Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
105-106
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105 aufkrampen

aufrecht 106

mhd.); zum Dasein kommen; üblich werden (frühnhd.).

aufkrampen, v.: die Krampe(s. d.) öffnen, um die Thür aufzumachen. Bei Voß Luise 3, 203 aus dem Nad.

aufkrämpen(bei Goethe 26, 299 auf- krempen), v.: in die Höhe krümmen oder biegen, z. B. den Hutrand. Aus dem Nd. im 17. Jh. eingedrungen(bei Rädlein 1711). Mnd. upkrempen asich in die Höhe biegeny. 4B2L. aufkrämpeln, v.: in gleicher Bed., 1793 bei Adelung.

aufkratzen, v.: durch Kratzen auf- machen; durch Kratzen frisch machen(früh- nhd.); aufputzen(namentlich sich a.); in gute Stimmung versetzen(aufgekratzt bei Kind- leben 1781 als studentisch).

Auflage, f.(Pl.-n/):(im Kanzleistil) amt- licher Auftrag(frühnhd.); der Obrigkeit zu Entrichtendes, namentlich an Geld(frühnhd); Zusammenkunft der Handwerker, eig. inso- fern in ihr die Beiträge zu entrichten sind (Adelung 1774); Beschuldigung(bei Luther 6, 6 b Jen.); die zusammen gefertigten Abdrücke einer Schrift als aus der Presse hervorge- gangen und zum Verkaufe zur Messe auf- gelegt(bei Frisch 1712).

auflassen, v.: in die Höhe lassen, mhd. Aflãzen; feierlich aufgeben(s. d.) und einem andern übertragen, z. B. ein Lehen(mhd., auch mnd. uplãten im Sachsensp.);(ein Berg- werk) zu bearbeiten aufgeben, verlassen(Frei- berger Bergrecht des 14. u. 15. Jh.).

Auflauf, m.(-es, Pl. Aufläufe): geschwin- des in die Höhe Gehen; über und zugleich unter Kohlen in die Höhe gehendes Gericht; Zusammenlaufen von Menschen, besonders feindseliges, Aufruhr, mhd. Aflouf.

auflaufen, v.: 1) intrans. sich mehrend anwachsen, mhd. Qfloufen; aufkeimen; an- schwellen(auch schon mhd.);(in der Schiff- fahrt) sich auf dem Grunde festfahren. 2) trans. durch Laufen öffnen, wund laufen.

auflehnen, v.: von der senkrechten Rich- tung auf einen Halt Gebendes abweichen. Refl. sich a., auch in der Bed. sich zum Widerstand entgegenwenden». Mhd. Afleinen, in md. Quellen auch Qflenen. Bei Luther auflehnen, bei Obd. bis ins 17. Jh. auf leinen, vgl. ablehnen.

aufmachen, v.: in die Höhe richten, mhd. Afmachen; aufspielen(frühnhd.); offen machen (bei Luther). Refl. sich a.: sich erheben, auf den Weg machen(schon mhäd.).

aufmutzen, v.:(früher) reines schönes Aussehen geben, aufputzen, mhd. Afmatzen, wie auch das einfache matzen diese Bedeutung hat(frühnhd. namentlich von Waren, z. B. 1537 bei Dasypodius auffmutzen zum auff); (dann) als vorzüglicher(in die Augen fal-

lender) nennen, herausstreichen, doch auch

als ungut, zum Tadel herausstreichen(Luther Sir. 13, 27);(mit Dat.) einem etwas mit Nach- druck vorhalten oder zum Vorwurf machen (schon frühnhd.). S. mutzen.

aufnehmen, v.: 1) trans. in die Höhe nehmen, mhd. Ufhemen(daher es mit einem a.«es auf einen Streit mit jemand ankommen lassen», eig. die Waffen erheben, um mit je- mand Kampf zu beginnen, vgl. 4uf heben); bei sich zulassen, Eintritt, Raum usw. ge- währen(auch schon mhd.); an sich nehmen, z. B. entliehene Gelder(mhd. Afnemen cin Besitz nehmen, einnehmen); angreifen, um zu beginnen, z. B. eine Arbeit; entwerfen, z. B. ein Bild, eine Urkunde; geistig auffassen und beurteilen, z. B. gut a.(bei den Mystikern ist Afnemen cerkennen»). 2) intrans.(ver- altet) zunehmen, gedeihen(auch mhd.). Da- von der subst. Inf. Aufnehmen, n., nament- lich in in 4. bringen, wofür jetzt gewöhnlich in Aufnahme bringen gesagt wird.

äufnen, v.: aufbringen, in die Höhe bringen, bessern, mehren. Schweizerisch(bei G. Keller, schweiz. Id. 1, 123 seit 1424 be- legt). Alternhd. auch aufen, mhd. Afen, ahd. Affan und üfön neben kilffinön, ags. uppian. Zu ahd. mhd. ſj aufy.

aufpassen, v.: 1) intrans. worauf acht- habend warten; worauf achthaben. Früh- nhd.(H. Sachs Fab. 196, 92). 2) trans. wo- zu passend machen. S. passen.

aufpausen, v.:(die Backen) aufblasen 1678 bei Krämer. Zu pausen, oberd. pfausen cblasen, pustenꝰ. Vgl. auf bauschen.

aufrappeln, refl. v.: sich von sitzender oder liegender Stellung emporrichten, auch bildlich. Seit dem 18. Jh. übliches Wort (bei Goekingk 2, 227) mit ndd. Lauten für hd. aufraffeln(bei Luther), abgeleitet von aufraffen(wofür Stieler 1691 ufrappen hat, das auf mnd. uprappen beruht).

aufrecht, adj. und adv.: in die Höhe gerichtet, in die Höhe gerade, mhd. ahd. Ef- reht(s. recht); geradsinnig, offenherzig(auch schon mhd.). In dieser 2. Bed. aber schon im 18. Jh. völlig verdrängt durch aufrich- tig, mhd. Afrihtic, das auch zuerst jene