Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
139-140
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13³9 Maske

maßen 140

«maserichtes, knorrichtes Holzo, entlehnt afrz. maære, madre«Ahorn», mit Adj. mazelin, mlat. maserinus. Herkunft unsicher. Btr. 15, 519 unwahrscheinlich zu gr. äop«Schwerty(aus Ahornholz) gestellt. Vielleicht zu gr. ihAwo, m.«Strieme»(aus*mosl5ps). Vgl. Idg. Forsch. 13, 137. 4 BL. masericht, maserig, adj., mhd. im 12. Jh. Maserocht. masern, vV.: Holz mit maserartiger Zeichnung versehen;

refl. knorrige Auswüchse bekommen, 1777 bei(

Adelung, spätahd. maserön«knorrig werden). Masern, Pl.: Kinderkrankheit mit Ausschlag und roten Flecken, 1579 in Sibers Junius M., 1741 bei Frisch auch Maseln, urspr. md. und nd.(dafür oberd. Urschlächten, Fleckeln); dazu ndl. 1598 maselen, maseren. Entsprechend mnd. masele, massele f. croter juckender Haut- fleck, Pustel, Ausschlag, Grind, mhd. masel, ahd. masala f. Blutgeschwulsty.

Maske, f.(Pl.-n): falsches unkenntlich machendes Gesicht, unkenntlich machende Verkleidung. 1628 bei Zinegref Apophth. 1, 329, bei Moscherosch, Grimmelshausen, Krämer usw. Masque, 1616 bei Albertinus Lucifer 292 mascara, bayr.-schwuͤb. Maskere; dazu ndl. 1598 masche, mascke, undl. und engl. masker. Aus frz. masque m., ital. maschera, span. mascara f., mlat. um 700(in den langobard. Gesetzen) masca f.«Larve, Maske», von arab. mãs-chara«Possenreißerei, woher schon mhd. talmasge, ahd. talamasca f., mndl. talmasche Larve, Schreckgesicht, Schreckgestalty. Mas- keräde, f.(Pl.-n): Mummenschanz, Mum- merei, 1691 bei Stieler M., 1648 bei Weck- herlin 2, 450 Mascaracdle, 1593 bei H. J. von Braunschweig 248 Mascarada, aus glbd. fra. mascarade, ital. mascherata f., von ital. masche- rare«maskieren». maskieren, v.: vermum- men, 1716 bei Ludwig maskiren, 1669 bei Grimmelshausen Simpl. 304 vermasguiren.

1 Maß, f.(Pl. wie Sg.): bestimmtes Wieviel einer Flüssigkeit, Eimer bayrisch,, Ohm hessisch, aber auch von Beerenobst, Hülsen- früchten usw. Mhd. müge f., seit dem 14. Jh. auch mäz das Wieviel einer Linie, eines Raumes, eines Gewichtes, einer Kraft, die bestimmte, zugemeßne Menge wovon, die Mitte zwischen zuviel und zuwenig, Vermei-

dung des Zuviel, Mäßigung, anstandsvolle Be-

scheidenheit, die Art und Weise», im 15. Jh. Schenkmaß(bei Rosenblüt, Altd. Blätter 1, 402, 1, 17), ahd. mãza f.«das Wieviel einer Linie, eines Raumes, einer Ausdehnung u. dgl., und in dieser Bed. noch nhd. bei Gryphius

Trauersp. 1663 S. 366 und Goethe Faust 3769 Maß f. Samt messen(s. d.) urverw. mit lat. modus m. Maß, Art und Weise».

2 Maß, n.(¹es, Pl.-e): das Wieviel in Raum, Gewicht, Zeit, Kraft; ab-, zugemeßne Menge; das, womit man die Größe im Raume mißt; Meßgefäß zu flüssigen und trocknen Dingen; der Inhalt dieses Meßgefäßes. Hervorgegangen aus einer Verschmelzung von mhd. mäze f. s. 1Maß) und mhd.(md.), ahd. mez n.«Maß- gefäß, Ziel, Art und Weise», daher geläufig bei Luther Mas n., mhd. im 13. Jh. mdz n. Meßgefäß»(Kaiserchronik 3384 in der Heidelb. Hds.), dann auch«Inhalt des Meßgefäßes, Art und Weise»; dazu ndl. maat f.«Maßv, anord. mäti m. Art und Weisey».

Massäge(spr.-äze), f.(Pl.-n): Heilver- fahren durch Kneten, Knetkur. Aus glhd. frz. massage m., abgel. von masser«kneten, mas- siereny, u. dies wohl von arab. mass«betasten, berühren». In den 80er Jahren etwa entl.

massakrieren, v.: niedermetzeln. 1643 bei Harsdörffer Gespr. 3, 378 massacriren, aus glbd. frz. massacrer, ital. massacrare.

Masse, f.(Pl.-/): große verbundne Menge. Mhd. masse f. cungestalteter Stoff, Menge, bes. dichtey, wie Metallklumpen, ahd. massa f. &Stoffy, aus lat. massa f.«Klumpen, zusammen- hangende Menge». 43L. massenhaft, adj., 1809 bei Campe als neues Wort. massig, adj., 1839 bei Immermann Münchh. 3, 189. ZUS. Massemühle, f.: in Thüringen Mühle zum Zermahlen der Porzellanerde. massenweise, adv., bei Goethe 1, 285 massenlweis.

Maße, f.(Pl.-n): messende Größe, Maß- einheit(im Bergbau); bestimmte räumliche Ausdehnung(1. Kön. 6, 25; Hiob 28, 25); rechtes Maß mit Vermeidung des Zuviel(M. halten Sir. 33, 30 u. noch bei Goethe); Art u. Weise (Luther 3, 363 b). Auch in den Wendungen mit Maßen, über alle Maßen, älternhd. mit maße(Jer. 10, 24), vber die mas(1. Mos. 41, 49), vber alle mas(2. Kor. 4, 17), mhd. äber mäz; ferner in den genetiv. Verbindungen dermaßen, einiger-, gewwisser-, solchermaßen, älternhd. auf gewisse Maße Schuppius 686; in geuwisser Maaße Kant 8, 35, in solcher Maße Goethe 27, 307. Mhd. mäze, ahd. mäza f.(S. Maß f.).

mafßen, konj.: nach der Maße daß, indem, weil. Veralteter Ausdruck des Kanzleistils. 1650 bei Harsdörffer Schauplatz lust- u. lehr- reicher Gesch. 1, 79, eig. Dat. Pl. von Maße f.

«Art u. Weise», schon mhd. müzen Adv.«mit Maßen, mäßig» u. auch der Dat. Sg. mäze.