499 Famulus
Farce 500
Aus lat. fãmôsus«berühmt, berüchtigt», von lat. fäma f.«Leumund, Gerüchts.
Famulus, m.(Pl. Famüli und Famuü- lüsse): Diener, Gehilfe. Aus gleichbed. lat. famulus m. Bei Sperander 1728.
Fanätiker, m.(*s, Pl. wie Sg.): schranken- loser Glaubensschwärmer. Aus dem lat. Adj. fändlkicus, abgeleitet von fänum n.«gottge- weihter Ort, Tempely. Im 18. Jh.— fanâ- tisch, adj.: glaubenswütig. Nach lat. fänã- kicus. 1588 bei Joh. Nas(Wackernagels Kirchenlied 548²).— fanatisieren, v.: zur Glaubenswut aufregen. Aus dem gleichbed. franz. fanatiser.— Fanatismus, m.: Glau- benswut. Mit lat. Endung nach franz. fana- tisme, ital. fanatismo m. gebildet. Im 18. Jh.
Fanfäre, f.(Pl.-n): Trompetensignal. Aus dem gleichbed. franz. fanfare f., das mit franz. fanfaron m.«Prahlery, ital. fanfano, span. fanfarron«prahlerisch» urspr. lautnach- ahmend ist. Bei Roth 1791.
Fang, m.(-es, Pl. Fünge): Habhaftwer- den und Halten sowie das Gefangene selbst; Einrichtung zum Fangen der Tiere; Raub- tierzahn, Raubvogelklaue; letzter tötender Stich bei gejagtem Wilde(schonfrühnhd.). Mhd. vanc(Gen. vanges) m.«Fang, das Auf., Um- fangendes, ahd. and. fangin Zusammensetzungen wie anafang«Anfangs; dazu ndl. vang m., ags. ſeng m. Griffy, engl. fang«Fangzahn, Klaue», anord. fang n., schwed. fäng m., dän. fang. Von fangen, v.(Prat. fing, Part. ge- fangen): festnehmend oder-haltend in seine Gewalt bringen. Alternhd. fahen, mhd. vähen, vän(Prät. vienc, vie, Part. gevangen, gevũn); dazu asächs. fähan(Prät feng), auch(in den Psalmen) fangan, ndl. vangen, afries. fän, ags. föon, anord. fã, auch fanga, schwed. fa, dän. faa, got. fähan. Das Präs. fangen erklärt sich durch Ausgleichung mit dem Prät., noch nicht mhd., wohl aber öfter mnd. und mnadl. vangen, bei Luther vereinzelt neben gewöhn- lichem fahen, im 17. Jh. schwankend(Schottel und Bödiker setzen beide Formen an), bei Gottsched nur fangen, doch verbleibt fahen der poetischen Sprache(Klopstock Mess. 2, 6; Goethe Rein. 6, 38, Schiller Tell 4, 1; Uhland 269). Das Prät. älternhd. fieng(noch bei Gottsched, während Adelung sich für fing erklärt) hat Verkürzung erfahren, wie schon in ältern md. Quellen, sowie mnd. und mndl. vinc erscheint. Verwandt ist aind. päcas«Strick», lat. pacisci«einen Vertrag schließen, ferner wohl auch, da die Wurzel
idg.*palt und'pag lautete, die bei Fach (s. d.) angeführten Wörter. 4BL. Fänger, Fanger(Schiller Räuber 4, 1), m.(-s, Pl. wie Sg.): fangende Person, Hund zum Fang auf der Saujagd, Waffe zum tötenden Stich bei Wild. Mhd. dafür väher, bei Luther in der 1. Bed. fenger.
Fant, m.(-es, Pl.-e): junger, bes. flatter- hafter oder eitler Mensch. Mhd. dafür vanz (so noch jetzt obd. neben Fant), im Dimin. venzelin n.«junger Schalk»(s. Alfanz, Fürle- fanz); dazu anord. fantr m.«Gauklery. Die Form Fant erklärt sich aus dem Einfluß eines ndd. Wortes, mnd. vent m.«Knabe, Knecht»(auch im Dim. venkeken), das eben- so wie ndl. vent m.«Knabey zurückzuführen ist auf veim-genõt, eig.«Mitglied einer Ge- sellschafto(s. Fehme), was mit Verkürzung vemnot und das noch jetzt im Näl. vor- kommende vennoot m. ergeben hat(Bedeu- tungsentwicklung wie bei Bursche, s. d.). Dies Fent vermischt sich in der Bedeutung mit Fanz. Vgl. von Bahder Btr. 22, 527. Henisch 1616 setzt Fante(diese Form wohl unter Einfluß des ital. fante m. Knabe, Knecht»), Stieler 1691 Fante, Feute, Fenk Knabe, leichtsinniger junger Mensch» an, in der Literatur findet sich öfter Fäntchen, das von Kindleben 1781 als niedersächsisches Wort bezeichnet wird(auch Adelung kennt nur das Dim., das er von Fänt ableitet), Fant gebraucht Wieland im Oberon 4, 47 und erklärt es im angefügten Glossar.
Farbe, f.(Pl.-n): die durch Brechung der Lichtstrahlen hervorgebrachte Empfindung des Auges. Mit b für w aus mhd. varzwe, ahd. farçza f.; dazu and. farawi, ndl. verf, ags. fœrbu f., aus dem Deutschen schwed. fürg, dän. farve. Dunkler Herkunft. 43 L. farb, mhd.-var(flekt. varaer), ahd. faro(flekt. faravér), and. missivaro«verschiedenfarbigy, weiter gebildet-farben(bei Luther), farbig (älternhd. auch farbicht), fürbig(Goethe Faust 3901 fausendfärbig), bei Luther ferbig. färben, v., mhd. verwen, ahd. farawen. Da- von Färber, m.(-s, Pl. wie Sg.), mhd. ver- wdœre m., und Färbung, f.(1482 im voc. theut. h 6 b ferbung).
Farce, f.(Pl.-n): Füllsel; Mengstück, Possenspiel. Das franz. farce f., aus lat. farsus causgestopftꝰ, von farcire astopfen». In der 1. Bed. 1715 bei Amaranthes, in der zweiten 1600 bei Albertinus Sendschreiben 3, 692 Farsse.


