1169 Kümmel
Kumpf 1170
Kümmel, m.(-s, Pl. wie Sg.): die in gombrare«den Weg sperren», portug. combro
Dolden blühende Pflanze lat. cuminum und ihre als Gewürz benutzten Samenkörner. Mhd. kumel m., md. im 15. Jh. komel, ahd. kumil aus kumin(vgl. Zfd W. 6, 185), noch ahd.- mhd. kumin m.; dazu and. Kumin, ags. cy&men m. n., engl. cumamin. Entlehnt aus gleichbed. lat. cuminzn, gr. õtvov n.; Name und Pflanze aber stammen aus dem Orient, hebr. kammoön,
arab. Kammun. Ahd. Nebenformen sind kumi
und kumich, mhd. kume, kiüme, Kumich, Kl- mich m., noch oberd. Kümi, Küm, Kümich m. Kümmelblättchen, n.: gaunerisches
Hasardspiel mit drei Karten. Kümmel- statt
Kimmel-, aus gimmel, in der Gaunersprache «dreiy, von hebr. gimél, Name des dritten Buchstaben(g) und zugleich Zahlzeichen für 3.
Kümmeltürke, m.(-n, Pl.-n): Student aus der Nähe der Universitätsstadt, besonders bis etwa zwei Meilen von dieser. In der Studentensprache, urspr. in Halle a. S.,«aus der Umgegend, dem Saalkreise(wo starker Kümmelbau betrieben wird) gebürtiger Stu- denty. 1781 bei Kindleben.
1Kummer, m.(-S, ohne Pl.): Schutt, Bau-, Steinschutt(im westlichen Mittel- und Norddeutschland); angreifende, zehrende Be- trübnis worüber; gerichtliche Haft, Arrest (hessisch). Mhd. kumber, md. Kkummer, kumer, kommer, mnd. kummer m. Aufschüttung, Schutt, auch als Hemmung» oder«Hinder- nisy, daher in übertragner Bed. im Rechts- leben«Beschlagnahme, Arresty, und daraus bildlich in allgemeiner Bed.«Beschädigung, Wunde, Belastung, Bedrängnis, Mühsal, Not, bedrückende Sorge, Gramy. Im westlichen Deutschland hervorgegangen aus der Ver- mischung eines germanischen mit einem romanischen Wortstamme: einerseits anord. kuml, kumbl n. aufgeschütteter Grabhügel, Grabmal», auch«Denkmal, Denkstein, Marke, Zeichen überhaupty, schwed. Kumbel, kummel n.«Steinhaufen als Wahrzeichen für Schiffer), asächs. Kumbal n. Himmelszeichen), ags. cumbol, cumbl, cuml n.«zeichen?, bes.«kriege- risches Feldzeichen», auch«Wundzeichen, Wunde»; andrerseits das unerklärte früh- mlat. cumbrus, combrus m. Haufe abgehau- ner Aste, Verhau, hemmende Aufschüttung, dämmend Eingerammtes im Flusse zu Fisch- hegung und Fischfang», woher franz. combre in encombre m.«Schutt, Bauschutt, Hinder- nis, encombrer«versperren, beschweren, be- trüben», ital. ingombro m. Hindernis), in-
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
m.«Erderhöhungy, comoro m.«Deich». 4 BL. kümmerlich, adj., mhd. kumberlich«schwer bedrängt, kummervoll», schweiz. 1420 kumber- lich«verhaftet⸗(Weist. 4, 390). kümmern, v., mhd. Kumbern«belästigen, in Not bringen, bedrängen», md. im 15. Jh. kummern, Kommern «mib Arrest belegen», sich kümmern«sich um etwas bemühen). Kümmernis, f., mhd. kumber-, Kümbernis, chumernusse, kümmernälss f. n.«Bedrängnis». ZUS. kummervoll, adj., im 17. Jh. bei A. Gryphius Leo Armenius 5, 51.
2Kummer, f.(Pl.-n), bayrische Schrei- bung für Kulcumer(s. d.).
Kümmerling, s. Kukumer.
Kum(me)t, n.(-Lels, Pl.-e): den Hals um- schließendes Geschirr des Zugpferdes. Mhd. komat m. n., später kommot, kummot, kommet, kumet, im 12. Jh. chomat, entlehnt aus slaw.-abg. chomqti m., poln. chomat m. und chomqto n., russ. chomutä m., tschech. chomout m., die wiederum dem Altgermanischen entstammen: ahd. hamo m.«Kappzaum für wilde Pferde», 1537 bei Dasypodius kähamme, Klaoham, Kam- wide chölzernes Halsband der Kühe zum An- binden an die Krippe», ndl. 1599 bei Kilian koehamme und koekcamme, auf der Eifel hamen m., nd. ham, engl. hame«Kummet⸗. Vgl. Lagercrantz KZ. 34, 399.
Kump, s. Kumpf.
Kumpän, m.(-s, Pl.-e): Genosse. Schon mhd. Kompãn, kumpãn, mnd. Kumpän, wumpön, anord. kumpänn m.; im 16.—18. Jh. gekürzt
Kumpeèe, Kompe, Kump m., im 18. Jh.(Bürger,
Voß, Kindleben) erneuert Kumpan. Aus prov. und afranz. compaing, ital. compagno m. Ge- fährte, Gesellschafter), von mlat. companio m. eig.«Brotgenosse?, zu lat. pänis m. Brot (s. Compagnie). Ahnlich im Ahd. gimazzo m. Tischgenosse»(von ahd. maz n.«Speise») und galeibo, got. gahlaiba m.«Genossey(von ahd. leip, got. hlaifs m. Brotlaib»).
Kumpen, m.(-S, Pl. wie Sg.), s. Kunp.
Kumpf, m.(-els, Pl.-e und Kümpfe): tiefe Schale, tiefer Napf; Trockenmaf, früher 1516 Malter. Auch Kump und Kumpen m., aus dem Niederd. ins Hochd. eingedrungen, daneben Kumpe f. Mhd. kumpf, komph, md. und mnd. kwump, Komp m.«Gefäß als Fruchtmaß, Trink- schalen(davon mnd. kumpere m. Faßbinder, Küfer»), im Mhd. auch«tiefes hölzernes Ge- fäßchen des Mähers zum Mitführen des Wetz- steins», im 16. Jh. bergm. Kumpff m.«Poch- trog für Erze»(1562 Mathesius Sarepta 141 ²),
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