101 aufbrechen
Aufgebot 102
aufbrechen, v.: 1) intrans. sich gewalt- sam öffnen(z. B. 1. Mos. 7, 11); sich er- heben zum Weg- oder Weitergehen, mhd. Afbrechen, auch refl. sich uf brechen. 2)(ur- spr. mit Gewalt) öffnen(auch mhd.).— Aufbruch m.(nach allen Bedd. von a.). Mhd. Afbruch.
aufbringen, v.: in die Höhe bringen, mhd. Afbringen, großziehen, pflegen(auch mhd.); durch Tätigkeit sich verschaffen(auch spätmhd.); finden und vorbringen(auch mh%.); in die Mode bringen; erregen, in Zorn bringen (im 15. Jh. z. B. bei Janssen Frankf. Reichskorr. 1, 459 v. J. 1487); aufgehen machen. Nach der vorletzten Bed. das Part. Prät. aufge- bracht als Adj.(nur prädikativ) cerzürnt⸗, bei Gottsched, Reichel 7).
Aufbruch, s. auf brechen.
auf daß, Absicht anzeigende Konj. Mhd. (in mitteld. Quellen des 14., 15. Jh.) † daz, urspr. Af daz dag(Mystiker 1, 376, 6), dann bei Luther uuff das.
aufdonnern, refl. v.:(von Frauenzim- mern) sich aufputzen. Aus der Studentenspr. in die neuere Umgangssprache gekommen.
aufdrieseln, aufdröseln(Goethe 18, 290. 24, 149), auch auftröseln(Goethe 6, 160), v.: auf und umwinden; abwindend lösen. dröseln geht zurück auf ein dialektisches ma. ndd. triseln(auch trüseln, z. B. schles. und in ndd. Mundarten) v.«im Kreise drehen, rollen», dazu krisel m. Kreisel»(schon mnd. triselen«rollen, kollern»), 1469 im mrhein. Voc. ex quo drisslichte«tornabilis»), die wohl gehören zu mnd. krisse, kritse f.«Tau, das sich um eine Drehscheibe windet und diese selbst, Winden, trissen, tritsen(vgl. trieren) cmit einer Winde aufziehen, hissen? (dazu die gleichbed. ndl. trijsen, engl. trise, dan. tridse). Vgl. abtrõseln.
aufdunsen, s. aufgedunsen.
aufeinander, Raum- u. Zeitadv., nach seiner Bildung s. v. a. cein auf das andere». Schon bei Luther zusammengerückt.
Aufenthalt, m.(-s, Pl.-e): Verweilen; Ort des Verweilens. Spätmhd. Afenthalt m. Aufrechthaltung, Stütze, Unterhalt, Woh- nungy, von mhd. Afenthalten caufrecht halten, erhalten, Nahrung, Wohnung gewährenꝰ, sich Qfenthalten csich zurückhalten, verweilen?.
auferstehn, v.: vom Tode oder aus tod- uhnlichem Zustand sich erheben. Mhd.« erstän sich erheben, entstehen, vom Tode erstehen», ahd. Afarstantan. Ebenso sind ge-
bildet auferbauen, mhd. Aferbäaen, auf- erregen(Goethe 9, 278), auferwecken, mhd. Aferwecken, auferziehen(bei Luther), die alle das ausf- in der Flexion von dem übrigen Worte nicht trennen.
Auffahrt, f.(Pl.-en): Fahrt zur Höhe, besonders die Himmelfahrt; feierliche Schau- fahrt. Mhd. Afpart f.«Himmelfahrt, Fahrt stromaufwärts», ahd. Affart f., zu auffahren mhd. Nfvarn, ahd. Affaran.
auffallen, v.: 1) intrans. worauf fallen; (mit Dat.) Anstoß geben, die Empfindung des Ungewöhnlichen hervorrufen(erst bei Adelung 1774, doch schon 1753 bei Nierem- berger der Wein fällt auf«gewinnt Säure»). 2) trans. durch Fallen auf machen. 43L. auffällig, adj. u. adv.(nach der 2. Bed. von auffallen). Bei Campe 1807.
aufflirren, v.: mit Flitterstaat aus- schmücken(Voß Werke 228). Von ndd. flirre f.«Flitter, Kopfschmuck einer Frau.
auffretzen, v.: auffressen machen, ab- füttern; ganz abweiden. Bei Luther(z. B. 4 Mos. 22, 4). S. fretzen.
aufführen, v.: in die Höherichten, ins Werk richten(mhd. Öfvieren cnach oben führen»); zur Schau, zum Sehen, Hören usw. bringen oder vorbringen(bei Maaler 1561 in der Bed. cfeierlich einholen»); zur Wahrnehmung an- führen(Schiller 4, 271, 14). Refl. sich a.: sich in den Lebensverhältnissen zeigen, sich betragen(bei Frisch 1712). 4B L. Auf- führung, f.(zu aufführen u. sich aufführen): Vorstellung eines Theater- oder Musikstücks (Lessing 7, 214); Betragen(Felsenburg 1, 87).
Aufgang, m.(es, Pl. Aufgünge): Gang zur Höhe, besonders das Hervorkommen von Sonne, Mond, Sternen über den Gesichtskreis, Anfang von Tag oder Nacht; Ost; Anfang, vornehmlich erfolgreicher; Eröffnung. Mhd. ahd. fganc m.
aufgeben, v.: zu erledigen, zu besorgen geben, z. B. ein Rütsel a.(frühnhd., auch bei Luther);(mit Dat.) ein Lehen usw. in die Hand eines andern übertragen, eig. bei der symbolisehen Handlung hochhalten und übergeben(mhd. Afgeben); sich entäußern, fahren lassen, unterlassen(auch schon mhd.).
aufgeblasen, adj., eig. Part. Prät. von sich aufblasen: eine übertrieben hohe Mei- nung von sich zur Schau tragend. Schon mhd. Afgebläsen.
Aufgebot, n.(-es, Pl.-é): öffentliche Be- kanntmachung z. B. einer zu schließenden
7*


