Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
201-202
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201 Belt

benamen 202

Belt, m.(es, Pl.-e): Meerenge der Ost- seèe zwischen Schleswig und Fünen, sowie zwischen Fünen und Seeland. Mhd. beltemer n. ist«Ostseen(noch P. Fleming und Ramler 1, 43. 63 meinen mit Belt die Ostsee). Kaum zu ags. belt m., anord. belti n.«Gürtel», son- dern dem lat.-germ. Baltia(bei Plinius 4. 18) entsprechend. S. baltisch.

beluchsen, v.: hinterlistig(luchsartig spähend) übervorteilen. Am Anfang des 18. Jh. belegt(1706 bei Menantes allern. Art 588 und bei Rädlein 1711 beluxen, bei Adelung fälschlich belugsen). S. abluchsen.

belustigen, v.: lustig, heiter machen, Vergnügen erwecken. Bei Dasypodius 1537 bellstigen.

Belvedére, n.: Ort, von dem aus man eine schöne Aussicht genießt. Das ital. bel- vedére d. i.«schöne Aussicht». Um 1700 auf- genommen(Günther 728, auch bei Sperander 1728 verzeichnet), aber in der Bed. Schauspiel, Schaustück schon 1607 bei Scheible Schalt- jahr 5, 648 Bellvider n.

bemächtigen, refl. v.: sich wessen mächtig machen, es in seine Gewalt bringen. 1616 bei Henisch 277.

bemäkeln, s. meiceln.

bemängeln, v.: Mängel in etwas finden. Junges, bei Adelung und Campe noch nicht verzeichnetes Wort, wohl aus der obd. Kanz- leisprache stammend.

bemannen, v.: mit Mannschaft besetzen oder versehen. Mhd. bemannen.

bemänteln, v.: einen Mantel(der im alt- deutschen Recht als Sinnbild des gewährten Schutzes gebraucht wird) um etwas hängen; verdecken und zugleich einen guten Anschein geben. Frühnhd.(vgl. Gombert 6, 14 aus Emser vom J. 1524, auch bei Luther), in gleichem Sinne vermenteln(Alberus Barfuser Münche Nr. 601, Mathesius Sar. 2292).

bemeiern, v.: eig. ein Gut mit einem Meier besetzen; jemand betrügen. In der 1. Bed. bei Campe.

bemeistern, v.: Meister werden über etwas. Refl. sich b.«sich bemächtigen». Bei Krämer 1678.

bemerken, v.: durch festes Richten der Sinne auf etwas wahrnehmen; einen aussolcher Wahrnehmung hervorgegangenen Gedanken äußern. Mhd. bemerken c«beobachten, beob- achtend prüfen». 4L. Bemerkung, f,, bei Stieler 1691.

bemitleiden, v.: Mitleid haben mit je- mand. Zuerst bei Rädlein 1711 aufgeführt, noch von Adelung 1793 den niedrigen Sprech- arten zugewiesen; nach Heynatz 1796 kommt es auch bei guten Schriftstellern in Aufnahme.

bemittelt, adj.: die Mittel habend, um bequem leben zu können(bei Grimmelshausen Simpl. 4, 287 Kurz). Eig. Part. Prät. eines V. bemitteln«mit Mitteln wozu verseheny. (1677 bei Butschky Pathm. 25).

Bemme, f.(Pl.-n): Brotschnitte, nament- lich in Buatterbemme«Butterbroty. Im öst- lichen Mitteldeutschland. Luther hat Putter- poname, Zehner 1622 Nomenclator S. 408, Duez 1664 und Krümer 1678 Butterbamme, dies auch bei dem Sachsen Weise(Erznarren 71) und dem Schlesier Stoppe, auch bei Ludwig 1716 und Steinbach 1734. Stieler 1691 hat das einfache Bamme, Bamm(daneben Bams Brei»). Etwa zu thüring. bammen essen), schweiz. bampen«wohlbehaglich und fast be- ständig essen», ein lautnachahmendes Wort, das eig. auf das Schmatzen mit den Lippen beim Essen geht. Nach Heyne WB. auf gr. Bduuo n.«Brühe» zurückgebend und in den Schülerkreisen der Humanistenzeit auf- gekommen. Vgl. noch E. Schröder AfdA. 23, 154.

bemoost, adj.:(Studentisch in bemoostes Haupt u. dgl.) alt, eig. grau geworden wie ein mit Moos bewachsener Stein. Wohl nicht vor Anfang des 19. Jh. aufgekommen(bemooster Herr bei Goethe Faust 6638).

bemüßigen, v.: Muße wozu geben, in- stand setzen, veranlassen Spätmhd. bemile- zegenist erledigen, frei(mhd. miezec) machenꝰ; dieselbe Bed. hat b. in der älternhd. Kanzlei- sprache(vgl. Schmeller ² 1, 1678), später ist das V. durch mälssen beeinflußt worden. Im 17. Jh. in der jetzigen Bed.

benachteiligen, v.: in Nachteil bringen. Noch nicht bei Adelung. Nach Heynatz 1796 von einigen versucht(doch steht es schon 1663 bei Schottel S. 624).

benamen, v.: mit einem Namen belegen. Mhd. benamen. Aufßerhalb der Dichtersprache veraltet. Im Ablaut dazu steht das von den schlesischen Dichtern(noch von Günther, Menantes) gebrauchte bemiemen, urspr. be- nümen, mhd.(in md. Quellen) benauomen, be- nüemen, ndl. benoemen. 4BL. benamsen: wie benamen. Frühnhd.(Franck Weltb. 59 b). Jetzt nur noch in altertümelnder Rede. Vgl. namsen unter Name.