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Teilnahme am Schmerzgefühl anderery, der als Subst. gebrauchte Inf. mitleiden, mhd. mite liden; Mitleidenschaft, f.: das gemeinsame Leiden oder Leidensgefühl, 1678 bei Krümer; mitleidig, adj.: an Leid teilnehmend oder es mitfühlend, im Anfang des 15. Jh. bei Diefenb. gl. 136 ce, md. im 14. Jh. mitlidic. Mitmensch, m., 1777 bei Adelung. mit- nehmen, v., bei Luther; in der Bed. c«arg schädigen, übel behandeln) 1597 bei Colerus Hausbuch 4, 17, dafür bei Luther Tischreden 35 b mit sich nehmen. mitsämt, Präp. mit Dat., mhd. mit samt und zusammengeschoben mitsament, sam(e)t. Mitschuld, f., beiSchiller Tell 1, 4, aber in bezug auf Geldverhältnisse der Pl. Mitschulden schon 1691 bei Stieler; mitschuldig, adj., bei Lessing 2, 135; Mit-
schuldner, m., mhd. im 14. und 15. Jh. miteschuldener m. Mitschüler, m., 1678 bei Krämer. mitspielen, v., mhd. mite spiln mit
Dat.«im Kampfspiel derb umgehen mit jem. (Parz. 759, 4), daher nhd.«übel verfahren mit jem.), b. Luther 4, 1502; Mitspieler, m., mhd. mitespielære m. mitteilen, v., 1482 im Voc. theut. v 5 b mitteylen, mhd. mite teilen«zuteil werden lassen, zu eigen abgebenꝰ, mnd. mede- délen, die Bed.«Kenntnis wovon geben, 1495 bei Reuchlin Demosthenes 1. olynth. Rede S. 8 Poland; davon mitteilbar, adj., bei Goethe
29, 144; mitteilsam, adj., 1809 bei Campe als
neues Wort; Mitteilung, f., 1541 bei Frisius 181²ö. mitünter, adv., 1691 bei Stieler mit under. Mitwelt, f., b. Schiller 8, 190,27. mit- wirken, v., mhd. substantivisch mitezwirken n.;
Mittel 198
Luther); Mittagsmahlzeit(in zu M. essen). In der 1. Bed. mhd. mit(te)tac, ahd. mittitac, md. mittach u. als erstarrter Akk. mittentac, mittendag; dazu mnd. middach, ndl.-schwed.- dän. middag, afrs. middei, ags. middœg m., engl. midday, anord. middagr; daneben nicht zgs. mhd. mitter tac, ahd. mitti tac, mitter tag, asächs. middi dag, anord. mich dagr. Uber dus Adj. mitti, s. mitte. 4B. mittags, adv., eig. Gen. Sg., bei Luther. mittägig, adj., spätmhd. mittegig(Diefenb. gl. 358 b), ahd. mittitagig. mittäglich, adj., mhd. mittagelich, ahd. mitti- tagalih. ZUS. Mittag(s)essen, n., 1425 bei Diefenbach gl. 450 eyn mittagiß esßen, An- fang des 15. Jh. mittagessen(ebd. 357). Mit- tag(s)brod, m. Im 18. Jh. Mittagskreis, m.: Meridian, 1561 bei Maaler, dafür 1643 bei Harsdörfer Gespr. 3, 32 Mittaglini. Mittag(s)- mahl, n., bei Luther Mittagsmalh, um 1480 im Voc. inc. teut. q 32 mittagmal. Mittag(s)- sonne, f., 1691 bei Stieler. Mittagstisch, m., 1777 bei Adelung. Mittagswind, m.: Südwind, bei Luther, um 1480 im Voc. inc. teut. q 3à mittagawind.
Mitte, f.(Pl.-é): gleichweite Entfernung
von bestimmten Enden. Mhd. mitte, ahd. mitt? f.:
dazu ags. midde f.«Mittey, schwed. medja, midja, dän. midje(dafür got. miduma, ahd. mittamò f., eig. Superlativbildung zum Adj.). Die ältere schwache Biegung noch bei Goethe 28, 281. Abstraktes Subst. zum Adj. mitte, mhd. mitte, ahd. mitti, nhd. erloschen und nur
noch im Volksmund; dazu asächs. middi, ndl.
Mitwirkung, f., 1663 bei Schupp 182 Mit- würckung. Mitwisser, m., um 1480 im Voc. maidja-, aind. mãdjas, arm. mé), ferner abg.
Mithridät, m.(-els, Pl.-e): eine Art
inc. teut. q 5³; mnd. medezbete m.
Latwerge als Gegengift(Gellert Fab. 1, 41),
1541 bei Frisius 554 b Mitridat, benannt nach
lat. antidotum Mithridãtis«Gegengift des Mi- thridates», des Königs von Pontus, der jenes Gegengift zusammengesetzt(Juvenal 14, 242) und, um sich vor etwa von seinen Feinden, den Römern, ihm beigebrachten Giften zu sichern, zu sich genommen haben soll, wo- durch sein Körper an Gift so gewöhnt wurde, daß es bei ihm nicht mehr wirkte, weshalb er sich, als er von Pompejus überwunden
worden war, mit seinem Schwerte tötete.
Mitlaut, Mitleid usw., s. mit.
Mittag, m.(-Lels, Pl.-e): die Mitte des Tages, die Zeit des höchsten Standes der Sonne; die Gegend dieses Sonnenstandes, Süd(bei
mid, afries. midde, medde, ags. midd, engl. mid-, auord. michy,(dän. adv. midt), got. midiis; urverw. mit glbd. lat. medius, gr. uécoc, awest.
mezda f.«Mitte?, mezdu Adv.«zwischen), gall. meddio-, air. mide Mittev.
mitteilen, s. mit.
Mittel, n.(-5, Pl. wie Sg.): Mitte; was die Mitte ausmacht; zwischenbefindlicher Gegen- stand; Wirkendes zur Erreichung eines Zweckes, Hilfsmittel(Reichstagsabschied 1523§18), Heil- mittel(1618 bei Sandrub 74, 36 Ndr.);(im Pl.) Besitztum, Vermögen(1654 bei Logau 1, 8, 46, bei Schupp 116). Mhd. mittel, n.«Mitte, Mittelpunkt, Mittelding, Vermittelung, dann was dazwischen ist, besonders trennend(sunder mittel«unmittelbar»); dazu mnd. middel n. m. «Mitte, Zwischending, Mittel»;, ags. middel m. «Mitte», engl. middle. Das substantiv. Neutr. des Adj. mittel(s. d.). 4L. mittelbar, adj., 1641 bei Schottel 308², ebd. 308 b auch un-
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