst. Aus glbd. frz. planimétrie f., zgs. aus lat. plänus eben» u. gr.-uerpio, s. Geometrie. 1727 b. Sperander BP,, 1716 b. Wolff Banimelria.

Planke, f.(Pl.-/): dickes starkes Brett zur Umfassung von Räumen; Wand von solchen Brettern(urspr. d. Plur. Planken). Md. planke, blanke f., mhd. blanke aus vulgärlat. planca f. dickes, starkes Bretty, daraus auch ndl.-engl. Plank Bretty.

plänkeln, v.: ein nicht ernstes, leichtes Gefecht mit dem Feinde führen. Früher auch blänkeln geschrieben. Wohl erst in d. 2. H. des 18. Jh. aufgekommen. 1793 b. Adelung blänkern

ceinzelne Schüsse tun»; 1763 b. Heppe blenkeln

«oft umsonst od. auf Kleinigkeiten schießen». Mhd. blenkeln«(schlagend) wiederholt erklin- gen od. erschallen machen»(bayr. Plenkcel m. cGlockenschwengel») von spätmhd. blenken cunstät umherfahren». Wohl zu blinken. 4BL. Plänkler, m., erst im 19. Jh.

plan(t)schen, v.: Flüssigkeiten in un- ruhige Bewegung setzen. 1777 b. Adelung(in den niedern Sprecharten). Ahnliche Ausdrücke sind platschen, patschen, manschen, matschen, u. es ist bei dieser Fülle das Ursprüngliche kaum zu ermitteln. Dazu Plansch, m.:(ver- ächtlich) schlechte Suppe od. schlechtes Ge- tränk, Schweinefutter. Obsächs.

Plantäge(spr.-aεο), f.(Pl.-*): Obstpflan- zung; Pflaanzung(namentlich in den Tropen). Aus glbd. frz. plantage m. von planter, lat. plantare«pflanzen». In beiden Bed. 1791 bei Roth; 1727 bei Sperander«Koloniey. ZUS. Plantägenwirtschaft, f.: die extensive Art der Bodenbewirtschaftung in den Tropen.

plantschen, s. planschen.

Planwagen, s. Plane.

plappern, v.: in vielen Worten gehaltlos sprechen(Matth. 6, 7). Bei Luther. 1540 bei Alberus dict. blapper, plapper, 1642 bei Duez

blappern, 1678 b. Krämer blapperen, plapperen. Von plappen(1561 bei Maaler), blappen(spät- md. im Alsfelder Passionsspiel 52 ² ablautend: was listet dich mit dissem geplitz(leerem Ge- schwätze)? dines plippenplappens ist zu viel; mhd. im 13. Jh. blippen-, blappenblap m. «Schwätzery». Also lautnachahmend. 4B.L. Plapperéi, f, Plapperer, m., beide 1691 bei Stieler. ZUS. Plappermaul, n.: Plap- perer. 1727 bei Aler. Plappertasche, f.: Plapperer. 1691 bei Stieler.

Plappert, m.(-Lels, Pl.-e), jetzt Blaffert: eine ehemalige Münze von etwa 8 Pf. Im 15. Jh. plaphart, dann plappart. Wohl aus frz. blafard«bleich? u. dies aus ahd. bleih-varo «bleichfarbeny. Eig. also«Weißpfennig.

plärren, v.: wie ein Schaf, Kalb widrig

schreien; schreien, weinen. 1664 b. Duez bler- ren, im 16. Jh. blären, blerren, mhd. bléren, blerren«blöken, schreien?; dazu nd. blarren, ndl. blaren«blöken», engl. blare«brüllen. Lautnachahmend. Pläsier, öst. auch Plaisier, n.(-s): Ver- gnügen. Volkstümlich. Das frz. plaisir m. (von lat. placére«gefallen*). 1703 b. Wächtler Plaisir f. 4 BL. pläsierlich, adj.: angenehm, lustig. A. a. 0.

Plastik, f.: Bildhauerkunst. Das frz. pla- stique f. von gr. Xacriwr=(nämlich rexvn) f., das subst. F. des Adj. Xucrixc«gebildety zu mkdccetv«bilden, formen, gestalten». In der 2. H. des 18. Jh. plastisch, adj.: gestaltend, körperlich. Nach jenem gr. m:crixöc. 1791 bei Roth«schöpferisch.

Platäne, f.(Pl.-/): Art des Ahorns. Ende des 18. Jh. aus gr. lat. platanus f., gr. nXœαvoc. Bei Voß auch Patan m.

Plateäu(spr.-to), n.(-s, Pl.-s): Hoch- ebene, Platte. Das frz. plateau m. von plat, s. Platt. 1834 bei Petri. Die geographische Bed. hat andre Bed. wie«Aufsatzplattey(1813 Campe),«Wagbrett, Tafelbrett»(bei Petri) verdrängt.

Platin(-s), auch Platina, n.(-s): schwer- stes Edelmetall. 1736 von dem Spanier Don Antonio de Ulloa im Goldsande des Flusses Pinto in Peru wiederentdecktes silberweißes Metall, 1752 von dem Schweden Scheffer als besondres Metall bestimmt. In Spanien wurde es Patina del Pinto«kleines Silber von Pinto» genannt. Span. platina ist Dim. von span. plata f.«Silbery, eig.«Metallplatte», s. Hatte. Das N. nach einem nlat.(aes«Erz») platinum. 1776 bei Hübner Patina del Pinto.