Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
103-104
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103 aufgebracht

aufkommen 104

Heirat(Lessing 1, 530); Einberufung von Heeresmannschaft und diese Mannschaft selbst (Luther 3, 355 b Jen. neben aufbot n. 356 b); (übertragen) Zuhilfenahme z. B. der Krüäffe. Zu dem älternhd. V. aufgebieten(bei Luther), = auf bieten(s. d.).

aufgebracht, s. auf bringen.

aufgedunsen, adj., eig. Part. Prät. des verlornen V. sich aufdinsen:(von innen) ge- haltlos ausgedehnt(Wieland 4, 102).-dinsen geht zurück auf mhd. dinsen æziehen», sich dinsen auch s. v. a. anschwelleny, dazu ahd. dinsan, asächs. thinsan, got. at-pinsan heran- ziehen» zu lit. tεꝓt αͥdurch Ziehen dehnen?, ai. tasdjati«er schüttelt, bewegt hin und her. Aus diesem aufgedunsen scheint ein V. aaf- dunsen«gehaltlos ausdehnen»(Maler Müller, Schubart) entwickelt, doch schon bei Stieler 1691 dumsen, ufdumsen«anschwellen.

aufgehen, v.: in die Höhe gehen, mhd. agän, gén, ahd. Afgangan, ufgän;(von Ge- stirnen) hervorkommen, sichtbar werden;(mit Dat.) deutlich werden; sich öffnen;(von Geld) verbraucht werden(schon mhd.); völlig in ein größeres Ganze aufgenommen werden; (rechnerisch) sich heben(bei Schupp 59).

aufgehoben, s. aufheben.

aufgeklärt, s. aufklären.

Aufgeld, n.(-es, Pl.-er): das bei Aus- wechslung von Münzen hinzugezahlte Geld, Agio; bei einem geschlossenen Handel oder Vertrag sogleich dargegebenes Geld, damit er fest ist und nicht zurückgehen kann. Spätmhd. Afgelt n.

aufgelegt, Jart. Prät. von uflegen: in Stimmung etwas zu tun, wie ital. dispösto, franz. disps6. Um 1700 üblich geworden (Günther 315).

aufgeräumt, adj.: in reiner, heiterer Seelenstimmung. Eig. Part. Prät. von auf- räumen, mhd. Afrümen,«wegschaffend Raum machen; alles Unangenehme und Beengende wegschaffeny. Bei Krämer 1678 mit Adv. übel, 100!. und urspr.(wie noch bei Stieler 1691) mit persönlichem Dat.

aufgeweckt, adj.: lebhaften Geistes. Im 17. Jh. üblich(Fleming 136). Eig. Part. Prät. von aufwecken in der Bed.«geistig ermun- tern, anregen»(bei Luther).

aufhalten, v.: in die Höhe halten, mhd. Afhalten; auf einem Punkte verweilen machen, zurückhalten, hemmen(auch schon mhd.); offenhalten. Refl. sich a.: verweilen(bei Luther, neben sich aufenthalten); sich mißliebig über

etwas oder über jemand äußern(bei Nierem- berger 1753).

aufhängen, v.: in die Höhe hängen, mhd. Afhengen neben Afhähen, s. hangen; als Last an jemand hängen; einem etaas a.: ihn zur An-, Ubernahme von etwas bringen(wie auf halsen, z. B. Lessing 3, 6), zum Glauben an etwas bringen(wie dufbinden, bei Kind- leben 1781).

aufheben, v.: zur oder in die Höhe heben, mhd. Afheben, ahd. Afhefpen; auf- nehmen und wegbringen(mhd. Afheben er- greifen»); zur Bewahrung wohin tun; auk. hören machen, ungültig machen, abschaffen (im 15. Jh. ein urtel ufheben, bei Luther allgemein);(mit einem a.) abrechnen. Refl. sich d.: sich gleichkommen, eig. beim Wiegen zu gleicher Höhe heben. Das veraltete Part. Prät. u†gehaben(dafür jetzt aufgehoben, s. heben) kommt noch im 18. Jh. in der Bed. «zur Höhe gehoben, emporgehoben» vor(bei Klopstock, Wieland, Lessing). Der subst. Inf. Aufheben, n. hat auch die Bed.: schau- tragendes Hervorheben vor andern(nament- lich in Aufhebens machen), eig. Fechteraus- druck von dem(oft mit prahlerischen Reden verbundenen) Erheben der Waffen als Vor- spiel des Kampfes(bei H. Sachs 4, 213 wird das Aufheben als ein Teil der Fechtkunst er- wähnt, vgl. Lessing 10, 239).

aufhören, v.: worauf hören(selten, 1691 bei Stieler); in einer Tätigkeit nicht fort- fahren. In der letzten Bed. im Mhd. zu- nächst bloß hœren, wohl im Sinne von ge- horchen, auf jemand hören», dann auch Öf- hœren, völlig durchgedrungen im 15. Jh.

aufklären, v.: klar, hell machen(nament- lich refl., so bei Stieler 1691); verständlich und deutlich machen;(eine Gegend) aus- kundschaften(in der neuern Heeressprache nach franz. éclairer); im Geiste erleuchten. Nach dieser Bed. das Part. Prät. aufgeklärt als Adj.«erleuchtet im Geistey, namentlich in religiösen Dingen(1752 von Wieland ge- braucht, Suppl. 1, 414. 424, vgl. auch Reichels). 4BL. Aufklärung: bei Adelung 1774, vgl. Ladendorf Schlagwb.

aufknüpfen, v.: eine Schlinge aufmachen; mittelst einer Schlinge, eines Stranges auf- henken(bei Duez 1664, Fischart hat auf- knipfen in beiden Bed., Garg. 76 u. 458).

aufkommen, v.: in die Höhe kommen, mhd. Qfkomen, ahd. Afqueman; zum Wachs- tum, zur Gesundheit kommen(auch schon