Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
403-404
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403 edel

Egge 404

edel, adj. u. adv.: von Geschlecht mehr als bürgerlich(von Adel); anerkannt ausge- zeichnet vor anderm seiner Art. Mhd. edele, edel, ahd. edili, durch Umlaut aus adali; da- zu asächs. edili, afries. ethele, ags. cœdlele, schwed.-dän.(aus dem Deutschen) ädel. Ab- geleitet von Adel(s. d.) in der Bed.«aus- gezeichnetes Geschlechty. 4BL. edeln, edel machen. Mhd. edelen, vgl. auch adeln. 2US. Edelknabe, m.: adeliger Knabe, der dient um Ritter zu werden. Mhd. edlel- knappe m. Edelknecht, m., mhd. edelkneht m. Hier hat Knecht die Bedeutung wie Knabe (s. d. und Knecht). Edelmann, m., mhd. (erst im 15. Jh.) edelman m., das Adj. edel- männisch 1598 bei Albertinus Sendschreiben 1, 134 b. Edelmut, m., erst bei Stieler 1691, während das Adj. edelmütig schon mhd.(in der Ableitung edelmüetecheit f.) vorkommt. Edelstein, m.: der zu Schmuck verwendete Stein, mhd. edelstein m., bei Luther mit Flexion von edel. Edelweiß, n.: Edelraute, filago leontopodium, eine Pflanze der Alpen.

Fdgar, Mannesname, engl. Edgar, ags. Fadgar; dafür ahd. Otkxer(daher franz. Ooier). Von ags. 6.Hd, asächs. öd. ahd. öt n.«Besitztum, Vermögen,, und Ger(s. d.)«Wurfspießy.

Edikt, n.: landesherrliches Ausschreiben, Verordnung. Aus lat. édictun n. urspr.«Aus- sage, Befehlo, dem als Subst. gebrauchten N. von odictus, dem Part. Perf. Pass. von lat. éclicére«aussageny. In der frühnhd. Kanazlei- sprache(Reichs-Ordnungen 119 b vom J. 1522).

edieren, v.: herausgeben, bekanntmachen. Aus gleichbed. lat. édére. Schon in der 1. Hälfte des 16. Jh. geläufig(Schwartzen- bach Syn. 12²). Editiön, f.: Herausgabe, Ausgabe(eines Buches). Aus lat. éditio f. 1572 bei Rot.

Edmund, Mannesname, engl. Ednuumd, ags. Fadmund, von ags. zad, asächs. öd n. Besitztum, Vermögen', und Mund(s. d.) &Schutzy.

Eduard, Mannesname, engl. Edeward, ags. Faduweard, Vermögenswart 6. d. vor.).

Efeu, m.(-s): Wintergrün, ein Ranken- gewüchs. Selten Neutr., 2. B. 1615 bei Alber- tinus Landstörzer 364 und 1735 bei Stoppe Parnass 32, noch seltener Fem.(1521 bei Judas Nazarei 26). Mhd. ephöu, ebehöu n., ahd. ebeherwi, ebihouavi n., daneben aber auch ebah, m., ebahhi, spätahd. ebeloe, ehowe n. und andere Formen(vgl. Björkmann Zfd W. 2 226), so daß die erstern Formen wohl An-

lehnung an mhd. höu, ahd. heawi, houwi er- fahren haben werden; dazu mnd.(mit löf Laub» zusammenges.) 7/†löf, ndl. eiloof, ags. ifegn, dijſig n., engl. iu,«Wintergrüny. Dis Grundlage des Wortes, das nicht mit Eppich (s. d.), mit dem es vermischt worden ist, aus lat. apiuns abgeleitet werden darf, ist

v.: dunkel. Hoops Idg. Forsch. 14, 484 vergleicht

lat. iber«Steinbock» unter der Annahme einer Grundbedeutung«Kletterery. Alternhd. findet

sich die Form Ebheu(noch bei Schottel 1663),

Epheu, und in dieser Form drang die Aus- sprache ph= f durch im 17. Jh., wie die Schreibung Efeu(Harsdörfer Gespr. 3, 406) zeigt. Sie stammt aus dem Ostmd., während sich Ebhez n. im Obd. erhalten hat.

Effeff, n., s. FF.

Effékt, m.(-es, Pl.-e): Wirkung, Er- folg. Aus lat. effectus m.«Ausführung, Wir- kung, Erfolgy, von efficére«ausführen, be- wirkeny. Bei Rot 1571, ein Beleg von 1540 bei Gombert 8, 11. Effékten, Pl.: Hab- seligkeiten; Staatspapiere. Nach franz. les effets, aber im Laut an lat. effectus ange- schlossen. Von Gombert 8, 11 aus dem J. 1680 belegt.

egaãl, adj.: gleichförmig; gleichgiiltig. Das franz. égal aus lat. aequlis. 1694 bei Nehring.

Egart, f.: ungebrochenes Grasland, Brach- land. Aus mhd. egerde, egorte f., ahd. egerda f.«Brachlandy. Unbekannter Herkunft, vgl. Lexer mhd. WB., Schweiz. Id. 1, 129. In Oberdeutschland noch volkstümlich.

Egel, s. Blutegel.

1 Egge, f.(Pl.-n): gewobene Leiste des Tuches, Selbende(s. Salband). Aus dem Ndd., mnd. egge f., nl. egge, eig. mit egge «Spitze, Kantey(s. Eoke) identisch. 1716 bei Ludwig angeführt, auch im 18. Jh. von nord- deutschen Schriftstellern gebraucht.

2Egge, f.(Pl.-n): Zinkengerät zum Acker- bau. Spätmhd. ege f., so auch bei Luther, 1537 pei Dasypodius(aber das V. eggen), 1540 bei Alberus Dict. L, auch noch häufig im 17. Jh.(z. B. Lohenstein Hyac. 69); bei Stieler 1691 Ege und Egge, ebenso bei Ludwig 1716, bei Frisch 1741 dagegen nur Ege und auch Adelung erklärt sich für Ege, da er in Egge eine niedersächs. Form sieht, wäh- rend Campe Ege, das noch vielfach in den Mundarten lebt, nicht mehr hat. Die Form Egge ist im Anschluß an eggen= egen(s.

unten) geschaffen, schon mnl. egghe f.(nnl.

egge, eg f.), egge 1495 in der Kölner Gemma,