Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
501-502
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501 Farinzucker

faseln 502

Farinzucker, m.(-S): Mehl-, Küchen-, Speisezucker. Zusammenges. mit lat.-ital. farina f.«Mehl». Farin 1715 bei Amaranthes.

Farm, f.(Pl.-en): Meierhof, Landgut (in Amerika). Das engl. farm, das zurück- geht auf afranz. ferme f.«feste Rente, sicherer Besitz», von lat. firmaus fest». Im 19. Jh.

Farn, m.(-es, Pl.-e), meist Farnkraut, n.(falsch Farrenkraut): die Pflanze flix. Mhd. farm und farn m. n., ahd. faram, faran n.; dazu and. farn, ndl. varenkruid, ags. fearn m., engl. fern. Verwandt sind aind. parna- m. n.«Flügel, Feder», dann«Laub, Blatty, also eig.«federförmiges Blatts; dazu wohl noch russ. pãporoti, lit. papãrtis m., Pl. papãrò ai «Farnkrauty. S. auch Rainfarn.

Farre, m.(-n, Pl.-n): unverschnittener Ochse. Mhd. varre, ahd. farro m. neben dem stark flektierenden mhd. uar, ahd. far(Plur. farri); dazu ndl. var, ags. fearr, anord. farri m. Mit Ir aus rs, vgl. Färse; verwandt ist gr. nöpic, nöpric f.«junges Rind, Kalb, junge Kuh?.

Färse, f.(Pl.-/): das noch nicht träch- tige erwachsene Rind. Aus dem Nd., mnd. (in Glossaren des 15. Jh.) verse, mndl. verse, ndl. vaars f., im 15. Jh. auch in einem hd. Glossar(Diefenbach Gl. 313 b) kalbes verse, im 17. Jh. wird Fährse von Zesen im Heli- kon 74 als in Meißen sehr üblich angeführt. Abgeleitet von ahd. far(s. Farre).

farzen, v.: einen lauten Bauchwind lassen. Spätmhd. varzen neben dem stark flektierenden mhd. verzen, ahd. ferzan; dazu ags. feortan, engl. fart, anord.(mit Umstellung des 7) freta, schwed. ſjerta, dän. ſjerte, und weiter dazu die gleichbed. gr. mpdeiv, russ. perdéti, lit. pérdæzu, pérsti, aind. pard nebst den Worten, die auf idg. pezd zurückgehen, lat. pédeere, slow. pezdeli, lit. bezdéti, gr. Bdeuο, mhd. visten. Idg. Grundform peræad.

Fasän, m.(-S und-en, Pl.-e und-en): ein schöner fremder, hühnerartiger Vogel. Mhd. fasãn, fasant m., ahd. fasän m., ndl. fazant m. Durch franz.'span. faisan, prov. fassan, ital. fagiano m. überkommen aus gr.- lat. phasidnus m. d. i.«Vvogel vom Flusse Phasis in Kolchis». Mhd. auch volksver- ständlich gemacht als vasehan, vaselhan; da- zu dase-, vaselhuon n. 4BL. Fasanerie, f.: Fasanengehege, nach franz. faisandlerie f., bei Frisch 1741. Schon Henisch 1616 hat Fasaner der die Fasanen zeucht und er- nehrtv.

Fasch, m.(-es, Pl.-e): eine Elle breites und zwei Ellen langes Stück Sohlleder. Mhd. (um 1400) vasch f. Bindes. Aus franz. fasce, ital. fascia f.«Binde, Zeugstreifen», und diese aus dem gleichbed. lat. fascia f.

Fäs-chen, n.(Goethe Herm. u. Dor. 9, 18, bei Aler 1727 Füäsichen), Dim. von Fasen, s. d.

Faschine, f.(Pl.-n): Reis- oder Strauch- welle bei Wasser-, Feldschanzen-, Batterien- bau. Aus franz. fascine, ital. fascina f.«Reis- bündel», von dem aus lat. fascis m. Bund» abgeleiteten ital. fascio m. Bündely. Bei Krämer 1678.

Fasching, m.(-s, Pl.-e): Fastnacht(s. d.). Bes. in Osterreich üblich. Mit Abschwächung des zweiten Wortes aus mhd. vasnaht, vasch- nanht entwickelt, indem die häufige Ableitungs- silbe-ing eingetreten ist; spätmhd. vassang, vaschang zeigt noch das ursprüngliche a der zweiten Silbe. Kaum entspricht vaschang dem mnd. vastgang(neben vasting), anord. föstu- gangr m. Beginn, eig. Herannahen der Fastenzeity.

Fase, s. Fasen.

Fasel, m.(-S): Junges, Zucht wovon. Auch in Faselhengst m. Zuchthengsty, Fasel- ochse m. uchtochsen, Faselschewein n. Lucht- schwein», Faselwieh n. ZLuchtvieh». Mhd. vasel m.«Zuchtstier,-ebery, überhaupt männ- liches Tier, um zu befruchten(auch in Zu- sammensetzungen, wie vaselkalp, vaselswin, vaselvihe), daneben ahd.(bei Notker) fasel m. Junges wovon, Nachkommenschaft»; dazu ags. fœs! n.(?), anord. fösull m.«Nachkommen- schafty. Vgl. auch frühmhd. fesil«fruchtbar. Verwandt mit mhd.(mit Ablaut) wisel m. cpenisy, das zu lat. penis(aus*pesnis) m., gr. méoc n.(aus*pesos), aind. päsas n.«penis⸗ gehört. Vgl. Osthoff Btr. 20, 94; Prusik KZ. 35, 601. 4BL. faseln, v.: Junge werfen, sich fortpflanzen(frühnhd.); gedeihen(im Sprichwort unrecht Gut faselt nicht Luther Tischr. 143).

Faséle, s. Faseole.

ifaseln, v.: tändelnd, ausgelassen, leicht- sinnig gebaren(Goethe 3, 193); unüberlegt, verwirrt reden. In der 2. Bed. von Frisch 1741 als neues Wort bezeichnet, gebraucht z. B. von Hermes Sophiens Reise 2, 601. Ab- geleitet von dem älternhd. fasen(bei Stieler 1691)«mit dem Geist irr umherschweifen, ohne Uberlegung und wie träumend denken und reden, Albernheiten, Possen treiben?, das auf ahd. fasön suchen, aufsuchen, auf-

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