Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
421-422
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421 Philolog

Phrase 422

zur Entwicklung der Bed.«Bürger, Nicht- student» beigetragen haben. Die Herkunft ist dunkel. Nach Schröder Streckformen 21 aus*fister«Angeber» gestreckt. Viell. aber doch auf den Namen der Philister zurück- gehend. 4BL. philisterhaft, adj., bei Goethe Briefe 11. 10. 1780. philisteriös,

philiströs, adj., im 19. Jh., vgl. Meier 37. Philistérium, n.(-s): Gesamtheit der

Nichtstudenten; die Zeit nach dem Studium. Stud. 1813.

Philolög(e), m.(-en, Pl.-en): Gelehrter, der sich mit Sprache u. Literatur eines Volkes beschäftigt. Aus lat. philologus«Freund der Wissenschafte, dem subst. gesetzten M. von gr. öxoroc Gelehrsamkeit, Wissenschaft liebend», zgs. aus pioc clieb» u. Néroc m. cRede, Gespräch», 1575 im Garg. 25. Philo- logie, f.: die Wissenschaft des Philologen, Altertumswissenschaft. 1703 bei Wächtler. Aus lat. philologia, gr. Gαokovia f., im Lat. Erklärung der Schriftsteller als gelehrte Forschung». philolögisch, adj., nach nlat. philologicus. 1791 bei Roth.

Philosph, m.(-en, Pl.-en): Weltweiser. Aus gr. lat. philosophus m., gr. P-coꝓoc m. «Freund der Weisheit», zgs. mit ꝓpixoc clieb» u. coqòc«weise». Ende des 15. Jh. philosophe m. Philosophie, f.(-n): die Wissenschaft von den letzten Zwecken der menschlichen Ver- nunft(Kant), Weltweisheit. Mhd. philosophae f. Erforschung der verborgnen Eigenschaften der Dinge», dann auch Philosoph»(Parzi val 643, 14), bei Luther Kol. 2, 8 Philosophia, 1556 im dictionariolum 181²2 als Fortsetzung der mhd. Porm Philosophey(noch bei Goethe Ur- faust 1), dann nach dem frz. Ph. philoso- phieren, v., im 16. Jh.(vgl. AfdA. 4, 180, Germ. 29, 389) nach lat. philosophäri. Philo- söphisch, adj., nach lat. philosophicus adj., im 16. Jh., z. B. 1575 im Garg. 162, 1534 bei Franck Weltb. 141.

Phiöle, f.(Pl.-n): Kugelflasche mit langem engen Halse(Goethe Faust 680). Schon mhd. viole f., ahd. fiala f. aus glbd. mlat. fola, gr.- lat. phiale, gr. Grc-n f.«Trinkschale».

Phlegma, n.(-S, ohne Pl.): natürliche Trägheit; der Wassergehalt einer geistigen Flüssigkeit, die beim Destillieren zurückbleibt (Schiller 1, 269). 1571 bei Rot«Wäßrigkeit im Geblütv. Aus gr. lat. phlegma, gr. ꝓéTua n., eig. Brand, Entzündungs von gr. kéJerv cbrennen⸗, dann seit Hippokrates ein kalter weißer zähflüssiger Stoff im menschlichen

Leibey, den man schließlich als Ursache des phlegmatischen Temperaments ansah. phleg- mäatisch, adj.: gleichgültig, wenig lebhaft. 1575 im Garg. 257.

Phonétik, f.: Lehre von der Bildung der Sprachlaute. Phonétiker, m.: Lehrer der Phonetik. phonétisch, adj.: den Lauten entsprechend, lautgemäß. Alles Abl. von gr. wvn«Stimme», die erst im 19. Jh. gebild. sind.

Phönix, m.(-els, Pl.-e): ein wunder- barer Vogel, der aus seiner Asche schöner wiederersteht;(oft übertragen) etwas seltnes u. einziges in seiner Art(1771 bei Goethe 39,72). Aus glbd. gr. Goivi. Schon mhd. fenix, fénis aus frz. phéniæ.

Phonogräãph, m.(-en, Pl.-en): Werkzeug zum Festhalten der Laute u. Töne. Zgs. aus gr. ꝙwvo- von goyR«Stimme, Laut u.-poꝓoc cschreibend» von Ipdqeiv«schreiben», also «Lautschreiber». 1877 von Edison erfunden.

Phosphät, n.(-Lels, Pl.-e): Phosphor- säuresalz. Neue Bildung von Phosphor. Phos- phor, m.(-s, Pl. unüblich-e): chemischer leuchtender Grundstoff. 1669 von Brand in Hamburg im Harn entdeckt. Nach gr. ꝙuwc- ꝙpoc m. Lichtträger», zgs. aus ꝙic n.«Lichty u.-Popoc von ꝙépeiv«trageny. Urspr. wurde dies für jeden von selbst im Dunkeln leuch- tenden Körper gebraucht, dann aber nach Job. Kunkels 1678 erschienener öffentlicher Zuschrift«vom phosphoro mirabiliy anfangs vorzugsweise u. dann ausschließlich auf den Ph. übertragen. phosphoreszieren, v.: im Dunkeln von selbst leuchten. Bei J. Paul paling. 1, 8.

Photogräãph, m.(-en, Pl.-en): Verfertiger von Lichtbildern. Photographie, f.(Pl.-en): Lichtbild. Aus glbd. engl. photographng;, frz. pholographie f., zgs. aus ꝙurro-(von gr. ꝙuc [Gen. wréc] n. Licht») u. einer Abl. von Tpdceiv«schreiben». 1839 durch den Eng- länder Talbot erfunden.

Photogravüre, f.(Pl.-n): Kupferlicht- druck. Zgs. aus Photo-(s. Photograph) u. Gravure aus frz. gravure«Kupferstich, Radie- rung», das von graver, s. gravieren(s. d.) abgeleitet ist. In neurer Zeit.

Phrase, f.(Pl.-n): Redewendung; inhalts- leere Redensart. 1616 bei Albertinus Land- störzer 396. Aus gr. Jat. phrasis f., gr. ꝓpãcic f. crednerischer Ausdrucky von gr. Opdtetv csprechen». Phraseologie, f.: Sammlung von Redewendungen. Aus glbd. gr. ꝙpoceo- Xoria f. über frz. phraséologie f., zgs. mit-Xorio,

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