Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
63-64
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63 Alicht

lieb 64

asächs. lioht, innd. licht, lecht, afries. liacht, licht, ags. léoht, engl. light, dafür got.(von liuhap«Lächt» abgeleitet) liuhapeins; im Adv. mhd. liehte, ahd.-asächs. lohto, ags. léohte. Gleichen Stammes wie Licht(s. d.). Beim Bauen heißt im Lichten«im Innern?, ohne die Mauern. Im 17. Jh. 48. liehten, v.: licht machen(z. B. einen Wald lichten), 1777 bei Adelung; unabhängig von mhd. liehten,

ahd. liehtén«licht werden, leuchten, tageny,

und mhd. sich liuhten«sich lichteny. Davon Lichtung, f.: Waldblöße, im 19. Jh. Z08. lichtblau, adj.: hellblau, mhd. liehtblã. Jicht, Adjektivsuffix, gebildet aus lich (s. d.) mit t nach Analogie der Adj. auf icht (s. d.), daher auch Aecht, noch bei Claudius 3, 26 süßlecht«süßlichy. lichten, v.: licht machen, werden, s. lichi. lichten, v.: leicht machen, z. B. ein Schiff l.«ausladeny, eine Kasse, ein Faß, Vorräte l.«leereny». 1691 bei Sileler ein Schiff l., aus nd. lichten«leicht machen»(s. leicht). Dafür oberd. das Schiff leichten, leichteren 1678 bei Krämer, leichten 1648 bei Hulsius Schiff. 15, 25, leichtern 15, 20. Da- von Lichter, Leichter, m.(*s, Pl. wie Sg.): kleines Schiff zum Entladen größerer Fahr- zeuge. 1709 bei Hübner S. 51 Lichter, 1716 bei Ludwig Lichter neben Leichter m., aus glbd. nd. lichter m., dazu engl. lighter. sjichten, v.: vom Boden in die Höhe heben, die Anker l.«vom Grunde heben und fortschiffeny». 1703 im Zeit-Lex. den Anker J., dafür obd. 1678 bei Krämer die Ancker leichten, ebenso bei P. Fleming 590. Aus nd. lichten, mndl. ligten«leicht machen», dann«aufheben? (s. 2lichten). Anders schwed. lyfta den Anker lichten», zu anord. pta«in die Höhe heben», mhd. läften«in die Luft heben, auf- heben», engl. liſt«aufheben, lüfteny. 4lichten, v.: rupfen, in: den Flachs aus- lichten ausrupfen». Veraltet. 1538 bei Sebiz Feldbau 503 auslichten, 1538 bei Herr Colu- mella 19² vßliechten, bei Keisersberg Evan- gelibuch 221 Vhliechtung, mhd. Ihten«upfen', md. 1445 lichten«Schweine kastrieren?. Mit ableitendem t von älternhd.-mhd. liechen(Part. gelochen) ciehen, zupfen, rupfenꝰ(bes. vom Ausziehen des Flachses und Ausraufen des Haares), ahd. liuhhan, liohhan in Zusammen- setz.(Part. er-, 2ilohhan)«ausreißen, rupfenꝰ, mnd. läkcen, afries. läkla ziehen, zückenꝰ, ags. Iãcan« jäten, got. uslälcan«herauszieheny, noch bayr. liechen, schwäb. lichen, schweiz.

lüchen, leuchen«Flachs oder Heu ausraufen?. Zur Herkunft vgl. Locke.

Lichter, m., s. 2lichten.

lichterloh, adv. vom Feuer: lebhaft auf- wallend. Aus den absolut gesetzten Genitiven Sg. lichter Lohe«mit heller Flamme»?, 1535 bei Luther Predigt von den Engeln C 14 Uechter lohe, 1562 bei Mathesius Sar. 218 ³ liechter und roter lon, brennen, 1664 bei Duez liechterloh, liechtenloh, liechteloh, 1650 bei Moscherosch Philander 1, 390 adjektivisch in Uechten-loher Flamme. S. Lohe.[s. licht.

Lichtmesse usw., s. Licht. Lichtung,

Lid, n.(-Lels, Pl.-er): Deckel, Verschluß (s. Augenlid). Früher Liedl geschrieben(schon Weist. 1, 529 liedt). Nhd. noch in Ofenlid n. Ofentüry, Fensterlid n. schiebbarer Fenster- teil, Schiebefenstery(Lid bei Luther, Liedl bei Musäus Volksmärchen 5, 224, Fensterlied bei Opitz 3, 12), älternhd. Kannenlied n.«Deckel der Kanne»(Fischart Garg. 138). Mhd. lit n.

«Deckel an einem Becher, einer Truhe», md. lit, let, led, lith«Deckel, Klappe, kleine Tür,

in Angeln sich bewegendes Tischbrett zum Feilhalten, Ladentisch», vensterled n.«in Angeln hangender Fensterladen»(Germ. 20, 48 f.), ahd. lit, lith, lid n. Deckel»; dazu mnd. lit, afries. hlid, lid n.«Deckely, ags. hlid n. Deckel, Türy, engl. lid Deckely, anord. hlich n., schwed. lid«Tür, Türöffnungy, dän. led«kleine Tür, Heck». Zu asächs. ahlidan«sich erschließen», ags. hlidan«decken, bedecken, schließenꝰ, fries. hlidia«verdecken. Weiteres bei Falk-Torp u. Zupitza 119. lieb, adj.: freundlich zugeneigt, herzge- winnend, das Herz erfreuend. Mhd. liep, ahd. läον, lioh; dazu asächs. liof(Gen. liobes), lief, léf, mnd.-mndl. lief, afries. liu*, lief, ags. léo«, engl. lief, anord. Ha*r, got. liufs(Gen.

liubis). Im Adv. mhd. Nebe, ahd. liuo, liebo.

Gleichen Stammes wie Glaube, erlauben, ge- loben, Lob(s. d.). Urverw. mit lat. lubet, libet«es gefällt, beliebty, labens, libens«gern, willigꝰ, lu⁵bãdo, libido f. Begierde, Lust, Wol- lust»,(vielleicht aus dem Germ. entl. abg. Hjubi lieby, uby f.«Liebey, Hubiti«liebeny), aind. Iäbhjati«begehrt heftigy, löbhas m. Begierden. Substant. Lieb, n.: der u. die Geliebte, mhd. liep n.; hervorgegangen aus ahd. liup, liub, asächs. läof n.«Herzensfreude, Hocherfreuliches, Liebes»; dazu das Dim. Liebchen, n.: die Geliebte, 1445 zu Frank- furt a. M. liebchin n., im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 235 b liebechin, 1593 bei H. J. v. Braun-