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eckig 402
Eberesche, f.: Vogelbeerbaum, der der Esche ähnlich ist. Eberasch bei Cordus 1534, Ehberaschen 1588 bei Camerarius 161, Eber- esche 1599 in Colers Hausbuch 15, 22. Eber- könnte hier auf Aber- zurückgehen, wie auch mundartlich Aberesche vorkommt(1652 schle- sisch bei Scherffer Abresch), d. h. unechte, geringwertige Esche, doch vgl. auch im 15. Jh. eberboum, es hängt daher das Wort eher mit ir. ibar Eibe, Eberesche, zusammen, vyl. Schrader Reallexikon S. 784.
Eberhard, Mannesname, ahd. Ebzarhart, zusammengesetzt aus Eher und hart«stark?.
Eberwurz, f.: die auf den Bergen wach- sende Kreuz-, Karlsdistel. Mhd. und spät- ahd. eberwuarz f.
Ebritz, m.(-és): die Aberraute(s. d.). 1482 eberitz(Voc. theut. f 5 b) neben eber- wurz. Mit Anlehnung an Eber aus der gr.- lat. Benennung abrötanum, gr. âßpöôrovov n.
ebsch, s. äbicht.
echappieren, v.: entwischen. Aus gleich- bed. franz. échapper, zusammenges. aus é, lat. ec ausy und chape aus mlat. cappa Be- deckung», also aus der Bedeckung, dem Ge- füngnis herauskommeny. 1710 bei Nehring.
echauffieren, v.: erhitzen. Meistens refl. sich e. Aus gleichbed. franz. échduffer, das auf lat. excalfacere cerhitzen» zurückgeht, zusammenges. aus eg und cal-facere«warm
machenn. 1710 bei Nehring. Echo, n.: Widerhall. Aus gr. lat. écho, gr. ixch f. Schon im 16. Jh. entlehnt, zu-
nächst als F.(Fischart Garg. 63), was bis ins 18. Jh. noch vorkommt(Schiller 6, 303), dann im 17. Jh. auch Mask. und Neutr.(s. Gombert 8, 10). 4BL. echoen, v.: wider- hallen(von Goethe gebildet, Faust 9598).
Echse, f.(Pl.-n): eine den Schlangen verwandte Art von Reptilien. Ein von den Naturforschern um 1840 aus Eidechse fülsch- lich abstrahiertes Wort.
echt, adj. u. adv.: ehelich; probehaltig als das, was es sein soll. Aus dem Nad., mnd. und mudl. echte(daher nndl. echt m. «Ehe»), dann auch ins Ostmitteldeutsche ein- gedrungen, wo es durch die aus dem Sachsen- spiegel abgeleiteten Rechtsbücher mehr und mehr in Umlauf kam. Es entspricht(mit Zusammenziehung und Ersatz des ft durch cht) dem mhd. and. haft«gesetzlich, rechtsgültig, ehelich geboren?, afries. äãft(daher dfte f. Ehe»), abgeleitet von à f.«Gesetz»(s. Ehe). Das Wort fehlt noch bei Luther und in den
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
Wörterbüchern des 16. Jh., erscheint 1616 bei Henisch in der Rechtsformel e. und recht, im 17. Jh. sich dann weiter verbreitend. Stieler 1691 schreibt(mit Anlehnung an achten) ächt, was auch später üblich bleibt, dagegen er- klären sich Freyer und Adelung für e. 4BL. Echtheit, f., erst bei Adelung 1793.
Eck, n.(-es, Pl.-en), meist Ecke, f. (Pl.-n): hervorstehender scharfer oder spitzi- ger Teil eines Körpers; innerer Raum, wo Flächen zusammenstoßen;(in nordd. Um- gangsspr.) eine geringe Entfernung(ein Ecke- chen bei Weiße Jagd 1, 11). Mhd. ecke, egge f., selten ecke n., ahd. ecka f.; dazu asächs. eggid, ags. ecg f., engl. edge, anord. egg f. chervorstehende Spitze wovon, Schneide der Waffey. Das Wort entspricht genau lat. aciés f.«Schneide, Schärfes, zu dem viele andere Worte gehören wie acuére«spitzen, schürfeny, acus f.«Nadely, gr. dxij f., dxic f. «Spitzey, s. auch Ahne, Ahre. Das N. Eok kommt, wie auch Adelung angibt, wesentlich dem Obd. zu(daher auch 1561 bei Maaler, während es Stieler u. a. nicht kennen), all- gemein jetzt in Drei-, Vereck usw. 4 BL. ecken, v.: Ecken bilden; an die Ecke stoßen, z. B. in anecken. Spätmhd. ecken auch als Ecke hervorstehen, in eine Ecke bringeny. eckig, früher eckicht, adj., mhd. eckeht. ZUS. Eekstein, m.: Stein einer Ecke; ein ein Bauwerk tragender Stein unter der Ecke; in der Spielkarte das franz. carreau. Mhd. eckestein m. in der 1. Bed..
Ecker, f.: Eichel; Spielkarte mit dem Zeichen der Eichel; Buchel(in Buchecker). Mhd. eckern und ecker n.«Frucht der Eiche oder Buchey, md. und ndd. auch ecker f., daneben ohne Umlaut(der eig. dem Pl. an- gehört) ackeran, ackeram n. m.(Pl. eckern); dazu ndl. aker m., ags. œcern n., engl. acorn Eichel», anord. axarn n., dän. agern Wald- frucht», got. alcran n. schlechtweg«Frucht», zu kymr. deron«Früchtey, eirynen«Pflaume?, korn. deran Pflaume?, ir. ãirne«Schlehe» (Zimmer bei Zupitza Gutt. 213), aber nicht zu Acker, also eigentlich«wilde Frucht», sondern zu einer Wurzel dg«wachsen», zu der noch lit. Aoga«Beere, Kirschey, abg. vin-jaga f. «Weinbeere» gehört. Vgl. Lidén Idg. Forsch. 18, 503. Von Karten gesagt findet sich noch die Form Eckern, auch in Zusammensetzungen wie Eckerndaus; sonst ist(vom Pl. die Eckern aus) das F. Ecker durchgedrungen.
eckig, Eekstein, s. Eck.
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