Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1101-1102
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1101 Kommers

Komödiant 1102

kommentiéren, v.: erläutern, 1694 Nehring commentiren, aus gleichbed. lat. commentãri.

Kommérs, m.(Gen.-es, Pl.-e): student. Trinkgelage. 1781 bei Kindleben Kommersch, bei Campe 1813 Commerce, aus franz. commerce m. Verkehr»(s. Kommerz). ZUS. Kommérs- buch, n.: Trinkliederbuch der Studenten.

Kommérz, m.(-es): Handelsverkehr, aus gleichbed. franz. commerce m., von lat. com- mercium n. Handely. 1678 bei Krämer der Pl. Commercien(und schon in den schles. Acta publica vom J. 1618 S. 225 Commertien) Handelschaft) ZUS. Kommérzienrat, m.: Titel, der an Großkaufleute verliehen wird.

Kommis(spr. Komm), m.(Gen. u. Plur. ebenso, aber mit gesproch. s): Handlungs- diener. Das gleichbed. franz. commis, eig. Beauftragtery, von commettre«beauftragen», aus dem gleichbed. lat. committere, dessen Part. Perf. Pass. commissus lautet. Im ältern Nhd. ist K. s. v. a.«Beauftragter, Stellver- treter»(so noch bei Schiller 14, 192), dafür jetzt Kommissar; die jetzige Bed. erscheint bei Campe 1813.

Kommiß: zur regelmäßigen Lieferung an Soldaten Zugerichtetes, im 16. u. 17. Jh. (1596 bei Fronsperger Kriegsb. 1, 31 b in die Commiß greiffen, aus der Commiß geben, 1617 im teutschen Michel 38, 1650 bei Moscherosch 2, 702. 812, aber schon 1555 bei Wickram Roll- wagenb. 71, 22 Commißmetzger für Lands- knecht), aus franz. commis, lat. commissus, Part. Pass. von lat. committere canvertrauen?, franz. commettre«beauftragen». ZUS. Kom- mißbrot, n.: Soldatenbrot, schon im 16. Jh. (bei Horn Soldatensprache 26 ein Beleg von 1598; 1648 bei Kemnitz schwed. Krieg 1, 160 ² Commisbrot).

Kommissär, Kommissär, m.(*I, Pl.-e): in amtlicher Sendung Betrauter, amtlicher Geschäftsbetrauter. Im 15. Jahrh.(1447 im Henneberg. Urkdb. 7, Nr. 252 der Sg. com- missari, bei Janssen Reichscorr. 2, 106 vom J. 1449 der Pl. commissarien) entlehnt aus mlat. commissarius m.«mit Besorgung eines Geschäfts Betrauter, Vollzieher der Testa- mente», woher franz. commissaire m. und hier- aus früh im 18. Jh. Comumissür. Davon Kom- missariät, n.(es, Pl.-e), 1564 in den Script. rer. Siles. 4, 202. Kommissiön, f.(Pl.-en): Auftrag; Untersuchungsausschuß. In der 1. Bed. 1495 in den Reichsordn. 182 Commission, auch bei Hermann v. Sachsenheim Mörin 2390; in der 2. Bed. 1447 im Henneberg. Urkdb. 7,

Nr. 252, aus lat. commissio f.«Begehung», im spätern Latein«Vollmacht⸗, im Mlat.«Auf- tragy. Kommissiondâr, m.(-J, Pl.-e): Ge- schäftsbevollmächtigter, 1775 bei Adelung, aus franz. commissionnaire m., von mlat. commis- sionarius m. Vgl. Kommis.

kommlich, adj.: bequem, passend, dien- lich, zuträglich. Schweiz.-elsässisch, daher pei Schiller Tell 4, 1(V. 2128). Mhd. Komlich, schweiz. im 15. Jh. kumlich. Zgs. mit kommen.

kommöde, adj.: bequem. Im 17. Jh. commode, aus gleichbed. franz. conmode, von lat. commodus«bequem». Kommode, f. (Pl.-"H): Schiebkastenschrank. Im 18. Jh. Commode(Zachariä Phaeton 1, 38, Hermes Soph. Reise 1, 532) aus gleichbed. franz. com- mode f., dem substantivischen Fem. des Adj. commodeæ. Kommodität, f.: Bequemlich- keit;(verhüllend) Abtritt. In der 1. Bed. pei Grimmelshausen Simpl. 1, 868 Klr. Commo- dität, aus franz. commodité f., von lat. com moditas f.«Bequemlichkeity.

Kommüne, f.(Pl.-n): Gemeinde. Schon spätmhd. kommüne f., aus franz. commune f., das auf lat. conmanio f.«Gemeinschaft» zu- rückgeht, von commänis«gemein». kom- munäl, adj.: was zur Gemeinde gehört. Aus gleichbed. lat. commändlis. Im 19. Jh.

Kommunikänt, m.(-en, Pl.-en): Emp- fänger des heiligen Abendmahls. Bei Luther 4, 316 b J. Communicanten, aus lat. commaäni- cans(Gen. commnicantis), Part. Präs. von commanicäre«gemeinschaftlich machen, etwas mitteilen», woher kommunizieren, v.: durch Mitteilung gemeinschaftlich machen(1616 bei Henisch conemuniciren); gemeinschaftlich zum heil. Abendmahle gehen(bei Luther 5, 82⁸ communiciren). Kommuniön, f.: Empfang des heil. Abendmahls, bei Luther 5, 96 b Com- munion, aus lat. commanio f. Gemeinschaft», im 4. Jh.«das heil. Abendmahl», von lat. commnis«gemeinschaftlich». Kommunis- mus, m.: Gütergemeinschaft. Aus nlat. com- munisnus. Ebenso wie Kommunist, m., politisches Schlagwort seit 1840. Vgl. Laden- dorf und ZfdW. 8, 13.

Komödiänt, m.(en, Pl.-en): Schau- spieler. 1617 im teutschen Michel 25 und 1620 bei Albertinus Lustgarten 265 Comediant, 1639 bei Zincgref 1, 304 Comœdiant, 1691 bei Stieler Komöcliant neben Komedliant und Kom- mediant, nach gleichbed. ital. commediante m., dem als Subst. gebrauchten Part. Präs. von commediare Lustspiele aufführen», zu ital.