Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1001-1002
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1001 Kaserne

Kastagnette 1002

matta, 1616 bei Wallhausen Kriegsmanual 35 Casematte), aufgenommen über franz. case- mate(span. casamata) aus ital. casamatta f. cunterirdisches bombenfestes Festungsge- wölbe», früher auch cder gewölbte Minen- gang in den Festungsbastionen, von dem aus die feindlichen Minen nebst den Minierern vor- zeitig in die Luft gesprengt werden konnten?, 1709 bei Hübner und 1757 in Eggers Kriegslex. durch Mordkeller» verdeutscht. Dies lielt auf Ableitung von span. ital. lat. casa f.«Haus, Hüttes und span. matar«töten»(von lat. mactäre«töten, zugrunde richten»), mata Gemetzels. Das ist aber nicht richtig. Die Herkuuft ist unsicher, vgl. Körting.

Kasérne, f.(Pl.-/): Soldatenhaus. 1703 im Zeit.-Lex., aus franz. caserne. Herkunft un- sicher. Kasernenhofblüte, f., Schlagwort im letzten Viertel des 19. Jh. Vgl. Ladendorf.

Kasimir, m.(-s, Pl.-e und-s): feines Halb- tuch von spanischer Wolle. Aus span. casimiro m., von dem Lande Kaschmir, aind. kãgmiras. 1813 bei Campe. Jetzt auch Kaschmir.

Kasino, n.(-s, Pl.-s): Gesellschaftshaus. Ende des 18. Jh.(1801 bei Campe,«seit einigen Jahren aus Italien herübergekommen», aber schon 1703 im Zeit.-Lex. Casonen oder Cassinen chabitacula der Soldaten, wie die Baraques), von ital. casino m., von lat. casa f.«Häuschen.

Kaskäde, f.(Pl.-n): Wasserfall. 1709 bei Hübner Cascade, aus gleichbed. franz. cascade f., von ital. cascata f.«Fallꝰ, zu ital. cascare«fallen».

Kaskétt, n.(-s, Pl.-e und-s): helm- artige Kopfbedeckung; eisernes Helmkreuz zum Schutze gegen Säbelhiebe. 1617 bei Wallhausen Corp. mil. 13 Casquett, aus gleich- bed. franz. casquette f., ital. caschetto m., von franz. casque, ital.span. casco m.«Helm, Pickel- haubey, im Span. eig.«Scherbe, Schädel, Kopf', zu span. cascar«zerbrechen, schlagenꝰ.

Kaspar, Mannsname, aus mlat. Casparus, einer der drei Weisen oder Könige aus dem Morgenlande. Durch die Sternsingerumzüge etwa seit dem 15. Jh., deren Wortführer der schwarze Kasper aus Mohrenland war, ent- stand einerseits die Bezeichnung schzwarzer Kasper für Teufel»(1621 bei Opel und Cohn dreißigj. Kr. 77), andrerseits die Bed. Kasper für slustige Person», weshalb im 18. Jh. Laroche in Wien seiner Erneuerung des alten Hanswurst den Namen Kasper gab. Davon Kasperl(e), m. n.: Hanswurst. Kas- perletheater, n.: Puppentheater.

Kassatiön, f.(Pl.-en): Vernichtung eines Urteils; Amtsentsetzung. Aus gleichbed. franz. cassation f. von casser, s. kassieren.

Kasse, f.(Pl.-n): Geldkasten; Geldvorrat. 1616 bei Henisch Cassa f., aus ital. cassa f. cKasten, Geldkasten»(von lat. capsa f.«Be- hältnis»), woher schon im 15. Jh. casse f. Behälterv.

Kasserölle, f.(Pl.-n): Bratpfanne. 1715 bei Amaranthes Casserole, Castrol, aufge- nommen aus franz. casserole f.(daher ital. casserola f.), in der Picardie und Champagne castrole f. Schmorpfanne», von afranz. casse, ital. cazza f. Tiegel mit Stiel, Kochkelle».

Kassétte, f.(Pl.-n): Kästchen zu Hand- geldern oder Schmuck. 1773 bei Amaranthes Cassette, aus gleichbed. franz. cassette, ital. cassetta f., Dim. von cassa(s. Kasse).

Kassiber, m.(-, Pl. wie Sg.): heim- liches Schreiben unter Gefangnen oder aus dem Gefängnis nach außen. Aus der Gauner- sprache neuerdings bekannt geworden. Vom jud. kessuvo= hebr. kéthäbãh«Geschriebenes, Briefy.

Kassier, m.(-S, Pl.-e): Kassenführer. 1616 bei Henisch Cassier, aus gleichbed. ital. cassiere m., von cassa f.(s. Kasse). Das gleichbed. Kassierer, m.(s, Pl. wie Sg.) dagegen, 1664 bei Duez Cassierer, Kassierer, ist abgeleitet von kassieren(s. d.).

ikassieren, v.: bare Gelder einziehen und verwahren, 1694 bei Nehring cassiren, 1678 bei Krämer einkassiren, aus ital. in- cassare«Geld einnehmens, eig.«in die Kiste tun», von ital. cassa(s. Kasse).

zkassieren, v.: vernichten, für ungültig erklären; des Amtes entsetzen(1617 bei Wall- hausen Corp. mil. 63 cassiren, von Soldaten). In der ersten Bed. 1532 in der peinl. Ge- richtsordnung Karls V.§ 135 cassiren, schon 1331 kölnisch casseirn, aus gleichbed. franz. casser, ital. cassare, von lat. cassus cleer», (bildlich)«nichtig», woraus im 15. Jh. österr. cass cnichtig, ungültigs.

Kastagnétte, f.(Pl.-n): die Tanzklapper, ausgehöhltes rundes Holzstückchen, das durch Anschlagen an ein entsprechendeszum Klappen gebracht wird. 1678 bei Krämer Castagneke, 1664 bei Duez 1, 115 Kastaniet, 1618 in den Spanischen Prakticken 19 Castanete f., über gleichbed. franz. castagnette, aus span. casta- heta f. neben castasuela, wegen der Ahn- lichkeit der Gestalt nach der Kastanie(s. d.) benannt.